Hallöchen Leute! 

Vorweg:
Ich bin Gasgrill-Anfänger.
Aber definitiv kein Grillanfänger....
Wenn ihr Elektrogrills gelten lasst.
Ich grille mittlerweile ziemlich viel, beschäftige mich gerne mit Fleisch, Temperaturen, Krusten, Garstufen und allem, was irgendwie heiß wird und lecker endet.
Nur bei einem richtigen größeren Gasgrill war ich bisher noch nicht angekommen.
Und genau da fing meine wochenlange Suche an.
Erstmal eine wichtige Regel: maximal 500 €!
Ich hatte irgendwann diesen seltenen Moment finanzieller Vernunft:
«Vielleicht sollte ich für eine neue Passion, von der ich noch nicht weiß, wie sehr sie eskaliert, NICHT sofort 1.000–1.500 € ausgeben.»
Also:
Budget maximal ungefähr 500 €.
Erstmal ausprobieren.
Erstmal schauen, wie viel Spaß mir ein richtiger Gasgrill überhaupt macht.
Spoiler:
Sehr viel.
Eigentlich wollte ich einen kleinen Tischgrill …
Meine ursprüngliche Vorstellung war nämlich komplett anders.
Ich wollte:
- klein
- kompakt
- Tischgrill
- aber bitte mit richtig Dampf für Steaks
Und irgendwann landete ich beim Cozze Duo 900.
Dann schaute ich mir auch den größeren Cozze Quadro 900 an.
Cooles Teil.
Aber ungefähr 200 € mehr ausgeben, hauptsächlich damit ich zusätzlich komfortabel Pizza machen kann?
Für mich persönlich:
Nö.
Pizza ist nett.
Aber wenn ich grille, will ich hauptsächlich eines:
FLEISCH.
Steaks.
UND Noch mehr Steaks.
Zwischendurch vielleicht mal Nacken, Lamm oder anderes mariniertes Fleisch.
Und dafür wollte ich vor allem Hitze.
Entscheidung gefallen: Es wird der Cozze!
Eine Nacht darüber geschlafen.
Am nächsten Morgen:
Jo.
Cozze kaufen.
Ab zum örtlichen Bauhaus.
Thema erledigt.
Dachte ich.
Dann bin ich hin gefahren.

Und dann stand ER da.
Der Kingstone KMS 3000 Black Edition
Ich blieb stehen.
Schaute ihn an.
Schaute auf den Preis.
Schaute wieder den Grill an.
Dann wieder den Preis.
299 € im Angebot...
Moment.
Was?
Was bekommt man hier eigentlich?
Für 299 € stand da ein ausgewachsener Gasgrill mit:
-
3 Hauptbrennern
-
je 3,5 kW Brennerleistung
-
also insgesamt 10,5 kW an den drei Hauptbrennern
-
zusätzlichem Keramik-Infrarotbrenner
-
Keramikbrenner austauschbar gegen den linken normalen Brenner
-
Wok-Einsatz
-
Möglichkeit für Pizzastein
-
Möglichkeit für heißen Stein
-
massiv wirkendem, emailliertem Grillrost
-
doppelwandigem Deckel
-
Unterschrank mit Platz für eine 11-kg-Gasflasche
-
zwei Türen im Unterschrank
-
überwiegend Stahlkonstruktion
-
pulverbeschichtetem Unterbau
Und ich dachte ernsthaft:
Der Keramikbrenner kostet bestimmt nochmal extra.
Kann bei 299 € doch gar nicht anders sein.
Also nachgesehen.
Nein.
DER IST DABEI.

Okay.
Jetzt hattest er meine volle Aufmerksamkeit.
Also erstmal alles anfassen.
Ich habe mir den Grill wirklich genauer angesehen.
Türen auf.
Rost angefasst.
Seitenteile bewegt.
Knöpfe angeschaut.
Unterbau kontrolliert.
Und ja:
Natürlich merkt man irgendwo, dass hier kein 1.500-Euro-Grill steht.
Die Bedienelemente sind aus Kunststoff.
