Ich war gestern im Zoo. Oder im XXL-Sauen-Restaurant. An Schießen war leider nicht zu denken.
Aber der Reihe nach. Ich hab mich ja Ende Januar sehr kurzfristig einschieden, das alte Revier zu verlassen.
Die Jagdperiode beginnt zum ersten Februar. Dann ist es natürlich nicht nur sehr knapp um was neues zu finden, dazu kommt, das letzte Jahr der neunjährigen Pachtperiode ist angebrochen, da ist es dann besonders schwierig. Nächstes Jahr werden die Karten dann neu gemischt. Aber ich hatte großes Glück und bin "untergekommen". Zwar auch erst ab nächstem Jahr als "richtiger" Partner, aber mitgehen geht jetzt schon jederzeit. Aber halt allein nicht, wobei das in einem unbekannten Revier gar nicht so schlecht ist. 800 ha Feldrevier mit einem kleinen Waldstück. Da geht mir als begeistertem Rehwildjäger das Herzz auf. Und Sauen hat es auch reichlich.
Gestern abend, halb 10 Treffen, 10 Uhr sitze ich. 360-Grad Blick, 3 Kilometer freie Sicht, weit weg von der (Revier)Grenze. Außer 500 Meter vor mir ist die Staatsgrenze. Da hört die große Republik auf und hintendran fängt die Olafs bunte Republik an. Da ist tatsächlich ein bissi Vorsicht geboten, weil eine offizielle Wildfolge über die Staatsgrenze gibt´s nicht.
Egal. 10 Uhr, das Licht geht langsam zu Ende. Die Freigabe ist weit gefasst, alles an Sau, was nicht führt und keine Streifen hat, wenn dir ein Bock kommt, an dem du Spaß hast, dann hol ihn dir, Jungüchse nach Möglichkeit jeden, der zu sehen ist.
Links auf 10 Uhr ein Maisstück, ohne Zaun, auf 1 Uhr ein Maisstück mit Zaun, auf 12 Uhr eine Wiese, rechts abwechselnd Weizen, Wiese und Raps. Ab 11 Uhr Sauen im Weizen auf 3 Uhr, Mutti mit den Kleinen, aber keine Chance zu erkennen, wie klein die Kleinen tatsächlich noch sind. Etwas weiter, am Rand zum Raps eine einzelne deutlich größere Sau, nix von Zwergen zu sehen. Natürlich war kein Rankommen, da war genau die Tür und der Eckpfosten von der Kanzel im Weg.
Gelegentlich kam der Rüssel hoch, wenn nicht die baulichen Gegebenheiten dagegen gesprochen hätten, wäre zu schießen gewesen. Distanz keine 30 Meter.
3 Meter daneben die Fahrspur, aber kein Denken, die Sau bleibt wie angewurzelt stehen.
Der Patron schießt 500 Meter weiter am anderen Ende vom Acker einen kleinen Keiler. Keine Reaktion. Eine halbe Stunde später sehe ich Mutti mit den Kleinen wieder, die ziehen 200 Meter weiter in den Graben.
Damit noch nicht genug, Wärmekuckrundumblick, auf etwa 500 Meter kurz vor der Zonengrenze steht eine Compagnie Sauen, soweit das zu erkennen war wenigstens 20 Stück.
Wenn der Mais größer wird, wird das da richtig lustig. Wie gut, daß es in Frankreich sowas ähnliches wie eine Wildschadensversicherung gibt.
Was ich vergaß, ich bin bald erfroren auf meinem Sitz, der Wind war echt stramm und er Sitz ziemlich hoch.
Egal, um 2 Uhr hab ich im Bett gelegen und bin sehr glücklich nach meinem Zoobesuch eingeschlafen.