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Warenkunde Leber

maffyn

Grillkönig
15+ Jahre im GSV
Im Internet finde ich - erstaunlicherweise- irgendwie nix zu meinem Problem:

wie erkenne ich eine Leber, die nicht mehr gut ist, bzw. wie muss eine Leber aussehen, sich anfühlen etc.?

Normal ist eine Leber ja fest, glänzend. Ich hatte aber schon mal bei einer Gans den Fall, daß die Leber irgendwie sehr labbrig war und "ausgefranzt"... ich habe sie weggeschmissen.

Nun hatte ich aber wieder einmal so eine Leber, da Kalbsleber auch nicht billig, so daß ich jetzt mal nachfrage...:-( Die Leber war schon dünn vorgeschnitten und beim nochmaligen zerkleinern (sollte Sherryleber werden) war es so, daß beim festhalten der finger sich von selbst durch die leber drückte... (??? wie geht denn das?) es war richtig schwierig die leber zu schneiden, weil ich sei quasi nicht festhalten konnte, ohne zu zerdrücken. das zerdrückte war auch wieder so labbrig und merkwürdig grieselig bis undefiniert weich.

In meiner Vorstellung sehe ich dann unweigerlich Bilder von leberkranken Tieren, die tonnenweise Antibiotika und von daher die Leber völlig überlastet usw.... Mir ist da nocht wohl, da ja die Leber als Entgiftungsorgan-wenn, die volle Ladung dieser Antibiotikachemie etc. abbekommt und dann auch beinhaltet...

wer klärt mich auf? wie muss ein leber zwingend aussehen, ab wann sieht man einer leber an, daß die belastet/geschädigt ist, welche "zeichen" gibt es usw..

danke schonmal-ich finds merkwürdig, daß darüber nichts zu finden ist im internet.
 
Hallo maffyn,
schau doch mal bitte hier: Warenkunde Leber. Da wirst Du fündig!
 
Hallo,
Nach dem abspülen sollte Leber normal nach Leber riechen. Bei anderen Gerüchen sollte man sie nicht mehr essen. Farbe sollte, je nach Lagerung, rot-braun sein. Je feuchter gelagert des do dunkler. Auch frische Leber bekommt finger abdrücke wenn man drauf drückt. Je nach frische füllen die sich schnell wieder auf..
Wenn sie sehr dünn geschnitten ist kann es schon sein das man durch drücken kann..
Die konsistenz ist entscheidend, schmierig und laberig ist schlecht.
Also auf's bauchgefühl verlassen was dich nicht anspricht gehört weg.
Die sache mit dem Antibiotika haste immer wenn du das tier dazu nicht kanntest.

Lass dir schmecken :steckerlfloisch:
 
Ach vergessen..
Sämtliche Belastungen von Medikamenten oder so kann man weder seh'n noch riechen!
Bei Rindern gibt's Leberekel die würdest du seh'n.
Solche Lebern werden im normalfall aber vom Beschauer/Tierarzt eingezogen und kommen nicht in den Handel.
Würdest du in den kleinen gefäßen seh'n..
 
Ok, soweit: aber ich gehe sozusagen richtig mit meinem Denken, daß bei normalem Massentierhaltungsschlachtvieh, die Leber voller Antibiotika ist? Ich versuche seit einiger Zeit konsequent bei Fett (Speck) Bio zu kaufen, ebendrum und Leber müsste ja ähnlich sein, oder? Durchdrücken bei dünnen Scheiben also normal/möglich. Ok... Geruchsprobe mach ich immer, dazu hat man ja seine evolutionäre Nase;-))

Danke fürs Antworten!
 
