Neues Saltzburgisches Koch-Buch
Conrad Hagger - 1719
Von einem Bären, und seiner Eigenschaft, Tatzen oder Füß
nimm die Füß von einem Bären, setz sie zu mit Wasser und Salz, lass sie so lang sieden, bis das Haar harab geht,
putz sie danach sauber aus, und koch sie in einem Pfeffer, oder in Mandel-Brühe mit Brot, oder in Mehl eingebrannt,
auch geröstete Zwiebel mit Zitronen, oder in einer Weichsel-, Maulbeer- oder Ribiselbrühe, mit Wien, Zimt und Zucker;
so werden sie gut und wohlschmeckend. Nimm die Bärenfüße und den Bärenkopf, senge ihn am Feuer ab, wie einen
Wildschweinkopf oder nimm ein dickes glühendes Eisen zum Sengen, setz es zu und kochs wie man es vom Wildschwein
oder heimischen Schwein macht und wann er gesotten ist, lass ihn im Sud erkalten, danach verfahren wie mit einem
Wildschweinkopf. Im Übrigen kann ein frischer Bär in allem verkocht, gebeizt, gebraten und eingemacht werden,
wie das heimische Wildschwein. Andere ziehen den Bärenfüßen die ganze Haut ab und werden alsdann gekocht.