Wir haben das Produkt leider gekauft und sind sehr enttäuscht.
Ich habe mich von den vielen positiven Bewertungen bei Amazon beeinflussen lassen – obwohl ich es eigentlich hätte besser wissen müssen.
Eine Rückgabe war leider nicht mehr möglich, da wir es im ersten Monat gar nicht ausgepackt hatten.
Jetzt liegt es im Plastikmüll. Persönlich würde ich so ein Produkt niemandem guten Gewissens empfehlen – und erst recht nicht verkaufen, nur um daran zu verdienen.
Deshalb habe ich heute folgende Bewertung bei Amazon abgegeben – sofern sie überhaupt veröffentlicht wird. In meinem eingeloggten Konto ist sie sichtbar, im privaten Browserfenster aber nicht. Dazu sage ich lieber nichts. Eine seltsame Welt, in der wir leben.
Hier also zur Warnung meine vollständige Bewertung:
Gute Idee – aber in der Praxis leider enttäuschend
Ich war als Kind nach jedem Sommerurlaub im Süden überglücklich, wieder in Deutschland zu sein – denn endlich gab’s wieder Spätzle mit Soße! Die Erwartungen an dieses Tool waren entsprechend hoch.
Die Idee, Spätzleteig direkt in einem Mixbecher anzurühren und durch den Deckel ins Wasser zu drücken, klingt praktisch – ist es aber nicht. Schon beim ersten Schütteln (Ei, Wasser, Salz – noch ohne Mehl) tritt Flüssigkeit aus. Der Deckel schließt zwar, aber nicht vollständig dicht – durch die dünne Mischung kommt beim Schütteln trotzdem etwas heraus. Danach gibt man das Mehl in zwei bis drei Etappen dazu und muss den Deckel jedes Mal wieder öffnen und schließen. Das führt schnell zu klebrigem Teigspuren außen am Behälter und klebrigen Händen.
Das Schütteln selbst ist anstrengender, als man denkt. Trotz des hohen Wasseranteils bleibt es ein dickflüssiger Teig, der sich nur schwer vermischt.
Was dabei zusätzlich fehlt:
Beim Schütteln entsteht zu wenig mechanische Energie, um die Kleberstruktur im Mehl – also das Gluten – zu aktivieren. Genau das macht bei Spätzleteig normalerweise die typische zähe, elastische Konsistenz aus. Durch reines Schütteln lässt sich diese Teigqualität schlicht nicht erreichen.
Eine Küchenmaschine hätte den Teig in 20 Sekunden sauber und gründlich angerührt.
Auch das Ergebnis enttäuscht: Die Spätzle sind zu dick, ungleichmäßig und flocken teilweise aus. Die Öffnungen zum Ausdrücken sind sehr groß – kleinere wären zwar besser für die Form, würden den Teig aber nicht mehr durchlassen. Das führt zu unförmigen, klumpigen Spätzle – egal ob lang oder kurz, optisch ist das eher eine Katastrophe.
Auch geschmacklich schwach: zu weich, wässrig, und sie nehmen kaum Soße auf. Der Wasseranteil im Teig ist viel zu hoch – aber anders ließe sich das System mit Schütteln und Durchpressen eben nicht verwenden.
Für mich ist das bei Spätzle ein K.-o.-Kriterium.
Was mich ehrlich überrascht, sind die vielen sehr positiven Bewertungen bei Amazon. Wer sich etwas mit Teigverarbeitung auskennt, weiß: Damit ein Spätzleteig seine typische zähe, elastische Konsistenz bekommt, muss das im Mehl enthaltene Gluten durch kräftiges Rühren oder Schlagen aktiviert werden. Genau das ist bei dieser Methode physikalisch gar nicht möglich – das Schütteln liefert einfach nicht genug Energie.
Wenn man keinerlei Ansprüche an Konsistenz, Form und Geschmack hat, mag das Ergebnis vielleicht genügen. Aber aus meiner Sicht ist es schwer nachvollziehbar, wie man das ernsthaft als „gut“ bewerten kann.
Vielleicht als Notlösung beim Camping noch denkbar, aber für die heimische Küche völlig ungeeignet. Bei realistischeren Bewertungen hätten wir uns den Kauf wahrscheinlich gespart – und persönlich würde ich so ein Produkt in dieser Form nicht weiterempfehlen.