Hallo maffyn!
Die Leber darf nur in den Handel gelangen, wenn sie frei von Rückständen ( Arzneimitteln) ist. Hierfür gibt es "wartezeiten" die vorschreiben, wann nach Einsatz eines Medikaments das Tier geschlachtet werden darf. Problematisch bei bio- Leber ist u.U. Ein erhöhter Gehalt an Mykoxinen. Die Leber kann hell und matschig sein, wenn der Fettgehalt zu hoch ist.
Vg flo
 
Wer sagt den der Zuständigen stelle das das Tier Medikamente bekommen hat? Das problem ist du siehst keiner Kuh, keinem Schwein ect. an wann und wieviel oder ob es Medikamente bekommen hat. Ziemlich häufig und ich möchte nicht sagen das jeder wissentlich täuscht, werden tiere ohne Aussagen über Medikamente oder event. Krankheiten geschlachtet. Mal weg vom Geflügel, das würde ohne medikamente in den stückzahlen keine woche überleben, bekommen unsere Tierchen schon ne menge zeug, zum besser und schneller Wachsen, zum gut aussehen, zum nicht krank werden, zum nicht den artgenossen aufressen und und und.
Na zu Fett ist vielleicht nicht grad das beste vom besten aber Fett ist wenigstens nicht Schädlich..

Gut ist da zu kaufen wo man weiß wie das essen gelebt hat und was es bekommen hat bis ich es esse.
 
Wer sagt den der Zuständigen stelle das das Tier Medikamente bekommen hat? Das problem ist du siehst keiner Kuh, keinem Schwein ect. an wann und wieviel oder ob es Medikamente bekommen hat....

Ich schreibe jetzt kein Plädoyer für die Massentierhaltung, aber zu diesem Punkt kann ich was beitragen. Zumindest aus österreichischer Perspektive.
Für die Medikamentengabe ist ein Kontrollsystem etabliert, das einerseits Auskunft über die in Umlauf gebrachten Medikamente gibt und andererseits die Abgabe an Tiere oder Produzenten durch die (Amts)Tierärzte erfasst. Dieses kann natürlich absichtlich hintergangen werden.
Dafür gibts Punkt zwei, nämlich amtsärztliche Probennahmen im Rahmen von Monitoringprogrammen bei Lebend- und bei Schlachttieren sowie in den Tierkadaververwertungen bei sog. "gefallenen" Tieren, die solche Medikamentenrückstände aufdecken würden.
Natürlich stimmt es aber, dass damit nicht verhindert werden kann, im Einzelfall an belastetes Fleisch zu kommen und von daher ist der Einkauf beim Produzenten des eigenen Vertrauens auf jeden Fall sinnvoll.
Eine Gefahr für die Allgemeinheit durch systematischen Medikamentenmissbrauch im Veterinärwesen sehe ich aber durch die bestehenden (und immer wieder verbesserten) Maßnahmen derzeit nicht.
 
Also hier in Deutschland wird sehr streng dokumentiert und auch kontrolliert. Jede Medikamente Anwendung und Abgabe muss dokumentiert und dem Tier zugeordnet werden. Diese Unterlagen müssen auch 5 Jahre aufbewahrt werden. Tierärzte und Pharmafirmen müssen Ihre Medikamenten-Eingänge und Ausgänge ebenfalls genau dokumentieren. Werden bei einem landwirtschaftlichen Betrieb zuviel Antibiotioka eingesetzt, so müssen Maßnahmen eingeleitet werden, dies zu ändern. Kein Landwirt wird wissentlich Lebensmittel mit Hemmstoff-Rückständen in Umlauf bringen, da die Strafen drakonisch sind. Beispielsweise muss bei Ablieferung von hemmstoffpositiver Milch (ja, dass müssen nicht mal Medikamente sein, dass können auch Mykotoxine aus dem Futter sein!) an die Molkerei sämtliche Milch, die mit der positiven Milch in Kontakt gekommen ist (also i.d.R. der ganze Milch-Tanker) als Sondermüll entsorgt werden. und das lässt sich die Molkerei natürlich bezahlen!
VG Flo
 
Das sollte auch nicht heißen das alles Fleisch belastet ist und es keine kontrollen gibt.. Wenn man sehr viel damit zu tun hat dann sieht man nur sehr viele lücken. In jedem bereich ob Bio, tierarzt, Schlachthof oder Supermarkt.. Klar haben wir gute kontrollen aber es gibt immer noch zuviele schwarze Schafe.. Z.b stichprobenartige Untersuchungen sprich jedes fünfte schwein auf'm Schlachthof. Oder die Debatte aus zeit und aufwand's gründen die schnittprobe bei innerein durch reine Sichtkontrolle zu ersetzen. Nur bei Verdacht abschneiden..
Der Grundgedanke meiner seit's sollte nur sein nicht allem blind zu vertrauen und gewisse sachen zu hinter fragen..
 
