Liebe Grillsportler,
soeben habe ich mit den Vorbereitungen für mein langes Brisket-Wochenende begonnen und möchte Euch gerne (fast) live daran teilhaben lassen.
Kapitel 1. Wake up Snow White ...
Lance: You're going to give her an injection of adrenaline directly to her heart. But she's got, uh, breastplate...
[taps Mia's chest]
Lance: So you gotta pierce through that. So what you have to do is, you have to bring the needle down in a stabbing motion.
[demonstrates]
Vincent: I-I gotta stab her three times?
Lance: No, you don't gotta fucking stab her three times! You gotta stab her once, but it's gotta be hard enough to break through her breastplate into her heart, and then once you do that, you press down on the plunger.
Vincent: What happens after that?
Lance: I'm kinda curious about that myself...
(Zitat aus: "Pulp Fiction", Quentin Tarrantino)
Ich fand sie auf dem Küchentisch liegend. Sie bewegte sich nicht mehr.
Es lag ein kleiner Zettel auf ihrer Brust. Ich las einen hastig gekritzelten Abschiedsbrief auf einem durchweichten Stück Papier. Man konnte nur noch einzelne Worte entziffern. Da stand: ...Waldkraiburg...Rind...Brust...BY...27..04.
Ihr könnt Euch meine Verzweiflung sicher gut vorstellen. Fieberhaft durchstöberte ich die entlegensten Stellen meiner Gehirnwindungen, um eventuell irgendwo eine Antwort auf die penetrant in mir pochende Frage zu finden:
"Hilfe, was soll ich denn nun tun ?"
Plötzlich kam mir die Erleuchtung, Halleluja: "Reanimation, das habe ich doch schon in irgendeinem Film gesehen...Adrenalinspritze, das war es doch... Adrenalin, ja das ist doch so ein elendig scharfes Zeug mit dem Potential Tote zu erwecken...Aber woher Adrenalin nehmen? Ok, wenn das Zeug so scharf ist, warum nicht statt Adrenalin eine Chilli-Knoblauch Spritze.
Chilli ist scharf, Knoblauch haben sie mal in irgendeinem Horrorstreifen zur Reanimation verwendet oder war das gegen Vampire?
Egal, einen Versuch ist es Wert, also los!"
Da ich nach ein paar Minuten der Suche, die mir wie eine ganze Ewigkeit vorkamen, keine sterile medizinische Einwegspritze im Haushalt fand, gab ich mich schliesslich mit einer Fleischspritze aus der Küchenschublade zufrieden.
Schnell bereitete ich die Adrenalinersatz-Injektion (AEI) aus etwas Fleischbrühe, Chillipulver, granulierten Zwiebeln, granuliertem Knoblauch
und etwas Worcestershire Sauce zu.
Ich entkleidete die Unbekannte vorsichtig, wobei mir ihre makellose Schönheit, insbesondere die der Brustpartie fast den Atem raubte.
Ich setzte die Nadel an und spritzte ihr die AEI vorsichtig in die Brust.
Es tat sich ... NICHTS!!!
Verdammt! Ich wechselte die Stellen, verabreichte die Flüssigkeit an verschiedenen Stellen, aber es tat sich rein garnichts!!!
Ich injizierte die gesamte Menge von 250ml.
Flat-Line, weiterhin.
Ich massierte die Brust, drückte, schob hin und her, aber
...
NICHTS!
Da stand ich nun in Schweiss gebadet in meiner Küche. Die Injektionsnadel in der rechten Hand, verzweifelt nach dem nicht vorhandenen Puls fühlend....Nichts....Nichts...Verdammt noch Mal, da war nichts mehr.
Als mein Unterbewusstsein sich allmählich eingestand, dass hier alle Rettung zu spät kam, entglitt die Spritze meiner kraftlosen Hand und fiel mit einem lauten PLINGGG auf den Küchenboden.
Ich war wie gelähmt. Was vor kurzer Zeit noch fröhlich und lebendig über die Weiden von (vermutlich?) Waldkraiburg lustgewandelt war, lag nun niedergestreckt in hanseatisch anmutender Reserviertheit bewegungslos vor mir.
Nach einer gefühlten Ewigkeit, es muss länger als eine Stunde gedauert haben, erlangte ich meine Fassung wieder und begann mit den Vorbereitungen dazu, der Unbekannten eine angemessene Bestattung in festlichem Rahmen zu bereiten. Eine würdevolle Bestattung erforderte bereits in der Antike eine Vorbereitung des Dahingeschiedenen indem er einbalsamiert, würdevoll eingekleidet und mit genügend Proviant und Geld für seine Reise über den Styx versorgt wurde.
