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[Jagd] Der Jagdthread

Rotwild haben mir zum Glück auch nicht, hoffe auch das es die 10 km zu uns nicht macht. Es gibt einen Spruch der meist voll zutrifft" Rotwild verdirbt den Charakter".

Gesendet von meinem GT-S5839i mit Tapatalk 2

Rotwild verdirbt den Charakter nicht, es legt ihn nur offen;)

Hilf mir bitte auf die Sprünge. Was steckt da nun dahinter?

Da Rotwild immer im Großen und Ganzen bewirtschaftet wird -mehrere 1000ha sind sinvoll- aber jeder seinen Teil vom Kuchen abhaben will, gibt es dabei mehr Missgunst als bei einfacher zu hegenden Wildarten
Rotwild wird normalerweise aus einer Quote heraus bejagt, d.h., dass auf einer Fläche von meinetwegen 8000ha insgesamt 30 Stück Rotwild in genau definierten Altersklassen erlegt werden dürfen. Ist das Soll erfüllt ist für das Jahr Ende mit der Bejagung. Ebenso muss Rotwild oftmals bei einem zuständigen Förster/Berufsjäger vorgelegt werden, der dann das Alter bestimmt und kontrolliert, ob dieses Stück im Gruppenabschuss überhaupt noch frei war. Ist das nicht der Fall, werden Strafen in welcher Form auch im verhängt.
Dabei gibt es einige Jäger, die dem anderen den Dreck unter den Fingernägeln nicht gönnen. Daher kommt die Redewendung "Rotwild verdirbt den Charakter".
 
und auch mit verstaerktem Abschuss in Strassennaehe.

Was bringt denn der Abschuss in Strassennähe im Gegensatz zum Abschuss der nicht an der Strasse liegt? Die Zahl des Rehwilds ist doch in beiden Fällen geringer geworden. Ich stelle mit vor, dass der Radius in dem sich das Rehwild bewegt nicht nur auf bestimmte Gebiete in deinem Revier beschränkt und das das Wild wandert und mal an der Strasse und mal weiter im Revier unterwegs ist. Oder liege ich da völlig daneben?
 
Das Problem ist halt:
du weisst eben in den meisten Faellen nicht, was sie auf die andere Strassenseite zieht.
Vielleicht ein Lover, vielleicht zuviel Bestand auf der einen Seite, vielleicht schmeckt der Klee auf der anderen Seite besser,...
Diese blauen Reflektoren, die man immer mehr sieht, zeigen oftmals guten Erfolg.
Anbringen und bezahlen muss ich die uebrigens auch selber. Da sieht man dann auch, dass Jaeger eben nicht nur schiessen.
 
@ NRW Jäger: Dankeschön! Und wieder was gelernt. ;)
 
Ich stelle mit vor, dass der Radius in dem sich das Rehwild bewegt nicht nur auf bestimmte Gebiete in deinem Revier beschränkt und das das Wild wandert und mal an der Strasse und mal weiter im Revier unterwegs ist.

Rehwild ist relativ standorttreu.
Wenn es aus dem Wald rauszieht und sich auf den Wiesen in Strassennaehe aufhaelt, ist es vielleicht im Wald oder
auf den weiter innenliegenden Wiesen schon zu eng geworden.
Und (die Erfahrung fehlt mir leider) wenn ich mich so mit anderen Unterhalte oder Berichte ueber Unfallwild lese,
liegen diese Rehe frueher oder spaeter auf der Strasse.
Aber wie gesagt: erster Schritt sind Wildwarner und Beobachten.
 
..Jaeger eben nicht nur schiessen...

Ich bin ziemlich überzeugt, dass genau das der Aspekt ist, den ein gewisser Teil der breiten Öffentlichkeit, nicht wahrnimmt oder wahrnehmen will. Was alles dazugehört, zur Jagd.
Wäre es so, würde sich bei manchen vielleicht die Einstellung ein wenig ändern.
Was ich nicht weiß, ist, wie das an eine breite Masse herangetragen werden könnte.

Ich kann es mir näherungsweise vorstellen, weil ich schon in Revieren mithelfen durfte (Kirren, Kanzeln bauen, etc...)
 
Kann man nicht näher bringen.

Menschen sind oftmals leider für (Gegen-)Argumente vollkommen unzugänglich, wenn sie eine Meinung gefasst haben.


Dann gälte es die zu 'greifen', die noch keine vorgefasste Meinung gebildet haben, also vornehmlich junge Menschen. Ich kann nur sagen - und zwar völlig unabhängig, ob ich Jagd gutheiße oder nicht - dass das Mitarbeiten im Revier mir sehr die Augen geöffnet hat. Könnte so etwas nicht ein Ansatz sein?
 
Könnte so etwas nicht ein Ansatz sein?

