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Holzbackofen mit Lehmkuppel - Eigenbau

Hallo Güldnerfan,

setz mich mal dazu...sieht interessant aus!

Ist wieder was weiter gegangen?

Hab selbst erst mit dem HBO angefangen...mich würde vor allem interessieren, wie du die Tür gemacht hast...hab sonst keinen anderen fred von dir gefunden. Vielleicht wär das einen eigenen fred wert?!

Will auch selbst die Tür machen und da interessiert mich vor allem auch wie du sie einbauen wirst oder eingebaut hast.

grüße und viel Erfolg
 
Hallo in die Runde,

das Projekt Bau des HBO hat begonnen.

Damit alle Interessierten daran Teil haben können, stelle ich mal die ersten Bilder ein.

Begonnen habe ich mit dem Aushub für das Fundament.

20190518_201311.jpg




Der Aushub beträgt "frostfrei" 80 cm und wurde mit Schotter auf 60 cm aufgefüllt und mit der Rüttelplatte verdichtet. Danach erfolgte die
Einschalung der Bodenplatte. Maße 200 cm x 200 cm

20190525_140343.jpg



Im Anschluss habe ich eine Bewährung mit Baustahlmatten hergestellt. Damit die Feuchtigkeit von unten her nicht durch die Bodenplatte
hochkommt, hatte ich erst eine Folie eingezogen. Das Eisenmaterial war noch aus "Altbestand" vorhanden und dürfte mehr als ausreichend
sein.


20190528_205052.jpg


Danach wurde dann die 20 cm starke Betonplatte gegossen und mit einer Folie abgedeckt, damit bei der momentanen herrschenden
extremen Hitze keine Rissbildung entsteht.

20190530_190514.jpg


Und dann ging es am vergangenen Wochenende auch schon los mit dem Mauern. Die Maße des Unterbaus beträgt 190 cm x 190 cm.
Jeweils am Rand um 5 cm eingerückt, da mit der späteren Sockelputz eine Rinne auf der Kante der Bodenplatte hergestellt wird.
Genau so wie beim Hausbau. Unter der ersten Mauerschicht wurde gegen aufsteigende Feuchtigkeit auf die Mauerstärke von 24 cm eine
Bitumenbahn (Dachpappe) aufgebracht. Gemauert wird mit Kalksandsteinen in den Größen 2 DF (17,5x24x11,3), NF (7,5x12,5x25)
und DF (5,2x12,5x25) an den Stellen, welche später verputzt werden. Die Backsteine im Reichsformat (6,4x12,5x25) stammen vom
Abriss eine alten Schmiede und wurden in mühevoller Arbeit im Winter von den Mörtelresten befreit.

Die fertige Backhöhe soll später etwa 105 cm maximal 110 cm betragen.

20190601_183542.jpg


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Wer Fragen dazu hat, kann sich gerne melden.

Lasst euch bei den sommerlichen Temperaturen weiter überraschen, denn die nächsten Bilder folgen in den kommenden Tagen und Wochen.

Es grüßt euch der

Güldnerfan Michael
 
Tolles Projekt und gut dokumentiert. Hast du dich schon für einen Schamotte Mörtel entschieden.

Tipp: Bodenplatten in Backöfen immer lose in Sand oder Schamottegranulat legen. Mit den Jahren werden diese Steine am meisten belastet und müssen dann wieder einfach zu wechseln sein.
 
hier geht es ja schnell voran, schaut gut aus. Ist der Schotter denn wirklich kapillarbrechend / -frei? Sonst bringt ja der 80cm Aushub nichts
 
alles gut, der Schotter ist kapillarbrechend als Frostschutzschicht eingebaut worden und 80 cm in der Gesamthöhe mehr als ausreichend.
Da habe ich mich vorher schon fachkundig informieren lassen.
 
vielen Dank für die Info, werde mich dazu nochmals gesondert melden, da sich neue Fragen für ergeben.
Geplant war als Isolierschicht Schaumglas 8cm dich, dann 4-5 cm Quarzsand und darauf dann 5 cm Schamottesteine.
Aber wie jetzt erfahren habe, sollte man auf keinen Fall Schaumglas unter den Backboden verlegen, da bei der Hitzeentwicklung
Gase freigesetzt werden können. Y-Tong wäre über längere Dauer nicht hitzebeständig und würde mit der Zeit zebröseln etc.
Bin absolut unschlüssig.