Na, das sind doch mal Antworten! Danke. Heißt also, daß ich z.B. durchaus auf dem Markt vom "Bauern", wenn er vertrauenserweckend ist, kaufen kann, auch wenn nicht "Bio". Die schwarzen Schafe sitzen ja meistens dort, wo sehr hoher Druck herrscht, zeitlich oder finanziell.
Mit anderen Worten: ist es richtig gedacht, daß gerade kleinere Betriebe hier wahrscheinlich wenig tricksen können, da im Falle die ganze Existenz drauf ginge?
Mykotoxine muss ich erstmal googlen...
Obiges sehe ich vor allem für Schwein und Rind.

Wie siehts bei Geflügel aus...?? Wie belastet ist hier die normale Leber von Huhn und Gans? Ich denke, grad Geflügel wird ja immens verarztet, damit es überhaupt bis zur Schlachtung in den Ställen durchhält. Geflügelleber explizit von Freilaufhähnchen o.ä. kommt mir allerdings kaum unter. Was ist zu empfehlen, vom Einkaufsprozedere? Hier hätte ich durchaus auch auf dem Markt meine Bedenken, da auch ein kleinerer Betrieb hier nicht zwingend Tierstressfreier arbeiten muss. Preisdruck beim Endprodukt ist ja sehr hoch.

Könnte man- ausgehend vom Preisdruck, eigentlich sagen, daß Rinderleber da die besten Chancen hat relativ unbelastet zu sein? (weil längere Mast, ruhigeres Leben auf der Weide (??) usw.?)
 
Also von der Betriebsgröße hängt es nicht ab. Nebenerwerbslandwirte könnten es sich eher leisen zu schlampen, da es ja noch die "normale Arbeit" gibt. Ich kenne große Betriebe, bei denen die Betriebsleiter jede Kuh mit Namen kennen und auch kleine Betriebe, die furchtbar vor sich hinschlampen. Aber aus umgekehrt! Mykotoxine sind Pilzgifte, die häufig übers Futter aufgenommen werden, insbesondere bei Bio-Tieren. Diese Pilzgifte können sich in der Leber anreichern. Je älter ein Lebewesen desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, das sich was in der Leber anreichert (z.B. auch Schwermetalle). Auch für Geflügel gilt die Wartezeitenregelung bei Arzneimitteln.
Bzgl. Einkaufsprozedere: Kauf wo du dich wohl fühlst. Wenn du nicht täglich kiloweise Leber isst, sollte das gesundheitlich auch kein Problem sein: Ach ja, nicht zu vergessen zum Thema Leber: Der Gehalt an fettlöslichen Vitaminen ist u.U. sehr hoch und kann bei täglichem Lebergenuß durchaus zu massiven gesundheitlichen Problemen führen! (Kein Witz!!!!)

VG Flo
 
Richtig vom prinzip her gilt da wo man ein gutes gefühl hat kann man kaufen.. Es gibt bestimmt immer die möglichkeit in seiner nähe Betriebe zu finden die Fleisch anbieten bei denen man erfahren kann wo das Fleisch her kommt. Betriebe im umkreis kann man sich ja auch anschauen und dann einfach erfragen wo die tiere geschlachtet werden bzw wo es das Fleisch gibt.. Zum thema Geflügel, mittlerweile halten sich viele hobby technisch welche die immer abgeben oder für einen mit füttern.. Preis und zeitdruck bestimmt ja zum schluss immer der verbraucher. Wer billig kaufen will nimmt das immerhin wissentlich in kauf.. Wenn Bauern für ihre Tiere oder ihre Milch soviel bekommen würden wie sie letztendlich Wert ist, auch nach Qualität, dann würden sich schwarze Schafe fast von allein azs
Gesundes maß an innerein ist sicherlich nicht schädlich, zuviel bestimmt aber es gibt ja nicht nur leber..
 
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