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Tuning Weber Spirit Grill

Bolanger

Militanter Veganer
Hallo,

nach viel Träumen, überlegen und sparen haben wir uns letzte Woche einen Weber Spirit S320 Premium gekauft.

Unsere ersten Steaks waren wohl die teuersten, die ich je gegessen habe ;-)

Schon beim Aufbau sind mir zwei Punkte aufgefallen, die man verbessern könnte.

Zum einen ist das die Durchführung des Gasschlauchs vom Unterschrank zur seitlichen Flasche. Da schubbert der Schlauch direkt über die Metallkante. Wenn der Grill draußen steht, dann ist er dort zusätzlich der UV-Strahlung ausgesetzt, die ihn wahrscheinlich schneller altern lässt. Ich habe daher ein Stück Flexrohr aus dem Elektrobereich genommen und über den Schlauch geschoben. Der Schlauch liegt nun nicht mehr an der Metallkante an und ist auch nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt. Ich denke das ist sinnvoll so.

Beim zweiten Punkt habe ich nur eine Idee, aber noch keine problemlose uns sichere Lösung gefunden. Beim Gasgrill ist es positiv, wenn man mit möglichst wenig Gas möglichst hohe Temperaturen erreicht. Eigentlich wäre ein wärmegedämmtes Gehäuse wünschenswert. Ein einfacher Anfang (relativ wenig Aufwand, relativ wenig Wirkung), wäre es etwas wie Dämmwolle zwischen die Bodenwanne und das darunter befindliche Abschirmblech zu schieben. Die Dämmwolle selbst sollte locker die Temperature von 300°C aushalten. Mir macht einzig der Fettbrand sorgen wenn sich doch im Laufe der Zeit Fett in der Wolle sammeln sollte. Hat da jemand eine Idee, wie man das Lösen könnte? Gibt es eine Art geschlossenporige Dämmwolle? Sowas könnte man dann auch im Deckel anbringen, denn der hat zumindest bei der Edelstahl-Version auch zwei Schalen mit einem Hohlraum dazwischen.

Der dritte Punkt ist mir bei der Erstinbetriebnahme aufgefallen. Ich empfand es ziemlich schwer die Flasche seitlich anzubringen. Immer wenn ich die Flasche auf den Absatz gehoben habe ist die Kunststoffabdeckung des Bodenbleches aus den Clipsen gefallen. Da wirkt doppelseitiges Klebeband oder Powerstrips wahre Wunder. Keine Ahnung warum Weber eine so liderliche Anbringung der Abdeckung hat.... naja, eigentlich ist die ganze seitliche Anbringung Murks, da die Flasche nur teilweise aufsteht.

Gruß,

Bolanger
 
Womit mal wieder bewiesen ist, das selbst ein Weber Grill für roundabout 800€ nicht unfehlbar ist!
Für den Preis möchte man solche Sachen doch nicht haben, oder?
 
Über die seitlich Anbringung habe ich mich auch schon geärgert, zumal man leicht die Beschichtung mit der Gasflasche verkratzt, wenn das Plastikteil verrutscht.
Danke für den Tip mit dem Klebeband zum Fixieren! :thumb2:
 
Hallo,

ziemlich einfallsreich die Tuningvorschläge ;)
Die Ergänzung mit dem Flexrohr über dem Gasschlauch ist nicht verkehrt. Über UV-Licht würde ich mir (zumindest mit Abdeckhaube) aber nicht allzu viele Gedanken machen. Auch der Behelf bei der Gasflaschenhalterung ist gut.

Allerdings rate ich von der Dämmwolle vor allem im unteren Grillbereich dringend ab. Sollte sich dort wirklich Fett sammeln und ein Brand entstehen, ist das kaum mehr kontrollierbar. Die entstehende Hitze kann so hoch sein, dass die Alulegierung der Wanne nachgibt und der Grill hinüber ist.

