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Fast göttliche Sauce

Weber_so heiß ich halt 😉

BBQ aus Leidenschaft
5+ Jahre im GSV
Streitbare Aussage meinerseits: Eine gute Sauce ist das wichtigste beim Essen!

Heißt nicht, dass alles andere nicht wichtig ist. Aber… 😉

Ich gestehe, ich bin ein Saucenfreak und verbringe gerne viele Stunden damit eine gute Sauce zu machen. Mit meiner „Fast göttlichen Sauce“ habe ich nun etwas gebaut, was ich gerne teilen möchte. Da steckt einiges an Know-how drin, was sich so einfach nachbauen lässt.

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Die „Fast göttliche Sauce“ ist ein extrem konzentrierter Kalbs-Pilz-Jus: kräftig geröstete Kalbsknochen und Fleischparüren liefern die Basis, Schweinspfoten natürliche Gelatine und Körper. Das Besondere sind milchsauer fermentierte Pilze, die anschließend mit dunkel geröstetem Tomatenmark kräftig geröstet und mit ausgekocht werden. Im Schnellkochtopf wird alles intensiv extrahiert und anschließend reduziert.

Zum Schluss wird mit etwas fermentierter Pilzessenz, schwarzem Knoblauch, Sud schwarzer Nüsse und Butter fein austariert. Das Ergebnis: maximales Umami, tiefe Röstaromen, natürliche Bindung und eine leichte fermentative Komplexität.

Bei meiner „Fast göttlichen Sauce“ haben die drei Komponenten tatsächlich unterschiedliche Funktionen. Gerade ihr Zusammenspiel macht die Sauce so komplex.

1. Die Knochen – das geschmackliche Fundament

Die kräftig gerösteten Knochen sind primär für den klassischen Jus-Charakter verantwortlich. Beim Rösten entstehen über die Maillard-Reaktion intensive Aromen: gebraten, nussig, fleischig, leicht karamellig.

Beim anschließenden Auskochen kommen zusätzlich Fleischreste, Mark und etwas Kollagen ins Spiel.

Ihre Aufgabe: Sie sorgen dafür, dass die Sauce nach Fleisch und Braten schmeckt. Ohne Knochen könntest du eine intensive Umami-Sauce herstellen – aber sie hätte weniger von diesem klassischen, dunklen Jus-Charakter.

2. Die Pfoten – der Körper

Die Schweinepfoten erfüllen eine ganz andere Aufgabe. Sie enthalten extrem viel Kollagen, das beim langen Garen zu Gelatine wird.

Das bewirkt drei Dinge: Die Sauce bekommt Viskosität, sie haftet besser am Fleisch und entwickelt dieses typische seidige, fast klebrige Mundgefühl einer sehr guten Jus.

Das Entscheidende ist: Die Pfoten liefern weniger den eigentlichen Geschmack als vielmehr die physische Struktur der Sauce.

Bei deiner Sauce sind sie deshalb besonders wertvoll, weil du nicht mit Stärke oder Mehl binden musst. Die Bindung entsteht aus Gelatine + Reduktion.

3. Die fermentierten Pilze – der Geschmacksverstärker

Die fermentierten Pilze sind der ungewöhnlichste und vielleicht interessanteste Baustein.

Pilze bringen von Natur aus viel Umami mit. Durch die Fermentation kommen zusätzliche Abbauprodukte und Fermentationsaromen hinzu. Dadurch entsteht eine enorme geschmackliche Tiefe.

Sie funktionieren gewissermaßen wie eine natürliche Würzpaste. Sie verstärken die Wahrnehmung des Fleisches, ohne dass die Sauce anschließend zwingend deutlich nach Pilzen schmecken muss.

Gleichzeitig bringen sie eine leichte Säure und fermentative Komplexität hinein. Genau hier muss man bei deiner Sauce allerdings aufpassen: zu viel Pilzferment oder Fermentationsflüssigkeit kann die Jus säuerlich dominieren.

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Soweit das Intro… hier nun das Rezept als Verschriftlichung meiner Bastelei vom Wochenende.

