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Vorstellung

DeBegga

Militanter Veganer
Hallo liebe Foristen.
Ich wollte mich kurz vorstellen bevor ich gleich wieder in den Laden muss.
Ich bin Bäckermeister mit eigener Steinofen und Holzofenbäckerei und schaue dadurch natürlich immer was die Welt der Meister und Hobbybäcker drumrum so alles macht.
Interessant ist ja hier wie sich rausspiegelt was wir auch in unserer Bäckerei feststellen. Immer mehr Kunden achten auf bessere Qualität und der Hang zu alter Bäckerkunst wird wieder größer.
Zumindest unsere Waren aus dem holzbeheizten Steinofen und dem Holzofen gehen immer mehr "wie geschnitten Brot" wie man ja so schön sagt.
Ich lass wieder von mir hören.
Tschüs
Tamme
 
Hallo DeBegga,

schau doch mal bitte hier: Vorstellung. Da findest Du alles, was Du brauchst!
 
Na dann mal herzlich Willkommen im GSV-Forum!
Schöne Grüße aus dem regnerischen Franken! :biggrinsanta:
Unter dem Sammelfred "Grill-Talk" gibt es einen Fred Uservorstellungen... ich glaube da wäre auch deine ganz gut aufgehoben! :domina:

Teile deine Meinung was die Qualität angeht.Durch die Skandale in der Massenproduktion gibt es viele die sich wieder mehr Gedanken darüber machen was sie essen und vorallem wo ihr essen her kommt.
 
Hi Tamme,

Willkommen im teuersten Forum! :prost: :gs-rulez:

LG
Micha
 
Willkommen im GSV!
...und beste Grüße aus dem Ruhrpott!

:flagge2:
 
Morsche Tamme und viel Spaß hier!

Gruß Nick
 
Immer mehr Kunden achten auf bessere Qualität und der Hang zu alter Bäckerkunst wird wieder größer.

Hallo Tamme,

willkommen hier im Forum :sun:

Es stimmt mich hoffnungsvoll, dass Du die Erfahrung gemacht hast, dass Qualität wieder mehr gefragt ist ... ABER leider kommt es mir auch so vor, dass immer mehr ihren gesamten Brotbedarf im Discounter decken. Jeder Lidl, Aldi, Norma,... hat inzwischen so einen Aufbackofen, in den dann die konservierten Teiglinge reinkommen. Da wird mir schon Angst um den kleinen Bäcker nebenan...:mad:

Viele Grüße
Oliver
 
die nehmen sich doch nur das was viele Bäcker auch machen, Tiefkühlkost aufbacken
leider greifen auch viele Bäcker zu Backmischungen und nehmen sich so selber ihr Handwerk aus der Hand und da kommt dann der Discounter ins Spiel denn das kann der auch....
 
