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Windmühlenmesser K-Steak [KS]

Rübennase

Dauergriller
10+ Jahre im GSV
Ich muß heute ein paar Überstunden abbummeln und bei der Wärme schreibe ich lieber etwas über mein Sammelgebiet.

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Das Messer habe ich gar nicht gesucht, aber trotzdem gefunden, zufällig. Da ich es noch nicht kannte und der Preis bezahlbar erschien, habe ich den albernen Portemonnaie-Trick gemacht.

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Anders als die mir bisher bekannten K-Messer kommt dieses in einer richtigen Schachtel, so mit Ecken und sogar Formeinlagen (alles Pappe). Der Griff sieht schonmal nicht schlecht aus. Gucken wir mal weiter:

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Das neue Wurst- und Steakmesser ist ca. 80-85g schwer (habe nur eine alte Küchenwaage da), liegt sehr massiv in der Hand, kein Vergleich zu den fliegengewichtigen Rückenspitz Messern aus alten Kirschbaum-Tagen.
Das Rückenspitz 5 Zoll wiegt nur die Hälfte, ca. 40g.

Klingenlänge über den Rücken gepeilt: 123mm
Grifflänge 124mm
Gesamtlänge 247mm

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Ich nehme an, daß ich ein Exemplar aus der Vorserie/ersten Tranche erwischt habe, denn ich habe es noch nirgendwo anders gefunden.

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Und hier setzt das große Kopfkratzen ein: Viele Händler melden, daß es seit mind. 1 Jahr Lieferengpässe bei verschiedenen (stark nachgefragten) Windmühlenmessern gibt. Warum also brauchen wir ausgerechnet noch ein neues Messer, das die Produktions-Pipeline zusätzlich verstopft?
Zumal es bereits nicht wenige geeignete Messer gibt, um sein täglich Schnitzel zu verwalten ... sogar von der Windmühle.

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Andererseits ist die Veränderung zugunsten eines massiven Griffes (der ist wirklich eine Handvoll !) sehr willkommen. Ich hatte immer den Eindruck, und habe das auch früher schon geschrieben, daß die alten Rückenspitzmesser zu federleicht sind und etwas Blei im Griff vertragen könnten (das mit dem Blei ist latürnich nicht ernst gemeint). Also wünsche ich mir jetzt einfach mal auch ein K-Rückenspitz in 7 Zoll mit dem schweren Griff sowie eine K-Hahnefeder.

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Ich merk gerade, daß ich nur noch zwei Messer mit Walnußgriffen da habe. Das waren mal mehr, wo sind die alle hin?
Wir hatten ja einige Hochzeiten und runde Geburtstage in den letzten 12 Monaten. Hm.

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Zur Qualität des Schliffes:
Es sieht hier auf den Abbildungen genau anders herum aus, aber die Frontseite ist gut, die Rückseite sehr gut gelungen mit 95% Fehrekampf Qualität.
Die Klinge ist gerade, nicht verzogen, der Griff spaltfrei montiert, alles im grünen Bereich.

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Wir können also einen allgemeinen, langsam ansteigenden Trend zu immer besserer Schleifqualität feststellen. Bei einigen Klingen muß ich inzwischen genau hinschauen, um den Unterschied zum Meister erkennen zu können.

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Damit hier nicht der Eindruck entsteht, ich würde einen Werbetext abschreiben:
Ich bin nicht mit der Windmühle verwandt oder verschwägert, bekomme auch keine Freiexemplare geliehen. Alles, was hier abgebildet ist, muß ich selber kaufen. Das Einzelexemplar hier war sehr sensibel ausgepreist, ich habe 60 Euronen dafür bezahlt (Walnuß !). Für den Preis kann man es definitiv kaufen. Hoffentlich bleibt der so!

Zur Schneidqualität kann ich noch nichts weiter sagen, außer daß die Klinge ungefähr dem bekannten Rückenspitz 5 Zoll entspricht, evtl. minimal höher ist.