Zutaten:

Fermentierte Pilze
  • ca. 1 kg Pilze
  • bei mir ca. 85 % braune Champignons und 15 % Pfifferlinge
  • 3%ige Salzlake: 30 g Salz pro Liter Wasser

Für den Grundfond
  • 1,5 kg Kalbsknochen, gerne mit fleischigen Parüren
  • 2 Schweinspfoten
  • 3 EL Tomatenmark
  • 1 Zehe schwarzer Knoblauch
  • Wasser

Für das Finish
  • etwas von der fermentierten Pilzlake
  • optional etwas Sud von schwarzen Nüssen
  • kalte Butter
  • Salz nach Bedarf

1. Pilze fermentieren

Die Pilze ins Fermentierglas geben und vollständig mit 3%iger Salzlake bedecken. Mit einem Fermentiergewicht unter der Lake halten.

4 Tage bei etwa 20–22 °C fermentieren.

Danach Pilze und Lake trennen.

Die Pilze etwa 20–30 Minuten abtropfen lassen, aber nicht ausdrücken.

Pilze und Lake getrennt kalt lagern. Die Lake ist später unsere fermentierte Pilzessenz.

Wichtig: Die Lake wird nicht als Kochflüssigkeit verwendet. Sie kommt erst ganz am Ende und sehr vorsichtig zum Einsatz.

2. Schweinspfoten vorbereiten

Die Schweinspfoten habe ich jeweils quer in mehrere Stücke geteilt und die Haut längs eingeschnitten.

Danach gründlich abspülen und auf Knochensplitter kontrollieren.

In kaltem Wasser aufsetzen, zum Kochen bringen und 5 Minuten blanchieren.

Blanchierwasser wegschütten und die Pfoten nochmals gründlich abspülen.

Die Pfoten werden nicht geröstet. Ihre Hauptaufgabe ist Kollagen bzw. Gelatine.

3. Kalbsknochen kräftig rösten

Die Kalbsknochen bei etwa 230–250 °C für 45–60 Minuten kräftig rösten.

Mehrfach wenden.

Sie sollen richtig dunkelbraun werden, aber nicht verkohlen.

Den Bratensatz auf keinen Fall wegwerfen.

Die Röstschalen anschließend mit heißem Wasser ausspülen bzw. ablöschen und sämtliche braunen Rückstände lösen. Dieses Wasser kommt später ebenfalls in den Fond.

4. Tomatenmark separat rösten

Die 3 EL Tomatenmark mit sehr wenig Fett bei mittlerer Hitze etwa 5–10 Minuten rösten.

Es soll von Rot zu einem tiefen Rotbraun wechseln. Nicht verbrennen lassen.

5. Fermentierte Pilze rösten

Das geröstete Tomatenmark mit den abgetropften fermentierten Pilzen vermengen.

Pilze möglichst flach auf einem Blech verteilen.

Bei 165–170 °C Umluft etwa 60–90 Minuten rösten.

Alle 15–20 Minuten wenden.

Die Pilze sollen sehr dunkel werden. Wir wollen intensive Röstaromen, aber keine verbrannte Bitterkeit.

6. Druckkochen

Bei mir passte die Menge nicht in einen Durchgang. Deshalb habe ich daraus bewusst eine zweistufige Extraktion gemacht.

Erster Durchgang

In den Schnellkochtopf kamen:
  • fleischige Kalbsparüren
  • Schweinspfoten
  • ein Teil der gerösteten Kalbsknochen
  • Wasser
Nur so viel Wasser verwenden, wie notwendig.

90 Minuten auf der hohen Druckstufe.

Danach:
  • Schweinspfoten herausnehmen
  • Parüren herausnehmen
  • ausgekochte Knochen entfernen
  • die gesamte Flüssigkeit im Topf lassen
Die Schweinspfoten nicht wegwerfen!

Haut, Fleisch, weiche Sehnen und Bindegewebe lassen sich warm hervorragend von den Knochen lösen und später beispielsweise für eine Sülze verwenden.