Hallo.
Vielen Dank für die nette Begrüßung auch wenn ich nicht jeden Tag hier im Forum bin
Als Bäcker verdient man sein Geld nun mal in der Backstube und im Laden.
Ihr habt das Problem der Discounterbackwaren angesprochen.
Das ist zwar ein Problem, aber oftmal auch hausgemacht.
Discounterbackwaren werden auf die schnellen Herstellungen in den Backstationen optimiert. Dabei wird auf kurze Teigführungszeiten und auf den Verzicht von echten Sauerteigen hingearbeitet. Das wird durch speziell gezüchtete Enzyme erreicht, die als Ersatz eingesetzt werden. So kann da immer nachgebacken werden.
Diese Enzyme werden übrigends in Schimmel- und Giftpilzkulturen hergestellt.
Die Schimmelhemmende- und Vorzersetzungswirkung von Sauerteigen und lang geführten Weizenbrotteigen würde aber diesen Enzymen entgegenarbeiten. So braucht man sich nicht wundern, dass Backmischungsbrote ziemlich schnell Schimmel ansetzen im Gegensatz zu klassisch geführten Brotteigen.
Wenn nun ein Handwerksbäcker versucht dies nachzumachen, kann er zwar wie die Backtstaionen auch mittags und nachmittags noch mal schnell nachbacken, begiebt sich damit aber eben in direkte Konkurrenz zu den Backstationen in den Supermärkten.
Leider haben in den letzten Jahren sich viele Bäckerkollegen von den Enzymverkäufern bequatschen lassen und gemeint betriebswirtschaftlicher zu arbeiten, wenn sie schnelle Brote backen und nicht mehr am Vorabend oder noch früher schon abschätzen zu müssen wieviel sie wohl verkaufen werden.
Wir haben uns konsequent von dieser Entwicklung abgewandt und nehmen allen Unkenrufen zu trotz den Aufwand auf teilweise schon zwei oder drei Tage vor dem Backtermin die Teige anzusetzen, zu pflegen und zu führen.
Ausserdem pflegen wir eigenen Sauerteig.
Mir kommt das kalte Grausen, wenn ich höre und teilweise auch in den Foren der Profibäcker wie auch der Hobbybäcker lese, dass Roggenbrote mit sechzig, siebzig, achtzig Prozent Roggenmehlanteil ohne jeglichen Sauerteig und mit nur ein-zweistündigen Teigruhezeiten angepriesen werden.
Ebenso Weizenbrote die mit riesigen Hefemengen aufgeblasen werden aber keinerlei Gärzeit bekommen und nach einer Stunde Teigführung bereits gebacken werden.
Profibäcker versuchen das enstehende Manko durch den Einsatz der schon besprochenen Enzyme einzugrenzen. Hobbybäcker wollen es dann gut meinen und lassen die ungewollten Zusatzstoffe weg und machen es dadurch nur noch schlimmer.
Das werden dann Teigklopse die zwar aussehen wie Brot, für den einen oder anderen vielleicht sogar so schmecken mögen wie Brot, für die Ernährung sind sie aber eine Katastrophe. Ganz schlimm bei Roggenbroten.
Wer so backt, backt sich seine eigenen Dick- und Krankmacher.
Wenn ein Geselle bei uns so backen wollte, würde ich ihn direkt ins erste Lehrjahr zurückschicken, weil er wohl nicht mal die wichtigsten Back- und Ernährungsgerundlagen verstanden hat.
Deswegen kommt für uns weil wir auf die Enzymkulturen verzichten nur langgeführte Teigrezepte und der Einsatz eigener Sauerteige in Frage.
Man kann nicht das eine weglassen ohne sich insgesamt um die Änderungen zu kümmern.
Gebacken wird bei uns in zwei Öfen. Ein Steinbackofen nach dem Basag-Prinzip, der zwar holzbeheizt ist, bei dem aber nur ein steuerbarer Teil der Abbrandgase durch die Backräume geht. Ideal für die tägliche Bäckerei, da während des Ausbackens einer Lage bereits nachgeheizt werden kann. Das muss zwar vorsichtig geschehen, ermöglicht uns aber das Backen Schuß auf Schuß.
Nachteil ist, dass es eben kein Holzofenbrot wird sondern nur ein Steinofenbrot. Die Backräume und damit die Brote bleiben sauber also frei von Aschekontakt.
Sie haben aber trotzdem ein spezielles Aroma, da die Backräume nicht ganz vom Brennraum abgetrennt sind.
Als Spezialität kommt zweimal in der Woche ein Holzbackofen nach dem System Ziegler zum Einsatz.
Das ist einer der ganz wenigen mehretagigen Öfen die trotzdem echte Holzbacköfen sind weil sie der Forderung des Richemont Bäckereikompetenzzentrums entsprechen und so gebaut sind, dass der gesamte Abbrand, also alle Rauchgase, Flammen undsoweiter zwingend durch alle Backräume geleitet werden, damit alle Backflächen mit Abbrandgasen, Asche und Flamme in Berührung kommen. Die gerne zitierten deutschen Leitsätze des Bäckereihandwerks stützen sich ja ebenfalls darauf.
Das macht den Ofen zwar teurer als einfachere Öfen bei denen einfach nur mehrere Backflächen in einen großen Raum eingezogen sind.
Dafür ist die Holznutzung durch die aufwendige Zickzackführung des Abbrands deutlich besser und es ist auf allen Etagen das volle Holzofenaroma der Brote garantiert.
Deshalb dürfen sich auch nur Öfen der altdeutschen Bauform sowie der Bauform dieser unabdingbaren vollständigen Zwangsabbrandführung durch die einzelnen Ebenen uneingeschränkt direkt beheizte Holzbacköfen nennen und die Brote daraus Holzofenbrote.
Alles andere wäre Schmu.
Die Kunden merken den Unterschied. Unsere Holzofenbrote zweimal die Woche sind immer ruckzuck ausverkauft.
Es ist diese Kombination aus ehrlichen Öfen und liebevoller langgeführter Teigrezepte mit denen wir uns erfolgreich von den Supermarkt Backstationen abgrenzen.
Der Ofen alleine macht es nicht. Gute Teigrezepte alleine aber auch nicht.
Die ehrliche Kombination aus beidem beschert uns die Zufriedenheit unserer Kunden, sodaß sie auch bereit sind einen ehrlichen Preis dafür zu bezahlen.
Sie schmecken den Unterschied mit jedem Bissen und sehen ihn jeden Tag auf der Personenwaage.
Das war jetzt mal so ein bißchen aus dem Nähkästchen plaudern. Ihr seid ja anscheinend doch an den Erfahrungen aus der Spezialitätenbäckerei interessiert.Sonst wärt ihr nicht hier und würdet euch keine solchen Gedanken über euer Backhobby machen.
Bis zum nächsten Mal.
Tschüs
Tamme
 
Sie schmecken den Unterschied mit jedem Bissen und sehen ihn jeden Tag auf der Personenwaage.

Hallo Tamme,
danke für Deine Einblicke...finde ich sehr interessant! Ist auch sehr plausibel, was Du schreibst. Nur der Punkt mit der Waage...bei einem richtig guten Brot esse ich auch gerne ein paar Scheiben mehr :sun:
Viele Grüße
Oliver
 
Ein höchst interessanter Beitrag, Tamme. Dafür herzlichen Dank! :thumb2:
 
Hallo Tamme, ein herzliches Willkommen hier im Forum.
Und :bilder::bilder::bilder:
Es grüßt ganz herzlich das Ostallgäu
 
Herzlichen Dank Tamme. So etwas von einem Profi zu lesen macht Mut und bestätigt mich in meinem Tun und meinen Ansätzen. Ich hoffe, dass sich das für Dich / euch auch irgendwie auszahlt.

Viele Grüße und hoffentlich liest man Dich hier öfter.
Patrick
 
Das ist jetzt wirklich mal ein ehrlicher und informativer Beitrag von einem Bäckermeister!
Danke Tamme, herzlich willkommen im Forum.
Du hast das Problem in deinem Handwerk erkannt und reagiert.
Warum backen so viele Menschen ihr eigenes Brot mit "relativ" großem Aufwand?
Weil ihnen das Brot aus der Bäckerei nicht mehr schmeckt!!
Auf der Suche nach dem perfekten und gut bekömmlichen Brot bin auch ich diesen Weg gegangen und habe seit einem Jahr kein "gewerbliches" Brot mehr gekauft!!
Unser eigenes Brot schmeckt um ein Vielfaches besser und ist gut bekömmlich. Ich bin begeisterter Roggensauerteig-Fan !! :cook::cook::cook:
 
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