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Holunderwein

losgehts

Temperaturbeauftragter
15+ Jahre im GSV
Holunderwein

Vor ein paar Wochen begann an einem Wochenende die Sisyphus-Arbeit.
Nach und nach wurden 8 hochvolle Eimer Holunder gepflückt (harmlos), gewaschen (harmlos),
die Beeren abgekämmt (zum verrücktwerden :pray:) und im Dampfentsafter zu ca. 19l Holundersaft verarbeitet. :unentschieden:

Dann ging es vor ein paar Tagen endlich los:

Hefe-Ansatz

250 ml Apfelsaft
1 EL Zucker
10 ml Weinhefe (Liebfrauenmilch)
½ Hefe-Nährstofftablette

bei 20-25°C 2-3 Tage gären lassen:

http://img266./img266/982/img7018.jpg

Wein-Ansatz
im 25l Ballon

14,1 l Holundersaft
4,2 kg Zucker gelöst in
7,5 l Wasser
+ obigen Hefe-Ansatz

wieder bei 20-25°C Umgebungstemperatur gelagert.
Nach nur einem Tag ging die "stürmische" Gärung los::srg:

http://img42./img42/9448/img7016.jpg

Kann man es blubbern sehen?:v: Evtl. ist der Ballon etwas zu voll?!

http://img193./img193/9196/img7017n.jpg

So, jetzt ist erst mal warten und hoffen das es nicht überschäumt (zum Glück steht der Ballon auf einer Spüle...)
Versprochen, wenn es "Sauerei" gibt, mach ich auch Fotos!

Fortsetzung folgt...
 
Hallo losgehts,
schau doch mal bitte hier: Holunderwein. Da wirst Du fündig!
 
Das ist ja super !
Hab gestern Holler-Saft und -Likör gemacht (die Schnell-Alternative).
War auch so eine saftige Angelegenheit.
Noch weiterhin gutes Gelingen und dann :glucker: :prost:

Gruas de Tina
 
Wein machen ist ne feine Sache.
Sofern kein Fruchtfleisch mit vergoren wird, passt deine Menge im Ballon.
Hast du den Saft erhitzt? Wenn nicht, könnte es sein, dass der Genuss zu Übelkeit oder Durchfall führt. Warum? Holunderbeeren enthalten Sambunigrin...
Siehe auch hier: Klick
 
Hi,
ja die Füllhöhe scheint zu passen, die Schaumhöhe ist etwas zurückgegangen und hält sich jetzt konstant bei ca. 1-2cm.

Die Gefahr der "Giftigkeit" ist bekannt, trotzdem Danke für den Hinweis.
Der Saft kommt ja aus dem Dampfentsafter, war also heiß genug.
Das Rezept stammt von der Schwiegermutter, die das schon des öfteren durchgeführt hat. Es gab noch nie "Komplikationen" durch den Verzehr.

Es ist halt diesmal das erste mal, das wir es alleine probieren :weizen:

Gruß
 
Habe das vor vielen, vielen Jahren auch mal versucht:

Fast 40l Holunderwein. Als der fertig war: Ungeniessbar!

Wegschütten wollten wir das Zeugs aber auch nicht: Flugs ´ne Destille gebaut und durchgebrannt.
Was dabei ´rauskam? so ne Art Pinselreiniger mit 52 Umdrehungen pro Schluck.
Beim Verköstigen habe ich barfuss Funken geschlagen . . .

Seidem lasse ich solche Späße.

Für Dein Projekt jedoch gutes Gelingen.

LG Rolf
 
....da geht noch mehr,

bei Deiner Zuckerzugabe war ja noch eine nette Gärung zu beobachten. Mehr Zucker heißt ja mehr Alkohol....sollte man meinen, stimmt aber nur eingeschränkt. Wenn Du bei Deiner Menge jetzt anfangs statt der 4, 2kg nur ca. 3,5kg nimmst entsteht eine heftige Spontangärung, nach ein paar Tagen ist der Zucker am Ende und jetzt heißt es kalt nachzuckern (etwas Ansatz abziehen den Zucker drin auflösen und wieder rein damit, die kleinen Helfer stützen sich dann geradezu darauf). Das Spiel wiederholen, wenn die Gärung zu stoppen droht.......so solltest Du bei Deinem Rezept locker 5,2kg Zucker zusetzen können und damit einen Nolgehalt von 17 - 18% durch einfache Gärung erzielen können.