Zweiter Durchgang

In den bereits kräftigen Fond kommen nun:
  • restliche geröstete Kalbsknochen
  • geröstete fermentierte Pilze
  • schwarzer Knoblauch
  • das Wasser mit dem gelösten Bratensatz der Röstschalen
Wieder 90 Minuten auf hoher Druckstufe.

Dadurch extrahiert man die zweite Ladung nicht mit Wasser, sondern bereits mit einem kräftigen Kalbsfond.

7. Passieren und entfetten

Nach dem zweiten Durchgang zunächst durch ein grobes und anschließend durch ein feines Metallsieb passieren. Kein Passiertuch, denn ich möchte möglichst viel natürliche Gelatine im Fond behalten. Anschließend das sichtbare Fett abschöpfen. Ich habe zusätzlich mit einer Fetttrennkanne gearbeitet.

Jetzt hat man einen sehr kräftigen, dunkelbraunen Kalbs-Pilz-Grundfond.

8. Reduzieren

Den entfetteten Fond in einem möglichst breiten Topf offen reduzieren. Noch nicht salzen und noch keine Pilzessenz zugeben.

Langsam einkochen, bis die Sauce den Rücken eines Löffels dünn überzieht.

Durch die Schweinspfoten bekommt sie beim Abkühlen noch erheblich mehr Bindung. Deshalb nicht so weit reduzieren, bis sie bereits heiß dickflüssig ist.

Ein Tropfen auf einem eiskalten Teller zeigt sehr schnell, wohin die Reise geht.

9. Das Finish

Erst ganz zum Schluss abschmecken.

Ich beginne mit:
  • ½ TL fermentierter Pilzessenz
  • probieren
  • gegebenenfalls tropfen- bzw. teelöffelweise nachlegen
Die Essenz bringt Salz, Säure und ordentlich Umami mit. Deshalb vorsichtig dosieren.

Optional gebe ich noch ½–1 TL Sud von schwarzen Nüssen dazu. Das bringt eine leicht süßlich-balsamische Tiefe und rundet die Fermentsäure ab.

Salz erst jetzt beurteilen.

Unmittelbar vor dem Servieren etwa 10–15 g kalte Butter pro 250 ml Sauce einmontieren.

Danach nicht mehr kräftig kochen.

Das Ergebnis:

Eine sehr dunkle, intensive Sauce mit:
  • kräftigen Kalbs- und Röstaromen
  • enormem Umami
  • einer subtilen fermentativen Säure
  • natürlicher Gelatine
  • seidigem Mundgefühl
  • und einer ziemlich komplexen Pilzaromatik.
Der für mich entscheidende Punkt ist die Kombination aus Fermentation + Rösten der Pilze. Die Fermentation allein wäre mir zu säurebetont, die gerösteten Pilze allein wären klassischer. Beides zusammen erzeugt eine interessante Tiefe.

Und die Schweinspfoten lösen gleich zwei Probleme: Sie geben dem Jus ohne künstliche Bindung Körper und aus den ausgelösten Resten lässt sich am nächsten Tag noch eine ziemlich großartige Sülze aus Fleischresten machen. Einfach einen guten Schuss Weißweinessig dazu und gut ist.

Aufwendig? Definitiv.
Angemessen? Unbedingt.
Göttlich? Das wäre vermessen.
Fast göttlich? Kann man so stehen lassen.
 

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Hallo Weber_so heiß ich halt 😉,
schau doch mal bitte hier: Fast göttliche Sauce. Da wirst Du fündig!
 
Sieht lecker aus, aber kann es sich evtl. um einen KI Text handeln?
 
Streitbare Aussage meinerseits: Eine gute Sauce ist das wichtigste beim Essen!

Heißt nicht, dass alles andere nicht wichtig ist. Aber… 😉

Ich gestehe, ich bin ein Saucenfreak und verbringe gerne viele Stunden damit eine gute Sauce zu machen. Mit meiner „Fast göttlichen Sauce“ habe ich nun etwas gebaut, was ich gerne teilen möchte. Da steckt einiges an Know-how drin, was sich so einfach nachbauen lässt.

