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DAS Wurstgewürz, ein finales Kompendium.

intothefire

Dr. Med. Wurst
15+ Jahre im GSV
★ GSV-Award ★
Ich habe sehr lange gerüffelt, und viele Versuchsreihen sind diesem Faden vorausgegangen. Aber: wozu das alles?

Als heimwurstler kennt man das Problem: Gewürze mischen für die ein oder andere Sorte und mit 0,2 g hantieren ist auch nicht immer so einfach.

Es keimte die Überlegung ob man nicht 1 Gewürz für alles nehmen kann, und nur Nuancen verändert die Sortenspezifisch sind. Also man nehme das Grundgewürz für zb Leberwurst und gibt nur noch etwas Piment und Majoran hinzu.

Denn eigentlich ist die Grundwürzung immer dieselbe.

Die Schwierigkeit war, das nichts hervorschmecken darf. Und es musste eine helles Gewürz werden, damit man es für alle Sorten nehmen kann, also ohne Paprika! Und auch durften keine Kräuter enthalten sein, die müssen sortenspezifisch zugegeben werden.

Vielleicht arbeiten ja auch einige mit Gewürzmischungen, und kennen das Problem das die großen Gebinde irgendwann ablaufen oder ihre würzkraft verlieren. außerdem sind dort sehr oft viel Zucker als füllstoff enthalten.

Es dauerte seine Zeit bis ich dieses „Bäm“ Gefühl im Mund hatte, das alle areale in meinem Mund aktiviert sind 😂

Aber lange Rede kurzer Unsinn: auf folgende Mengen habe ich mich geeinigt und für gut befunden.

2,5g Pfeffer
0,1g Nelke
0,1g Kümmel
0,3g Muskat
0,2g Ingwer
0,2g Zwiebelgranulat
0,1g Knoblauchgranulat
0,1g Piment
0,2g Koriander
0,2g Zucker
=
4g Gewürz + 1g Streuwürze(optional)

Hier hat man noch Möglichkeiten mit der Zugabe von 1g Steuwürze (Fondor) auf 5g aufzurunden. Ich möchte hier keine Diskussion über Glutamat anstoßen. Man kann es verwenden oder lässt es, es bleibt optional! Empfehlen würde ich es bei Brühwursterzeugnissen oder reiner Geflügelwurst.

Wie wird es angewendet?

Für eigentlich alles. Ein paar Beispiele:

Frische Bratwurst: 8g grundgewürz+1g Majoran+ 18-20g Salz. Ergibt ein super würzige pfeffebetonte Bratwurst.

Mettenden: 5g Grundgewürz, 2-3g Zucker, 0,2 g Kümmel und wer mag 0,5-1g Paprika edelsüss desweiteren 24g Pökelsalz.

Leberwurst: 8g Grundwürzung, 4g Majoran, 0,25g Piment. 18-20g Salz.

Krakauer: 8-10g Grundwürzung (die knallt 💥) 1g Kümmel gestoßen, 2g Majoran, 1-2g Paprika und 20-22g Pökelsalz und eine Knoblauchzehe pro kg Feinbrät 50 %, Grob 50%

Feine Bratwurst: 8g Grundwürzung, 0,5g Macisblüte und 0,5-1g Zitronenschale.

Fleischkäse: 6-8g Grundwürzung, 0,2g Kardamom (wer mag, es ist ein sehr aufdringliches Gewürz und ich mag es persönlich nicht! (Aber meine Frau 👩) 2g röstzwiebeln (am kutterbeginn zugeben)18-20g Pökelsalz

Thüringer Roster: 8g-9g Grundwürzung, 0,5 g Kümmel,1-2g Majoran 18-20 Salz.

Um nur einige zu nennen. Man bleibt flexibel in der Gestaltung seiner Wurst, und auch die Schärfe der Basis lässt sich immer beeinflussen! Wem die würzung zu kräftig ist nimmt sich einfach ein wenig zurück bis es passt, es wird kein Gewürz dominant!

Deswegen verwende ich auch kein Macis oder Kardamom in der Grundmischung, weil diese sehr dominant sind.

Eignet sich übrigens auch hervorragend für Mett oder Frikadellen!