Für die erste Phase der Einbalasamierung verwendete ich Senf nach einem altüberlieferten Spartanischen Rezept:
Nachdem der Körper vollständig mit diesem Balsam bedeckt war, rieb ich ihn mit einem würzig duftenden Pulver ein, welches orientalische und abendländische Geruchsnoten gleichermassen in sich vereinte, "smokeNbooze Rub #2".
"Sollst gut riechen wenn Du mit Charon auf die Reise gehst!", dachte ich bei mir.
Als Resultat dieser Prozedur sah der Körper nun wieder aus als ob er immer noch Leben in sich trüge, als ob er nur schliefe.
Das "Schneewittchen" Motiv kam mir unweigerlich in den Sinn.
My Beef Snow White!
Im selben Augenblick als mir die Wörter "Beef" und "Snow White" durch den Kopf gingen und als das balsamierte, gerubte Widerkäuer seinen Duft unbarmherzig ausströmte, erwachte ich abrupt aus meinen cineastischen Phantasien und der "Chef de Cuisine" in mir stupste mich mit einem sanften Tritt in meinen Hintern an und sagte mit strenger Stimme zu mir: "Nicht träumen! Arbeiten! Wir wollen morgen Smokern mein Junge, also los, Bewegung!"
Nach der Balsamierung wurde "Schnewittchen" standesgemäss in einen transparenten Beutel vakuumiert und in den (hier nicht von Rosen umrankten) Kühlraum gelegt um morgen, im Bauche eines profanen amerikanischen Rauchfasses die Metamorphose zur Butterzarten Delikatesse einzugehen.
Homer: Wait a minute. Is this the biggest steak you've got?
Seventy-two ounces? I thought this was supposed to be a
steakhouse, not a little girly, underpantsy, pink doily,
tea-party place.
Waiter: Well, there is one steak that's available only by special
request. We call it, uh, Sir Loin-A-Lot. It's, uh, the
size of a boogie board.
Homer: Ooh, I'll have that one. And to drink ... meatballs.
(Zitat aus: "The Simpsons - Maximum Homerdrive" )
To be continued tomorrow
soeben habe ich mit den Vorbereitungen für mein langes Brisket-Wochenende begonnen und möchte Euch gerne (fast) live daran teilhaben lassen.
Kapitel 1. Wake up Snow White ...
Lance: You're going to give her an injection of adrenaline directly to her heart. But she's got, uh, breastplate...
[taps Mia's chest]
Lance: So you gotta pierce through that. So what you have to do is, you have to bring the needle down in a stabbing motion.
[demonstrates]
Vincent: I-I gotta stab her three times?
Lance: No, you don't gotta fucking stab her three times! You gotta stab her once, but it's gotta be hard enough to break through her breastplate into her heart, and then once you do that, you press down on the plunger.
Vincent: What happens after that?
Lance: I'm kinda curious about that myself...
(Zitat aus: "Pulp Fiction", Quentin Tarrantino)
Ich fand sie auf dem Küchentisch liegend. Sie bewegte sich nicht mehr.
Es lag ein kleiner Zettel auf ihrer Brust. Ich las einen hastig gekritzelten Abschiedsbrief auf einem durchweichten Stück Papier. Man konnte nur noch einzelne Worte entziffern. Da stand: ...Waldkraiburg...Rind...Brust...BY...27..04.
Ihr könnt Euch meine Verzweiflung sicher gut vorstellen. Fieberhaft durchstöberte ich die entlegensten Stellen meiner Gehirnwindungen, um eventuell irgendwo eine Antwort auf die penetrant in mir pochende Frage zu finden:
"Hilfe, was soll ich denn nun tun ?"
Plötzlich kam mir die Erleuchtung, Halleluja: "Reanimation, das habe ich doch schon in irgendeinem Film gesehen...Adrenalinspritze, das war es doch... Adrenalin, ja das ist doch so ein elendig scharfes Zeug mit dem Potential Tote zu erwecken...Aber woher Adrenalin nehmen? Ok, wenn das Zeug so scharf ist, warum nicht statt Adrenalin eine Chilli-Knoblauch Spritze.
Chilli ist scharf, Knoblauch haben sie mal in irgendeinem Horrorstreifen zur Reanimation verwendet oder war das gegen Vampire?
Egal, einen Versuch ist es Wert, also los!"