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Die „Fast göttliche Sauce“ ist ein extrem konzentrierter Kalbs-Pilz-Jus: kräftig geröstete Kalbsknochen und Fleischparüren liefern die Basis, Schweinspfoten natürliche Gelatine und Körper. Das Besondere sind milchsauer fermentierte Pilze, die anschließend mit dunkel geröstetem Tomatenmark kräftig geröstet und mit ausgekocht werden. Im Schnellkochtopf wird alles intensiv extrahiert und anschließend reduziert.

Zum Schluss wird mit etwas fermentierter Pilzessenz, schwarzem Knoblauch, Sud schwarzer Nüsse und Butter fein austariert. Das Ergebnis: maximales Umami, tiefe Röstaromen, natürliche Bindung und eine leichte fermentative Komplexität.

Bei meiner „Fast göttlichen Sauce“ haben die drei Komponenten tatsächlich unterschiedliche Funktionen. Gerade ihr Zusammenspiel macht die Sauce so komplex.

1. Die Knochen – das geschmackliche Fundament

Die kräftig gerösteten Knochen sind primär für den klassischen Jus-Charakter verantwortlich. Beim Rösten entstehen über die Maillard-Reaktion intensive Aromen: gebraten, nussig, fleischig, leicht karamellig.

Beim anschließenden Auskochen kommen zusätzlich Fleischreste, Mark und etwas Kollagen ins Spiel.

Ihre Aufgabe: Sie sorgen dafür, dass die Sauce nach Fleisch und Braten schmeckt. Ohne Knochen könntest du eine intensive Umami-Sauce herstellen – aber sie hätte weniger von diesem klassischen, dunklen Jus-Charakter.

2. Die Pfoten – der Körper

Die Schweinepfoten erfüllen eine ganz andere Aufgabe. Sie enthalten extrem viel Kollagen, das beim langen Garen zu Gelatine wird.

Das bewirkt drei Dinge: Die Sauce bekommt Viskosität, sie haftet besser am Fleisch und entwickelt dieses typische seidige, fast klebrige Mundgefühl einer sehr guten Jus.

Das Entscheidende ist: Die Pfoten liefern weniger den eigentlichen Geschmack als vielmehr die physische Struktur der Sauce.

Bei deiner Sauce sind sie deshalb besonders wertvoll, weil du nicht mit Stärke oder Mehl binden musst. Die Bindung entsteht aus Gelatine + Reduktion.

3. Die fermentierten Pilze – der Geschmacksverstärker

Die fermentierten Pilze sind der ungewöhnlichste und vielleicht interessanteste Baustein.

Pilze bringen von Natur aus viel Umami mit. Durch die Fermentation kommen zusätzliche Abbauprodukte und Fermentationsaromen hinzu. Dadurch entsteht eine enorme geschmackliche Tiefe.

Sie funktionieren gewissermaßen wie eine natürliche Würzpaste. Sie verstärken die Wahrnehmung des Fleisches, ohne dass die Sauce anschließend zwingend deutlich nach Pilzen schmecken muss.

Gleichzeitig bringen sie eine leichte Säure und fermentative Komplexität hinein. Genau hier muss man bei deiner Sauce allerdings aufpassen: zu viel Pilzferment oder Fermentationsflüssigkeit kann die Jus säuerlich dominieren.

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Soweit das Intro… hier nun das Rezept als Verschriftlichung meiner Bastelei vom Wochenende.

Zutaten:

Fermentierte Pilze
  • ca. 1 kg Pilze
  • bei mir ca. 85 % braune Champignons und 15 % Pfifferlinge
  • 3%ige Salzlake: 30 g Salz pro Liter Wasser

Für den Grundfond
  • 1,5 kg Kalbsknochen, gerne mit fleischigen Parüren
  • 2 Schweinspfoten
  • 3 EL Tomatenmark
  • 1 Zehe schwarzer Knoblauch
  • Wasser

Für das Finish
  • etwas von der fermentierten Pilzlake
  • optional etwas Sud von schwarzen Nüssen
  • kalte Butter
  • Salz nach Bedarf

1. Pilze fermentieren

Die Pilze ins Fermentierglas geben und vollständig mit 3%iger Salzlake bedecken. Mit einem Fermentiergewicht unter der Lake halten.