Die Haken für Grillwerkzeug sind ebenfalls aus Kunststoff.
Die Seitenteile sind zwar erstaunlich stabil, aber vom Material her relativ dünn.
Der untere Korpus besteht ebenfalls aus ziemlich dünnem, pulverbeschichtetem Stahlblech.
Und generell besteht der Grill eben überwiegend aus Stahl und nicht aus Edelstahl.
Aber ganz ehrlich?
Mir egal.
Mein Grill steht auf dem Balkon komplett überdacht.
Der bekommt keinen normalen Regen ab und steht trocken.
Natürlich wäre Edelstahl schöner.
Natürlich wären Metallknöpfe schöner.
Natürlich kann ich für 299 € irgendwelche Stellen finden, an denen gespart wurde.
Aber ich kaufe einen Grill.
Und die Sachen, die fürs Grillen von meinem interesse sind?
Die sahen richtig gut aus!
Und manches wirkte sogar ehrlich überraschend hochwertig. Die Pulverbeschichtung macht einfach was her, der Grill steht extrem gut da.
Desweiteren:
Die Türen unten
Die Brenner
Das Rost:
Richtig massiv.
Die Emaillierung meines Exemplars:
Sauber und gleichmäßig.
Der Deckel:
Schön schwer und durch die doppelwandige Ausführung deutlich massiver, als ich es bei dem Preis erwartet hätte.
Also stand ich da.
299 €.
10,5 kW Hauptbrennerleistung.
Keramikbrenner.
Wok.
Pizza.
Steak.
Große Grillfläche.
Und mein innerer Finanzberater hatte plötzlich einen wirklich gewordenen Traum. Und schrie:
MITNEHMEN.
Ich also auf den Parkplatz marschiert mit nem riesigen Martin aufem Wagen.
Problem Nummer eins:
Ich war mit meinem Opel Corsa da.
Sehr intelligente Planung.
Großer Gasgrill.
Kleines Auto.
Ich schaue den Grill an.
Ich schaue den Corsa an.
Ich schaue wieder den Grill an.
Problematisch...
Also Verpackung auf.
Alles ausgepackt.
Kartons direkt dagelassen.
Ein bisschen Tetris gespielt.
Und
Ab nach Hause.
Der Aufbau
Und hier kam direkt die nächste Überraschung.
Nach ungefähr 30 Minuten stand das Ding auf meinem Balkon.
Stabil.
Gerade.
Keine Macken.
Keine Lackfehler.
Keine völlig verbogenen Bleche.
Und vor allem:
Jede. Einzelne. Schraube. Hat. Gepasst.
Kein
„Vielleicht muss ich die Schraube einfach mit Gewalt reinwürgen.“
„Warum ist das Loch zwei Zentimeter daneben?“
„Welche chinesische Gottheit muss ich anbeten, damit dieses Gewinde greift?“
Einfach zusammenschrauben.
Fertig.
Ich hatte ernsthaft schon IKEA-Schränke, die schlechter verarbeitet waren.
11-kg-Flasche rein – UND FEUER!
Die 11-kg-Gasflasche passt unten in den vorgesehenen Bereich.
Angeschlossen.
Dichtigkeit natürlich kontrolliert.
Und dann wurde es interessant.
Den normalen linken Brenner hatte ich bereits gegen den mitgelieferten Keramik-Infrarotbrenner getauscht.
Damit liefen beim ersten Aufheizen erstmal nur die beiden normalen Hauptbrenner.
Beide auf Vollgas.
Nach 5 Minuten:
ca. 180 °C laut Deckelthermometer
Okay.
Nicht schlecht.
Nach 15 Minuten:
ca. 260 °C laut Deckelthermometer
Mit. Zwei. Brennern - finde ich beeindruckend.
Also Schluss mit der Theorie.
Was testet man als vernünftiger Mensch als erstes auf einem Grill, den man überhaupt noch nicht kennt?
Natürlich:
Ein dickes fettes Tomahawk frisch vom Markt...
Dazu noch ungefähr:
1 kg Lammkoteletts
Warum langsam anfangen?
Fleisch drauf.