Ich bin ja kein Freund der K-Serie, aber das KS ist für mich eine positive Überraschung gewesen.
(Ich könnte noch einen K-Serie Rasierpinsel gebrauchen, meiner ist schon total runtergewirtschaftet !)

Viele Grüße,

Rübennase
 

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Das ist mal definitiv ein schönes ausgewogenes Messer. Auch wenn es mir für ein Steak, Vespermesser etwas wuchtig erscheint. Wahrscheinlich liegt es hauptsächlich an der Klingenhöhe. Könnte aber auch genau richtig sein z.B. für hochklassige Steakrestaurants, wo das Steak so 40-80€ kostet. Die müssen dann auch beim Besteck stilvoll protzen, was mit diesem K-Modell absolut gelingen würde. 60€ sind angemessen und die Schachtel wertet das Ganze sehr auf. Versteht ich sowieso nicht, dass Herder manchmal mit Blisterpacks anrückt.
 
Versteht ich sowieso nicht, dass Herder manchmal mit Blisterpacks anrückt.
Weil man inzwischen einen rostfreien Klassiker bei uns im Vorort-Supermarkt kaufen kann. Und die brauchen Blisterpacks zum Aufhaengen. Ja, dasselbe Argument - warum die Produktions-Pipeline zusätzlich verstopfen?
 
Bei so einem kleinen, relativ günstigen Messerchen, will ich nichts gesagt haben. Aber wenn es hochpreisiger wird, ist es keine optimale Warenpräsentation.
 
Ich habe letztens sogar 110,- teure Lignum3 Santoku Messer im Blisterpack gesehen...

Das Steakmesser KS wurde beim Abendbrot eingeweiht. Fotos kann ich im Moment keine anbieten, weil das Licht langsam ausbüxt. Ist eh immer dasselbe Messer ;)

Es war mit bloßem Auge nicht zu sehen, aber der Abzug der Schneide ab Werk war etwas rauh. Das Messer riß mehr als daß es schnitt.
Ich habe es kurz auf dem Schärfstein abgezogen, dann ging es wesentlich leichter. ABER: Es schneidet nur in etwa so gut wie ein ganz normales, vorgepließtetes Buckelsmesser.?.?.?
Vom blaugepließteten Finish ist zumindest beim schneiden nichts zu spüren.

Man kann es auf den Bildern vom Mittag erkennen, daß das Griffholz minimal über die Schneide hinaus ragt. Das irritiert zusätzlich beim schneiden, man kommt aufs Brett und der Schnitt ist nicht vollständig durch gegangen, man muß nachziehen. Insgesamt wirkt es so, als dürfte die Klinge auf keinen Fall noch kürzer sein, aber dafür gerne länger.

Das ist jetzt erstmal nur eine vorläufige Einschätzung. Ich werde in den kommenden Tagen alles mögliche schnippeln und die Schneidleistung/Geometrie mit anderen Messern vergleichen, dann wissen wir mehr.
Im Moment ist es vor allem schön anzuschauen...

Viele Grüße,

Rübennase
 
Fortsetzung:

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Das Messer hat heute als einziges Brotzeitmesser seine Alltagstauglichkeit unter Beweis gestellt. Brötchen aufschneiden geht (allerdings bleibt die glatte Klinge an den Poren kleben), Butter schmieren geht (aber die Spitze kratzt arg, ein rundes Buckels ist da besser), Wurst, Schinken, Käse schneidet es gut, ohne in Euphorie ausbrechen zu müssen. Tomaten und Gurken haben auch keine Chance.

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Die Klinge ist etwas seltsam. Vielmehr der Stahl.
Trotz "Rostfrei" läuft die Oberfläche an, entwickelt einzelne leichte Rostflecken (eher Punkte) und Schleier.
Hab gerade kein geeignetes Bild zur Hand. Das soll bei anderen K-Messern auch beobachtet worden sein.

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Der Walnußgriff ist gut versiegelt gewesen, bis zum ersten Wasserkontakt. Dann dachte ich vorübergehend, ich hätte Buchenholz vor mir: Saugt sich voll, quillt etwas auf, windet sich vom Heft des Messers los und arbeitet augenscheinlich trotz der vier massiven Griffnieten.