4 Tage bei etwa 20–22 °C fermentieren.

Danach Pilze und Lake trennen.

Die Pilze etwa 20–30 Minuten abtropfen lassen, aber nicht ausdrücken.

Pilze und Lake getrennt kalt lagern. Die Lake ist später unsere fermentierte Pilzessenz.

Wichtig: Die Lake wird nicht als Kochflüssigkeit verwendet. Sie kommt erst ganz am Ende und sehr vorsichtig zum Einsatz.

2. Schweinspfoten vorbereiten

Die Schweinspfoten habe ich jeweils quer in mehrere Stücke geteilt und die Haut längs eingeschnitten.

Danach gründlich abspülen und auf Knochensplitter kontrollieren.

In kaltem Wasser aufsetzen, zum Kochen bringen und 5 Minuten blanchieren.

Blanchierwasser wegschütten und die Pfoten nochmals gründlich abspülen.

Die Pfoten werden nicht geröstet. Ihre Hauptaufgabe ist Kollagen bzw. Gelatine.

3. Kalbsknochen kräftig rösten

Die Kalbsknochen bei etwa 230–250 °C für 45–60 Minuten kräftig rösten.

Mehrfach wenden.

Sie sollen richtig dunkelbraun werden, aber nicht verkohlen.

Den Bratensatz auf keinen Fall wegwerfen.

Die Röstschalen anschließend mit heißem Wasser ausspülen bzw. ablöschen und sämtliche braunen Rückstände lösen. Dieses Wasser kommt später ebenfalls in den Fond.

4. Tomatenmark separat rösten

Die 3 EL Tomatenmark mit sehr wenig Fett bei mittlerer Hitze etwa 5–10 Minuten rösten.

Es soll von Rot zu einem tiefen Rotbraun wechseln. Nicht verbrennen lassen.

5. Fermentierte Pilze rösten

Das geröstete Tomatenmark mit den abgetropften fermentierten Pilzen vermengen.

Pilze möglichst flach auf einem Blech verteilen.

Bei 165–170 °C Umluft etwa 60–90 Minuten rösten.

Alle 15–20 Minuten wenden.

Die Pilze sollen sehr dunkel werden. Wir wollen intensive Röstaromen, aber keine verbrannte Bitterkeit.

6. Druckkochen

Bei mir passte die Menge nicht in einen Durchgang. Deshalb habe ich daraus bewusst eine zweistufige Extraktion gemacht.

Erster Durchgang

In den Schnellkochtopf kamen:
  • fleischige Kalbsparüren
  • Schweinspfoten
  • ein Teil der gerösteten Kalbsknochen
  • Wasser
Nur so viel Wasser verwenden, wie notwendig.

90 Minuten auf der hohen Druckstufe.

Danach:
  • Schweinspfoten herausnehmen
  • Parüren herausnehmen
  • ausgekochte Knochen entfernen
  • die gesamte Flüssigkeit im Topf lassen
Die Schweinspfoten nicht wegwerfen!

Haut, Fleisch, weiche Sehnen und Bindegewebe lassen sich warm hervorragend von den Knochen lösen und später beispielsweise für eine Sülze verwenden.

Zweiter Durchgang

In den bereits kräftigen Fond kommen nun:
  • restliche geröstete Kalbsknochen
  • geröstete fermentierte Pilze
  • schwarzer Knoblauch
  • das Wasser mit dem gelösten Bratensatz der Röstschalen
Wieder 90 Minuten auf hoher Druckstufe.

Dadurch extrahiert man die zweite Ladung nicht mit Wasser, sondern bereits mit einem kräftigen Kalbsfond.

