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Tarrington House Moncton - billig oder günstig? Ein Erfahrungsbericht

John Rico

Veganer
5+ Jahre im GSV
Hallo zusammen,

ich bin hier schon länger unterwegs und habe auch schon diverse Grills durch. Seit längerer Zeit verfestigte sich der Gedanke, dass ich aus verschiedenen Gründen gerne einen Gasgrill hätte. Nun stellte sich auch mir die hier ewig diskutierte Frage, welche Marke, welcher Preis, günstig vs. teuer, gebraucht vs. neu... Eigentlich hatte ich mich entschieden, nach einem gebrauchten Napi oder BK Ausschau zu halten, allerdings habe ich auch nach Monaten keinen gefunden, der mir entweder vom Preis oder vom Zustand zusagte. Alternativ habe ich hier auch viel über die günstigen Alternativen gelesen, also Dehner Lancaster und Klone, Landmann, Burhard Big Fred usw. Und bei fast jedem Metro-Besuch bin ich um die dortigen Modelle Edmonton und Moncton (früher Mocton) rumgeschwänzelt - ebenfalls Lancaster Klone.

Den Ausverkauf des Edmonton habe ich vor einiger Zeit verpasst, neulich war allerdings der Moncton für 285 € brutto im Angebot. Und da ich den Tag eh mies drauf war und einen Seelenschmeichler brauchte, habe ich wenig später das riesige 50 kg Paket alleine in den Kofferraum gewuchtet. :D
Und da es nur sehr wenig Infos zu dem Grill gibt und ich mich in meiner Findungsphase über jede Hilfe gefreut hätte, möchte ich den Grill und meine Erfahrungen hier einmal vorstellen.

Aufbau:
Ich habe mir unboxing und Aufbau-Fotos gespart. Insgesamt ließ sich der Grill gut aufbauen, alle Löcher und Verschraubungen waren passgenau und sind stabil gefertigt. Früher gab es laut Metro-Mitarbeiter wohl sehr billige Ausführungen auf der Gewindeseite, was immer mal wieder in überdrehten Schrauben resultierte. Davon kann hier keine Rede sein, überall gab es stabile Hülsen (aus Messing) oder Muttern. Einzig die Montage der Seitentische war etwas fummelig, hier passte je Seite eine Schraube nicht richtig. Nach Lösen der anderen Schrauben und etwas Drücken konnte ich auch diese montieren, ohne zu Bohrer oder Feile greifen zu müssen. Dafür sind die Seitentische richtig montiert sehr stabil, in der Metro waren diese immer sehr wackelig.
Die Anleitung ist allerdings an einigen Stellen etwas ungenau, so musste ich den Aufsatz vom Unterschrank noch einmal komplett lösen, da ich das Stromkabel für die Beleuchtung nicht an der richtigen Stelle durchgeführt habe.


Impressionen:
So sieht das gute Stück dann fertig aus:
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Massives Grillrost mit GBS und Gussplatte, eine Seite mit Rillen, eine Seite glatt. Aufteilung in der Breite: 40 cm Rost und 30 cm Platte:
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Seitenbrenner im linken Tisch:
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Entgegen des ausgestellten Modells mit Platz für eine 11 kg Flasche im Unterschrank, was mich extrem gefreut hat und nach wie vor eine Seltenheit ist:
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Beleuchtete Regler a la Napoleon:
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erste Erfahrungen:
Die beste Optik hilft nichts, wenn der Grill nicht das ordentlich macht, was er soll: Grillen. Also Gasflasche dran, Dichtigkeitscheck und dann die vier Brenner auf Vollgas. Neben dem Deckelthermometer habe ich mein ThermoPro TP-08 auf dem "Warmhalterost" (ist eigentlich ein Blech) befestigt und dann mal schauen, ob Freude oder Ernüchterung aufkommt. Die Temperatur stieg zügig, positiv ist hier zu erwähnen, dass das Deckel- und Grillthermometer bis ca. 250 °C bis auf wenige Grad das Gleiche anzeigten. Also scheint das Schätzeisen recht genau zu sein. Nach ca. 15 Minuten hatte der Grill das Maximum erreicht. Am Deckel waren ca. 320 °C abzulesen, das ThermoPro pendelte sich bei ca. 285 °C ein. Keine Wahnsinnswerte und im ersten Moment war ich etwas enttäuscht und hörte die Stimmen aus dem Form "Wer billig kauft, ...". Aber später mehr dazu.

Nun Rost und Platte mit Rapsöl eingebrannt und zum Testen eine Wurst, die noch im Kühlschrank lag, draufgeschmissen. Rundrum gut gebräunt und als Snack zum Abend lecker. Man sieht am Foto, dass das Rost im vorderen Bereich wenig Temperatur hatte. Habe am nächsten Tag dann beides gedreht, um alles einzubrennen.
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In den folgenden Tagen habe ich dann verschiedene Dinge ausprobiert.
Flachgrillen von Lachs und Pimientos (ich hatte die Räucherbox unten das GBS Rost gestellt, daher schwebt es im Grill):
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Über ein Beer-butt-chicken (bei allem Indirekten ist das Fenster super!).
Die Höhe reichte, um das Hähnchen mit Halter auf eine Ikea Koncis und diese auf das Rost zu stellen:
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Landschwein, Scampis, gefüllte Champignons und Datteln:
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(Die Moinkballs und Beef Ribs kommen vom Smoker)
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Dann der Härtetest für jeden Gasi, die Pizza. Bei "nur" 285 °C war ich skeptisch bis gespannt, ob das was wird. Und was soll ich sagen, es wurde. Ich habe die Gussplatte entfernt, das Rost in die Mitte geschoben und dann die ganze Zeit alle vier Brenner auf Vollgas. Nach ca. 6 Minuten hatte ich eine tolle Pizza, von unten knusprig, der Teig hat Blasen geworfen, wurde am Rand braun und hat auch von oben genug Hitze bekommen. Ich hatte mich schon beim Einbrennen gewundert, da ich trotz 40 cm Grillzange einen Handschuh anziehen musste, um das Rost abzureiben, da es ohne schnell zu heiß wurde. Vielleicht schirmt das Warmhalteblech etwas ab, so dass nur 285 °C angezeigt wurden und die >300 °C vom Deckel besser passen.
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Fazit:
Ich hoffe, ich habe euch mit dem ausführlichen Bericht nicht gelangweilt und es ist für den einen oder anderen eine Hilfe, sollte der Grill in der engeren Wahl sein. Für mich hat sich der Kauf ganz klar rentiert. Ich finde die Aufteilung mit Rost und Platte super und sie sind im Genensatz zu anderen "Billiggrills" sehr massiv, der Platz für die 11 kg Flasche im Unterschrank ist eine Seltenheit, und die Grillergebnisse überzeugen mich bisher sehr. Ob und in welcher Form ein Napi oder BK bessere Ergebnisse bringen, kann ich nicht beurteilen. Wer allerdings wie ich (noch) nicht bereit ist, um die 1000 € für einen Markengrill auszugeben und auf einen Backburner bzw. Sizzle Zone verzichten kann, bekommt hier meiner Meinung nach einen Grill, der viel Spaß macht und für ca. 300 € vom Preis-/Leistungsverhältnis ganz weit vorne ist.

Über Kommentare und konstruktive Kritik freue ich mich und stehe gerne bei Fragen zur Verfügung. Einen Toastbrottest reiche ich nach, sobald ich die Zeit finde.
VG
Sven
 
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