Ich bin jetzt eigentlich so weit, auf die Betonplatte Hohllochziegel (Höhe 7 cm) aufkleben, die Hohlräume mit Quarzsand zur füllen, und
zusätzlich eine Schicht Quarzsand von 5 cm aufzubringen und darauf wieder die Schamottesteine schwimmend zu verlegen. Die Lehmkuppel
steht dann auch auf den Hohlochziegeln.
 
Y-Tong wäre über längere Dauer nicht hitzebeständig und würde mit der Zeit zerbröseln etc.
Was man so alles hört...
Gasbeton (Y-Tong) ist alles Mögliche, nur das von Dir beschriebene nicht.
Gasbeton ist sehr hitzestabil und zerbröselt auch nicht. Es werden ganze Häuser mit dem Zeug gebaut.
Also, Du stellst Deinen HBO auf den Gasbeton, nach zwei/drei Reihen kommt Quarzsand und der Backboden, schön als Fischgrät geschnitten, rein.
Darauf kommt eine geteilte Platte, um das versauen des Backbodens zu vermeiden. Geteilt, um die Platte nachher wieder raus zu bekommen.

Gasbeton zerbröselt nur, wenn es längere Zeit der Witterung, ohne Schutz, ausgesetzt ist. Putz drauf, Gefahr gebannt.
 
Ja das sich Gasbeton (Y-Tong) bei Temperaturen schon ab 80 grad mit der Zeit zersetzt / schwindet kann ich aus Erfahrungen um Ofenbau bestätigen.

Welche Gase Schaumglas abgibt kommt sicher auf den Hersteller an. Ganz sicher kann man sich da aber nicht sein.

Es gibt beim Ofenbau die ProWolf Dämmsteine in 40, 63, oder 80 mm Stärke. Die sind aus gebrannten Tonmaterial, dämmen gut und sind druckstabil.

Beim vielen traditionellen Dorfbacköfen wurde früher unter der Backfläche als Dämmung eine Schicht mit 5-20 cm Glasscherben eingearbeitet. Durch die vielen Lufteinschlüsse ergibt sich so eine gute stabile und hitzebeständig Dämmung.

Wenn du es mit den Hollochziegeln machst ist auch ok. Aber nicht mit Material ausfüllen dann könntest du gleich auf die Betonplatte gegen.
 
In eine Lehmkuppel gehören Lehmziegel, Mörtel aus Lehm, Sand und Kuhscheiße sowie ein rostiges Ofenrohr.
Pferdemist geht auch. Eine Tür kann als Vorsatztür aus Holz gefertigt werden, Ofenrohr brauchst Du auch nicht. In einer minimalistischen aber sehr effektiven Variante kann man sich an indianischen Hornos orientieren. Die werden dann aber nicht gemauert, sondern aus einer Lehm-Stroh-Mist-Mischung in mehreren Lagen als Kuppelofen aufgebaut. (Sandkern) Der Boden ist dabei nicht schwimmend verlegt, sondern tatsächlich starr. Was definitiv immer in unseren Breiten benötigt wird ist ein effektiver Regenschutz.
Hier mal ein Beispiel von Kurt Gardella. Er hat unter anderem auch einen solchen Ofen in Thüringen gebaut, in dem ich selbst schon Pizza und Brot gebacken habe. Das funktioniert einwandfrei, ist aber von der Handhabung etwas anders als mit den traditionell in unseren breiten üblichen Holzbacköfen.
Nachteil: Als indianischer Lehmofen, wie jeder andere "reine" Lehmofen auch, ist er natürlich Wasserempfindlich, d.h. Regen sollte den Ofen nicht direkt treffen. Die normale Luftfeuchtigkeit wird aber gut durch eingemischten Mist abgehalten.
Vorteil: Sollte tatsächlich mal ein Schrumpfungsriß entstehen kann man den Schaden mit wenig Aufwand beheben.
 