Ich hoffe ich konnte euch ein paar Inputs geben und vielleicht probiert es ja der ein oder andere aus und gibt Feedback. Wünsche euch ein schönes Wochenende 🙋🏻‍♂️
 
Hallo Steffen,

Danke für deine Mühen! Klingt in jedem Fall sehr gut und wird ausprobiert!
Nur: was mache ich jetzt mit meiner Gewürzkiste 🤣🤣🤣
Tolle Idee und der Gedankengang dahinter ist auch super 👍
Das war der Gedanke dahinter: überall fliegen Gewürze rum 😵‍💫 das ist meine Kiste
image.jpg

Das ist nun aber auch wirklich alles! Noch ein Bild vom fertigen Gewürz
image.jpg
 
Ich bin ja grundsätzlich ein Fan davon, wenn man irgendwas vereinfachen kann. Gewürze mischen ist allerdings eine Sache, die ich trotz erhöhtem Aufwand immer bei der Zubereitung durchführe. Und das aus einem ganz bestimmten Grund: Ich weiß exakt, von welchem Gewürz wieviel drin ist. Ich habe bei vorgemischten Gewürzen immer Bedenken, dass die Mischung ja nie 100% homogen sein kann, und deshalb die Anteile immer etwas schwanken und dann in dem entnommenen Löffel gerade von Gewürz XYZ anteilsmäßig zu viel oder zu wenig drin ist. Vielleicht sind diese Bedenken auch unbegründet, ich weiß es nicht. Mir ist trotzdem wohler dabei, wenn ich alles frisch abwiege.
 
Steffen, das ist eine hervorragende Idee👏🏽.
Danke für die Testreihen.
Gewürze mischen ist allerdings eine Sache, die ich trotz erhöhtem Aufwand immer bei der Zubereitung durchführe
Ich hab das auch so gemacht früher. Jetzt mache ich das ein bis (x) Tage vorher, wiege alles in kleine Dosen ab und nur die letzte Sorte Wurst wird dann noch einzeln abgewogen. Meist ist das Fleischkäse, inkl dem Restbrät jeder Sorte.

Das spart am Wurstetag unheimlich Zeit.
Allerdings muss man vorher wissen wieviel Kilo man genau pro Sorte macht.

Grüße✌️
 
Ich bin ja grundsätzlich ein Fan davon, wenn man irgendwas vereinfachen kann. Gewürze mischen ist allerdings eine Sache, die ich trotz erhöhtem Aufwand immer bei der Zubereitung durchführe. Und das aus einem ganz bestimmten Grund: Ich weiß exakt, von welchem Gewürz wieviel drin ist. Ich habe bei vorgemischten Gewürzen immer Bedenken, dass die Mischung ja nie 100% homogen sein kann, und deshalb die Anteile immer etwas schwanken und dann in dem entnommenen Löffel gerade von Gewürz XYZ anteilsmäßig zu viel oder zu wenig drin ist. Vielleicht sind diese Bedenken auch unbegründet, ich weiß es nicht. Mir ist trotzdem wohler dabei, wenn ich alles frisch abwiege.
Tut mir leid, aber das ist leider Unfug. Wenn du kompletten Standard haben wolltest müsstest du schon mit Extrakten arbeiten, da das Rohmaterial je nach Anbaugebiet und Jahreszeit extrem schwankt. Auch kannst du nicht sicher welche würzkraft jedes einzelne Gewürz zur Zeit hat.

Das ist mit ein Grund warum oft auf den fertiggewürzen Extrakte ect. Aufgeführt sind. Damit werden die Schwächen und Schwankungen des Rohstoffes ausgeglichen.und die sind dann wirklich immer gleich!

Ich mache das abwiegen mit einer feinwaage, und stelle mir meist auf 10kg Gewürz her. Das klappt ordentlich und gut 👍🏻

Aber ich betone nochmals: Das ist nur ein Angebot auf erprobten Erfahrungen, das man annehmen KANN.

Ich möchte auch garnichts verkaufen !!! 😂😂
 
Aber ich betone nochmals: Das ist nur ein Angebot auf erprobten Erfahrungen, das man annehmen KANN.

Ich möchte auch garnichts verkaufen !!
Ich glaube, das hat auch jeder so verstanden. Ich bin froh und dankbar über jeden Tipp den man noch bekommen kann , Steffen.
 
Finde ich eine super Herangehensweise, vielen Dank :thumb2: Sind Deine Beispiele alle pro Kg Brät gemeint oder habe ich was überlesen?
 
