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Dry aged Rinderfilet sous-vide

daelch

Hobbygriller
10+ Jahre im GSV
Liebe Gemeinde,

nachdem ich seit einiger Zeit hier im Forum lese und mir hier einiges an Wissen aneignen konnte (vielen Dank an Euch!), habe ich mich heute angemeldet um auch unser Vakuum Erlebnis mit Euch zu teilen.

Unsere Rewe in Mainz führt seit kurzer Zeit dry aged beef. Kurz vor dem Feiertag war gestern nur noch wenig Auswahl zu haben. Dry aged Rinderfilet (49,99 Euro / kg) gab es leider nur noch in einzelnen Stücken.

Ein Großes für mich und ein Kleines für meine Frau. :thumb1:
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Nach dem Putzen haben wir die Fleischstücke mit etwas gepressten Knoblauch, Pfeffer und etwas Rosmarin gewürzt. Danach vakuumiert (Caso 1340 Vakuumierer VC 10).
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Dann gingen die beiden Stücke bei ca. 65+- Grad (gut 10 Grad zu viel, ich weiß, aber was tut man nicht alles für die bessere Hälfte :prost:) ab in die provisorische Badewanne (ca. 70 Minuten).
Wenn die Temperatur im Topf erreicht ist, stelle ich das Kochfeld immer auf Stufe 1 von 12. Das funktioniert bei meiner Herd/Topf Kombination soweit ganz gut ohne große Aufsicht (einen long job würde ich auf diese Weise natürlich nicht machen wollen/können).
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Nach dem Bad sieht das Fleisch wie gewohnt wenig ansehnlich aus. Der Geruch beim Öffnen des Beutels war intensiv und angenehm. Interessant: das dry aged Fleisch hatte kaum Saft in den Beutel abgegeben.
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Anschließend wanderte das Fleisch auf den Gasgrill (mit Guss-Rost, Thermometer im Deckel zeigte 260 Grad an). Jede Seite lag etwa 1 Minute auf dem Rost. Also insgesamt 2 Minuten direkt, ohne Haube. Darüber hinaus habe ich den Creme Brulee Brenner missbraucht, um zusätzliche Röstaromen zu schaffen. Hier war ich eher vorsichtig und bin mir nicht sicher, ob es wesentlich zum Geschmack beigetragen hat.
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Ergebnis war wie gewünscht Medium Well. Es hätte etwas saftiger sein können. Vielleicht spielte hier die Trockenreifung mit? Es verließ beim Anschnitt so gut wie kein Tropfen das Fleisch.
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Was soll ich sagen... Filet ist ja sowieso schon zart und profitiert von sous-vide wahrscheinlich dahingehend nur wenig. Besser hatte mir zuletzt ein Stück Hüfte aus dem Vakuum geschmeckt, welche einen intensiveren Fleischgeschmack mitbringt.

Demnächst steht ein T-Bone / Porterhouse Steak an. Ich freue mich schon darauf. :)
 

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Knoblauch sollte man nicht mit in den Beutel geben. Das wird schnell ekelig und wurde auch schon oft geschrieben.
Der Gargrad ist gruselig. Was soll da noch saftig sein?
Schade um das teure Fleisch.
Wie kommst du auf die 70 Minuten?
Bei der Dicke viel zu lang.
 
Warum? Ich versteh nicht, wie man sowas machen kann? Es ist ja nicht verboten, Fleisch durch zu essen, aber warum denn dann unbedingt DA für 49€/kg. Macht doch absolut keinen Sinn. Das ist einfach die völlig falsche Zubereitung für das Stück Fleisch.

Brat doch deiner Frau ne Karotte oder ein Stück Huhn, wenn es nächstes mal Steak gibt.

Warum geißelst du dich denn selber, wenn nur deine Frau das durch will? Du hättest doch deins einfach bei 53°C machen können und dann das andere Stück halt daneben in der Pfanne?

Bitte nicht falsch verstehen, für die Frau ist nichts zu teuer und gerade beim Essen sollte man nicht sparen, aber es gibt sicher geeignetere Stücke um mit den Umständen zurecht zu kommen.

Die 70 Minuten waren etwas zu lang, sollte aber gerade noch im akzeptablen Bereich sein. Dennoch bei zarten Stücken leidet die Saftigkeit bei zu langen Garzeiten. Temperatur und Garzeit runter, dann wird es auch saftiger.

Zu deinem Equipment: Es ist bestimmt nicht ideal, aber mit etwas Gefühl kann das wie du schon sagst für kurze Garzeiten absolut zufriedenstellende Ergebnisse produzieren. Ich habe das früher selber so gemacht... Der Aufwand ist etwas größer, aber zum Testen von Sous Vide ist das denke ich ganz brauchbar.
 
Ergebnis war wie gewünscht Medium Well. Es hätte etwas saftiger sein können. Vielleicht spielte hier die Trockenreifung mit?

Ich kann mich da nur dem Andiman anschliessen - wie soll denn das bei der KT noch saftig sein ? Und das hat mit der Reifung überhaupt nix zu tun...
Auch mein aufrichtiges Beileid für das ehemals gute Stück Fleisch.
 
Im Beutel hat sich doch kaum Flüssigkeit gesammelt!!! - Wurde oben berichtet. Ergo, das meiste Wasser steckt noch im Fleisch - oder muss halt schon beim Reifen verdampft sein....