Und sofort:
ZZZZZZZZZZZZZZZZ.
Rauch.
Flammen.
Fett tropft.
Es zischt.
Es brutzelt.
Fleisch drehen.
Überall passiert irgendwas.
Flammen schlagen mir entgegen und ich stehe davor wie ein kleines Kind an Weihnachten:
DAS IST JA GEIL!

Mein Vergleich: Burnhard Wayne Series 1
Vorher hatte ich als Gasgrill einen Burnhard Wayne Series 1.
Zwei Brenner - je ungefähr 1,75 kW.
Also insgesamt ungefähr 3,5 kW.
Und versteht mich nicht falsch:
Das Ding funktioniert.... irgendwie.
Aber wenn man richtig aggressiv Steak grillen möchte, hat mir einfach Leistung gefehlt.
Ich konnte den Wayne ordentlich vorheizen.
Rost heiß machen. Steak drauf. Dann gab es zunächst:
ZZZZZZZ! Schöne Grillmarkierung.
Und danach hatte ich immer wieder das Gefühl:
„Okay … und wo ist jetzt die restliche Hitze hin?“
Der Kingstone ist dagegen einfach eine völlig andere Nummer.
Das Ding hat thermisch viel mehr Reserve.
Aber zurück zum angrillen:
Während ich ich mich also wie bolle freute, fiel mir etwas auf …
Lamm macht Party.
Tomahawk brutzelt.
Augen Tränen, ich schwitze
Alles heiß.
Alles geil.
Und irgendwann schaue ich auf den Keramikbrenner.
Moment.
Warum ist der eigentlich nicht orange?
Keramik-Infrarotbrenner sollten doch glühen.
Ich schaue genauer.
DER WAR GAR NICHT AN.


Ich hatte die ganze Zeit gedacht, der Keramikbrenner läuft.
Tat er nicht.
Und trotzdem war mein Tomahawk auf dieser Seite durch die beiden anderen Brenner bereits ordentlich am Brutzeln.
Da wusste ich endgültig:
Okay, Leistung ist bei dem Ding definitiv nicht das Problem.
Also jetzt den Keramikbrenner richtig zünden.
Erster Versuch:
Nichts.
Zweiter Versuch:
Nichts.
Dritter Versuch:
Regler etwas länger gedrückt gehalten, damit etwas mehr Gas in den Brenner strömt und sich ein zündfähiges Gas-Luft-Gemisch bildet.
Und dann:
WUFF.
Innerhalb kürzester Zeit beginnt die Keramik zu glühen.
Erst ein bisschen.
Dann immer mehr.
Und plötzlich leuchtet dieses Ding richtig und die Hitze ist enorm
Das Tomahawk gefühlt erneut zum Leben erweckt worden.
SCHHHHHHHHHHHHH.
Und plötzlich hatte ich nicht mehr das Problem:
„Bekomme ich eine ordentliche Kruste?“
Sondern:
„WIE VERHINDERE ICH, DASS MEIN STEAK ZU KOHLE WIRD?!“
Und Leute.
Ich sage es, wie es ist:
ICH HABE VERKACKT.
Das Lamm?
Perfekt.
Richtig schön gebräunt.
Saftig.
Geil.
Das Tomahawk?
Ja..Also.
Sagen wir es diplomatisch:
Die Kruste war vorhanden.
Sehr vorhanden.
Außerordentlich vorhanden.
Teilweise vielleicht etwas…
ZU vorhanden.
Aber wisst ihr was?
MIR WAR DAS FAST EGAL.
Denn während ich mein leicht misshandeltes Tomahawk anschaute, dachte ich eigentlich nur:
WAS MACHT DIESER GRILL BITTE FÜR EINEN SPAẞ?!
Genau das wollte ich.
Ein Grill, bei dem ich nicht versuche, irgendwie noch die letzten 20 Grad herauszukitzeln.
Sondern einer, bei dem ich lernen muss:
Ruhig Brauner!
Mein eEindruck nach dem Grillen
Ich bin wirklich begeistert.
