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Das erste Mal - mit eigenem Sauerteig

schmock

EGGsperte
10+ Jahre im GSV
Ein freudiges Hallo in die Runde.

Heute wurde malwieder der Häussler befeuert. Auf dem Programm stand diesesmal ein Brot mit Sauerteig. Ich hatte am Montag begonnen, mir einen eigenen Sauerteig zu züchten. Dazu am Montag Abend 100g 1050er Weizenmehl mit ca. 100 ml lauwarmem Wasser klümpchenfrei verrührt und an die Wärme gestellt. Am nächsten morgen kräftig durchgeschlagen und wieder Ruhe bis am Abend. Am Abend dann Fütterung: 100 g Mehl und 100 ml lauwarmes Wasser. Und kräftig verrührt... on so trieb ich das Spielchen bis gestern Abend.

Interessant war die Entwicklung, einerseits vom Aussehen, andererseits vom Geruch. Anfänglich roch das Gemisch richtig erdig, kräftig, nach Getreide. Mittlerweile überwiegt der saure Geruch, der mal etwas nach Essig, vielleicht sogar schon fast agressiv wie Nagellackentferner roch, mittlerweile aber sehr mild sauer riecht. Eine Geschmacksprobe habe ich natürlich auch entnommen: sauer, aber irgendwie nussig, mild.

Heute Morgen nahm ich dann 500g Sauerteig ab und habe es mit Mehl, Wasser, einer Prise frischen Hefe und Salz zu einem sehr feuchten Teig verarbeitet. Ursächlich wollte ich Weckle (Brötchen, für die nich Schwaben :-) ) backen, ob der Konsistenz des Teiges sowie der eigenen Verfassung heute, entschied ich mich dann aber spontan für Ciabatta-ähnliche Brote.

So wurde dann ca. eine Stunde, bevor die Schnuckis in den Ofen durften, zwei Teile gemacht aus dem Teig, gedehnt, gefaltet, ins mit Roggenmehl bemehlte Bäckerleinen zur Gare gestellt. Dann eine Drehung und ab in den Ofen.

Der Sauerteig war noch nicht sonderlich triebstark, die Hefe auch nur minimal. Eine etwas größere Porung hätte ich mir gewünscht. Der Geschmack ist allerdings eine Wucht. Da bleib ich dran. Der Rest-Sauerteig wanderte in einem sauberen Joghurtglas in den Kühli und wird demnächst reaktiviert. Beim nächsten Versuch kommt noch etwas Honig oder Zucker in den Teig und evtl. ein wenig Öl - aber der Sauerteiggeschmack ist klasse.

Hier nun Bilder von den Erzeugnissen:

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Fazit: ich habe die "Angst" vor dem Sauerteig erst mal verloren, das Ganze ist garnicht so schwierig und aufwändig wie ich immer dachte. Der Geschmack entlohnt auf jeden Fall für die "Arbeit".
 

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Zuletzt bearbeitet:
Moin Patrick,

ist doch ein sehr schönes Brot geworden :thumb2:

:prost:
 
Na das hat doch eine wunderbare Porung. Bei jungem Sauerteig muss man halt manchmal ein wenig mehr Hefe zugeben, aber ich denke, das brauchte es hier gar nicht.
Je öfter du bäckst, desto besser wird ja dein Ansatz.
Ich muss auch mal wieder backen.
 
Danke, danke, der leben und lobenden Worte.

Ja das Brot ist auch richtig locker, saftig und kräftig im Geschmack. Gerade zum Vesper mit "saurem Käs", Butter und Olivenöl getestet: zum Olivenöl passt es mir nicht, da beisst sich die Säure vom Brot etwas mit dem intensiven Öl. Mit Butter ein Traum!