Auch im Deckel würde ich nichts derartiges anbringen. Zumindest normale Dämmwolle besteht aus feinen Fasern, die unvermeidlich in den Grillraum und damit auf das Grillgut gelangen. Der doppelwandige Deckel im Premium soll unter anderem verhindern, dass zu viel direkte Hitze auf das äußere Edelstahlblech gelangt und sich das dann verfärbt.

Allgemein: Der Grill ist so ausgelegt, dass er bei voller Brennereinstellung durch die Abstrahlung des Gehäuses und Konvektion über die diversen Öffnungen nicht so heiß wird, dass er beschädigt werden könnte (daher unter anderem auch das sog. "Scheunentor" hinten zwischen Deckel und Wanne). Das ist das einzige, was ich an meinem Grill verschlossen habe. Manche machen das mit Blechstreifen, ich habe ein entsprechend langes Stück Alufolie mehrfach gefaltet, sodass es den Spalt abdecken kann und den Streifen mit starken, flachen Magneten an der Deckelinnenseite befestigt. Lässt sich so auch schnell abnehmen. Bilder kann ich bei Bedarf mal hier posten. Mit der Maßnahme allein erreiche ich spielend über 320°C und beim smoken geht mir weniger Rauch flöten. Aber aufpassen: solche Maßnahmen sind vom Hersteller nicht vorgesehen (bzw. die müssen solche Konstruktionen zur Sicherheit einbauen). Geht was durch die Hitze kaputt, ist das kein Fall für eine Reklamation.

Deshalb rate ich von den Vorschlägen ab.

Grüße
Runner
 
Hallo,

die Bilder vom Verschluss des Scheunentors interessieren mich. Wobei ich mich auch frage ob man dann überhaupt noch genügend Luft für die Verbrennung hat und was eigentlich der Sinn dieser Öffnung ist.

Zur Dämmung des Deckels fällt mir noch ein, dass man die Dämmwolle auch in einer Tasche aus hitzebeständiger Plane oder Folie einnähen kann und dann eine Art dünnes Kissen baut. Das könnte man auch zwischen die beiden Bleche schieben bzw. schrauben. Damit hätte man gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die ungesunden fasern wären weg und das ganze würde sich nicht mit Fettdämpfen vollsaugen.

Ach, ich habe noch eine (allgemeine) Grill-Tuning-Idee. Viele Gasgrills haben min. 1 Brennerrohr. Beim Weber Spirit entzünden sich die Brennerrohre gegenseitig. Ui, was wäre das fein, wenn man das links Rohr auf Sparflamme laufen ließe und dann über ein elektronisches Thermometer mit voreingesteller Solltemperatur über ein Ventil die Gaszufuhr zu einem weiteren Brennerrohr ein- und ausstellen könnte. Dann müsste man nur noch einmal die Wunschtemperatur einstellen und der Grill würde ohne Nachjustieren diese Temperatur halten. Eine Batterie hat unser Grill in der Zündung ohnehin, also kommt's auf noch mehr Technik auch nicht an ;-)

Gruß,

Bolanger
 
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Hallo Bolanger,

wie gesagt, von sowas - auch der automatischen Brennerregelung - würde ich abraten. Die Grills haben KEINE Thermoelemente, geht die Flamme aus, strömt das Gas weiter aus. Kommt dann einer auf die Idee zu zünden, kann das böse ausgehen. Habe ich selbst schon erlebt, dass die Flamme beim Longjob ausging (per Maverick durch die fallende Temperatur bemerkt). Dann bleibt nur noch Gas abdrehen, erst mal Deckel auf und gut lüften, bis es weitergehen kann. Das finde ich beispielsweise beim Schickling Grill super gelöst, dass hier ab Werk Thermoelemente eingebaut sind, die das Gas bei Erlischen der Flamme abdrehen.

