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Beef Brisket Texas Style

londoneye

Fleischzerleger
15+ Jahre im GSV
Hallo zusammen,

am Wochenende habe ich nun endlich zum ersten mal Beef Brisket selber gemacht. Angefixt wurde ich letztes Jahr im Dezember in New York, wo ich Brisket im Hill Country BBQ Market, in der Fetten Sau und im Delaney essen durfte. Hier ein paar Bilder der Vorlagen:

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Das Ausgangsmaterial habe ich in München auf dem Viktualienmarkt beim Metzger meines Vertrauens bestellt. Und zwar bin ich mit mehreren ausgedruckten Bildern eines Whole Packer Brisket, nachdem ich die kopfschüttelnden Metzgereifachverkäuferinnen hintermir gelassen habe, direkt zum Juniorchef des Hauses. Er berichtete mir, dass sie im Umland noch selber schlachten und dass sie mir den Zuschnitt schon machen könnten. Auch mein Wunsch nach langer Reifung war kein Problem. Also nicht lange gezögert und bestellt.

Nach 6 Wochen habe ich dann das gute Stück, begleitet vom kopfschütteln der Metzgereifachverkäuferinnen und anwesender Kunden, aus dem Laden getragen. Das gute Stück hatte knapp 10 KG und kostete etwas mehr als 100 Euro. Die Abrechnung war den Verkäuferinnen auch nicht klar, ob jetzt als Suppenfleisch oder doch Ochsenflleisch, da sie zuvor keine Instruktionen vom Chef erhalten hatten. Bevor das Stück in die Arktis wanderte, sah es dann so aus:

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Am letzten Wochenende war dann endlich mal Zeit, um das Brisket auf den Grill zu legen. Im Kühlschrank hat das Stück knapp 2 Tage gebraucht, bis es komplett aufgetaut war. Bei der Zubereitung habe ich mich ziemlich genau an die sehr ausführliche Anleitung von amazingribs.com gehalten. Die Seite finde ich einfach genial.

Zunächst wurde also das Fett auf ca. 0,5 - 1 cm Dicke pariert. Das sah dann so aus.

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Ich schätze mal, dass waren gut 1 - 1,5 KG Fett, die ich dort runtergeschnitten habe. Das Fett habe ich dann später ausgelassen und quasi, angelegt an die Eigenfettunterspritzung prominenter Schönheitschirurgen, zusammen mit Rinderbrühe und etwas Rub, kurz vor dem Auflegen, wieder in das Brisket injeziert. Vorher jeoch wurde das Stück ausgiebig mit dem Big Bad Beef Rub und Salz gewürzt und für 24 Stunden in den Kühler zurückgelegt.

Dann habe ich meine Kugel etwas modifiziert. Ein Kollege hat mir aus den USA freundlicherweise den PartyQ mitgebracht. Also erstmal ein Loch in die Kugel gebohrt, dass sah dann so aus:

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An dieser Stelle war ehe schon aus unersichtlichen Gründen die Emaile abgeplatz, daher liegt zur Not ein Zweitkessel bereit und das Bohren fiel mir daher auch nicht so schwer. Ging wirklich easy. Mit kleinem Bohrer vorgebohrt und dann mit Stufenbohrer auf die richtigte Größe aufgebohrt.

Da das Werkzeug einmal draußen lag, habe ich gleich noch 2 zusätzliche Löcher in den Aufsatz der Rotisserie gebohrt und kurze Schrauben eingesetzt, damit dort ein Rost, quasi als 2 Ebene wie beim WSM, eingelegt werden kann. Mein geplantes Setup war dann wie folgt.