Deshalb mein dringender Rat:
Vor dem Erstgebrauch in Leinöl stellen, 2 Tage sollten reichen, dann abtrocknen und mit Heißwachs versiegeln.

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Die Bilder hier sind vor der Notwasserung entstanden, deshalb sieht man nichts ungewöhnliches...
Das KS ist deutlich Brotzeit-tauglicher als der Hechtsäbel. Bei Gläsern mit Marmelade oder brauner Zuckerpampe mit extra viel Trockenmilchpulver muß es passen, aber herzhafte Brotzeiten kann man damit überleben. Und da Yataganmesser inzwischen ähnlich viel kosten, ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks, was man sich gönnt.
Der Yatagan biegt sich halt manchmal schon gefährlich durch.

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Ehrlich gesagt, ein simples Buckelsmesser kann praktisch genau soviel schneiden und schmieren, kostet erheblich weniger und Generationen von Ausflüglern nehmen es sogar mit in den Urlaub, oftmals als einziges Gebrauchsmesser. Das KS hat keine Steakgabel zur Gesellschaft, und mir wird schwindlig beim Gedanken an einen K-Serie Besteckkasten.
Für ähnliches Geld gibt es eine Brotzeitgarnitur zu kaufen, bestehend aus 5 Zoll Rückenspitz und Gabel (ich glaube, in der Bucht).
Wird schwierig für das KS.
 

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:thumb1: Eine sehr beeindruckende Sammlung; - alle Messer, sehr schön!
Ich weiß ja auch, dass die Herder Messer in Sachen Schnittleistung, Spitze sind :thumb2:
Wurde aber gestern beim Betrachten dieses Threads erwischt!
Meine Frau !:
"Was schaust Du Dir denn da an? Hast Du etwa auch so viel (Kurze Diskusion zum 110, - €, Lignum 3) für unsere Kochmesser bezahlt? Ihr Männer seit doch wohl total plem plem!"
Dabei ist mein Frau Köchin. Und Sie freut sich, wenn ich mal Ihre Profi-Messer mit dem Apex-Clone schärfe! Also kein Modepüppchen, dass Lichtjahre Abstand zu diesem Thema hat! - Kann aber auch 85,- € bei einem Friseurbesuch lassen! :D
Ich kaufe meine Messer jetzt nur noch heimlich o_O Sorry für`s OT! Musste das jetzt einfach mal los werden!
 
Diese Art von Diskussion ist mir nicht unbekannt... ;)

Ich mußte ebenfalls 'gewässe Wänkelzöge' entwickeln, damit meine Sammlung bleiben und maßvoll wachsen kann. Allerdings mache ich das auch nicht erst seit gestern. Ich kann mich erinnern, daß die schwarzen Yataganmesser mal 25,90 Liste gekostet haben, und Sonderangebote lagen bei 19 - 22 Euro !!!
Billig genug, um einen besonders krumm geratenen Yatagan auf ein handlicheres Maß zu kürzen.
Der Carbon-Yatagan ganz oben ist seit über 10 Jahren nicht aus meiner Küche weg zu denken.

Wie sich die Zeiten geändert haben. Die Windmühle langt inzwischen fast schon unverschämt zu.
Vielleicht sind auch nur so viele mehr Euro gedruckt worden, um griechische Schulden zu bezahlen, ich weiß nicht?

Der Walnußgriff des neuen Steakmessers hat sich beim austrocknen wieder zusammen gezogen und hat weitgehend die alte Lage eingenommen. Nochmal der dringende Rat, das Holz vor Gebrauch zu ölen/versiegeln.

Die fleckige Klinge habe ich länglich mit einem rauhen Leinentuch und Waschbenzin gerubbelt, bis sie sauber war. Das Leinentuch hat einen umgenähten Rand und ist dort besonders steif, da poliert es auch am besten. Insgesamt ist das Messer jetzt wieder ungefähr im originalen Lieferzustand. Werde mich aber etwas zurückhalten und eher in die Sammlung stecken. Zum anschauen ist es gut geeignet.
 
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