Moin K.
Nun zwei Fragen:
1. Was habe ich falsch gemacht? Für mich bleiben zwei Möglichkeiten : schlechte, weil gebrauchte Gläser oder zu hoher Wasserstand. Oder gibt es da noch eine Möglichkeit?
Braucht ihr noch etwas Senf? Gut, dann gebe ich meinen noch dazu, auch wenn es nur wenig ist. Ich schreibe erstmal etwas Theorie
Nachdem was ich über das Einkoche gelesen habe, wird wohl zwischen Sterilisieren und Konservieren unterschieden.Beim Sterilisieren werden die Gläser/ Dosen auf 75° C erwärmt, bis der Kern des Glases/ Dose diese Temperatur erreicht hat. Das hängt natürlich von der Größe des Behälters ab. Es bildet sich kein Vakuum und die Dosen/ Gläser sind nur drei Monate haltbar.
Dann gibt es die Konserven, wobei in Teil und Vollkonserven unterschieden wird. Teilkonserven sind das, was wir in der Regel herstellen. Gläser in den Kochtopf schichten, mit Wasser auffüllen bis auch die Deckel mit Wasser bedeckt sind und Wasser erhitzen, bis es siedet.
Wenn Siedepunkt erreicht ist, fängt die Zeit an zu laufen. 220 g Glaser koche ich 90 Min, 440 g Gläser brauchen 2 Std. Vor dem Füllen der Gläser kontrolliere ich sowohl die Gläser als auch die Deckel. Im Zweifelsfall wird Glas oder Deckel nicht genommen. Die Gläser spüle ich noch mal mit heißem Wasser ab, ohne Spülmittel und sterilisiere sie dann bei ca. 110° C im Backofen. Gefüllt wird bis ein cm unter den Rand, damit keine Wurstmasse zwischen Glas und Deckel drückt, wenn sie sich beim Erhitzen ausdehnt. Die Deckel lege ich in ca. 80° C warmes Wasser, dadurch quillt die Dichtung auf und sie schließt besser. Beim Füllen achte ich darauf, das bei Gläser und Dosen der Rand immer sauber ist. Dosen werden fast gleich behandelt, bloß das sie in kochendes Kesselwasser gelegt werden können.Diese, so hergestellten Konserven sollen kühl gelagert werden, da noch nicht alle in der Wurst enthaltenen Keime abgetötet worden sind. Gläser sollen außerdem dunkel stehen, damit die Wurst keine Verfärbungen bekommt, außerdem kann das Fett durch Uv Einstrahlung ranzig werden, Dosen müssen dafür abgetrocknet werden, damit sie nicht Salz und Wasserreste von Außen kordieren. Im Test müssen diese Konserven 5 Tage bei 37 ° C im Brutschrank aushalten, ohne das sich wahrnehmbare Veränderungen an der Wurst einstellen.
Vollkonserven müssen 10 Tage unter den Bedingungen aushalten. Um dies zu erreichen muss die Wurstmasse auf 120° C erwärmt werden, was meist nur in der Industrie Anwendung findet, da man dafür einen recht teure Autoklaven braucht. Dies Gerät kann man sich als großen Schnellkochtopf vorstellen. Je höher der Druck im Kochraum ist, desto höher steigt der Siedepunkt des Wassers und so kommt das Wasser bei entsprechendem Druck erst bei 120 ° C zum kochen. Dann noch die vorgeschriebene Kochzeit einhalten und schon hat man eine Vollkonserve. Die muss auch unter ungünstigen Bedingungen, hohe Lagertemperatur, zwei Jahre halten.
Für uns gibt es noch die Möglichkeit der fraktionierten Sterilisation. Dieses Verfahren findet in zwei Schritten statt.
Schritt 1: Die Dosen/ Gläser werden auf 70- 75° C Kerntemperatur erwärmt. Dann die Ware in einen Raum mit ca. 25° C Raumtemperatur stellen. Nun gibt man den überlebenden Bakteriensporen 2- 3 Tage Zeit, auszukeimen.
Schritt 2: Die Gläser/ Dosen werden ein zweites Mal erhitzt, bis der Kern annähernd 100° C erreicht hat. Durch dass zweite Erwärmen wird den frisch gekeimten Sporen der Garaus gemacht. Die Haltbarkeit soll zwischen Teil und Vollkonserve liegen.
Zu Hause benutze ich nur noch Gläser, weil die Handhabung in meinen Augen einfacher ist. Ich stapele den elek. Einkochtopf so voll, das die letzte Schicht noch gut mit Wasser bedeckt ist. Wer Angst vor Kratzern auf den Deckeln hat, kann jede Lage durch ein Handtuch trennen. Wer zu Hause sehr hartes Wasser hat und ihn die Kalkschlieren auf den Gläsern/ Dosen störten, kann Essigessenz dem Wasser zugeben und der Kalk fällt aus. Es gibt auch ein Mittel mit Namen Dosenglanz, das löst auch gleich noch anhaftende Fettreste ab. Nach der Kochzeit entnehme ich die Gläser mit einer Zange aus dem heißen Wasser, stapele sie auf einen Tisch und lasse sie auskühlen.
Ich habe mal aus Interesse probiert, in wie weit sich der Siedepunkt durch die Zugabe von Salz nach hinten verschieben lässt.
Unser Haus steht in einer Höhe von ca. 85 Metern ü NN, wenn ich in der Schule nicht gepennt haben sollte,siedet das Wasser bei uns bei knapp 99° C. Bei einer gesättigten Lösung konnte ich die Wassertemperatur immerhin auf 107,5° C anheben, dann begann es erst zu sieden.
Mir ist bisher erst ein Glas aufgegangen, weil es eine Beule im Deckelgewinde hatte. Hatte ich übersehen. Ich schreibe immer Geburtsmonat und Jahr auf den Deckel. Das älteste Glas war 16 Monate alt und war noch fit.
Ich denk, du hast keinen Fehler gemacht. Wenn nach dem Kochen in alle Gläser Wasser gelaufen sein ollte, müsste sich ja der Wasserstand im Pott abgefallen sein. Ist dir da was aufgefallen?
Ich tippe drauf, das es ausgekochter Fleischsaft ist. Stell mal ein Glas über Nacht in den Kühlschrank, evt. gelliert der Saft bei niedrigeren Temperaturen. Hatte ich mal bei Gekochter Mettwurst, aus dem Kühlschrank genommen, alles Top. Bei Zimmertemperatur schwamm der Glibber im Glas.
Andreas