Minion-Ring auf dem Kohlenrost
Große Edelstahlwanne vom Schweden mit Wasser auf Grillrostebene 1
Rotisserie-Aufsatz
Brisket auf Grillrosteben 2
Deckel

Hier das Brisket nach dem Rubben:

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Danach wurden noch die Beilagen vorbereitet. Und zwar eingemachte süß-saure Gurken und eingemachte rote Zwiebelringe:

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Vom Grillen selber habe ich leider keine Bilder, da das ganze im Wesentlichen in der Nacht passierte. Aufgelegt habe ich um 23 Uhr. Die Kerntemperatur von 87 Grad Celsius im Point war dann gegen 14 Uhr erreicht. Während dessen wurde nur ein einziges Mal (ca. nach 5 Stunden) der Deckel gelupft, um das Brisket bei 65 Grad Temperatur in Jehova zu wickeln (Texas Crutch). Gartemperatur war, dank einwandfrei funktionierendem PartyQ, um die 107 Grad Celsius.

Bevor es Bilder vom Anschnitt gibt, noch ein Detail-Bild von einer weiteren Beilage, dem Corn Bread:

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Und jetzt die Bilder vom fertigen Brisket, dem Anschnitt dem Tellerbild

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Geschmacklich war das Brisket wirklich 1a. Der Rub hat mir wirklich gut gefallen, auch wenn ich anfangs die Befürchtung hatte, er könnte zu scharf sein. Das Flat war wie erwartet etwas trockener, aber immer noch OK. Beim nächsten Mal müsste ich vielleicht noch mehr Fett und Brühe injezieren in das Flat. Das Point allerdings war dafür perfekt und sowas von saftig und zart. Ich denke auf dem einen Bild kommt das sehr gut rüber.

Vor dem Anschneiden ruhte das Stück übrigens 4 Stunden in einer Styropor-Kiste zusammen mit Flaschen mit heißem Wasser und einem Handtuch eingewickelt.

Das übrig gebliebene Beef Brisket habe ich einvakumiert und eingefroren. Davon die ganz mürben Teile des Stücks als Pulled Beef, um im Bun verspeist werden zu können.

Wer noch kein Brisket gemacht hat, es lohnt sich!

Londoneye
 

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Das nenn ich mal einen echt ausführlichen Fred. Und dann noch die guten Bilder dazu!!!

Toll gemachtes Brisket, SUPER! Sicher ein echter Genuß.

Ein Rezept deiner eingelegten Zwiebeln wäre noch echt super!

Gruß,

Hellboy76
 
Top, danke für den schönen Bericht. Brisket fehlt mir auch immer noch auf meiner Liste, ich glaube das muß ich bald mal erledigen.
 
Super Teil.
Hättest vielleicht moppen können. Dann wirds noch saftiger.

aber hast echt gut gemacht.

Gruss
 
Sieht echt toll aus.
Das Zwiebelrezept interessiert mich auch. :-)



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Was ein geiler Oschi :D
Von dem Teil hättest jede Menge Burnt Ends schneiden können :-)
Schönes Ergebnis.........Hatte zwar erst gestern BB aber könnte jetzt schon wieder :D
 
Hast Du das Gewicht beim Einkauf und nach dem Smoken?
Und das Zwiebelrezept würde ich auch nehmen.

Sieht klasse aus und ich warte jetzt echt aus Mittagessen. Auch wenn das sicher nicht so gut wird, wie Dein BB.
 
Sehr schöne Doku + HAMMER Flesich! So muss das! Hast du noch Fotos vom Setup während des BBQn? Wie lange hat es eigentlich gedauert den Oschi fertig zu ziehen?
 
Schönes Fleisch, schön bereitet, ein tolles Ergebnis erzielt und perfekt dokumentiert....
Das ergibt in Summe einen spitzen Beitrag!!!
:thumb1:

Allerdings... Elektromesser??? Wirklich??? :eeek: nee....
Da fehlt doch der ganze Spaß
;)

Glück Auf
 
In der Tat ein sehr ansprechendes Brisket! Klasse zubereitet und schön dokumentiert. Schade, dass ich nicht partizipieren konnte.
 
Boah :o:wiegeil:

So muss das sein. :respekt:
Toller Bericht, Tolles Essen.
Nun kommt die klassiche Ausrede wieder:
"Wollte ich schon lange mal machen, bin aber bisher immer nicht dazu gekommen"..... :bdsm:
Nachdem ich das hier so sehe, muss ich wohl doch bald mal ran.
 