Hallo zusammen,

da bin ich wieder und möchte allen Interessierten einen Einblick über den Baufortschritt der letzten 3 Wochen geben.

Im weiteren Verlauf erfolgte das Mauern des Gesims.
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Im Anschluss daran wurde die Zwischendecke eingeschalt und betoniert. Nach außen wurde eine Dehnfuge berücksichtigt und die Stärke
der Betonplatte beträgt 14 cm. Zur Armierung verwendete ich Restbestände aus einer Baustahlmatte (Q 188).

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Bei der zur Zeit herrschenden Hitze wurde die Platte immer schön befeuchtet und mit einer Plane abgedeckt, damit keine Risse entstehen.

Nach zwei Tagen nach einem anstrengenden Wochenende ging es dann weiter. Zuerst habe ich eine Schicht Lochklinker auf die Bodenplatte mit
Fliesenflexkleber fixiert. Dafür benötigte ich ca. 160 Stück im NF-Format (7,1x12x25).
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Danach die im Winter erstellte Schablone des Backbodens auf die Platte aufgezeichnet und angefangen mit den Lehmsteinen die erste
Mauerschicht anzulegen.

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Am Freitag nach Fronleichnam dann den Backboden mit dem Nassschneider geschnitten und zur Lehmkuppel eine Dehnfuge von 1cm
umlaufend berücksichtigt.
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Danach den Backboden mit einer 3cm starken Schicht aus Quarzsand waagrecht auf die vorgesehen Backfläche eingebracht. Leider habe ich
es versäumt dazu ein Bild zu erstellen. Die fertige Backhöhe beträgt genau 110 cm.

Und dann ging es am vergangenen Wochenende mit der Lehmkuppel weiter.

Die ersten Schicht gemauert und nach der vierten Schicht mit Sand aufgefüllt, um die Kuppel formen zu können.

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Die Höhe der Kuppel beträgt vom Backboden aus vorne 45 cm und steigt um 11 cm nach hinten an.

Bis zum späten Nachmittag war die Kuppel fast fertig. Durch die unerträgliche Hitze wurden die Arbeiten eingestellt.

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In den kommenden Tagen geht es dann weiter.

Allen eine schöne Zeit.

Grüße

Michael
 
Sehr schön. :respekt:
Jetzt kommt der spannende Moment, damit Du nicht zu hoch kommst mit der Kuppel. ;)
 
Ein Hallo in die Runde,

ich melde mich mal wieder und zeige mal so die Baufortschritte der vergangenen Tagen und Wochen.

Leider hatte ich es versäumt nach der Fertigstellung der Kuppel weitere Bilder zu machen. Das nächste Bild zeigt
die fertig gestellte Kuppel. Für das Rauchrohr habe ich ein Wandfutter im Durchmesser 200 mm in die Kuppel eingbaut.

Im Anschluss erfolgte mit einem Stroh-/Lehmgemisch und einer Drahtarmierung (Hasendraht) der Kuppel weitere Stabilität zu verleihen.


20190706_194859.jpg


Am ersten Wochenende im Juli ging dann die Kriecherei los und es wurde die Kuppel von Innen mit Lehm verputzt. Dabei hat mich meine Frau tatkräftig unterstützt und im Laufe eines Nachmittags konnten die Arbeiten dazu erledigt werden. Wie die Bilder zeigen, kann sich das Ergebnis
sehen lassen.

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Bei der Trocknung haben sich einige wenige Risse gebildet. Diese konnten leicht beseitigt werden, da der Baustoff Lehm einfach genial
ist.

Die nach folgende Schlechtwetterphase brachte den Baufortschritt etwas ins Hintertreffen und die Arbeiten stockten etwas.