Was den Gargrad betrifft: Der ist für Filet in der Tat zu hoch. Bei diesen Temperaturen beginnt die Denaturierung der Proteine. Dadurch wird zwar auch Wasser rausgedrückt, aber
mangels aufgelöstem Bindegewebe ist das Mundgefühl der übergarten Fleischfasern recht spröde und trocken, obwohl noch die ursprüngliche Flüssigkeit drin steckt...

Nicht aufgeben mit den Grill- und SV-Versuchen!
Das nächste Mal wird's besser....:thumb1:

:beer2:
 
Hallo,

auch wenn hier alle Dein Ergebnis runtermachen, finde ich es toll, dass Du so etwas versuchst.
Sicher wäre als Erstlingswerk ein etwas weniger wertvolles Fleisch besser gewesen, damit es nicht ganz so weh tut, wenn es in die Hose geht.

Über den Gargrad muss man nicht streiten, das ist definitiv Geschmacksache. Jedoch ist es auch meine Meinung, dass das Stück etliche Grad weniger verdient gehabt hätte.
Trotzdem lass Dich von den Kommentaren hier nicht entmutigen und mach weiter, dann Versuch macht Kluch !!
Die, die hier motzen haben alle auch Lehrgeld bezahlt - glaub mir
 
Hallo,

vielen Dank für Eure Kommentare und Tipps.

In der Regel bereiten wir das Fleisch mit einer niedrigeren Kerntemperatur zu. Aufgrund einer Schwangerschaft haben wir den Fleischkonsum jedoch reduziert, bzw. bei den letzten Fleischzubereitungen immer mit höheren Temperaturen gearbeitet. Welches Stück vom Rind würdet Ihr für höhere Temperaturen empfehlen?

Viele Grüße
 
Welches Stück vom Rind würdet Ihr für höhere Temperaturen empfehlen?

Hmmmmm, mein Vorschlag wäre ein gut durchwachsenes Stück, das eigentlich eher in den Schmortopf gehört: Falsches Filet, Meiserl oder so.
Alles mit gut Bindegewebe. Dann sollte die Warmbadephase aber länger dauern, damit das ganze Kollagen abbaut. Anschließend dann (evtl.
aufschneiden und) angrillen. Das kannst Du dann kurz machen und innen rosa lassen oder halt durchbruzzeln. Ich vermute, dass es dann nicht mehr zäh werden
kann. Ob es aber dann noch saftig bleibt, weiß ich mangels Überprüfung nicht. Vielleicht kann das noch jemand kommentieren...

:prost:
 
Glückwunsch zum kommenden Nachwuchs!
Mit SV hast du aber gerade hier die perfekte Möglichkeit das Fleisch getrennt zuzubereiten. Ich habe damals auch teilweise mit verzichtet, aber das hatte gewisse Grenzen und das sah meine Frau zum Glück auch so. Ich habe ihr das Fleisch anders zubereitet und eigentlich habe ich das auch immer schon so gemacht, denn sie ißt ihr Fleisch lange nicht so "rare" wie ich.
Wir haben zu der Zeit aber auch deutlich mehr Fisch gegessen.

Das Filet hätte ich in diesem Fall bis max 60° für 2 Stündchen im Wasserbad gelassen und dann das Stück deiner Frau etwas früher auf den Grill gelegt. Ich persönlich bevorzuge so um die 55° im Wasserbad bei Rindfleisch.

Versuchs einfach nochmal man kann ja nix kaputt machen. Zur Not wird halt ein Schmorgericht daraus :thumb1:
 
2 Stündchen?
Nach welchen Tabellen/Vorgaben richtet ihr euch eigentlich?
 
Laut Baldwin benötigt das Stück bei 60,5 Grad 1:11 Stunden. Laut der App von Jonas Frei 50 Minuten, wobei ich anhand der Bilder eine Dicke von 3cm oder sogar eher weniger annehme.
Allerdings ist 60 Grad schon eine Vergewaltigung.
Die Methode im Kochtopf ist sicher geeignet um Sous Vide mal auszuprobieren. Da spricht nichts dagegen. Auch kommt es ja hier offensichtlich auf ein Grad mehr gar nicht an.
Aber nimm dir doch die Tabellen zur Hilfe und richte dich danach.
Wenn du Sorgen wegen der Schwangerschaft hast... nimm anderes Fleisch. Das hier hat definitiv eine andere Behandlung verdient.
Ich werbe mal wieder für die "unedlen" Teile: Ochsenbacken Sous Vide sind doch ein Traum und müssen eh lange bei höheren Temperaturen gemacht werden.
 
Hallo zusammen,

vielen Dank für die Glückwünsche und die Tipps.

Die Baldwin Dokument habe ich gesichtet. Sehr aufschlussreich.
Morgen starte ich noch mal einen Versuch. Meine Frau isst diesmal eine Alternative und ich kann deshalb die Gradzahl frei wählen.

Hier die Beute des heutigen Einkaufs, leider nur ein Handyfoto:
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Das T-Bone Steak hat ein Gewicht von 580 Gramm und ist geschätzt 4 cm dick (werde ich noch mal nachmessen). Ich werde eine Temperatur von 55 Grad anpeilen.
Laut Tabelle müsste das Fleisch also knapp über 2 Stunden in das Wasserbad.
Ich möchte nur etwas Pfeffer in den Beutel geben. Knoblauch lasse ich diesmal weg. Andiman hatte es schon angesprochen.
Bleibt der Fettrand auch bei sous-vide dran?

Irgendwelche Einwände? :)

Ich bin sehr gespannt.

Viele Grüße
 

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