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[Jagd] Der Jagdthread

...Bei lokal vorkommenden Bestandsfischen, die aufgrund des Alters quantitativ sowie qualitativ für die Fortpflanzung (lokaler Genpool) wichtig sind macht es sehr wohl Sinn diese wieder zurückzusetzen...

Dass es sinnvoller ist, einen Fisch zurückzusetzten als diesen in die Tonne zu entsorgen ist sicherlich unbestritten. Stein des Anstoßes und Kernpunkt war aber mehr die Frage nach der Sinnhaftigkeit überhaupt, sprich: wäre es denn im Sinne des Lebewesen Fisch nicht noch viel sinnvoller, diesen erst gar nicht zu angeln. Verzicht üben zum Wohle eines anderen...
Generell keine einfache Disziplin, nicht?

Cheers
Gerhard
 
Kleines Beispiel. Um die Verbuttung der Baschbestände zu vermeiden, werden diese idealerweise befischt. Ein schöner Zander oder Hecht, der vorne hängt wird jeh nach persönlicher Einstellung releast.
Das wäre/ist idealerweise die Praxis. Weitere Beispiele gibt es viele. So wie in einem Salmonidengewässer der Döbelbestand kurz gehalten wird, ist in einem guten Niederwildrevier das Raubwild/Schwarzwild effektiv zu kontrollieren. Hat mit dem teils gefühlt konstruiert Geschriebenem hier aber wenig zu tun.
 
Hat mit dem teils gefühlt konstruiert Geschriebenem hier aber wenig zu tun.
Richtig. Immerhin werden bei deinen Ausführungen ja bestimmte Arten entnommen.
Stein des Anstoßes war aber, dass geangelt wird und generell jeder Fisch wieder zurückgesetzt wird. Also Angeln rein des Drills wegen. Das ist sicher sehr streitbar, wie man auch an den Reaktionen merkt.
 
Dein Beispiel, GUSA, kann ich nachvollziehen.

Mit dem 'gefühlt konsturiert Geschriebenem' tue ich mich schwer. Hier wäre - zumindest für mich - hilfreich zu wissen, auf was genau Du abzielst. Wäre es Dir möglich, dies noch zu präzisieren?

Generell scheint mir, dass man bei dem Thema C&R etwas unterscheiden muss. Dient es der Hege eines Bestandes wie ich es in Deinem Beispiel verstehe, ist es gutzuheißen, dient es hingegen nur dazu, Spaß zu bringen, sind ehtisch-moralische Zweifel nicht ungerechtfertigt, oder?
 
Ich hätte da noch eine die Jagd betreffende Frage: Wie wird denn der Wildbestand in einem Revier ermittelt? Kann mir das bitte jemand erklären?

Schon aml vielen Dank und Grüße
Gerhard
 
Den reinen "Idealisten" wird man nur in der Theorie finden . Die Praxis besteht aus einer Mischung, die jeh nach Engagement und Einstellung variert... Derjenige, der behauptet/sich rechtfertigt er jagd/fischt um" Bestände zu hegen" argumentiert meiner Meinung nach nicht ehrlich. Ist natürlich eventuell dem opportunen grün/ökologisch angehauchten Zeitgeist geschuldet.

Einen Fasan, der bewußt vom Flachen gegen eine Pappelreihe oder den Waldrand getrieben wird und hoch geflogen kommt zu beschiessen ist anspruchsvoll und ein Erlebnis. Für eventuell Nachsuchen stehen ensprechend ausgebildete und durch Praxis trainierte Vorstehunde bereit. Daran habe/hatte ich Spaß. Läßt sich mit dem Argument Hege weniger plausibel erklären.
 
Ich hätte da noch eine die Jagd betreffende Frage: Wie wird denn der Wildbestand in einem Revier ermittelt? Kann mir das bitte jemand erklären?