Bei Kindern ja. Die sehen das oft sehr neutral.
Aber schau mal, was gerade in NRW los ist. Das ist so dermassen von Ideologien gepraegt, dass da Hopfen und Malz verloren ist.
Kuehe sind lila, Fleisch liegt im Supermarkt in der Theke und die Eier bringt der Osterhase.
Dem Landesjagdverband wird die Anerkennung als Naturschutzverband verweigert und Splittergruppen
duerfen bei der Gesetzgebung mitreden.

Allerdings muss man auch sagen, dass die Jaeger gerne jahrelang ihr eigenes Sueppchen gekocht haben und sich bewusst
abgekapselt haben. Bei uns in der Kreisjaegerschaft stehen die Bekanntmachungen eben noch in der Zeitung.
Die letzte aktuelle Nachricht zu meinem Heegering auf der Homepage stammt vom 15.06.2014...
Jeder Naturschutzverein laedt Presse und Fernsehen ein, wenn sie eine Kroete ueber die Strasse tragen.
Da hinken die Jaeger als aktive Naturschuetzer einfach hinterher. Zum Teil ist es aber auch Schutz.
Im Nachbarort hat es schon mehrere Anschlage gegen Ansitzeinrichtungen gegeben.

Ich versuche in der Oeffentlichkeit und bei Bekannten ein gutes Bild abzugeben und freundlich aufzutreten
Das hilft sicher am meisten.
 
Anbringen und bezahlen muss ich die uebrigens auch selber. Da sieht man dann auch, dass Jaeger eben nicht nur schiessen.

Geh mit diesem Anliegen vielleicht zur örtlichen Straßenmeisterei, zweck Verbündung, und dann zum zuständigen Verkehrsamt. Bei uns wurden im Ergebnis die Wildwarner von dort bezahlt.

Denn so ganz billig, sind die teile ja offenbar nicht, da man auch mehr als 10 braucht ...
 
@ Andiman: Ich glaube, Du hast es ziemlich gut auf den Punkt gebracht, und auch ohne jetzt im Einzelnen zu wissen, was in den unterschiedlichen Bundesländern hierzu los ist, ist mir klar, dass das ein heikles Thema ist, war und wahrscheinlich auch bleibt. Aber in heikles Thmea wird nicht weniger heikel, wenn man nichts dran tut.

Und dass eine Schieflage mehrere Väter, oder wegen mir auch Schuldige hat, ist wohl auch üblich.

Dennoch ist Dein Ansatz, ein gutes und freundliches Bild abzugeben, völlig richtig.

Mir ging es darüber hinaus tatsächlich drum, dass ich glaube, dem Bild des Jägers würde es helfen, wenn gezeigt würde, dass das 'Schießen' nur ein kleiner Teil des Ganzen ist (und auch der mit Mühen verbunden ist). Würde es bei uns in der Gemeinde antsprechende Angebote geben bei denen vermittelt wird, was alles zu den jagdlichen Pflichten gehört, sei gewiss, ich würde sie wahrnehmen. Auch wenn ich einen Teil kennenlernden durfte. Und ich bin mir sicher, ich wäre nicht der einzige. Vielleicht gibt es sie auch, und sie entgehen mir nur, das kann und will ich nicht ausschließen.

Gut, jetzt mag man sagen, ich stehe der Jagd auch nicht ablehndend gegenüber, aber keiner hier weiß, ob das nicht mal anders war. Ich habe schon Dinge entgegen meiner ursprünglichen Überzeugung gemacht, und musste meine ursprüngliche Meinung gehörig ändern. Das gehört zu den Erfahrungen, die man im Leben macht.
 
Und dass eine Schieflage mehrere Väter, oder wegen mir auch Schuldige hat, ist wohl auch üblich.

Stimmt, und keiner ist davor gefeit.
Zu blöd das viele Dinge nicht mehr einfach so bei nem Bier besprochen werden können.

Ich habe schon Dinge entgegen meiner ursprünglichen Überzeugung gemacht, und musste meine ursprüngliche Meinung gehörig ändern. Das gehört zu den Erfahrungen, die man im Leben macht.

Wenigstens tust du das, machen leider viel zu wenige.

Was mich noch interessieren würde:
Ist man eigentlich in der Haftung wenn im Revier ein Reh/Sau/sonstwas in ein Auto rennt?
Und wie wird mit Wilderei umgegangen sofern das vorkommt?
 
Was bringt denn der Abschuss in Strassennähe im Gegensatz zum Abschuss der nicht an der Strasse liegt? Die Zahl des Rehwilds ist doch in beiden Fällen geringer geworden. Ich stelle mit vor, dass der Radius in dem sich das Rehwild bewegt nicht nur auf bestimmte Gebiete in deinem Revier beschränkt und das das Wild wandert und mal an der Strasse und mal weiter im Revier unterwegs ist. Oder liege ich da völlig daneben?

