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Chemie des BBQ

fastride

Grillkaiser
10+ Jahre im GSV
Ich poste meine Antwort aus einem anderen Thread hier nochmals als eigenständigen Thread, weils vielleich auch noch anderre interessiert.

Einiges aus dem Nähkästchen der Organischen Chemie

ab 43°C stockt und denaturiert Eiweiss.

Bei 65°C findet eine Proteinspaltung statt, was das Fleich zart macht (Niedertemperaturgarren) aber den Geschmack nicht "wesentlich" beeinflusst zumindest nicht in dem Sinn, wie wir ihn anstreben. Diese Raktion läuft bis gut 95°C ab (in dem Bereich liegen die meisten Kerntemperaturen...)

bei 80°C endem die meisten Enzymreaktionen das ist die untere Desinfektionsgrenze !
Steriluntergrenze ist 132°C für Prionen.
(Nachtrag : Grillthermometer deshalb immer über einer Spiritusflame oder in der Kohle auf 150°C heizen, befor man es in "ungewisses" Fleisch sticht. das Fleich ist in der Mitte in der Regel weitgehend steril, wenn es nicht verletzt wurde, mit einem kalten Thermometer befördert man das Biotop von der Fleischoberfläche ins Innere.
Aussen ist es kein Problemm, da es hier warm genug wird. Im Kern können aber die "Viecher" die durch ein kaltes Thermometer eingebracht werden, schon mal die Prozedur überleben. Aus selbigem grund legt man auch keine rohen Fleischstücke mit einer Grillgaben auf den Grill, ausser die war vorher im Feuer !)


Die Temperatur zwischen 95°C und 105°C ist zu meiden. Hier findet nur eine Entwässerung und Vernetzung statt, alles wird wie Schuhleder..
Bei Temperaturen ab 110°C reagieren die Abbauprodukte der Proteine in einer nichtenzymatischen Bräunungsreaktion (Maillard-Reaktion ) an der Krustenoberfläche mit den verschiedensten Sacchariden. Bei dieser Temperatur bildet sich der typische Geschmack.

das ist die untere Temperatur für Geschmacksbildung und somit für BBQ. Darunter ist es Dünsten oder Kochen.

Mit steigender Temperatur findet zunehmend eine Dehydrierung der Proteine und Zucke statt, das Fleisch trocknet zusehends.
BBQ, findet daher Chemisch bis 135°C statt. diese Grenze soll nicht überschritten werden, darüber ist es Grillen.


Bei 140 °C beginnt die Caramelisierung der Zucker, ab hier beginnt die Zone der Bitterstoffbildung und starker Bräunung

ab 150 °C beginnen Röstreaktionen an der Oberfläche mit einer extrem starken Bräunungsreaktion der Zucker, ab 180°C Verkohlung der Zucker


Das Optimum für BBQ liegt somit zwischen 110°C (nicht drunter) und 135°C, nicht drüber. Der untere Bereich ist zu bevorzugen, aber nich zu unterschreiten, hier kann man das Fleich lange Halten ohne das es trocken wird. über 150°C wird nur kurz gegangen, um eine schnelle, aromatische Grillkruste zu machen

Alles Natürlich nur rein Chemisch gesehen. Aber es hilft die Vorgänge in der Küche zu verstehen....


Wenn es jemanden (ausser mir) interessiert, hier eien der unendlich vielen Seiten zum Thema "Chemie in der Küche"

Chemie in der Kche
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo fastride,
schau doch mal bitte hier: Chemie des BBQ. Da wirst Du fündig!
 
Nette Zusammenfassung, danke Dir.

Ich würde diesen Thread eher in der Rubrik "rund ums Fleisch" sehen. Vielleicht kann es einer der Mods verschieben.
 
Danke für diesen Beitrag. :thumb1:

(Nachtrag : Grillthermometer deshalb immer über einer Spiritusflame oder in der Kohle auf 150°C heizen, befor man es in "ungewisses" Fleisch sticht. das Fleich ist in der Mitte in der Regel weitgehend steril, wenn es nicht verletzt wurde, mit einem kalten Thermometer befördert man das Biotop von der Fleischoberfläche ins Innere.
Aussen ist es kein Problemm, da es hier warm genug wird. Im Kern können aber die "Viecher" die durch ein kaltes Thermometer eingebracht werden, schon mal die Prozedur überleben. Aus selbigem grund legt man auch keine rohen Fleischstücke mit einer Grillgaben auf den Grill, ausser die war vorher im Feuer !)

Wenn ich das Thermometer sterilisiere (Feuer), dann ins Fleisch pikse, nehme ich doch trotzdem Keime von der Oberfläche mit ins Innere. Das Metall dürfte sich nach dem Sterilisieren schnell abkühlen und kühlt dann schlagartig weiter ab, wenn es auf das Fleisch trifft. In diesem Moment hüpfen die Keime auf und fahren mit.
Also ich hab in meiner Küche keine OP-Athmosphäre, noch trage ich sterile Handschuhe beim Kochen/Grillen. In der Ubahn husten mich täglich mögliche 2000 Menschen an und ich esse sogar ab und zu in einem Imbiss. Ich lebe noch ; )
Grillgabeln, die das Fleisch beschädigen sollte man sowieso nur dann verwenden, wenn es schon gar ist und portioniert wird.
 