Damit alles aufgegessen wird 🙄
Ach ne, manchmal fressen sie auch 😀
Fressen trifft es bei den zwei Pubertätsmonstern schon eher. :D

Ich hab halt mittlerweile meine Rezept mal in eine Tabelle eingegeben. Die Menge an Wurst eingeben und zack ich hab die Menge an Gewürz und die anteilige Menge Fleisch zum bestellen im Schlachthof.
Die Gewürze und Fleisch werden pro Sorte ausgegeben und Gesamt. Somit kann ich im Vorfeld schon mal schauen, ob denn überall genug vorhanden ist.
Entweder ich wiege am Vortag oder halt die Kinder wiegen lassen. Die bekommen die Liste natürlich nicht. Dreisatzrechnen schadet nicht.:D
Da meine Würste gewürztechnisch zu stark variieren, macht ein one for all Gewürz so gut wie keinen Sinn und wäre ein schlechter Kompromiss.
Manche nehmen ja auch gleich Fertigmischungen, ist allerdings für mich auch keine Option.
Die Bauernwurst ist ja eh schon die Eierlegendewollmilchsau unter den Würsten. Das Brät kannst du für Bratwurst, geräucherte Brühwurst, Rohwurst und für Wurst im Glas verwenden.
Ich sehe halt keinen wirklichen Mehrwert einer Mischung für alles. Am Vortag die Mischung mit 10 Gewürzen abwiegen oder für 3 Sorten Wurst 12 Gewürze ist doch auch schon WURST.
Eine ordentliche Planung und Vorbereitung erleichtert mir die Sache definitiv mehr.

Mei fünferl.
 
Finde ich eine super Herangehensweise, vielen Dank :thumb2: Sind Deine Beispiele alle pro Kg Brät gemeint oder habe ich was überlesen?
Pro kg Brät. Bei 4g ist das alles noch ziemlich nüchtern, je mehr desto intensiver. Aber es soll ja Leute geben die mögen nicht so stark gewürzt. Die Beispiele beziehen sich auf praktische Erfahrungen.

Die ist halt vielseitig einsetzbar, so kann man zb auch bei neuen Rezepten damit sehr gut nachwürzen, bis es passt.
 
Fressen trifft es bei den zwei Pubertätsmonstern schon eher. :D

Ich hab halt mittlerweile meine Rezept mal in eine Tabelle eingegeben. Die Menge an Wurst eingeben und zack ich hab die Menge an Gewürz und die anteilige Menge Fleisch zum bestellen im Schlachthof.
Die Gewürze und Fleisch werden pro Sorte ausgegeben und Gesamt. Somit kann ich im Vorfeld schon mal schauen, ob denn überall genug vorhanden ist.
Entweder ich wiege am Vortag oder halt die Kinder wiegen lassen. Die bekommen die Liste natürlich nicht. Dreisatzrechnen schadet nicht.:D
Da meine Würste gewürztechnisch zu stark variieren, macht ein one for all Gewürz so gut wie keinen Sinn und wäre ein schlechter Kompromiss.
Manche nehmen ja auch gleich Fertigmischungen, ist allerdings für mich auch keine Option.
Die Bauernwurst ist ja eh schon die Eierlegendewollmilchsau unter den Würsten. Das Brät kannst du für Bratwurst, geräucherte Brühwurst, Rohwurst und für Wurst im Glas verwenden.
Ich sehe halt keinen wirklichen Mehrwert einer Mischung für alles. Am Vortag die Mischung mit 10 Gewürzen abwiegen oder für 3 Sorten Wurst 12 Gewürze ist doch auch schon WURST.
Eine ordentliche Planung und Vorbereitung erleichtert mir die Sache definitiv mehr.

Mei fünferl.
Das ist natürlich auch eine gute Herangehensweise 👍🏻 ich würde auch nicht ändern, was funktioniert 😁

Was mich angetrieben hat war vor allem das manche Würste keinen harmonischen Geschmack bekommen, wenn zu wenig einzelne Gewürze verwendet werden. Entweder schmeckt es nur nach Ingwer oder Muskat ect.
 
Als heimwurstler kennt man das Problem: Gewürze mischen für die ein oder andere Sorte und mit 0,2 g hantieren ist auch nicht immer so einfach.
Danke, gute Idee mit dem Grundgewürz. Aber ich taste mich an die Rezepte mit den 0,2 g ran, und versuche so
wenig wie möglich, und nur so viel wie nötig zu würzen. Wie geschrieben:
Vieles ist Ähnlich. Manchmal ist weniger mehr und besser.
Gruß Eckhard
 
Danke, gute Idee mit dem Grundgewürz. Aber ich taste mich an die Rezepte mit den 0,2 g ran, und versuche so
wenig wie möglich, und nur so viel wie nötig zu würzen. Wie geschrieben:
Vieles ist Ähnlich. Manchmal ist weniger mehr und besser.
Gruß Eckhard
Das ist richtig, bei Zuviel Gewürz leidet der eigentliche Fleischgeschmack.
 
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