Zum Scheunentor: Das ist eine Sicherheitskonstruktion gegen Überhitzen (Brenner voll auf, ohne Aufsicht laufen lassen --> kein Schaden am Grill wie bspw abgeplatzte Emaille am Deckel). Nachteil ist natürlich, dass beim Smoken der Rauch schnell entweicht und bei Low&Slow mehr Brennerleistung erforderlich ist. Bei der Luft für die Verbrennung musst du dir keine Gedanken machen: die Gemischbildung findet direkt am Übergang Gasventil/Brenner statt in der Venturidüse, die Luft für die Verbrennung kommt also von unten (unter der Bedienblende). Von oben kann sie auch gar nicht kommen, durch die Hitze gibt es ja dauernd einen Luftstrom von unten nach oben im Grill.

Anbei noch ein Bild zur Abdeckung mit Alufolie. Die ist leider schon etwas verfärbt durch das Kondensat von Rauch und Fett, muss ich mal tauschen. Außen jeweils einen Magnet, besser wären noch zwei innen. Ich hoffe, man kanns erkennen.

Grüße
Runner
 

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Bei allem Respekt Jungs, wenn ich 800,-€ für sowas hinlege, dann will ich nicht mehr mit Alufolie oder sonst was irgendwelche Fehlkonstrukte ausbessern, dann muss das passen.
Das Hier erinnert mich grad an die ersten Freds , als vor Jahren mal bei Thomas Phillipps es Smoker für wenig Geld gab, da gab es jede Menge Pimp und Tuning Freds, da könnt ihr ja mal schauen, vielleicht gibts da auch den ein oder anderen Tipp, den ihr auch gebrauchen könnt.
 
Bei allem Respekt Jungs, wenn ich 800,-€ für sowas hinlege, dann will ich nicht mehr mit Alufolie oder sonst was irgendwelche Fehlkonstrukte ausbessern, dann muss das passen.

Das Argument geht aber ins Leere, wenn man sich die anderen Gasgrills betrachtet. Dort sind die Schlitze genauso vorhanden und bei den günstigeren oftmals noch viel größer, ich habe mehrere live betrachtet. Es ist nunmal eine Sicherheitskonstruktion gegen Überhitzen, daher keine Fehlkonstruktion sondern wichtig.

Und genau das sollte man auch im Hinterkopf behalten, wenn man es - egal an welchem Grill, ob Weber, Napoleon oder anderen - verschließt. Die Aussage von mir, dass >320 Grad so locker erreichbar sind, ist exemplarisch. Wenn alle Brenner auf voller Leistung stehen, bleibt man einfach generell beim Gerät dabei, alles andere ist fahrlässig. Dazu gehört auch, dass dann der Schlitz offen bleiben sollte.

Ich handhabe die Sache so: Bei Longjobs mit Räucherchips verschließe ich mit Folie und Magnet (funktioniert dank der emaillierten Stahlhaube gut, je nach Edelstahl gehts natürlich nicht mehr). Der Rauch bleibt länger im Garraum, die Temperatur ist gleichmäßiger (Luftzug durch Wind macht sich weniger bemerkbar) und etwas weniger Gas verbraucht er auch. Heize ich den Grill hoch für direktes Grillen mit allen Brennern, kommt die Folie einfach weg. Ich brauche hohe Temperaturen am Rost und nicht im Garraum, das geht auch ohne dieses Tuning und schützt vor Überhitzung.
 
Ich bin in der PLanung für einen Eigenbau-Gasgrill. Nach dem müsste ich dann ja auch Lüftungsöffnungen einbauen?? Bisher woltte ich den/die Deckel "dicht " machen, also ohne grössere Luftspalte.... jetzt weiß ich auch warum im ODC City diese Schlitze im Deckel sind. Aber einleuchten tuts mir nicht wirklich, wenn der Deckel nicht 100% Luftdicht verschliesst, was ja wohl nirgends der Fall sein dürfte, was würde denn passieren?
 
