Hallo frontloop,
Du hast einen guten Ansatz, wenn Du es mit den Neuanschaffungen übersichtlich halten möchtest. Kein fertig bestückter Messerblock voller Überflüssigkeiten, sondern wenig und dafür Qualität.
Was Mr.Pink geschrieben hat, kann ich 100%ig unterschreiben: Dick ist zu dick und der Stahl ist in den 1960ern stehen geblieben.
Mir sind vor einiger Zeit zwei Officemesser 9cm über den Weg gelaufen, ich hatte eigtl. ein Windmühlenmesser ersteigert und die beiden Office's waren eine Dreingabe.
Ich kann nicht sagen, daß ich sonderlich beeindruckt wäre... Die 9cm Klinge ist bis zum Ende der Unterkante gemessen, d.h. ein Teil der sichtbaren Fehlschärfe am Kropf hinten wird mitgemessen. Effektiv bleiben ungefähr 8,5cm Schneide übrig. Sehr mager.
Ein Officemesser ist ein Arbeitsmesser und sollte lang genug sein für allg. Schneidaufgaben, aber nicht zu unhandlich werden. Das in der Mitte abgebildete Herder Windmühlen Officemesser erfüllt diese Anforderungen in fast idealer Weise (leider ist es recht teuer, Seufz...). Dessen 10,5cm Klinge (inkl.Schmalkropf) ist wesentlich praxistauglicher, schärfer und bringt genügend Druck auf die Schneidkante für den professionellen Druckschnitt. Meines Erachtens ist für ein Officemesser eine 10-11cm Klinge ideal, 9cm wären zu kurz und 13cm zu lang. Sowas muß man anprobieren wie Schuhwerk.
Mit anderen Worten, das Ding in der Mitte räumt ordentlich was weg, während die Dick-en Messer keinen rechten Spaß machen.
Warum?
Ich weiß nicht, ob man es gut sehen kann: Die beiden Dick Officemesser fallen trotz identischer Produktionsnr. sehr unterschiedlich aus. Das obere Messer ist sehr dünn geschliffen, fast nagelgängig, das untere Messer scheint vom 99ct Grabbeltisch zu kommen, es ist fürchterlich dick, weich (Stahl) und krumm.
Es mag sein, daß das dicke, untere Messer aus früherer Produktion stammt und das obere, dünnere Messer einem allg. Trend zum Pseudo-Dünnschliff folgt. Ich weiß es nicht und ich habe keine Lust, noch mehr dieser Dinger zu begutachten. Wenn DAS normale Serienstreuung ist, dann Finger wech !!!
Apropos 'Finger wech': Die Dick Officemesser liegen auch nicht besonders gut in der Hand, sind kantig, schmal und eher unangenehm. Da müßte man mit Schleifpapier oder Nagelfeile nachhelfen oder vielleicht lieber noch was herumwickeln.
Praktisch jedes der zusätzlich abgebildeten Messer wäre ein besserer Kauf (man merkt, glaube ich, daß ich Windmühlenmesser sammle

).
Klassiker K1 oder Mittelspitz/Office K1M, selbst die einfachen Gemüsemesserchen für kleines Geld sind ungleich besser (auf eBay findet man noch vereinzelt 15 Messer zu 50 EUR aus Firmenauflösung). Und das K2 ist das perfekte Druckschnittmesser (Profiküche).
Von Herder gibt es auch leidlich Spülmaschinen-taugliche Messer (das Herz blutet einem, wenn man sowas schreibt...) mit rostfreier Klinge und Plastikgriff.
Ein leider immer seltener zu findendes Opinel Gemüsemesserchen in Carbonstahl oder ein Herder Buckels in C-Stahl sind ebenfalls hervorragende kleine Kochmesser!
Sowas nehme ich mir mit in den Urlaub und brauche nix anderes mehr. Die kosten kleines Geld und wenn mal was kaputt geht oder verschwindet, dann geht deswegen die Welt nicht unter.
Viele Grüße,
Rübennase