• Du musst dich registrieren, bevor du Beiträge verfassen kannst. Klicke auf Jetzt registrieren!, um den Registrierungsprozess zu starten. Registrierte User surfen werbefrei, können Suchen durchführen und sehen die volle Darstellung des Forums mit vielen anderen Unterforen!!!

Brotbacken im Haushaltsofen: Schamottplatte oder dicke Stahlplatte?

wildwutzsushi

Vegetarier
10+ Jahre im GSV
Moin.

Im Buch Modernist-Cuisine wird ja einer dicken Stahlplatte der Vorzug gegenüber einer Schamottplatte gegeben.

Hat jemand von euch mal beides ausprobiert und hat Lust zu berichten?

Mir geht es um Brotlaibe, nicht um Pizza oder Fladenbrot.
 
Dicke stahlplatte damit kann ich nicht dienen, ich nutze einen stinknormalen Pizzatein aus Schamott zum Brot backen.
Heute ist eh Backtag, da kann ich mal mit Bildern dienen wenn gewünscht
 
Ich hatte bisher alles, normales Backblech, dicker Schamottstein und Stahlplatte.
Generell kann ich sagen, dass die Unterschiede im Ergebnis bei der Nutzung im Haushalts-E-Backofen nicht sehr groß sind. Aber bei der Handhabung.

Am längsten habe ich das normale emaillierte Stahl-Backblech verwendet und es umgedreht, sodass die Wölbung nach oben geht. Das Erleichtert die Handhabung beim Einschießen und Rausholen. Mein Backofen kann bis knapp 300°C und ich heize für Roggenmischbrot 80/20 meist so auf ca. 270 °C vor und dann bekomme ich auch mit dem normalen Backblech einen knusprigen Boden mit guter Kruste.

Zwischendurch hatte ich den Schamottstein. Es heißt ja, dass durch die Hitzespeicherung und Abgabe, gespeicherte Wärme usw. der Ofentrieb besser sein soll, da der Schamott nicht so schnell auskühlt. Das merkt man im E-Backofen meiner Meinung nach nicht so gravierend, dass es für mich Sinn macht alle Unannehmlichkeiten des Steins zu ertragen. Der Stein braucht nämlich sehr lange um durchgeheizt zu werden. Mit Backblech und mit Stahl ist die Temperatur mit erlöschen der Heizlampe im Prinzip im ganzen Ofen. Bei einer dickeren Stahlplatte vielleicht noch 5 Minuten oder nochmal nachheizen.
Beim Schamottstein dauert das durchheizen wesentlich länger. Es reicht nicht, auf der Oberfläche die Temperatur zu haben um die Vorteile der Wärmespeicherung zu nutzen. Den Stein kann man nur schlecht für was anderes verwenden, er muss immer raus und rein. Er ist empfindlich usw.

Seit kurzem habe ich eine 4mm Stahl-Platte, die so groß ist, wie die Außenmaße eines Backbleches. Da kann man auch eine Kuchenform draufstellen oder was anderes, ohne dass es groß kratzt oder so. Vorteil ist, etwas mehr Masse im Vergleich zum dünnen Backblech, daher etwas längere Aufheizzeit lassen. Größter Vorteil: eine größtmögliche, plane Fläche, auf der mehr Backwaren Platz finden. Beim normalen Backblech ist die nutzbare Fläche durch die Wölbung sehr eingeschränkt, das ist bei der planen Stahlplatte nicht so. Wer viel backt, tut sich mit so einer Platte auf jeden Fall leichter in der Handhabung.

Von mir also auch die Empfehlung zur Stahlplatte. 4 mm ist meiner Meinung nach ok, mehr muss es nicht sein, macht die Sache wieder unhandlicher und evtl. passt es dann auch nicht mehr ins Schienensystem im Ofen. Einfach eine 1.0038 / St37 schwarze Stahlplatte, entgratet, gesäubert, ganz dünn mit Öl bestrichen und ab in den Ofen bei Vollgas.
 
Vielen Dank für Deinen Bericht. Er bestätigt meine theoretischen Überlegungen.

Die Wärmeleitfähigkeit von Schamott beträgt mit ca. 0,8W/mK nur einen Bruchteil derjenigen von Stahl mit ca. 48W/mK.

Das lange Aufheizen bei Schamott und die damit auch verbundene Energieverschwendung schreckte mich ab.

