@Dearhunter
Am besten finde ich hier, dass endlich mal sachlich nachgefragt wird, und nicht schonwieder gehetzt wird.
Daher alles bestens. Ich beteilige mich hier gerne und kann mal meine Sichtweise bzw. meine Erfahrungen schildern.
Der Geschmackstest ist ein gutes Stichwort.
Man muss erst mal scheuen, was das Glutamat eigentlich macht.
Eigengeschmack hat es keinen. Das kann ich sicher sagen, hab schon genug davon in reinform probiert.
Was man allerdings schmeckt ist eine gewisse Süße.
Der Effekt von Glutamat ist aber das entscheidende.
Er verstärkt nämlich den Geschmack. Der Geschmack wird intensiviert und "breiter"
Sagen wir mal man hat einen Schnupfen.
Ein paar Tage hat man garnichts geschmeckt oder gerochen.
Am nächsten Tag merkt man, der Geschmack kommt langsam zurück.
Und jetzt stellen wir uns vor, man isst mit diesem Geschmackssinn eine Suppe.
Was schmeckt man dann? Salzig, etwas süße von dem Gemüse und ein ganz leicht kräftiger Geschmack vom Fleisch. So recht kann man aber die Aromen nicht zuordnen.
Einen Tag später ist unsere Nase Frei. Wir verfügen wieder über alle Sinne. Jetzt essen wir die Suppe wieder.
Kräftiger Fleisch Geschmack, sogar die Röstaromen von dem Markknochen kann man schmecken, jede einzelne Karotte, Sellerie, Lauch... Salz, Der Komplette Bouillon Geschmack ist im Mund.
Das ist der gleiche Effekt den Glutamat erzielt.
Es aktiviert unseren Geschmack sofort und die komplette Aroma Explosion wird ans Gehirn geschickt.
Glutamat ist das Salz der Glutaminsäure, also einfach gesagt, ein hoch dosiertes Salz.
Salz hat auch keinen Eigengeschmack. Aber wenn ich ein Gericht vergesse zu salzen, schmeckt es fad. Gebe ich Salz dazu, kommen die Aromen ans Tageslicht.
Ja, Salz macht das gleiche wie Glutamat, Glutamat nur ich hoch dosierter Form.
Im Vergleich zum Leberkäse ist das jetzt einfach so, dass der Leberkäse aromatischer ist. Weil kleine Nuancen es bis in unser Gehirn schaffen.
Ohne Glutamat hätten diese den Kampf gegen die dominanten Aromen verloren. Theoretisch kann man den gleichen Effekt mit Salz erzielen, nur wär das dann so überdosiert, dass es für unser Empfinden versalzen wäre.
Beim Parma Gewürz haben wir das Problem, dass das Aroma während der Pökelvorganges schwindet.
Wenn der Schinken dann noch geräuchert ist, ist von dem Aroma so wenig übrig, dass man es nict schmecken würde. Ausser man "aktiviert" den Geschmack.
Man sieht also, ich schmeiss da kein Glutamat rein, weil ich will dass die Menschheit vergiftet wird, sondern es hat einen Sinn.
Daher ist einfach weglassen nicht so ohne weiteres möglich. Aber das krieg ich hin
Interessant ist, dass der Glutamat Anteil in der Parma Mischung 1,2% beträgt.
Heisst, bei 100g Gewürzmischung sind wir bei 1,2g. reinem Glutamat.
Bei einer Zugabe von 12g pro kilo Fleisch ist dann nichtehr viel im Endprodukt oder?
Aber diese geringe Menge reicht aus, um den gewünschten Effekt zu erzielen.
Also, nicht immer wenn Glutamat drauf steht, ist das auch löffelweise drin.
Ich würde sogar wetten, dass 9 von 10 die sagen sie bekommen irgendwelche Symptome auf Glutamat keinerlei Reaktion zeigen, wenn sie eine scheibe von dem Schinken essen würden und ich behaupte dass der ohne Glutamat ist. Dafür ist das einfach zu gering.
(Wir haben das schon getestet, war wirklich so. Es waren sogar 10 von 10

)
Daher könnte man das sogar weg lassen und als ohne Glutamat verkaufen.
Mach ich aber nicht. Es ist drin, also stehts drauf. Und ich bin auch gerne bereit zu erklären warum.
So kann sich jeder selbst überlegen, ob er das Produkt kauft, oder nicht.
Bei Glutamat liegt es am verantwortungsbewussten Einsatz.
Dieser Stoff kommt auch in unseren täglichen Lebensmitteln vor. Wenn man also die Dosierung nicht übertreibt, ist auch alles im grünen bereich.
Wer darauf verzichten will, ist auch kein Problem.
Bei mir könnt ihr euch auch sicher sein, wenns nicht drauf steht, ists auch nicht drin.
Wir haben sowieso nur noch 1 oder 2 Artikel mit Glutamat, und das nicht mehr lange.
Grüße!