Schon aml vielen Dank und Grüße
Gerhard

Das meinte ich mit konstruiert geschrieben, sorry - bitte nicht böse sein. Ist wie mit deinem Getränkebestand zuhause. Im Keller mit den vollen Kästen und dem herumstehenden Leergut im Haus kann man das recht gut einschätzen. Beim Wildbestand idealerweise durch Sichtung bzw. anhand auswertbarer Indizien wie Verbiss, Wechsel/Trittsiegel, Fressplätze des Raubwildes etc.
 
Ich bin nicht böse. Allerdings muss ich mich wundern, dass eine solche Frage als konstruiert betrachtet wird, vor allem unter dem Aspekt, dass Du etliche Beispiele nennst, die diese 'konsturierte' Frage beantworten. Danke hierfür.
Ja, im Keller ist's einfach, aber mein Keller ist auch nicht viele Hektare groß und weder meine Bierkästen noch mein Leergut verändern ihre Position; der Vergleich - bitte sei mir nicht böse - erscheint mir daher recht konsturiert. ;)
Ich hätte allerdings gedacht, dass eine Schätzung über Sichtung eher schwierig ist (das war eigentlich auch der Ursprung der Frage). Trittsigel/Wechsel erscheinen mir einleuchtend, so aus diesen auf eine Zahl geschlossen werden kann. Allerdings habe ich noch keine rechte Idee wie z.B. mehrere Rehwildwechsel dahingehend gedeutet werden können, ob sie nun von den selben oder von unterschiedlichen Tieren stammen...
Zudem würde ich davon ausgehen, dass erst die Kenntnis über einen Bestand einen Abschussplan zur Folge haben kann. Insofern - aber ich bin Laie und mag mich täuschen - sollte das ein eher wichtiger Punkt sein.
 
Der Abschussplan wird vorgegeben - und zwar nicht unbedingt angelehnt am tatsächlichen Bestand. Eher am Verbiss/Schadbild - was wiederum auch von anderen Faktoren beeinflusst wird.
Ruhige Rückzugsmöglichkeiten für das Wild oder häufige Störung durch "Freizeitdruck", Vielfalt und Menge natürliche Äsung, Monokulturen etc.

Bestandszahlen sind immer Annäherungen/Schätzungen. Eigensichtungen, entsprechender Austausch mit den Kollegen und Indizien an Wechseln, Luderplätzen etc. lassen eine ziemlich genaue Schätzung zu.

Ja, im Keller ist's einfach, aber mein Keller ist auch nicht viele Hektare groß und weder meine Bierkästen noch mein Leergut verändern ihre Position; der Vergleich - bitte sei mir nicht böse - erscheint mir daher recht konsturiert. ;)
Stell dir vor Du hast minderjährige Mitbewohner im Haus..... dann verhält es sich mit dem Schätzen des Bestandes anhand von Indizien wieder ähnlich .... :-)
 
In unserem Revier ist der Abschussplan schon seit Jahrzehnten unverändert. Wer sein Revier kennt kann auch den Bestand gut einschätzen. Jetzt im Winter hängen wir Wildkamaras an den Futterstellen auf.
Wie oben schon geschrieben wird die höhe des Schadens (Verbiss ect....) im Auge behalten. Dazu wird in regelmässigen Abständen ein Forstliches Gutachten der Berhörde erstellt.
 
Hi boehmy,

darfst Du zu dem Abschussplan Zahlen nennen? Würde mich jetzt einfach interessieren, wohlwissend, dass die keinen repräsentativen Charakter haben.
 
Der Abschussplan ist immer für drei Jahre. Wir müssen z.B. 16 Rehwild erlegen (wird dann noch aufgeteilt in Böcke, Kitze usw)
 
Dankeschön!

PS: Um Missverständise meinerseits zu vermeiden: 16 Rehe in den drei Jahren, nicht pro Jahr, richtig?