7. Passieren und entfetten

Nach dem zweiten Durchgang zunächst durch ein grobes und anschließend durch ein feines Metallsieb passieren. Kein Passiertuch, denn ich möchte möglichst viel natürliche Gelatine im Fond behalten. Anschließend das sichtbare Fett abschöpfen. Ich habe zusätzlich mit einer Fetttrennkanne gearbeitet.

Jetzt hat man einen sehr kräftigen, dunkelbraunen Kalbs-Pilz-Grundfond.

8. Reduzieren

Den entfetteten Fond in einem möglichst breiten Topf offen reduzieren. Noch nicht salzen und noch keine Pilzessenz zugeben.

Langsam einkochen, bis die Sauce den Rücken eines Löffels dünn überzieht.

Durch die Schweinspfoten bekommt sie beim Abkühlen noch erheblich mehr Bindung. Deshalb nicht so weit reduzieren, bis sie bereits heiß dickflüssig ist.

Ein Tropfen auf einem eiskalten Teller zeigt sehr schnell, wohin die Reise geht.

9. Das Finish

Erst ganz zum Schluss abschmecken.

Ich beginne mit:
  • ½ TL fermentierter Pilzessenz
  • probieren
  • gegebenenfalls tropfen- bzw. teelöffelweise nachlegen
Die Essenz bringt Salz, Säure und ordentlich Umami mit. Deshalb vorsichtig dosieren.

Optional gebe ich noch ½–1 TL Sud von schwarzen Nüssen dazu. Das bringt eine leicht süßlich-balsamische Tiefe und rundet die Fermentsäure ab.

Salz erst jetzt beurteilen.

Unmittelbar vor dem Servieren etwa 10–15 g kalte Butter pro 250 ml Sauce einmontieren.

Danach nicht mehr kräftig kochen.

Das Ergebnis:

Eine sehr dunkle, intensive Sauce mit:
  • kräftigen Kalbs- und Röstaromen
  • enormem Umami
  • einer subtilen fermentativen Säure
  • natürlicher Gelatine
  • seidigem Mundgefühl
  • und einer ziemlich komplexen Pilzaromatik.
Der für mich entscheidende Punkt ist die Kombination aus Fermentation + Rösten der Pilze. Die Fermentation allein wäre mir zu säurebetont, die gerösteten Pilze allein wären klassischer. Beides zusammen erzeugt eine interessante Tiefe.

Und die Schweinspfoten lösen gleich zwei Probleme: Sie geben dem Jus ohne künstliche Bindung Körper und aus den ausgelösten Resten lässt sich am nächsten Tag noch eine ziemlich großartige Sülze aus Fleischresten machen. Einfach einen guten Schuss Weißweinessig dazu und gut ist.

Aufwendig? Definitiv.
Angemessen? Unbedingt.
Göttlich? Das wäre vermessen.
Fast göttlich? Kann man so stehen lassen.
Sehr geile Anleitung. Gemerkt.
 
Die göttliche Soßenliebe ist angepinnt, danke fürs ausführliche Rezept.
Hungry Food GIF by Oscar Mayer
 
Sieht lecker aus, aber kann es sich evtl. um einen KI Text handeln?
Sieht nicht nur lecker aus, war auch sehr lecker. Und nein, kein KI Text. Wollte mal eine grundsätzliche Anleitung bereitstellen und einige Infos mehr bieten. Natürlich habe ich da auch solche eingebaut, die ich zuvor recherchiert habe. Ansonsten gilt, ich koche selbst und schreibe selbst.
 
Interessant mit den Schweinepfoten für die Gelantine, aber das sind ja nicht nur Pfoten sondern auch die ganzen Haxen. Also locker 2-3 kg.
Wieviel servierfertige Soße holst du denn raus?

Kein Passiertuch, denn ich möchte möglichst viel natürliche Gelatine im Fond behalten.
Wenn die Flüssigkeit heiß ist, sollte ein Passiertuch kein Problem für die Gelantine darstellen.
 