Das lässt sich auch alles genau ausrechnen und noch besser mit Öchslewaage und Säurebestimmung vor der Gärung ermitteln, aber so wie beschrieben sollte es auch so klappen. Nur kannste noch etwas mehr von dem Nährsalz zusetzen, denn die Hefe baucht nicht nur Zucker.

Wenn Du den kompletten Zucker direkt zusetzt wird die Hefe träge und hört oft schon bei 10% auf zu gären .....und sowas ist ohne Zugabe von Schwefel und solch ein Zeug nicht haltbar....ich nehm da doch lieber das richtige Mittel zum konservieren !Alkohol!.
Zu viel Zucker im anfänglichen Gäransatz ist oftmals der Anfangsfehler für übel ausgehenden Wein.

Gruß und Prost
 
Also sei mir bitte nicht böse, aber vom Weinmachen hast du wohl nicht allzu viel Ahnung :-?
Dein beschriebenes Prozedere hat absolut keine Auswirkung auf den Alkoholgehalt. Der einzige Grund, warum man nicht die gesamte Zuckermenge zugibt, ist schlicht und einfach der, dass die Hefen bei einer zu hohen Zuckerkonzentration absterben würden.
Wieviel Alkohol man aus einem Ansatz rausholt hängt fast ausschließlich von der Alkoholtoleranz der verwendeten Hefe ab. Die hier verwendete Liebfrauenmilch wird meines Erachtens keinesfalls mehr als 12% bringen und selbst die Rasse Portwein bringt kaum mehr als 15%, was mehr als ausreichend ist.
Will man mehr,muss Turbohefe ran. Ein damit gegorener Wein ist allerdings rel. ungeniesbar.
 
wenn ich mich mal einmischen darf:

ich dachte, mehr als 15% kommt sowieso nicht raus, weil der steigende Alkoholgehalt beim Gären die Hefe abtötet
 
wenn ich mich mal einmischen darf:

ich dachte, mehr als 15% kommt sowieso nicht raus, weil der steigende Alkoholgehalt beim Gären die Hefe abtötet
Darfst du :D Das ist das, was man Alkoholtoleranz nennt. Turbohefen gehen allerdings weit über die 15% hinaus (bis 25%).
 
Na wenn Du das sagst...

klar kann Portweinhefe mehr als Liebfrauenmilch, aber probier mal mit Port aus.....

und natürlich macht man mit Zucker haltbar und entzieht der Hefe damit den Lebensraum.

und natürlich war das keine komplette Abhandlung des Themas.

wer mehr wissen will.

Fruchtwein selbstgemacht - Der Fruchtweinkeller

Ich weiß nur aus eigener Erfahrung, dass Port und Sherry durchaus 17% erreichen......und das ist keine Turbohefe.
und dann ist da noch die Wahl der Frucht.....aber alles muss man ja nicht sofort ausplaudern. (Man verblubbert nun ja schon ein paar Jahre mit Erfolg...)

Gruß
 
soviel ich weiß wird beim Port Brandwein zugesetzt um auf den hohen Alkoholgehalt zu kommen
 
Schön, dass du den Fruchweinkeller nennst. Seltsamerweise kommen die auch nie auf mehr als 16%. Übrigens mache ich selbst bereits seit mehreren Jahren Frauchtweine und Sekt.
Was mich zur Frage bringt, wie du deinen Alkoholgehalt misst. Sag jetzt bitte nicht Vinometer. Das würde nämlich einiges erklären.
Übrigens verstehe ich deine Abneigung gegen Schwefel nicht. Wenn du schon den Fruchtweinkeller als Quelle nennst, solltest du vielleicht selbst mal die Inhalte lesen; die schwefeln immer und das ist auch gut so.
 
nennt man aufspriten oder vinieren,
auch der Marsalawein und andere Südweine werden nach der gleichen Methode "haltbar" gemacht. Ich habe von der Reinkulturhefe "Portwein" gesprochen.