Lecker Brisket!! Bei mir steht am Donnerstag auch Brisket auf der Liste als Geburtstagsvergrillung....jetzt bin ich wieder ganz heiß darauf!!
 
Hallo,

eine wirklich schöne Dokumentation und das Ergebnis sieht echt hervorragend aus. Am Samstag muss ich auf dem OT ans Brisket, hoffentlich wird es genau so gut.

Gruß Funky
 
Hallo,

sieht super aus, schöne Doku!

Da an anderer Stelle der Fred bzgl. des PartyQ in Verbindung mit einem 57er Kugelgrill nicht so richtig vorwärts will, würd ich mir freuen, wenn Du in absehbarer Zeit noch ein bissel was zur Nutzung dieses Gimmicks verraten könntest, da ich auch am überlegen bin, mir das Teil aus den USA mitzubringen.

Gruß ThomasN
 
Ein Rezept deiner eingelegten Zwiebeln wäre noch echt super!

Erstmal herzlichen Dank an alle, für Euer Lob zu meinem Beiträg. Beim Zwiebel-Rezept bin ich Euch gerne behilflich, auch wenn ich mich ehrlicherweise an kein genaues Rezept gehalten habe.

Zutaten:

Zwiebeln, in meinem Fall normale rote Zwiebeln
Einmachgläser (Twist-off)
Leitungswasser
Weißer Balsamico-Essig
Zucker
Salz
Gürken-Gewürz von Ostmann (alternativ: Senfkörner, Dill, Koriander, Ingwer, Meerrettich, Pfeffer, Piment, Lorbeer, Nelken)
Lorbeer-Blätter

Zunächst habe ich die roten Zwiebeln geschält und mit einem V-Hobel (oder Messer) in ca. 2 mm dicke, gleichmäßige Scheiben geschnitten.

Dann die Gläser heiß ausspülen. Nach dem Ausspülen, ca. 2 EL von dem Gurken-Gewürz direkt ins Glas. Dann die Zwiebelringe im Glas schichten. Zwischendurch immer mal wieder einen EL vom Gurkengewürz hinzugeben. Wenn das Glas voll ist, dann oben drauf noch ein Lorbeer-Blatt geben.

Jetzt den Sud vorbereiten zum Aufgießen. Hierzu habe ich zunächst Leitungswasser aufgekocht. Dann kommt der weiße Balsamico-Essig dazu, ca. im Verhältnis 3/1 = 3 Teile Wasser / 1 Teil Essig. Ich habe einfach den Sud probiert, bis er mir sauer genug erschien. Kommt auch auf den verwendeten Essig an. Dann mit 2 EL Zucker und 1 EL Salz den Sud abgeschmeckt.

Dann den kochenden Sud über die Zwiebeln in die Gläser füllen, bis diese bis zum Rand voll sind. Dann Deckel gut festschrauben und die Gläser ca. 5-10 Minuten auf den Kopf stellen. Nun zeigt sich, ob die Gläser dicht sind :-)

Nach 2-3 Tagen schmecken die Zwiebeln schon sehr gut. Auch zur Brotzeit ideal.

Auf die gleiche Weise habe ich auch die Gurkenscheiben gemacht. Allerings kam hier noch frischer Dill mit ins Glas und eine Knoblauchzehe.

BG und viel Spaß beim Nachmachen.
Londoneye
 
Sehr schöner Bericht. Grandioser Rauchring. Sieht köstlich aus. :muh:
 
Das sieht ja ganz hervorragend aus.

Aber mal eine Frage: Ich lese immer wieder, dass Fleisch zum Ruhen in eine Styroporbox oder Thermobox mit heißen Wasserflaschen kommt. Kann man das Fleisch nicht auch einpacken (Jehova, Backpapier,...) und in den Backofen (bei Brisket oder PP vielleicht 70°C) legen? Macht das einen Unterschied? Die Ruhe in der Thermokiste kann ich natürlich verstehen, falls kein Backofen zur Verfügung steht oder das Fleisch zu groß für den Backofen ist.
Hat das hier schon mal jemand untersucht?

Viele Grüße
Markus
 
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