Hallo,

Sicherheit geht vor, auch bei dem Selbstbau-Gasgrill würde ich konstruktiv die Öffnungen vorsehen, wenns sein muss mit einer Möglichkeit, sie für Low&Slow einfach und schnell zu verschließen (Bleche einhaken/einschrauben,...). Wobei ein Eigenbau-Gasgrill schon ne heikle Sache ist, finde ich. Da muss alles passen.

Wäre der Grill bei hoher Brennerleistung dicht geschlossen (quasi nur unten zur Fettwanne hin offen), können mehrere Dinge passieren:

1.) Überhitzung
Die Wärme, die durch die Brenner erzeugt wird geht verschiedene Wege. Zum einen wird das Grillgut natürlich erhitzt, das ist ja das primäre Ziel ;) . Der andere Teil (und weitaus größte) der Wärme geht als Verlust in die Umwelt --> durch Wärmestrahlung der heißen Grillteile und durch Konvektion, also die heiße Luft, die entweicht.
Wäre der Grill dicht (geht natürlich allein wegen der Luft für die Brenner nicht), dann könnte durch Konvektion keine Wärme mehr entweichen, es bleibt nur noch die Abstrahlung. Die Temperatur im Garraum steigt dann so lange an, bis die Wärmezufuhr durch die Brenner und der Verlust durch Abstrahlung im Gleichgewicht stehen. Dabei können so hohe Temperaturen entstehen, dass der Grill Schaden nimmt (abgeplatzte Emaille, Fett entzündet sich), Griffe so heiß werden, dass man sich verbrennt oder beispielsweise die Gasschläuche im Inneren schmelzen (bspw. bei innen gelagerter Gasflasche) . Was dann passiert, kann man sich denken. --> Dass ich solche Folgen nicht erfinde, sieht man hier: http://www.grillsportverein.de/forum/threads/scheunentor-zumachen.235718/#post-2302416
Die Hersteller bemessen dann die Größe der Öffnung so, dass bei voll laufenden Brennern in keinem Fall die maximal vorgesehene Temperatur überschritten wird und Schäden entstehen.

2.) Verbrennungsluft
Könnte passieren, dass durch hohe Brennerleistungen die Luft zur Verbrennung knapp wird und die Flammen erlischen. Das kommt auch ein wenig darauf an, ob die Brenner ihren kompletten Luftbedarf am Übergang Düse-Brenner einsaugen (der liegt meist außerhalb der Grillwanne) oder noch Sekundärluft an den Austrittslöchern benötigen. Auch für einen Backburner könnte es eng werden, zumal der ja aber meist eh nach Betriebsanleitung nicht bei geschlossenem Deckel und voller Leistung aller Brenner betrieben werden darf

Hat also schon einen Sinn sowas.

Grüße
 
Hallo zusammen,

Ich will hier nochwas nachtragen, habe gestern bei Gelegenheit einen kleinen Versuch gestartet und die Flammen der Brenner durch die Öffnungen unter der Blende beim Spirit betrachtet.

Ergebnis: bei komplett geschlossenem Spalt und voller Brennerleistung heben die Flammen nach kurzer Zeit ab und die Verbrennung wird unsauber. Den Deckel dann ein wenig angehoben, wird das Flammenbild wieder normal, man hört auch ein kurzes Ploppen, wenn die Flammen zurückschlagen.
Also den Spalt geöffnet (Alufolie etwas nach oben geschoben) --> alles normal.
Gleicher Versuch mit nur einem Brenner auf Low&Slow Einstellung --> kein ungewöhnliches Flammenbild.

Mein Fazit: unter Vollgas lasse ich den Spalt wie gehabt offen, Sicherheit geht vor. Bei Low&Slow mache ich zu, der Grill läuft stabil und der Rauch verflüchtigt sich nicht so schnell. Hat gestern wieder einwandfrei geklappt.
 
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