Der Sauerteig verkommt sicher nicht bei mir... :-)
 
Hallo Patrick,
sehr schöner Bericht und schönes Brot, finde die Porung nicht zu klein, gefällt mir sehr gut und über den Geschmack bin ich mir sicher das dieser klasse ist, Öl zum Sauerteig Brot find ich auch nicht den Hit, ich tunke da lieber mit nen schönen Fladen, Weiß, oder Ciabatta Brot.
Jedenfalls wieder schöner Beitrag, danke :anstoßen:
 
jo bleib dran an deinem Sauerteig, der wird von mal zu mal besser und bitte keine Hefe mehr dazu...
 
Danke Jungs! Mir hat's auch Spass gemacht und auch sehr gut geschmeckt.

Mal eine dilettantische Sauerteig-Anfängerfrage: das, was ich da jetzt produziert, ins Glas und dann in den Kühli verfrachtet habe, ist das das sog. "Anstellgut"? Was genau mach ich jetzt damit und wie krieg ich die Hefe komplett los, sprich den ST so triebstark, dass ich keine Hefe brauch?

Ich habe folgendes vorgehen im Sinn: vor dem nächsten Backtag lass ich den ST auf Raumtemp. akklimatisieren, fütter ihn und lass ihn bei ca. 30 Grad einige Stunden reifen. Dann wieder etwas in den Kühlschrank davon und etwas in den neuen Brotteig. Ist das so richtig?
 
Du machst deinen nächsten Sauerteig mit dem ASG - und je nach Rezept zb. mit 250 ml Wasser und 250 g Roggenmehl und dazu tue ich in der Regel ca. 2 EL Sauerteig-Ansatz.
Diesen Teig lasse ich über Nacht warm reifen, bis er backfertig ist. Von diesem Teig nehm ich den nächsten ASG ab und stell ihn in den Kühlschrank. usw usw
Dadurch wird der Sauerteig immer besser und man kann weitgehend oder ganz auf Hefe verzichten.
 
Zweiter Durchgang

Hallo zusammen,

heute war es wiedermal so weit: Backtag. Habe auch wieder meinen Sauerteig dazu hergenommen. Wie hab' ich's gemacht? Ganz einfach (keine Ahnung, ob das so richtig ist):
- Sauerteigansatz am Donnerstag aus dem Kühlschrank und akklimatisieren lassen
- mit Mehl und warmem Wasser gefüttert und kräftig gerührt
- Am Freitag Abend 50g vom Ansatz mit 300g Dinkelmehl und 300ml Wasser verrührt und warm gestellt, den restlichen Ansatz wieder im Schraubglas verstaut und ab in den Kühlschrank.
- Heute Morgen ist der Teig plötzlich losgegangen, abartig! Dann habe ich das Triebwerk geschnappt und mit weiteren 475g Dinkelmehl und ca. 125ml Wasser sowie 18g Salz und 20g Olivenöl zu einem geschmeidigen Teig verknetet und 4 Stunden in der Wärme (vor dem Heizkörper) ruhen lassen
- Jede Stunde einen Durchgang Dehnen und Falten
- Dann habe ich drei Teile gemacht, zu Ciabatta-ähnlichen Teilen geformt und mit dem Schluss nach oben auf ein mit Roggenmehl bemehltes Bäckerleinen zwei Stunden zur Gare gestellt.
- Dann die Brote auf den Einschiesser gestürzt mit Schluss nach unten und bei 250° in den Ofen.

Richtig: dieses mal komplett ohne Hefe. Und die Teile sind abartig aufgegangen. Echt lässig, das fasziniert mich. Keine Ahnung ob ich das alles korrekt gemacht habe, aber vom ersten Eindruck her bin ich schonmal sehr zufrieden.

Hier die Bilder. Anschnittbilder gibt es noch keine. Werden evtl. nachgereicht.

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...konnte nicht an mich halten. Hier von Innen:

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Bin begeistert. Aber etwas sauer. Wie bekommt man das milder?
 

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Hi,

milder:

Weniger Sauerteig.
Evtl. etwas Hefe.

Den richtigen Punkt zu erwischen ist gar nicht so einfach - also experimentieren.

