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Die beste Haxe ? erster Versuch

FlamingMoe

Fleischesser
15+ Jahre im GSV
Ich will demnächst zum ersten Mal Haxe/ Eisbein in der Weberkugel zubereiten, habe deshalb schon intensiv die Suchfunktion bemüht und nun mehr Fragen als Antworten. Es wäre toll wenn man hier meinen "Fragenkatalog abarbeiten" könnte, um einem das würzen / zubereiten zu erleichtern.
Im Prinzip sind es nur 3 Fragen, man muss aber teilweise doch sehr ins Detail gehen.

Erstens: Pökeln ja oder nein ?

Per Definition ist pökeln ja nur ein haltbar machen, also nicht zwingend notwendig wenn man das Fleisch heute kauft und würzt und morgen grillt. Das pökeln mit Nitritpökelsalz und anschließende grillen ist ja wohl auch bendenklich, wobei es neuere Studien gibt die das nicht so eng
sehen: http://de.wikipedia.org/wiki/Pökeln

Als Alternative zum Pökelsalz könnte man auch Speisesalz verwenden, wobei das Fleisch aber nicht rosa wird, sondern grau.
Wenn pökeln also nur der Farbe oder bessern Lagerung dient könnte man es auch lassen. Dient das Pökeln auch dem Geschmack, kann man eine Marinade auch per Spritze injizieren. Das vom pökeln das Fleisch zarter wird hab ich noch nicht gelesen, bitte aber um Aufklärung.

Zweitens: Vorkochen ja oder nein ?

Kochen entzieht dem Fleisch Geschmack, verringert aber die Garzeit. In einigen Threads hab ich gelesen das dadurch die Haut nicht mehr richtig knusprig wird. Also vorkochen ja oder nein und wie lange ca. pro Kg Fleisch?

Drittens Hohe Temperatur fahren oder Slow and low?

Für die hohe Temperatur spricht, dass ich erstens schneller zum essen komme und zweitens die Haut bestimmt knusprig wird, außerdem soll die Haxe bis zu 40% an Gewicht ( Fett ) verlieren, was die Haxe ja fast zu einem diätischen Lebensmittel macht.
Für slow and low spricht eigentlich nur, daß man theoretisch das zartere und saftigere Fleisch erhält.

So wie mach ich es denn nun? Slow and low vorgepökelt und vorgekocht, oder schnell zum Metzger ein unbehandeltes Schweinebein kaufen und bei Monsterhitze knusprig grillen?
Evtl. kann man ja in Anlehnung an das Admin BBC ein Rezept erstellen, damit einem die erste Haxe auch gelingt.
 
Hallo,

meine Meinung:

1: In diesem Fall dient das Pökeln nicht so der Haltbarmachung, sondern dem Geschmack. D.h. Salz und Gewürze sind im gesamten Fleisch verteilt und nicht nur an der Oberfläche. Ich nehme gerne gepökelte Haxen, ist aber Geschmacksache. Testen!

2: Nein. Kochen verbietet sich, da es das Prinzip des "Suppe-Machens" ist und es entzieht tatsächlich Geschmack. Kompromiss: Manche lassen die Haxe bei 60° etwa 30 Minuten simmern. Wird in der Gastro auch oft gemacht. Auch hier wieder eine Glaubensfrage. Knusprig werden die Vorgebrühten auch. Testen!

3: Erst niedrige Temp um das Fleisch durch und durch gar zu bekommen und gegen Schluss Gas geben, damit die Schwarte krachig wird.
 
Hallo,
ich als Laie in Sachen pökeln kann nur sagen. Pökeln ist für mich nur eine Geschmackssache und nichts zum Haltbar machen.
Heutzutage hat ja doch fast jeder nen Kühlschrank oder eine Kühltruhe daheim (dient ja auch zum haltbar machen.)

Ich hab im Moment mein erstes Pökelfleisch in der Röhre (nur zur Geschmacksprobe im BO)
Sollte das gefunzt haben, wird das nächste Stück gesmoked, bzw kaltgeräuchert.

Somit ist für mich pökeln nur eine Räuchervorbereitung, bzw eine geniale Art wie man einen Schweinebraten geschmacklich top pimpen kann.

Aber bei den Profis hier bist Du sicher gut aufgehoben mit Deinen Fragen.

Gutes gelingen.
Dany und Peter
 
Cruiser schrieb:
Natural Born Griller schrieb:
2: Nein. Kochen verbietet sich, da es das Prinzip des "Suppe-Machens" ist und es entzieht tatsächlich Geschmack.