Gruß
 
so, und nun streiten wir um 1%......ich hab da einen Chemiker im Bekanntenkreis.....und ich gehe davon aus, dass er die Messung recht gut und genau hinbekommt.

Ich weiß, dass dort auch geschwefelt wird. ist eben bei mir rein persönlich und ich hab da nix gegen einen erhöhten Nolgehalt, finde ich klarer als weitere Chemie ins Getränk zu bringen......dann könnte ich einfach beim Discounter was kaufen, oder?

Manchmal finde ich die Oxidation sogar vorteilhaft, (Hagebutte) so erhalte ich nach weiterer Lagerung einen schönen Sherry.

Sekt hab ich noch nicht ausprobiert...wenn mal Zeit dafür ist...und dann weiß ich ja jetzt, wo ich fragen kann.

Gruß
 
Ich wollte ja nur damit sagen, dass du die Hefe nicht dazu bringen kannst, Alk. zu produzieren über die Toleranzgrenze hinweg.

Das mit der Hagebutte...
...ich habs mal gemacht, aber mir schmeckt das leider gar nicht. Liegt wohl daran, dass ich auf furztrockene Sachen stehe (Barolo usw.). Dementsprechend baue ich meine Weine auch aus.
Was die Sektherstellung angeht, kann ich das nur empfehlen. Allerdings ist der Arbeitsaufwand enorm :-(
 
Moin,

und ich möchte meinen Chemiker nun nicht beschuldigen, dass er sich oftmals vermessen hat. Ich bin durchaus über die Toleranzgrenze informiert, aber es ist nicht nur einmal mehr rausgekommen.(auch zu meinem Erstaunen)......aber das dauert Monate. Meine Theorie hab ich ja auch schon angeführt: Die Hefe braucht mehr als nur Zucker. deshalb kommt eben etwas mehr Nährsalz rein.....also absterben oder doch verhungern?

Ich bin auch mehr ein Freund des trockenen.......aber was für ein Wort für eine Flüssigkeit, oder? Seit einiger Zeit dürfen wir jetzt ja auch EU offiziell wieder herben Wein trinken, und wenn er dann sogar "feinherb" ist....


Gruß
 
Also ich kann euch beruhigen, Geschmacklich ist der Wein schon ganz in Ordnung.:thumb2:
Ich habe vor einigen Wochen den Bodensatz im Gefäß "entsorgt".
Dazu habe ich den gesamten Wein "von oben" mit einem Schlauch in ein zweites Gefäß umgefüllt (bis Nähe Bodensatz). Dann das Gefäß mit dem Bodensatz gesäubert und den Weinansatz wieder eingefüllt. Anschließend habe ich dann die fehlende Flüssigkeit mit ca. 1,5Liter Brombeerwein wieder bis zur Oberkante aufgefüllt.
Bei dieser Gelegenheit kann man natürlich dann auch die ersten Proben testen.
Geschmacklich schon gut und ein guter "gefühlter" Alkoholgehalt - aber ich werde noch ein wenig nach-zuckern. Die Gärung ist (wenn auch langsam) immer noch im Gange.
 
Warum hast du den "Bodensatz" entsorgt, wenn die Gärung noch nicht beendet ist :-?
 
Bei zu langem stehen des Weinansatzes auf dem Bodensatz kann es zu einem fauligen bitteren Geschmack kommen.
Das hab ich aus dem "Vierka Weinbuch" - und es ist ein guter Erfahrungswert. ("Wurde von Schwiegermutter schon immer so gemacht":-D
Das Abziehen des Bodensatzes werde ich auch noch ein paar mal wiederholen.
Die Gärung hat sich ja auch ohne Probleme fortgesetzt, ohne nachhelfen zu müssen.
 
Das ist schon richtig. Allerdings wird der Wein erst dann von der Hefe gezogen (das was du gemacht hast), wenn die Gärung abgeschlossen ist.
Normalerweise wird, nachdem man die Gärung für beendet erklärt hat, geschwefelt und nach ca. 1 - 2 Wochen (max. 2 Wochen) abgezogen. Danach wird die Selbstklärung abgewartet.
 
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