Stahlplatten bekommt ja erstaunlicherweise supergünstig online im Zuschnitt.

Wäre nur die Frage, ob es sich lohnt statt 4mm doch eine dickere mit z.B. 10mm zu nehmen. Die Platte kann ja oben auf der Schiene aufliegen.

Die Schienen sollten das Gewicht locker aushalten.

Hat jemand Erfahrung mit verschieden dicken Stahlplatten?

Wird mit einer dicken Stahlplatte vielleicht der Boden des Brotes zu hart?
 
Wie geschrieben, ich würde die Platte nicht dicker nehmen, weil es sonst wieder ähnlich dem Schamotte wird. Sind in 4 mm ca 3,5 kg und 10 mm ca 9 kg. Auch die Handhabung ist dann umständlicher.
 
Nein, ein typischer Schamottstein wird aufgrund seiner sehr viel schlechteren Wärmeleitung viel länger zum Aufheizen benötigen als eine 10mm-Stahlplatte.
Klar, die Handhabung ist schwerer bei 9kg als bei 3,5kg. Aber dieses Gewicht lässt sich noch wuppen.
 
Ich bin sehr zufrieden mit einem 8€ Pizzastein aus dem Discounter. Viereckig. Geht sehr gut. Im Cramer mache ich Pizza mit einer Gusseisenplatte, geht noch viel besser! Der ist aufgrund der direkten Strahlungswärme aber nix für Brot.
 
@ID73
Mich interessiert ja die Eignung für's Backen von Brotlaiben, nicht für Pizza.
@grill4fun hat sich ja bereits positiv zu einer 4mm-Stahlplatte geäußert.

Jetzt geht es noch darum, ob einer der Brotbäcker hier auch mal mit einer dickeren Stahlplatte Laibe gebacken hat und berichten kann, ob sich das positiv oder negativ auf die Unterseite des Brotes auswirkt.
 
Nicht umsonst verkaufen Shops Stahplatten zum Brot backen Klick mich zart

Ich backe (noch) kein Brot
Nutze die Platte aus dem Link für Pizza. Heizt schneller auf als ein Stein.
zum Rest schreibt Walter @DarkRoast bestimmt gleich was :)
 
Nein, ein typischer Schamottstein wird aufgrund seiner sehr viel schlechteren Wärmeleitung viel länger zum Aufheizen benötigen als eine 10mm-Stahlplatte.
Klar, die Handhabung ist schwerer bei 9kg als bei 3,5kg. Aber dieses Gewicht lässt sich noch wuppen.
Nein. Zum Aufheizen eines Körpers aus einem bestimmten Material geht es nicht um die Wärmeleitung sondern um die spezifische Wärmekapazität. Diese beschreibt, wie viel Energie notwendig ist um 1 kg eines Materials um 1K zu erwärmen.

Grob überschlagen, Delta T=230K
4 mm Stahl ca. 395.450 J
Schamott, 30 mm stark ca. 828.000 J
10 mm Stahl ca. 986.000 J

Das heißt, die 10 mm Stahlplatte braucht dann noch länger als die 30 mm Schamottplatte.

Jetzt geht es noch darum, ob einer der Brotbäcker hier auch mal mit einer dickeren Stahlplatte Laibe gebacken hat und berichten kann, ob sich das positiv oder negativ auf die Unterseite des Brotes auswirkt.

Was ist denn eigentlich deine Ausgangssituation und was passt dir an dieser nicht? Was erwartest Du davon? Ich kann sagen, dass ich am Boden des Brotes mit meinem E-Ofen auch eine dicke Kruste bekomme bei Verwendung des normalen Backbleches.
Wenn ich in meinem Ramster Holzbackofen backe, ist das wieder anders. Da habe ich einen sehr dicken Schamotte-Boden, da ist der Ofentrieb nochmal etwas besser. Mit einer Schamottplatte im Ofen bekomme ich solche Ergebnisse nicht aber da sind keine Welten dazwischen.
Es gibt auch Bauberichte von Öfen hier im Forum, wo der Ofenboden zu dünn oder zu dick ist und es dann wieder nicht passt vom Verhältnis Ober/Unterhitze.
Wie gesagt, meine Empfehlung ist die 4mm Platte. Die von @5E8A5T14N.KR4C1N5K1 hat 6 mm, immer noch weit von 10 mm entfernt.

