Sex on the Beach
Die meisten Rezepte für den
Sex on the Beach sind mehr oder weniger einem der beiden folgenden Rezepte zuzuordnen.
Sex on the Beach Rezept nach IBA
Zutaten
• 4 cl Wodka
• 2 cl Pfirsichlikör
• 4 cl Cranberrysaft [SG: bei ungesüßtem Saft noch 1 cl Zuckersirup dazu!]
• 4 cl Orangensaft
•
Zubereitung
Alle Zutaten in einen Shaker geben, schütteln [auf der englischsprachigen Internetseite werden die Zutaten jedoch direkt ins Glas gegeben!], in ein Highballglas mit Eiswürfeln geben und mit einer Orangenscheibe garnieren
Sex on the Beach nach Brandl
Brandls Variante des Sex on the Beach nutzt Ananassaft statt Orangensaft und ist auch unter dem Namen Modern Sex on the Beach bekannt.
Zutaten
• 3 cl Wodka
• 6 cl Ananassaft
• 3 cl Pfirsichlikör
• 6 cl Preiselbeernektar
Zubereitung
Alle Zutaten auf Eis im Shaker schütteln und anschließend in ein Longdrinkglas geben.
Um Authentizität bemüht, hat mir die Frage keine Ruhe gelassen, ob der richtige Sex on the Beach nun mit Preiselbeer- oder mit Cranberrysaft gemacht wird. Cranberries sind genaugenommen eben doch keine Preiselbeeren (manchmal fälschlicherweise behauptet). Um das Rätsel zu lösen, half nur, die Entstehungsgeschichte des Sex on the Beach zu recherchieren. Bei zu-tisch.de wurde ich fündig:
Vor Beginn des Frühjahrssemesters im März oder April verbringen US-amerikanische Studenten gern ein oder zwei Wochen, den sogenannten Spring Break, in wärmeren Regionen der USA. In den 1970er und 1980er Jahren war Fort Lauderdale am Strand von Florida das Hauptziel der Spring-Break-Touristen. 1985 sollen im „Venedig Amerikas“ mit seinen 185 000 Einwohnern unglaubliche 350 000 Collegestudenten eine wilde Party nach der anderen gefeiert haben.
Zur Einführung eines neuen amerikanischen Pfirsichlikörs (Peach Schnapps) [Führt auch immer wieder zur Verwirrung: mit Schnapps ist hier Likör gemeint!] wurde 1987 in Fort Lauderdale – so die Legende – ein Wettbewerb ausgeschrieben: Der Bar, die während des Spring Break den meisten Peach Schnapps verkaufte, winkten 1000 US-Dollar als Preis, dem umsatzförderndsten Barkeeper 100 US-Dollar.
Der junge Barkeeper Ted Pizio von der Bar „Confetti’s“ mixte Peach Schnapps, Wodka, Orangensaft und Grenadine zusammen [interessant: hier kommen weder Cranberry- noch Preiselbeersaft vor!] und servierte dies seinen Gästen in einem Glas voller Eiswürfel. Auf die Frage, wie sein fruchtig-süßer Cocktail denn nun heiße, antwortete er augenzwinkernd: „Sex on the Beach“ – als Anspielung auf die Hauptbeschäftigung der College-Urlauber in Fort Lauderdale.
Kein Wunder, dass Ted Pizio den Wettbewerb gewann – und der Longdrink seinen Siegeszug um die Welt begann. Dabei wurden Orangensaft und Grenadine oftmals durch zahlreiche andere Säfte ersetzt, zum Beispiel Ananas-, Preiselbeer-, Kirsch- oder Erdbeersaft. Dem Originalgeschmack am nächsten kommt eine Mischung aus Orangen- und Cranberrysaft.
Ich halte mich somit mal an das IBA-Rezept mit Cranberrysaft als die wahrscheinlich originalere Variante. Als Cranberrysaft habe ich Direktsaft aus der Apotheke genommen (so ziemlich der teuerste Saft, den ich je gekauft hab!). Da dieser ungesüßt ist, musste noch 1 cl Zuckersirup hinein, um den Drink wirklich erstklassig zu machen.
Wirklich ein Highlight, der Aufwand hat sich gelohnt! Ein fruchtiger, leicht säuerlicher Wodka-Cocktail. Der Cranberrysaft ist genial! Nichtsdestotrotz werde ich demnächst die Preiselbeer- und Ananassaftvariante nach Brandl auch probieren (natürlich nur der Forschung zuliebe!) ...
Der kommt mit Sicherheit in meine Top 10!