Nicht im Sinne von:
„Für 299 € ist er halt okay.“
Sondern:
Für 299 € finde ich das Gebotene momentan ziemlich absurd.
Natürlich gibt es Kompromisse.
Die offensichtlichen Sparmaßnahmen:
- Kunststoff-Bedienelemente
- Kunststoffhaken
- relativ dünne Seitenteile
- dünner Stahl im Unterbau
- kein kompletter Edelstahlaufbau
Aber dafür - Das Zeug, das MIR wichtig ist:
- 3 × 3,5 kW Hauptbrenner
- 10,5 kW Gesamtleistung der Hauptbrenner
- Keramik-Infrarotbrenner inklusive
- kräftige direkte Hitze
- emailliertes Grillrost
- doppelwandigen Deckel
- Wok-Einsatz
- Pizzastein-/Stein-Möglichkeit
- 11-kg-Gasflasche im Unterschrank
- ordentlich Platz
- drei getrennt regelbare Zonen
- Möglichkeit zum indirekten Grillen
- und eine Steakzone, die offensichtlich problemlos in der Lage ist, Rindfleisch in Baustoff umzuwandeln, wenn der Bediener nicht aufpasst.
Haltbarkeit?
Das ist natürlich der Punkt, zu dem ich aktuell noch nichts Seriöses sagen kann.
Der Grill ist neu.
Ich weiß nicht:
Wie sehen die Brenner nach drei Jahren aus?
Wie hält die Pulverbeschichtung?
Wie schnell entwickelt sich irgendwo Rost?
Wie sehen die Türen irgendwann aus?
Das wird die Zeit zeigen.
Man muss einfach realistisch bleiben:
Wir reden über einen 299-Euro-Gasgrill.
Nicht über einen komplett aus Edelstahl gefertigten Premiumgrill für 2.000 €.
Meiner steht allerdings trocken und überdacht.
Unter diesen Bedingungen bin ich ziemlich entspannt.
Mein Fazit:
Der Kingstone macht einfach unfassbar viel Spaß.
Er wird heiß. Richtig heiß. Er reagiert kräftig.
Man kann verschiedene Temperaturzonen bauen.
Man kann indirekt grillen.
Man kann Steaks brutal anknuspern.
Man kann einen Wok verwenden.
Man kann mit Stein arbeiten.
Man bekommt wirklich gut Ersatzteile.
Für jemanden, der in die Welt der größeren Gasgrills einsteigen möchte, ordentlich Leistung für Steaks sucht und nicht direkt vierstellige Summen ausgeben will, finde ich den Kingstone KMS 3000 Black Edition nach meinem bisherigen Eindruck wirklich extrem spannend.

P.s. ausversehen in den falschen Fachbereich gepostet...sorry
Vorweg:
Ich bin Gasgrill-Anfänger.
Aber definitiv kein Grillanfänger....
Wenn ihr Elektrogrills gelten lasst.
Ich grille mittlerweile ziemlich viel, beschäftige mich gerne mit Fleisch, Temperaturen, Krusten, Garstufen und allem, was irgendwie heiß wird und lecker endet.
Nur bei einem richtigen größeren Gasgrill war ich bisher noch nicht angekommen.
Und genau da fing meine wochenlange Suche an.
Erstmal eine wichtige Regel: maximal 500 €!
Ich hatte irgendwann diesen seltenen Moment finanzieller Vernunft:
«Vielleicht sollte ich für eine neue Passion, von der ich noch nicht weiß, wie sehr sie eskaliert, NICHT sofort 1.000–1.500 € ausgeben.»
Also:
Budget maximal ungefähr 500 €.
Erstmal ausprobieren.
Erstmal schauen, wie viel Spaß mir ein richtiger Gasgrill überhaupt macht.
Spoiler:
Sehr viel.
Eigentlich wollte ich einen kleinen Tischgrill …
Meine ursprüngliche Vorstellung war nämlich komplett anders.
Ich wollte:
- klein
- kompakt
- Tischgrill
- aber bitte mit richtig Dampf für Steaks
Und irgendwann landete ich beim Cozze Duo 900.