Es wäre aber auch interessant, wenn Du dir die 10 mm Platte holst, testest und berichtest.
 
@grill4fun
Die spezifische Wärmekapazität bezeichnet die Energiemenge, die - mindestens - also bei idealen Versuchsbedingungen nötig ist, damit sich die Temperatur eines Körper gleichmäßig über seinen gesamten Querschnitt um x erhöht.

Wie schnell - bei realen Versuchsbedingungen - ein Körper in seinem Kern eine Temperatur erreicht, da spielt die Wärmeleitfähigkeit eine Rolle.

Daher wage ich die Vorhersage, dass sich im realen BO ein 10mm-Stahlplatte weit schneller auf Ofentemperatur aufheizt als die 30mm dicke Schamottplatte.

Am flottesten und energieeffizientesten könnte man wohl eine dicke Stahlplatte auf einem leistungsfähigen Induktionskochfeld hochheizen. Aber wer will danach schon ein so "heißes Eisen" mit 10kg Gewicht anfassen und in de BO verfrachten.

Was mir nicht an meiner Ausgangssituation passt?
So stelle ich mir die Frage nicht.
Ich besitze bisher weder Stein- noch Stahlplatte und bin einfach neugierig, welche Dicke einer Stahlplatte sich als besonders förderlich für das Brotbacken erwiesen hat :) Nicht mehr und nicht weniger.
 
Es wird Zeit, dass Du eine Versuchsreihe unter realen Bedingungen machst und die Ergebnisse hier teilst ;)
 
Konnten Dich meine Argumente zur Physik nicht überzeugen?

Ich werde mit der Entscheidung zum Kauf einer 10-mm-Platte solange warten, bis ich jemanden finde, der damit Brotbackerfahrungen hat.
 
Nein, denn wenn Du im Backofen aufwärmst, ist die Energiezufuhr für alle gleich. Das Trum mit der höchsten Wärmekapazität braucht am längsten.
Ich hab noch nie was von 10 mm Stahl im Backofen gelesen und nach meinen Erfahrungen bringt das dann nix mehr, die Nachteile überwiegen, für mich zumindest. Wie geschrieben, ich schau mir das aber gerne mal an.
 
Wäre nur die Frage, ob es sich lohnt statt 4mm doch eine dickere mit z.B. 10mm zu nehmen.
Moin,
ich habe meine ersten Brotbackversuche mit einem 30 mm dicken Brotbackstrein begonnen,
störend dabei, war die lange Aufheizphase.
Zur Zeit nutze ich eine 6 mm Stahlplatte vom Schrottplatz. Mit der Flex auf Maß gebracht, Backblech groß, mit Pflanzenöl eingebrannt.
Die Oberfläche ist schön versiegelt.
Aufheizen geht ratzefatze.:D
Schau mal hier: Stein oder Stahl

:anstoޥn:
 
Also ich habe am letzten Freitag zum 1. Mal auf einer 6 mm Stahlplatte gebacken.
Vorher auf einer 20 mm Steinplatte.

Das Aufheizen war deutlich schneller, der Ofentrieb gefiel mir auch besser. Die Unterseite des Brotes war viel dicker durchgebacken als auf dem Stein.

Durch die bessere Wärmeleitfähigkeit des Stahls wird die Hitze schneller an den Teig abgegeben, auch während der Temperaturhaltung.

F4D81CC1-0F05-4D34-95A1-9F9018AB6D00.jpeg


:prost:
 
nach jahren mit pizzastein (der nun kaputt ist) habe ich einfach eine rösle grillplatte (4mm dick) geschliffen und nutze die. würde ich nicht wieder hergeben. die reine wäremkapazität mag evtl geringer sein, aber gefühlt gibt der stahl die hitze etwas besser ab und liefert damit in der anfangsphase mehr power. ansonsten ist imho der ofen entscheidender für unterschiede. beides backt hervorragend, wobei- wie oben schon ausführlich dargelegt- der stahl vorteile in handhabung, energie und zeit bietet.
 
Eine Sache wurde hier noch nicht erwähnt:
Steine nehmen die Feuchtigkeit des Teigs auf. Das Ergebnis sind knusprige Pizzen/ Brote mit einem saftigen Teig.
 
Zurück
Oben Unten