PS2: Oh, und um ein Gefühl zu bekommen: Darf ich noch wissen, wie groß Euer Revier (oder Reviere) ist (sind)?
 
richtig :v:
 
Sind 120 Ha. Feld & Wald. Haben aber auch nur Rehwild. Leider kein Rotwild ect.
 
Rotwild haben mir zum Glück auch nicht, hoffe auch das es die 10 km zu uns nicht macht. Es gibt einen Spruch der meist voll zutrifft" Rotwild verdirbt den Charakter".

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Man hoert auch oft, dass Wild nicht zaehlbar sein.
Das beste Indiz fuer den Bestand ist wohl der Verbiss, wobei der auch sicher abhaengig ist vom
innerartlichen Druck, vom Freizeitdruck und auch vom Jagddruck.
Verbiss kann man z.B. ermitteln mit Weiserzaeunen.
Hasen werden bei uns z.T. mit Scheinwerfern gezaehlt. Also Nachts mit dem Auto durchs Revier und mit starken Scheinwerfern die
Felder ableuchten.

Aufgrund der Daten meiner Vorpaechter plane ich einen Abschuss von 12 Stueck Rehwild auf 224ha.
Vielleicht wird es etwas mehr, da die Vorgaenger doch ein kleines Problemchen mit Unfallwild (kontinuierlich 6 Stueck/Jahr) hatten.
Hiergegen moechte ich massiv vorgehen mit diesen blauen Wildwarnern und auch mit verstaerktem Abschuss in Strassennaehe.
Der Unfallschwerpunkt laesst sich sehr genau eingrenzen. Lieber 14kg in der Pfanne als 16kg auf der Strasse.

Das Thema Raubwild wurde oben schon angesprochen.
Ich habe (und tue es immer noch) mich sehr aktiv damit beschaeftigt.
Die Raubwildjagd werde ich stark intensivieren und auch Fallen aufstellen um das Niederwild voranzubringen.
Wir haben noch recht gute Bestaende an Hasen und Fasan und die moechte ich gerne ausbauen durch Hegemassnahmen und
auch dazu gehoert auch die Fuchsjagd.
 
Höchst interessant, das.... :)

...kleines Problemchen mit Unfallwild (kontinuierlich 6 Stueck/Jahr) hatten.
Hiergegen moechte ich massiv vorgehen mit diesen blauen Wildwarnern und auch mit verstaerktem Abschuss in Strassennaehe.
Der Unfallschwerpunkt laesst sich sehr genau eingrenzen. Lieber 14kg in der Pfanne als 16kg auf der Strasse...

Kleines Geschichtchen hierzu: Ich fahre mit meiner Frau nun seit etlichen Jahren jeden Dienstag Abend über die K6912 von Dettenhausen nach Tübingen zum Tanzen und zurück.
Geduld ist etwas, was mir nicht in die Wiege gelegt wurde, entsprechend zügig war ich immer unterwegs; auch wenn diese Kreisstaße durch den Naturpakt Schönbuch führt; aber der ist ja rechts und links allemal eingezäunt.
Recht zügig war ich also unterwegs, bis eines Abends drei Rehe (wir waren gegen 21:30 Uhr auf dem Rückweg) auf diesem Stück von rechts ÜBER die Leitplanke auf die Fahrbahn gesprungen kamen!
Seither bin ich extrem langsam unterwegs, ziehe den Zorn hinter mir Fahrender auf mich und bin erstaunt, wieviel Reh- und Rotwild da beidseitig neben der Straße äst. Es vergeht kaum ein Dienstag, an dem wir nicht wenigstens ein Tier sichten.

Wieviel Glück wir füher hatten, dass nichts passiert ist, will ich gar nicht wissen.

Insofern kann ich Deine diesbezüglichen Bemühungen, Andi, nur begrüßen. Mir sind nämlich deutlich mehr als 14 Kilo im Wald lieber als diese in der Pfanne oder auf der Motorhaube (oder gar aufm Schoß).
 
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