Rehe sind sehr Standorttreu, sie werden nicht ohne weiteres den Einstand wechseln. Da liegt dann auch das Problem, nachdem ein Reh durch ein Fahrzeug/Schuss verletzt werden ist. Rehwild geht dann immer wieder über die eigenen Fährten hi und her und versucht somit den Verfolger abzuhängen. Das sind dann oft Arbeiten, wo wieder richtige Spezialisten gefragt sind.
Rehwild in Straßennähe sind akut gefährdet, da sie die Straße oft queren. Das wird auch daran liegen, dass Rehwild ein Konzentratselektierer ist. Sprich ist frisst nicht einfach drauf los, wie bspw. eine Kuh sondern pickt sich immer das heraus, was es gerade benötigt.
Des Weiteren hat es -ich meine in Schweden- mal eine Studien gegeben, bei der verunfallte Rehe untersucht wurden. Dort wurde herausgefunden das über 30% des Unfallwildes an irgendwelchen Erkrankungen gelitten haben, das aber nur so nebenbei erwähnt.
 
Ist man eigentlich in der Haftung wenn im Revier ein Reh/Sau/sonstwas in ein Auto rennt?

Wild ist herrenlos.
Es gehoert niemandem, so lange es nicht in Besitz genommen wird.
Das in Besitz nehmen geschieht eben durch das Erlegen und herantreten an das Stueck.
Wenn du es ueberfaehrst, ist der Jaeger nicht haftbar. Der Jagdausuebungsberechtigte hat auch nur das
Aneignungsrecht, nicht die Pflicht, sich darum zu kuemmern. Verwerten darf er es eh nicht.
Das wird dann auch witzig, wenn in NRW wieder die Jagdsteuer kommen sollte.
Dann ist das Unfallwild, welches die Jaeger derzeit klaglos beseitigen, wieder Sache der Polizei und Strassenmeistereien.
Ob das guenstiger ist als auf die Steuer zu verzichten?

Anders sieht es aus bei Treibjagden. Da hat man schon eine gewisse Sorgfaltspflicht und muss dafuer Sorgen,
dass der Strassenverkehr nicht gefaehrdet wird.

Wilderei?
Was kann man tun? Anzeigen. Vielleicht hat man vorher schonmal ein verdaechtiges Fahrzeug gesehen und hat das Nummernschild.
Aber vielmehr kann man nicht machen. Immerhin ist der Wilderer auch bewaffnet...
 
Meine stärkste Form der positiven Öffentlichkeitsarbeit für die Jagd ist die (kostenlose) Weitergabe von Wildpret und selbstgemachten Wildpret-Erzeugnissen (z.B. Rehbratwurst, Pfälzer-Wildleberwurst) an Freunde, Kollegen, deren Eltern und Bekannte sowie die Einladung zum Rehragout essen. Damit schließt sich auch der Kreis zum GSV.

In meinem erweiterten Bekannten-Kreis gibt es daher niemanden, der zumindest offen negativ der Jagd ggü. eingestellt ist.
 
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Was mich noch interessieren würde:
Ist man eigentlich in der Haftung wenn im Revier ein Reh/Sau/sonstwas in ein Auto rennt?
Und wie wird mit Wilderei umgegangen sofern das vorkommt?

Nein, bei einem Wildunfall ist niemand in der Haftung. Wild ist bis zur Aneignung (Erlegung) herrenlos.

Zur Wilderei
Bei uns hat sich vor fünf oder sechs Jahren ein Rudel Damwild eingestellt. Mittlerweile haben alle bis auf einen Hirsch sprichwörtlich ins Gras gebissen.
Fakt ist, dass mindestens zwei Hirsche gewildert wurden. Die betreffenden Personen sind von einer Frau gesehen worden, jedoch rückte die Dame deren Namen nicht raus. Aber für die Meldung des Vorfalls beim Jagdpächter hat es von ihrer Seite aus zumindest gereicht.
Da hier jeder jeden kennt, hat man einfach den ein oder anderen "Experten" angesprochen, die natürlich alles abgestritten haben. Da für das eigentliche Schlachten aber nur zwei Mann in Frage kommen, die ein Tier im Anschluss auch noch ausweiden können war der Kreis sehr begrenzt und das der ein oder andere auch noch eine kleinkalibrige Waffe zuhause hat, war auch kein Geheimnis....

Das schöne war, dass die Exfreunden von einem dieser Experten nach Beendigung der Beziehung den ein oder anderen aufgrund des illegalen Waffenbesitzes bei der Polizei angeschwärzt hat... Hilft dem Damwild nicht mehr, der Bestand ist bis auf einen einzelnen Hirschen ausgelöscht, allerdings dürfte die Zahl der Waffenträger im Wald zurückgegangen sein.

Es ist immer ein heikles Thema, alleine im Dunklen einen Wilderei stellen ist wahrscheinlich so mit das Dümmste, was man machen kann. Also hilft nur Polizei anrufen und hoffen, dass sie in der Nähe ist.


EDIT: @Andiman war schneller
 
...rückte die Dame deren Namen nicht raus...

Mal eine blöde Frage: Efüllt das nicht den Tatbestand 'Behinderung der Ermittlung' (sofern polizelich ermittelt wird) oder ist das gar schon 'Beihilfe zu einer Straftat'?
 
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