Dann schaute ich mir auch den größeren Cozze Quadro 900 an.
Cooles Teil.
Aber ungefähr 200 € mehr ausgeben, hauptsächlich damit ich zusätzlich komfortabel Pizza machen kann?
Für mich persönlich:
Nö.
Pizza ist nett.
Aber wenn ich grille, will ich hauptsächlich eines:
FLEISCH.
Steaks.
UND Noch mehr Steaks.
Zwischendurch vielleicht mal Nacken, Lamm oder anderes mariniertes Fleisch.
Und dafür wollte ich vor allem Hitze.
Entscheidung gefallen: Es wird der Cozze!
Eine Nacht darüber geschlafen.
Am nächsten Morgen:
Jo.
Cozze kaufen.
Ab zum örtlichen Bauhaus.
Thema erledigt.
Dachte ich.
Dann bin ich hin gefahren.
Und dann stand ER da.
Der Kingstone KMS 3000 Black Edition
Ich blieb stehen.
Schaute ihn an.
Schaute auf den Preis.
Schaute wieder den Grill an.
Dann wieder den Preis.
299 € im Angebot...
Moment.
Was?
Was bekommt man hier eigentlich?
Für 299 € stand da ein ausgewachsener Gasgrill mit:
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
Und ich dachte ernsthaft:
Der Keramikbrenner kostet bestimmt nochmal extra.
Kann bei 299 € doch gar nicht anders sein.
Also nachgesehen.
Nein.
DER IST DABEI.
Okay.
Jetzt hattest er meine volle Aufmerksamkeit.
Also erstmal alles anfassen.
Ich habe mir den Grill wirklich genauer angesehen.
Türen auf.
Rost angefasst.
Seitenteile bewegt.
Knöpfe angeschaut.
Unterbau kontrolliert.
Und ja:
Natürlich merkt man irgendwo, dass hier kein 1.500-Euro-Grill steht.
Die Bedienelemente sind aus Kunststoff.
Die Haken für Grillwerkzeug sind ebenfalls aus Kunststoff.
Die Seitenteile sind zwar erstaunlich stabil, aber vom Material her relativ dünn.
Der untere Korpus besteht ebenfalls aus ziemlich dünnem, pulverbeschichtetem Stahlblech.
Und generell besteht der Grill eben überwiegend aus Stahl und nicht aus Edelstahl.
Aber ganz ehrlich?
Mir egal.
Mein Grill steht auf dem Balkon komplett überdacht.
Der bekommt keinen normalen Regen ab und steht trocken.
Natürlich wäre Edelstahl schöner.
Natürlich wären Metallknöpfe schöner.
Natürlich kann ich für 299 € irgendwelche Stellen finden, an denen gespart wurde.
Aber ich kaufe einen Grill.
Und die Sachen, die fürs Grillen von meinem interesse sind?
Die sahen richtig gut aus!
Und manches wirkte sogar ehrlich überraschend hochwertig. Die Pulverbeschichtung macht einfach was her, der Grill steht extrem gut da.
Desweiteren:
Die Türen unten
Die Brenner
Das Rost:
Richtig massiv.
Die Emaillierung meines Exemplars:
Sauber und gleichmäßig.
Der Deckel:
Schön schwer und durch die doppelwandige Ausführung deutlich massiver, als ich es bei dem Preis erwartet hätte.
Also stand ich da.
299 €.
10,5 kW Hauptbrennerleistung.
Keramikbrenner.
Wok.
Pizza.
Steak.
Große Grillfläche.
Und mein innerer Finanzberater hatte plötzlich einen wirklich gewordenen Traum. Und schrie:
MITNEHMEN.
Ich also auf den Parkplatz marschiert mit nem riesigen Martin aufem Wagen.
Problem Nummer eins:
Ich war mit meinem Opel Corsa da.
Sehr intelligente Planung.
Großer Gasgrill.
Kleines Auto.
Ich schaue den Grill an.
Ich schaue den Corsa an.
Ich schaue wieder den Grill an.
Problematisch...
Also Verpackung auf.
Alles ausgepackt.
Kartons direkt dagelassen.