Da ich nach ein paar Minuten der Suche, die mir wie eine ganze Ewigkeit vorkamen, keine sterile medizinische Einwegspritze im Haushalt fand, gab ich mich schliesslich mit einer Fleischspritze aus der Küchenschublade zufrieden.
Schnell bereitete ich die Adrenalinersatz-Injektion (AEI) aus etwas Fleischbrühe, Chillipulver, granulierten Zwiebeln, granuliertem Knoblauch
und etwas Worcestershire Sauce zu.
Ich entkleidete die Unbekannte vorsichtig, wobei mir ihre makellose Schönheit, insbesondere die der Brustpartie fast den Atem raubte.
Ich setzte die Nadel an und spritzte ihr die AEI vorsichtig in die Brust.
Es tat sich ... NICHTS!!!
Verdammt! Ich wechselte die Stellen, verabreichte die Flüssigkeit an verschiedenen Stellen, aber es tat sich rein garnichts!!!
Ich injizierte die gesamte Menge von 250ml.
Flat-Line, weiterhin.
Ich massierte die Brust, drückte, schob hin und her, aber
...
NICHTS!
Da stand ich nun in Schweiss gebadet in meiner Küche. Die Injektionsnadel in der rechten Hand, verzweifelt nach dem nicht vorhandenen Puls fühlend....Nichts....Nichts...Verdammt noch Mal, da war nichts mehr.
Als mein Unterbewusstsein sich allmählich eingestand, dass hier alle Rettung zu spät kam, entglitt die Spritze meiner kraftlosen Hand und fiel mit einem lauten PLINGGG auf den Küchenboden.
Ich war wie gelähmt. Was vor kurzer Zeit noch fröhlich und lebendig über die Weiden von (vermutlich?) Waldkraiburg lustgewandelt war, lag nun niedergestreckt in hanseatisch anmutender Reserviertheit bewegungslos vor mir.
Nach einer gefühlten Ewigkeit, es muss länger als eine Stunde gedauert haben, erlangte ich meine Fassung wieder und begann mit den Vorbereitungen dazu, der Unbekannten eine angemessene Bestattung in festlichem Rahmen zu bereiten. Eine würdevolle Bestattung erforderte bereits in der Antike eine Vorbereitung des Dahingeschiedenen indem er einbalsamiert, würdevoll eingekleidet und mit genügend Proviant und Geld für seine Reise über den Styx versorgt wurde.
Für die erste Phase der Einbalasamierung verwendete ich Senf nach einem altüberlieferten Spartanischen Rezept:
Nachdem der Körper vollständig mit diesem Balsam bedeckt war, rieb ich ihn mit einem würzig duftenden Pulver ein, welches orientalische und abendländische Geruchsnoten gleichermassen in sich vereinte, "smokeNbooze Rub #2".
"Sollst gut riechen wenn Du mit Charon auf die Reise gehst!", dachte ich bei mir.
Als Resultat dieser Prozedur sah der Körper nun wieder aus als ob er immer noch Leben in sich trüge, als ob er nur schliefe.
Das "Schneewittchen" Motiv kam mir unweigerlich in den Sinn.
My Beef Snow White!
Im selben Augenblick als mir die Wörter "Beef" und "Snow White" durch den Kopf gingen und als das balsamierte, gerubte Widerkäuer seinen Duft unbarmherzig ausströmte, erwachte ich abrupt aus meinen cineastischen Phantasien und der "Chef de Cuisine" in mir stupste mich mit einem sanften Tritt in meinen Hintern an und sagte mit strenger Stimme zu mir: "Nicht träumen! Arbeiten! Wir wollen morgen Smokern mein Junge, also los, Bewegung!"
Nach der Balsamierung wurde "Schnewittchen" standesgemäss in einen transparenten Beutel vakuumiert und in den (hier nicht von Rosen umrankten) Kühlraum gelegt um morgen, im Bauche eines profanen amerikanischen Rauchfasses die Metamorphose zur Butterzarten Delikatesse einzugehen.
Homer: Wait a minute. Is this the biggest steak you've got?
Seventy-two ounces? I thought this was supposed to be a
steakhouse, not a little girly, underpantsy, pink doily,
tea-party place.
Waiter: Well, there is one steak that's available only by special
request. We call it, uh, Sir Loin-A-Lot. It's, uh, the
size of a boogie board.
Homer: Ooh, I'll have that one. And to drink ... meatballs.
(Zitat aus: "The Simpsons - Maximum Homerdrive" )
To be continued tomorrow
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...es lebe die Spontanität, wobei diese Bratkartoffeln waren soooo geil, die könnt´ich morgen glatt nochmal machen).