Geile Anleitung 👍🏽👍🏽
 
Interessant mit den Schweinepfoten für die Gelantine, aber das sind ja nicht nur Pfoten sondern auch die ganzen Haxen. Also locker 2-3 kg.
Wieviel servierfertige Soße holst du denn raus?


Wenn die Flüssigkeit heiß ost, sollte ein Passiertuch kein Problem für die Gelantine darstellen.
@Philly247 Ne, das waren Pfoten. Haxen sind das Eisbein. Die Pfoten, oder auch Spitzbein ist der Teil unterhalb vom Eisbein. Zwei Stück sind so ca. 1,5 Kilo.

Vor dem Reduzieren habe ich ca. 600 ml beiseite genommen, weil ich aus den Resten des Bratens noch ein paar Gläser Sülze machen wollte. Den Rest dann reduziert und eine Sauciere voll. Keine Ahnung wie viele ml. Reichte für 6 Personen und Minirest.

Habe keine guten Erfahrungen mit dem Passiertuch bei Saucen, die gut gelieren sollen. Das hat mir in der Vergangenheit zu viel von der Gelatine weggefiltert. Ich nehme mein Spitzsieb.
 

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Sollten zum fermentierten mit 3% dann zu den 3% lake auch noch 30g Salz pro Kilo Pilze dazu um auf 3% zu gelangen?
 
Ne, das waren Pfoten. Haxen sind das Eisbein. Die Pfoten, oder auch Spitzbein ist der Teil unterhalb vom Eisbein. Zwei Stück sind so ca. 1,5 Kilo.


OK, dann täuscht dieses Bild. Du hast also zwei Schweinepfoten genommen, zusammen knapp 1,5 kg und die in 4 Teile zerlegt. Das ist das, was man auf dem Bild in dem Topf sieht. Der hintere Teil der Pfoten sehen halt sehr groß aus, daher dachte ich das seien Haxen/Eisbein
 
OK, dann täuscht dieses Bild. Du hast also zwei Schweinepfoten genommen, zusammen knapp 1,5 kg und die in 4 Teile zerlegt. Das ist das, was man auf dem Bild in dem Topf sieht. Der hintere Teil der Pfoten sehen halt sehr groß aus, daher dachte ich das seien Haxen/Eisbein
Mein Schnellkochtopf ist nicht der allergrößte. Das mag die Perspektive ein wenig verzerren @Philly247
 
wie lange halten sich Ferment und Pilze im Kühlschrank?
 
wie lange halten sich Ferment und Pilze im Kühlschrank?
@cremecaramelle bei fermentierten Pilzen würde ich zwischen Pilzen und Fermentationsflüssigkeit unterscheiden:

  • Pilze im Ferment, vollständig von Flüssigkeit bedeckt: im Kühlschrank bei etwa 2–5 °C problemlos 2–3 Monate, bei sauberer Arbeitsweise häufig auch 4–6 Monate. Geschmack und Konsistenz verändern sich allerdings weiter, sie werden saurer und weicher.
  • Abgeseihte Fermentationsflüssigkeit: im sauberen, dicht verschlossenen Glas mindestens 3–6 Monate, häufig deutlich länger. Durch Salz, Säure und die bereits erfolgte Fermentation ist sie recht stabil.
  • Abgetropfte Pilze ohne Flüssigkeit: deutlich kürzer, eher 1–2 Wochen.
Letztere müssen sich ja auch nicht lange halten. Die habe ich ja für die Sauce gebraucht. Mich interessiert vor allem die Fermentationsflüssigkeit. Sie ist ja quasi übrig.

Diese salzig-saure, stark umamireiche Würzflüssigkeit, ein wenig wie eine Mischung aus Pilzessenz, heller Sojasauce und milder Milchsäure. Ich nenne es mal „Pilz-Maggi“.

Kann man für viele Gerichte als Würze einsetzen.
 
Eine schöne Soße.
Der Aufwand ist aber nicht zu unterschätzen.
Statt einer starken Reduktion, welche die Soße oft zu intensiv macht,
hilft mir Xanthan weiter.
 
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