Aber wo es auch möglich war, ging es weiter und zwar mit dem Vormaueren und Positionierung der Backofentür. Jeden Abend Stück für Stück
weiter mit immer neuen Ideen bis das Endergebnis feststand.

20190716_211916.jpg


Hier der für mich entscheidende Moment wie letztendlich die Frontansicht entstehen soll.

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Und so sieht er nun von vorne aus.

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Heute werde ich mich erst einmal vorwiegend der Beschaffung von Sandsteinplatten widmen.

Also ruht die Baustelle.

Am Freitag geht es dann mit der Isolierung der Kuppel weiter. Dazu werde ich Keramikfaserwolle verwenden und anschließend einen
Kalk-/Zementputz auf ein Drahtgeflecht als Armierung aufbringen.

Weitere Bilder folgen sobald es Fortschritte gibt.

Es grüßt euch der
Güldnerfan
 
Wirklich klasse. Habe ich das richtig verstanden, dass du die ganze Kuppel mit Lehmsteinen gemauert hast?
Was für Steine sind das? Ich habe mal etwas von Grünlingen oder so gelesen. Kannst du da mal näher drauf eingehen??
 
...ja die Kuppel ist komplett mit Lehmsteinen gemauert worden.

Da gibt es die Firma Claytec. Von dort kann man die Lehmsteine beziehen. Das Format ist das NF-Format 7,1 cm x 12,5 cm X 24 cm.

Passend dazu gibt es den Lehmputz mit Strohanteil zum Mauern in Big Pack.

Ich hatte mir alles von einem Ehepaar besorgt, welche Restbestände von einer Haussanierung verkauft haben.

Hier mal ein Link dazu.

https://www.baustoffshop.de/ausbau/lehmbau-claytec/stampflehm-und-rohbau.html

Gruß
 
Ein Hallo an alle welchen meinen Beitrag bisher verfolgt haben und vielleicht noch verfolgen werden,

wie in meinem letzten Beitrag bereits angekündigt ein paar Bilder vom vergangenen Wochenende was das Verputzen
der Kuppel anging. Mehr konnte ich am Freitag und Samstag an dem HBO nicht leisten, da ich unerwartet für "umsonst"
an Backsteine gekommen bin und somit erweitert sich das Bauvorhaben.

Mehr dazu im Verlauf der folgenden Bilder.

Bei der Isolierung der Kuppel habe ich "Keramikfaserwolle" verwendet und diese 4-lagig in einer Dicke von 10 cm aufgebracht.
Es hätte durchaus auch eine günstigere Lösung gegeben, aber ich habe es meinem HBO gegönnt. Denn die bisherigen Ausgaben
haben sich auf ein Minimum reduziert.

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Nach dem die Keramikfaserwolle an der Kuppel angebracht war, wurde mit Hasendraht die Armierung für den Putz aufgebracht.

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Und dann ging es los mit einem Kalk-Zementputz die Kuppel gegen eindringende Feuchtigkeit / Nässe zu schützen. Die Stärke des Putzes
beträgt ungefähr 4 bis 5 cm und dafür wurden 6 Säcke á 30 KG benötigt.

Und das ist das Endergebnis.

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Und damit es mir nicht langweilig wurde, konnte ich unerwartet aus einem Abriss eines alten Fachwerkhauses für "umsonst" an Backsteine
im Reichsformat kommen. Lediglich den Fahrer für den LKW-Transport habe ich mit einem Obolus entlohnt. Die Ausbeute waren 1892 Stück,
zwischen 400 und 500 halbe Steine und eine Sandsteinfensterbank.

Verplant ist die neue Errungenschaft auch schon, denn daraus wird demnächst eine überdachte Ruinenmauer mit Essecke entstehen.

Mehr dazu folgt in naher Zukunft.

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Bleibt weiterhin an meinem Beitrag dran, denn voller Begeisterung geht es in den kommenden Tagen und Wochen weiter.

Grüße

Güldnerfan Michael
 
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