Liebe Freunde,
ein wunderschönes Festival liegt hinter mir. Das Wetter war im wesentlichen gut, die Bands in Ordnung und die Stimmung prächtig. Aber der Reihe nach:
Die Anreise verläuft stressfrei. Wir sind zu zehnt. Doch halt – was heißt hier zu zehnt? Am vereinbarten Treffpunkt erscheinen nur 9 Leute. Einer kommt später nach. Er meinte, wir reisen erst Donnerstag an und nicht am Mittwoch … Na, das geht ja gut los, vor allem weil er 2 Tickets dabei hat! Aber das kriegen wir schon irgendwie gebacken. Nach 2 Stunden sind wir aufm Acker und nicht nach knapp 10, wie es anderen metalheads ergangen ist.
Angekommen am Platz, sind unsere Nachbarn schon fleißig am Rasenmähen.
Selbst für einen langjährigen Wacken-Fahrer gibt es immer noch Überraschungen. Nicht nur dass die Leute mittlerweile duschen und solche Einheiten wie Foreigner oder Whitesnake spielen. Nein, die Leute campen auf einem akkurat gemäßen englischen Rasen! Andere haben 4 Sack Katzenstreu dabei; keine Ahnung ob die in einen Eimer strullern oder für was immer man das gebrauchen könnte.
Abends gibt es dann das Pulled Pork mit buns nach
@Okraschote. Die metalheads sind begeistert.
Auch die Koteletts und die Würste haben großen Anklang gefunden. Kein Krümel ist übrig geblieben, selbst die 5 kg saure Gurken, übrigens eine Wettkampf-Siegprämie meiner geliebten Ehefrau, wurden restlos verputzt.
Tja, das Wetter. Wurde hier ja schon in einigen Beiträgen angeschnitten. Angesagt war ein Mix aus Sonne und Wolken bei einigen gelegentlichen Regenschauern. Mittlere Temperaturen. Also perfekt, so wie man es sich für das Festival nur wünschen kann. Gekommen ist es dann aber ganz anders. Starkregen und Gewitter, aber natürlich lange nicht so schlimm wie voriges Jahr.
Um das gesamte infield unter Matsch zu setzen, hat es natürlich dicke gereicht.
Aber das ist kein Problem. Wir hatten einen stabilen Pavillon und die Zelte haben heuer allesamt dichtgehalten. Daneben gibt es Gummistiefel und Regenzeug. Immer noch besser als wenn es 5 Tage lang warm ist und Sonne hat! Man muss mit dem Matsch nur das Richtige anfangen können.
Die ersten Freundschaften werden geknüpft. Ihr dürft raten, was der erste Buchstabe in der letzten Zeile ist …
Das nenne ich mal eine amtliche Bändchen-Sammlung. Da kann selbst Gunnar, unser Veteran und Scheißhausgewinner der ersten Stunde, nicht mal ansatzweise mithalten.
Noch eine Premiere. Ich habe noch nie Lachs-Döner gesehen. Musste ich natürlich gleich einmal probieren. Der Lachs war recht trocken, aber der Döner ließ sich durchaus verspeisen.
Entdeckung Nr. 1: Myrkur. Ein Ein-Frau-Black-Metal-Projekt aus Dänemark. Ganz bezaubernd. Richtig niedlich, wenn sie versucht, böse dreinzublicken!
Entdeckung Nr. 2: Year of the Goat aus Schweden. Sehr komplexer und facettenreicher Heavy Rock. Eigentlich gar nicht mein Thema, aber da werde ich mich künftig definitiv mit befassen.
Wiederentdeckung und mein persönliches Highlight: Blackgaze mit Alcest. Das letzte Album war ja kaum mehr als „black“ bezeichnen, aber ich hab mal verdachtsmäßig auf meine Lieblingsdiva Tarja auf der Hauptbühne verzichtet und bin ins Zelt gegangen. Nicht zu Unrecht. Sie haben viele alte Stücke gespielt und auch was vom kommenden Album vorgestellt, was wieder verstärkte black-Elemente haben dürfte. Kann man auch Nicht-Metallern nur wärmstens ans Herz legen.
Ansonsten alles wie erwartet und recht solide; hätte für meinen Geschmack vielleicht etwas mehr black sein können. Nächstes Jahr sind die Tickets jetzt wieder 30 € teurer und noch dazu wird die Frühanreise gestärkt, d.h. für die Normalsterblichen geht’s noch mehr auf die Außenplätze. Ich bin gar nicht begeistert; wenn da im Dezember keine ordentlichen Bands kommen, werde ich mir dreimal überlegen, ob ich weiterhin fahre.
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