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Geklebtes Fleisch

Shingalana

Bundesgrillminister
15+ Jahre im GSV
Weiß nich wo sonst damit hin :-(
Hab grade einen Bericht über geklebtes Fleisch gesehen, da stellen sich mir die Nackenhaare hoch!
Die schönsten Steaks... zusammengeklebt aus Resten.
Da denkste Du hast ein schön marmoriertes Stück Fleisch....ne, klebestellen sind das.
Wenn ich es richtig verstanden habe ist das Enzym dafür noch nicht mal Kennzeichnungspflichtig.
Ein Händler der es Verkauft sagte das es sehr oft von der Gastronomie und Gewerbe gekauft wird.
Es wurde gezeigt wie es geht... Stücke zusammen geklebt, geformt, gekühlt und aufgeschnitten. Man sieht es nicht. Sogar ne halbe Hühnerbrust mit ner halben Perlhuhnbrust...nix zu sehen.
Was soll man da noch glauben?? Was kaufen??

Gestern auch in Wiso gezeigt, hier der Link zum Video
Fleischkleber in der Kritik - WISO - ZDFmediathek - ZDF Mediathek
 
Hallo Shingalana,
schau doch mal bitte hier: Geklebtes Fleisch. Da wirst Du fündig!
 
Sicher werden wir wohl nie sein können, beim Kauf!
Gott sei Dank schlachten wir selbst (allerdings nur Schwein)!
 
Die Transglutaminase ...

... ermöglicht die standardisierte Herstellung von Brühwurst, Kochpökelwaren und Rohwurst. Und hilft Schwankungen im Rohstoffbereich auszugleichen oder ganz zu verrmeiden.

... verbessert die Textur von Brühwurst; auch bei Konservenware.

... verleit der Wurst einen besseren Biss und "Knack".
(auch bei mehr Wasser Zugabe und weniger Hilfsstoffe)

... verringert, durch die Stabilisierung der Wurst- und Kochpökelwaren, die Schnittverluste beim slicern.

.... erreicht, dass die Rohwurst in kürzerer Zeit versandbereit oder eher geslicert werden kann, da sie die Schnittfestigkeit früher erreicht.

... verbessert den Scheibenzusammenhalt bei Kochpökelwaren und hilft bei PSE Fleisch die Schneidverluste zu verringern.

In Verbindung mit einem Caseinat bzw. einem Schweine-, Rinder,- Geflügeleiweiß kann man aus Abschnitten, Kleinstücken (geschnittene, gewolfte Ware) ein ganzes Stück in beliebiger Form wieder herstellen. (Rekonstrukturierte Ware)

Quelle : TFI - Transglutaminase, Hilfs- und Zusatzstoffe sowie Gewürze für die Lebensmittelindustrie

Erklärung PSE Fleisch : PSE-Fleisch

Na denn man :prost: & Mahlzeit

:kotz:


Gruß

DJ
 
Selber kochen. Da ist es schwieriger zu bescheißen.
Vertrauen zu bestimmten Leuten muß man schon haben.

Selber kochen ist ja gut und schön....
aber wenn Du selbst dem "schönsten " Fleischstück nicht mehr vertrauen kannst???
MmV ist auch gut, aber man kann ihm dennoch nur vor den Kopf gucken bzw vor die Theke.
Hier in D´dorf schlachten doch die wenigsten Metzger noch selber
 
klebefleisch :puke::puke::puke:

was lernen wir daraus???

NUR NOCH VON RIBS ERNÄHREN!!! :woot:


ich bin wieder mal froh im kleinen kärnten mit lokalem fleischbetrieb zu leben :)
 
wer seinen metzger um die ecke hat dem ist bestimmt geholfen.

bei uns gibt es so gut wie gar keinen metzger mehr. also muss ich zu REWE, EDEKA oder eben zur METRO. ob die alle "normales" fleisch verkaufen weiss ich seit gestern nun auch nicht mehr :blinky:

ich finds ne sauerei, dass es nicht kennzeichnungspflichtig ist. so wird dir was untergeschoben was du gar nicht haben willst :x
 
Erschreckend fand ich aber auch, daß die das Zeug bei BOS Food bestellen konnten. Eigentlich waren die ja mal für Edelfleisch und Gourmetspezialitäten bekannt.

Falls mal jemand von euch das Zeug testen will KLICKEDIKLICK

oder für eigene Fischstäbchen KLICKEDIKLACK

Gruß

Frank
 
Erschreckend fand ich aber auch, daß die das Zeug bei BOS Food bestellen konnten. Eigentlich waren die ja mal für Edelfleisch und Gourmetspezialitäten bekannt.

Falls mal jemand von euch das Zeug testen will KLICKEDIKLICK

oder für eigene Fischstäbchen KLICKEDIKLACK

Gruß

Frank


Das stimmt nicht ganz. BOS Food ist auch für Molekulares Kochen bekannt. Und bei sowas kann man Transgluminase ggf. auch einsetzen.