Danke für diesen Beitrag. :thumb1:



Wenn ich das Thermometer sterilisiere (Feuer), dann ins Fleisch pikse, nehme ich doch trotzdem Keime von der Oberfläche mit ins Innere. Das Metall dürfte sich nach dem Sterilisieren schnell abkühlen und kühlt dann schlagartig weiter ab, wenn es auf das Fleisch trifft. In diesem Moment hüpfen die Keime auf und fahren mit.
Also ich hab in meiner Küche keine OP-Athmosphäre, noch trage ich sterile Handschuhe beim Kochen/Grillen. In der Ubahn husten mich täglich mögliche 2000 Menschen an und ich esse sogar ab und zu in einem Imbiss. Ich lebe noch ; )
Grillgabeln, die das Fleisch beschädigen sollte man sowieso nur dann verwenden, wenn es schon gar ist und portioniert wird.

Das ist nicht der Punkt. Natürlich ist es am Smoker nicht wie in einem OP. Problematisch könnte (konjunktiv) es werden wenn Du z.B. ein Niedertemperatur Roastbeef am Stück machst. Da läuft die KT ja nicht über 55. Wenn Du jetzt mit dem Thermometer, sagen wir E-Coli einschleppst, dann hast Du in Deinem Roastbeef ideale Brutbedingungen :puke: EHEC lässt grüssen.
 
Ich fasse das Fleisch aber vorher mit den Fingern an. Dann fingert man am Wasserhahn rum, ist das Brett steril usw. Ich habe beim Kochen keine OP-Assistentin, die dafür sorgt,
Ausserdem erwähnte ich ja, dass das Abbrennen des Themometers nicht 100% sicher ist.
Ich habe zuhause nicht den Anspruch 100% steril zu kochen. Das erwarte ich auch im Restaurant nicht. Es ist inkonsequent, dies zu beanspruchen, aber sich trotzdem in der verkeimten Öffentlichkeit zu bewegen.

Sterile Sicherheit hört beim Fleischlieferanten auf. Ab dem Moment, wo ich mit sauberen Fingern das Vakuum öffne, vertraue ich auf die Herkunft des Fleisches.
 
man am Wasserhahn rum, ist das Brett steril usw.

Rein hypothetische Betrachtung: als reinlicher Mensch wäschst Du Dir sicherlich die Hände wenn Du auf der Toilette warst. Soweit so gut, wäschst Du aber auch den Wasserhahn, den Du mit der potentiel kontaminierten Hand geöffnet hast. Sicher nicht. Ist dies, wieso auch immer am selben Hahn, an dem Du Dein Mis en Place machst, hast Du eine potentielle Keimquelle. Nochmal, Keime die so rumschwirren sind unproblematisch. Es sind E-Colis und die haben leider eine hohe Letalität

:hmmm: Wenn ich mit rohem Fleisch hantiere mach ich das nur mit Latex Handschuhen und/oder gründlichst gewaschenen Händen, Messern und Schneidbrettern. Im Übrigen hüpfen Keime nicht wie Frösche durch die Gegend :lachen: Die hast Du an den Händen oder in einer nicht sauberen Küche oder Instrumenten oder.

Ausserdem erwähnte ich ja, dass das Abbrennen des Themometers nicht 100% sicher ist.

Wenn Du über den Fühler mit ner Flamme gehst und ihn nach Erkalten unmittelbar ins Fleisch steckt's, ist er zu 100% steril. Ausser Du legst ihn zwischendrin auf den Poden :grin:
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Das mit dem Thermometer ist eine reine Vorsichtsmassnahme bei Kerntemperaturen unter 80°C. :happa:

Die Aussenfläche des Fleisches wird im Grill/Smoker spätestens bei der letzten Bräunung hochsteril. da kann man auch auf der Kloschüssel zubereiten, da passiert rein gar nix.



Der Fleichkern dagegen NIE!

die Thermometerlanze ist in null komma nix auf über 200°C, wenn ich die ins Fleisch stecke (ohne Minuten lang zu warten), dann zischt es leicht.

(Ist übrigens ein netter Showeffekt für die Gäste, die auf ein Nachfragen über die Sorgfalt des Grillchefs freundlich staunen)

man könnte sich rein hypothetisch (die Idee ist mir grad gekommen) ein Brandeisen aus zum Beispiel einer alten Münze oder nem Famillienwapen machen, die auf Glutt in der FB erhitzen, ein Brandig im Fleisch machen, und das sterile Thermometer durch das Branding ind Fleisch stossen...

Dann sind auch alle Skeptiker beruhigt.....

Die Idee mit dem Brandeisen gefällt mir aber nun dermassen, dass ich wahrscheinich eh ein Brandeisen machen werde, mit dem ich auf jedes Stück Fleisch, das ich serviere (m)ein Logo brennen werde.......
 
Zuletzt bearbeitet:
man könnte sich rein hypothetisch (die Idee ist mir grad gekommen) ein Brandeisen aus zum Beispiel einer alten Münze oder nem Famillienwapen machen, die auf Glutt in der FB erhitzen, ein Brandig im Fleisch machen, und das sterile Thermometer durch das Branding ind Fleisch stossen...

Geil, noch so ein Spinner hier :lachen:
 
Soweit so gut, wäschst Du aber auch den Wasserhahn, den Du mit der potentiel kontaminierten Hand geöffnet hast.

Den stubse ich mit der Nase nach oben :prost:

Wir reden aneinander vorbei. Ich denke, fastride möchte mit dem Abbrennen des Thermometers verhindern, dass Keime von der Fleischoberfläche nach innen wandern. Das habe ich kommentiert. Nicht die Keime in meiner Küche.

Edit: Das Problem mit dem kontaminierten Wasserhahn hätte man auch mit Handschuhen : P
 
Interessanter Beitrag für uns Nicht-Chemiker.
Sollte man festpinnen, um bei Bedarf schnell und ohne Suche drauf zugreifen zu können!
 
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