Würd ich auch nicht machen.
Eine Alternative wäre, den Haxen einzuschweißen und im Wasserbad vorzugaren.


:prost:

Hm.... der ausgetretene Fleischsaft ist dann im Beutel. Wenn man den Haxen im Beutel wieder abkühlen lässt, zieht der Saft evtl. wieder zurück ins Fleisch? Kann ich mir, ehrlich gesagt, nicht recht vorstellen, denn das Eiweiß ist dann ja bereits geronnen und die Oberfläche sozusagen dicht.

Hast Du das schon ausprobiert? Wenn nicht, sollte man mal ....

Evtl. im Vakuum nur leicht blanchieren...? :hmmmm:

Aber wozu eigentlich? :lol:

:prost:
 
Ich kenn mich mit dem vakuumieren nicht so aus, kann da wirklich noch Fleischsaft austreten?

Viele Grüße,
Marc
 
Kauf ein vakuumiertes Stück Fleisch. In der Tüte steht mitunter auch der Saft drin.
 
hi eingeschweisst kochen ??

HAB ICH PROBIERT:

war ne lachnummer nich war Rene ?


GRUSS BUTCH
 
butch schrieb:
hi eingeschweisst kochen ??

HAB ICH PROBIERT:

war ne lachnummer nich war Rene ?


GRUSS BUTCH

Richard, ich hab grad ne Gedächtnislücke 8)
 
Natural Born Griller schrieb:
Hallo,

meine Meinung:

1: In diesem Fall dient das Pökeln nicht so der Haltbarmachung, sondern dem Geschmack. D.h. Salz und Gewürze sind im gesamten Fleisch verteilt und nicht nur an der Oberfläche. Ich nehme gerne gepökelte Haxen, ist aber Geschmacksache. Testen!

2: Nein. Kochen verbietet sich, da es das Prinzip des "Suppe-Machens" ist und es entzieht tatsächlich Geschmack. Kompromiss: Manche lassen die Haxe bei 60° etwa 30 Minuten simmern. Wird in der Gastro auch oft gemacht. Auch hier wieder eine Glaubensfrage. Knusprig werden die Vorgebrühten auch. Testen!

3: Erst niedrige Temp um das Fleisch durch und durch gar zu bekommen und gegen Schluss Gas geben, damit die Schwarte krachig wird.
Zu 1:
Dazu braucht man kein Pökelsalz. Auch mit Kochsalz und Gewürzen erziehlt man den selben Effekt. Das Pökelsalz beeinflusst eigentlich mehr die Farbe und auch die Haltbarkeit (jedoch die Haltbarkeit nur bei Rohware, wie Schinken und rohen Würsten). Die Geschmacksbeeinflussung ist mit Pökelsalz zweitrangig, da fast nicht feststellbar. Außerdem ist gepökeltes Fleisch bei starker Hitze nicht so zu empfehlen (warum sollte man auch das Fleisch pökeln, wenn man das gleiche Ergebnis, auch mit Kochsalz und den Gewürzen erreichen kann?).

Zu 2:
Stimmt so auch nicht. Wenn die Haxe in kochendes Wasser eingelegt wird und dann langsam und leicht weiterköchelt, verliert sie so gut wie keinen Geschmack. Bei 60° simmern laugt die Haxe aus (das ist wie beim Suppenfleisch. Will ich eine kräftige Suppe, dann setz ich das Suppenfleisch kalt auf, will ich ein saftiges Fleisch, setz ich das Fleisch in der kochenden Brühe an).

Zu 3:
Da geb ich Dir recht. Die Haxe ins stark kochende Wasser und dann leicht simmernd garen, gewürzen und dann auf den Grill, bei sehr hoher Hitze. Dann wird die auch super gross.
:prost:
Edit sagt:
Eine vorher, so wie oben beschriebenen Haxe, ziehe ich einer rohen, direkt auf dem Grill gemachten, immer vor (sie ist weich, zart und auch bei hoher Hitze nachgegart, richtig schön knusprig). Jetzt werden bestimmt einige dagegen posten, aber probiert das erst mal so aus.
:prost:
 
Tach Schwager,

mach doch so wie die Krustenrippen:

Schwarte bis ins Fett kreuzweise einritzen, ordentlich mit Salz und Majoran einreiben und in Folie über Nacht in den Kühli.

Nächsten Tag das Salz gut auswaschen, rubben nach belieben und indirekt mit mittlerer Hitze auf ne KT von 80 Grad bringen, gerne mit Rauch und dann nochmal direkt von jeder Seite die Kruste 10 min lang poppen, fäddisch.