Ein bisschen Tetris gespielt.
Und
Ab nach Hause.
Der Aufbau
Und hier kam direkt die nächste Überraschung.
Nach ungefähr 30 Minuten stand das Ding auf meinem Balkon.
Stabil.
Gerade.
Keine Macken.
Keine Lackfehler.
Keine völlig verbogenen Bleche.
Und vor allem:
Jede. Einzelne. Schraube. Hat. Gepasst.
Kein
„Vielleicht muss ich die Schraube einfach mit Gewalt reinwürgen.“
„Warum ist das Loch zwei Zentimeter daneben?“
„Welche chinesische Gottheit muss ich anbeten, damit dieses Gewinde greift?“
Einfach zusammenschrauben.
Fertig.
Ich hatte ernsthaft schon IKEA-Schränke, die schlechter verarbeitet waren.
11-kg-Flasche rein – UND FEUER!
Die 11-kg-Gasflasche passt unten in den vorgesehenen Bereich.
Angeschlossen.
Dichtigkeit natürlich kontrolliert.
Und dann wurde es interessant.
Den normalen linken Brenner hatte ich bereits gegen den mitgelieferten Keramik-Infrarotbrenner getauscht.
Damit liefen beim ersten Aufheizen erstmal nur die beiden normalen Hauptbrenner.
Beide auf Vollgas.
Nach 5 Minuten:
ca. 180 °C laut Deckelthermometer
Okay.
Nicht schlecht.
Nach 15 Minuten:
ca. 260 °C laut Deckelthermometer
Mit. Zwei. Brennern - finde ich beeindruckend.
Also Schluss mit der Theorie.
Was testet man als vernünftiger Mensch als erstes auf einem Grill, den man überhaupt noch nicht kennt?
Natürlich:
Ein dickes fettes Tomahawk frisch vom Markt...
Dazu noch ungefähr:
1 kg Lammkoteletts
Warum langsam anfangen?
Fleisch drauf.
Und sofort:
ZZZZZZZZZZZZZZZZ.
Rauch.
Flammen.
Fett tropft.
Es zischt.
Es brutzelt.
Fleisch drehen.
Überall passiert irgendwas.
Flammen schlagen mir entgegen und ich stehe davor wie ein kleines Kind an Weihnachten:
DAS IST JA GEIL!
Mein Vergleich: Burnhard Wayne Series 1
Vorher hatte ich als Gasgrill einen Burnhard Wayne Series 1.
Zwei Brenner - je ungefähr 1,75 kW.
Also insgesamt ungefähr 3,5 kW.
Und versteht mich nicht falsch:
Das Ding funktioniert.... irgendwie.
Aber wenn man richtig aggressiv Steak grillen möchte, hat mir einfach Leistung gefehlt.
Ich konnte den Wayne ordentlich vorheizen.
Rost heiß machen. Steak drauf. Dann gab es zunächst:
ZZZZZZZ! Schöne Grillmarkierung.
Und danach hatte ich immer wieder das Gefühl:
„Okay … und wo ist jetzt die restliche Hitze hin?“
Der Kingstone ist dagegen einfach eine völlig andere Nummer.
Das Ding hat thermisch viel mehr Reserve.
Aber zurück zum angrillen:
Während ich ich mich also wie bolle freute, fiel mir etwas auf …
Lamm macht Party.
Tomahawk brutzelt.
Augen Tränen, ich schwitze
Alles heiß.
Alles geil.
Und irgendwann schaue ich auf den Keramikbrenner.
Moment.
Warum ist der eigentlich nicht orange?
Keramik-Infrarotbrenner sollten doch glühen.
Ich schaue genauer.
DER WAR GAR NICHT AN.
Ich hatte die ganze Zeit gedacht, der Keramikbrenner läuft.
Tat er nicht.
Und trotzdem war mein Tomahawk auf dieser Seite durch die beiden anderen Brenner bereits ordentlich am Brutzeln.
Da wusste ich endgültig:
Okay, Leistung ist bei dem Ding definitiv nicht das Problem.