(wenn du das nächste mal unterschiedliche Chargen machst die unterschiedliche Mengen von Sauerteigansatz und Hefe haben hast du es in 1-2 Backtagen).

Gruß Johannes
 
Patrick Patrick alter Schwede,
da hast Dich ja wieder mal selbst übertroffen, sieht richtig klasse aus Dein Brot aller erste Sahne, bin richtig beeindruckt.
Ich würde etwas weniger Sauerteig und dafür mehr Mehlanteile dazu geben das es milder wird, glaub mir das war es dann aber auch schon, sonst is alles perfekt!!!
 
@all: Danke für's Lob und den Zuspruch.

So schnell gebe ich nicht auf. Beim nächsten mal wird mal wieder etwas experimentiert. Mal sehen, ob ich die Säure nicht in Griff bekomme - wenn möglich auch ohne Hefe.

Kann es eigentlich sein, dass so Sauerteigchen mit kleinerer TA flüssiger ist als ein ordinärer Hefeteig oder was geht da ab? Wenn ich die TA von meinem gestrigen Sauerteigbrot anschau (TA 156) und das mit anderen Teigen, die ich bisher so gemacht habe vergleiche, dann spielt der Sauerteig-Teig was die Konsistenz angeht, schon fast in der Liga, wie ich meinen Seelen-Teig mache (TA 175). Kann mir das jemand erklären?
 
Zuletzt bearbeitet:
Kann es eigentlich sein, dass so Sauerteigchen mit kleinerer TA flüssiger ist als ein ordinärer Hefeteig oder was geht da ab? Wenn ich die TA von meinem gestrigen Sauerteigbrot anschau (TA 156) und das mit anderen Teigen, die ich bisher so gemacht habe vergleiche, dann spielt der Sauerteig-Teig was die Konsistenz angeht, schon fast in der Liga, wie ich meinen Seelen-Teig mache (TA 175). Kann mir das jemand erklären?

Hi Patrick,

gehe ich recht in der Annahme daß Du den TA 156 Sauerteig (beim Fertigmachen) so machst:

Beispiel:
1kg Mehl
560g Wasser
300g Sauerteig
. . . .
????????

Wenn ja, dann ist der Fehler der, den Sauerteigansatz nicht mit einzurechnen.
Wenn der Sauerteig aus 150g Mehl + 150g Wasser beseht, so ist dein Teig dadurch:
1150g Mehl
710g Wasser
Was ein TA von 162 ergibt.

Vorteige sind meist TA 200 - Wikipedia

Gruß Johannes

Edit: Rechenfehler
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Johannes,

danke für die Antwort. Zur Erläuterung:

aus meinem Sauerteig-Ciabatta-Rezept ergibt sich folgendes:

50g ASG (TA 200)
300g Dinkelmehl
300g Wasser
----> Immernoch TA 200

475g Dinkelmehl
125g Wasser
----> vermischt mit den oberen Zutaten komme ich auf eine TA 156


Im Vergleich zu meinem Seelen-Rezept:

1kg Mehl
750g Wasser
----> TA 175

Somit haben wir beide richtig gerechnet, aber bei eklatant unterschiedlicher TA ist der ST-Brotteig mit TA 156 gefühlt einiges feuchter / weicher als der TA 175 Seelenteig.
 
Hi,

da kann ich dir leider nicht helfen da ich alle Teige nach Gefühl mache (bzw. Optik).

Ich nehme nie die volle Menge Wasser (ausser beim Pizzateig, der ist immer gleich) sondern lasse erst mal mit weniger rühren. Dann wenn es richtig zusammengeht schütte ich wenig/alles/mehr Wasser nach.

Wobei ich auch das Gefühl habe dass Sauerteige "schmieriger" / "klebriger" sind - auch ohne Roggen (ich mache kaum Roggenbrote, meist Dinkelsauerteigbrote).

Gruß Johannes
 
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