Auch auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen, ist das für mich ein Sturm im Wasserglas. Was ist denn am Separatorenfleisch nun genau im objektiven Sinne minderwertig? Es ist doch letztlich das Fleisch, das am Knochen hängen bleibt, weil im Schlachthof wegen des Zeitdrucks das Muskelfleisch nicht millimetergenau vom Knochen getrennt werden kann. Das Separatorenfleisch wird gerne als Masse beschrieben, die mit Muskelfleisch nicht mehr viel gemeinsam hat. Das kommt natürlich daher, dass die maschinelle Verarbeitung das Fleisch zerrupft. Aber im Kutter wird die Masse für die Brühwurst ja sowieso bis zur Unkenntlichkeit zermatscht.
Irgendwie finde ich das paradox. In der handwerklichen Metzgerskunst ist man stolz darauf, so viel wie möglich vom Tier zu verwerten. Das hier ist eben die maschinelle Variante davon. Der Ekelfaktor ist meiner Meinung nach rein psychologisch. Das Problem ist nur, dass wegen dieses irrationalen Ekelfaktors die Verwendung verschwiegen wird, und das ist natürlich illegal. Aber sonst ließe sich die Wurst natürlich nicht verkaufen.
Als Hobbywurster können wir es uns erlauben, nur die ausgelösten Stücke zu verwenden. Aber die paar Millimeter, die noch am Knochen hängen bleiben, würden eine Wurst doch nicht verseuchen, wenn man sie auch noch abkratzen würde.