Jedes Jahr zur Grillhochsaison und zum Sommerloch erscheinen die Artikel über die Gefahren des Grillfleischs.
Leider ist kaum mal was wissenschaftlich fundiertes zu lesen und die generelle Aussage, das Grillen gesundheitsschädlich ist stimmt
eben genauso viel und wenig, wie die das Sport gesundheitsgefährdend ist.
Tatsächlich ist die Angelegenheit etwas komplexer und ich habe als Vielgriller vor einiger Zeit mal etwas ausführlicher gegoogelt. Bin übrigens kein Biologe
oder Lebensmittelchemiker.
Generell entstehen bei Fleisch und Fisch beim Erhitzen schädliche Substanzen (heterozyklische Amine, HCA's / HAA's). Die entstehen nicht nur beim
Grillen, sondern auch Braten und Backen, und zwar je mehr, desto länger gegart wird und höher die Temperatur ist. Unter diesem Gesichtspunkt
erscheinen die Ultra-hochtemperatur Searmethoden a la "sizzle zone" und "beefer" etwas bedenklich, zumal in den angeschwärzten
Krusten sich wiederum ungesunde Substanzen befinden (die übrigens auch im Fond vom Sonntagsbraten enthalten sind...).
Nitrosamine sind kein grill-spezifisches Problem sondern entstehen aus den Pökelsalzen Natrium- und Kaliumnitrit. Zum einen beim
Verzehr, da die Magensäure daraus Nitrosamine bildet, zum anderen entstehen Nitrosamine direkt in den Nahrungsmitteln, wenn
nitrithaltige Waren über 180°C erhitzt werden. Betrifft vor allem also den Speck, den man so gerne zum Einwickeln nimmt, aber auch
fast alle Wurstwaren, von Fleischwurst über Kasseler, Kochschinken, Salami und sogar einige Käsesorten.
Mit Ausnahme des in die Glut tropfenden Fett oder Fleischsaftes, handelt es sich bei den meisten Substanzen
also nicht um auf das Grillen beschränkte "Gefahrstoffe", sondern allgemein bei der Garung von Fleisch- und Fischwaren auftretenden
potentiell bedenklichen Substanzen und bei nitritgepökelten Lebensmitteln im speziellen.
Die Bildung von HCA's soll sich angeblich bei Vorhandensein von ätherischen Ölen beim Garprozess verringern lassen, d.h. Grillgut mit frischen
Kräutern wie Rosmarin, Zitronensaft etc. zu marinieren.