Oder machs wie der Haxenbauer: über nacht einwürzen mit Salz, Pfeffer und Gewürzen nach gusto, andern Tag im BO bei 180 Grad Heissluft ca. 90 min vorgaren und dann noch warm auf den Spieß und bis zur gewünschten Knusprigkeit grillen.

Gruß
Thomas
 
Danke erst mal für die Tipps!

Werde also eine mit Kochsalz würzen, eine mit Kochsalz "pökeln" und dann beide in kochende Brühe geben und die Teile vorgaren. Gegrillt wird wird dann bei niedriger Temp. und am Schluss Vollgas, das ist erst mal der grobe Plan.
 
Warum Suppe ? Ich vertrau hier voll und ganz auf die Erfahrungswerte hier im Forum:


Zu 3:
Da geb ich Dir recht. Die Haxe ins stark kochende Wasser und dann leicht simmernd garen, gewürzen und dann auf den Grill, bei sehr hoher Hitze. Dann wird die auch super gross.

Edit sagt:
Eine vorher, so wie oben beschriebenen Haxe, ziehe ich einer rohen, direkt auf dem Grill gemachten, immer vor (sie ist weich, zart und auch bei hoher Hitze nachgegart, richtig schön knusprig).
 
Hat schon mal einer Haxe im DO gemacht? Beim Krustenbraten funktioniert es doch auch. Eventuel die Haxe auf einen Rost legen und ab und zu drehen.
 
Test 1

So es ist vollbracht und der erste Testlauf erfolgreich absolviert.
Da ich nicht vorbestellt habe waren Samstags "nur" gepökelte Haxen zu bekommen, Stückgewicht knapp über ein Kilo. Von der Optik her waren die Schweinebeine nicht das was ich mir gewünscht hätte, weil zu wenig Schwarte vorhanden war.
Von den drei Haxen hab ich zwei vorgekocht und zwar in Gemüsebrühe mit Lorbeer und Wachholderbeeren. Hab mich an die Tipps gehalten und das Fleisch erst in die Brühe gegeben als sie richtig gekocht hat und nach einer guten halben Stunde die Haxen zum auskühlen rausgenommen.
Zum würzen hab ich Salz, Pfeffer , Senfpulver und Kümmel benutzt.
Die ungekochte Haxe hab ich mit ordentlich Salz und Pfeffer eingerieben und anschließend mit Senf bestrichen.

4840_haxe_002_1.jpg


4840_haxe_007_1.jpg


Hab mit einer relativ hohen Temp. von ca. 200°C angefangen und dann mit ca. 160-180°C weitergegart. Nach 1,5 Stunden war zum ersten Mal einpinseln angesagt, mit einer Mischung aus Malzbier und Salz. Nach 2,5 Stunden hab ich noch mal ordentlich Kohlen nachgemünzt damit die Schwarte kross wird. Kerntemp. von 85°c war nach guten drei Stunden erreicht.
Ergebnis: von der unterschiedlichen Würzung mal abgesehen war zwischen gekocht und ungekocht nicht wirklich ein unterschied zu bemerken, auch die Schwarte war identisch. Was die Konsistenz des Fleischs angeht war ich zufrieden. Etwas weniger Temp. Am Anfang und dafür etwas mehr Garzeit wäre bestimmt noch besser, aber ich bin zufrieden mit dem ersten Versuch.

4840_haxe_009_1.jpg



Als Beilage gab es Klöße und Kraut. Mit dem ausgetretenen Bratensaft und dem Rest Malzbier hab ich eine Biersoße gemacht, war so ziemlich das Übelste was ich je an Soßen produziert hab. Also nächstes mal wird ein Fertigprodukt angerührt.
 
Re: Test 1

FlamingMoe schrieb:
Mit dem ausgetretenen Bratensaft und dem Rest Malzbier hab ich eine Biersoße gemacht, war so ziemlich das Übelste was ich je an Soßen produziert hab. Also nächstes mal wird ein Fertigprodukt angerührt.

Schöner Test

Versuch das nächste Mal doch nochmal eine selbstgemachte Soße.

Gib in die Schale für den Bratensaft "richtiges" Bier evtl. dunkles etwas wurzelwerk und Gewürze(Lorbeer usw.),

wenn die Haxen fertig sind den Fond etwas einreduzieren und mit Mehlbutter abbinden.

Schmeckt garantiert

:prost: :prost: :prost:
 
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