EDIT: ist da ja auch unter der entsprechenden Rubrik gelistet ...
Und WISO nimmt es nicht immer so genau mit "Gut recherchieren".. ich sag da nur mal das STichwort "Killerspiele" :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Christian,

danke für die Erklärung


Gruß

Frank
 
Ich muss meine Einkaufsstrategie ändern, kaufe zwar viel am Stück im Grosshandel, trotzdem landet immer mal wieder was vom Supermarkt im Wagen... dem ich jetzt noch weniger traue...muss mal die Putenfarm bei uns aufsuchen....

Ich seh mich in 15 Jahre schon selber Schlachtiere halten, wenn das so weiter geht ...
 
Dann will ich mal etwas provozieren:

Was ist das schlimme an Fleischkleber?
Man sieht ihn nicht, man schmeckt ihn nicht, man riecht ihn nicht, er ist nicht ungesund.
Läuft es damit nicht auf eine emotionale/philosphische Frage hinaus?

Ich habe mal eine Sendung gesehen über einen Professor, der in seinem Labor einen Spitzen-Wein so gut synthetisch "nachbauen" konnte, dass kein Weinkenner dieser Welt den Unterschied bemerken könnte. Und das für einen Bruchteil der Kosten des Original-Weins.

Ich glaube, beides lehnen wir aus den gleichen Gründen ab: wenn wir ein tolles Steak essen, dann sind 50 % des Genusses der leckere Geschmack. Die anderen 50 % sind das Gefühl von Luxus, Exklusivität. Deswegen ziehen wir ein Steak der Hühnchenbrust vor: beides lecker, beides zart, nur eins davon teuer.

Und die 50 % Genuss werden uns kaputt gemacht. Eigentlich albern, aber so funktionieren wir offenbar.
 
Was ist das schlimme an Fleischkleber?
Man sieht ihn nicht, man schmeckt ihn nicht, man riecht ihn nicht, er ist nicht ungesund.
Läuft es damit nicht auf eine emotionale/philosphische Frage hinaus?

Ich habe mal eine Sendung gesehen über einen Professor, der in seinem Labor einen Spitzen-Wein so gut synthetisch "nachbauen" konnte, dass kein Weinkenner dieser Welt den Unterschied bemerken könnte. Und das für einen Bruchteil der Kosten des Original-Weins.


Nur weil man derzeit keine gesundheitlichen Bedenken nachweisen kann, heisst das für mich nicht, dass es gesundheitlich unbedenklich ist ... (Guckst du zB. Röntgen | Museum | Physikmuseum Salzburg)

Und ich sehe keinen Grund, warum man ein solches Klebefleisch produzieren sollte. In Europa leben wir - auch fleischmäßig - im Überfluss. Aus meiner Sicht sollte weniger, dafür qualitativ hochwertige produziert werden und nicht im nachhinein industriell manipuliert werden.
Außer natürlich, man will aus einigen minderwertigen bzw. zu kleinen Stücken dann ein schönes großes Fleisch produzieren, dass es so aber in keinem Tier gab. Aber das halte ich für Schwindel.

Ich würde mir in solchen Fällen eine Kennzeichnungspflicht und eine Kontrollmöglichkeit wünschen. Dann kann jeder Konsument selber entscheiden ob er das haben will und die Produzenten müssten Farbe bekennen.
 
Die Kennzeichnungspflicht wurde doch neulich erst abgelehnt.

Und das es nicht mal als Inhaltsstoff mit aufgeführt werden muss spricht ja auch Bände.

Es ist ja schon eine richtig große Industrie entstanden, die diese nicht deklarationspflichtigen Inhaltsstopffe vertreibt und diese mit Lobbyarbeit unterstützt.


( btw: was mich nur mal interessieren würde, wie lange man braucht um eni BMS 9+ Steak mit der Marmorierung zusammenzupuzzeln :) )
 
Das ist in der Tat eine sehr philosophische Diskussion.
Bei der "Molekularküche" werden die neuen sensorischen Erlebnisse hochgelobt und als revolutionär betrachtet.

Wenn man dem Gast aber eine Zutatenliste zu so einem hochexklusiven Dinner reichen würde, würde es ausschauen wie die Zutatenliste einer industriell hergestellten Ware.

Bedenklich finde ich dabei nur, dass der Mensch durch industrielle Fertigungsprozesse im Geschmackserlebnis so umerzogen wird, dass er normale Hausmannskost oder handwerkliche Wurstprodukte nicht mehr geschmacklich schätzt sondern immer den industriellen Geschmack/Biss erwartet. Qualitativ gibt es z.B. ja auch keinen Unterschied zwischen guter konventioneller Fleischware und normalen Bio-Produkten mehr, von Ausnahmen abgesehen.

Grüße
 
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