Also jetzt den Keramikbrenner richtig zünden.
Erster Versuch:
Nichts.
Zweiter Versuch:
Nichts.
Dritter Versuch:
Regler etwas länger gedrückt gehalten, damit etwas mehr Gas in den Brenner strömt und sich ein zündfähiges Gas-Luft-Gemisch bildet.
Und dann:
WUFF.
Innerhalb kürzester Zeit beginnt die Keramik zu glühen.
Erst ein bisschen.
Dann immer mehr.
Und plötzlich leuchtet dieses Ding richtig und die Hitze ist enorm
Das Tomahawk gefühlt erneut zum Leben erweckt worden.
SCHHHHHHHHHHHHH.
Und plötzlich hatte ich nicht mehr das Problem:
„Bekomme ich eine ordentliche Kruste?“
Sondern:
„WIE VERHINDERE ICH, DASS MEIN STEAK ZU KOHLE WIRD?!“
Und Leute.
Ich sage es, wie es ist:
ICH HABE VERKACKT.
Das Lamm?
Perfekt.
Richtig schön gebräunt.
Saftig.
Geil.
Das Tomahawk?
Ja..Also.
Sagen wir es diplomatisch:
Die Kruste war vorhanden.
Sehr vorhanden.
Außerordentlich vorhanden.
Teilweise vielleicht etwas…
ZU vorhanden.
Aber wisst ihr was?
MIR WAR DAS FAST EGAL.
Denn während ich mein leicht misshandeltes Tomahawk anschaute, dachte ich eigentlich nur:
WAS MACHT DIESER GRILL BITTE FÜR EINEN SPAẞ?!
Genau das wollte ich.
Ein Grill, bei dem ich nicht versuche, irgendwie noch die letzten 20 Grad herauszukitzeln.
Sondern einer, bei dem ich lernen muss:
Ruhig Brauner!
Mein eEindruck nach dem Grillen
Ich bin wirklich begeistert.
Nicht im Sinne von:
„Für 299 € ist er halt okay.“
Sondern:
Für 299 € finde ich das Gebotene momentan ziemlich absurd.
Natürlich gibt es Kompromisse.
Die offensichtlichen Sparmaßnahmen:
- Kunststoff-Bedienelemente
- Kunststoffhaken
- relativ dünne Seitenteile
- dünner Stahl im Unterbau
- kein kompletter Edelstahlaufbau
Aber dafür - Das Zeug, das MIR wichtig ist:
- 3 × 3,5 kW Hauptbrenner
- 10,5 kW Gesamtleistung der Hauptbrenner
- Keramik-Infrarotbrenner inklusive
- kräftige direkte Hitze
- emailliertes Grillrost
- doppelwandigen Deckel
- Wok-Einsatz
- Pizzastein-/Stein-Möglichkeit
- 11-kg-Gasflasche im Unterschrank
- ordentlich Platz
- drei getrennt regelbare Zonen
- Möglichkeit zum indirekten Grillen
- und eine Steakzone, die offensichtlich problemlos in der Lage ist, Rindfleisch in Baustoff umzuwandeln, wenn der Bediener nicht aufpasst.
Haltbarkeit?
Das ist natürlich der Punkt, zu dem ich aktuell noch nichts Seriöses sagen kann.
Der Grill ist neu.
Ich weiß nicht:
Wie sehen die Brenner nach drei Jahren aus?
Wie hält die Pulverbeschichtung?
Wie schnell entwickelt sich irgendwo Rost?
Wie sehen die Türen irgendwann aus?
Das wird die Zeit zeigen.
Man muss einfach realistisch bleiben:
Wir reden über einen 299-Euro-Gasgrill.
Nicht über einen komplett aus Edelstahl gefertigten Premiumgrill für 2.000 €.
Meiner steht allerdings trocken und überdacht.
Unter diesen Bedingungen bin ich ziemlich entspannt.
Mein Fazit:
Der Kingstone macht einfach unfassbar viel Spaß.
Er wird heiß. Richtig heiß. Er reagiert kräftig.
Man kann verschiedene Temperaturzonen bauen.
Man kann indirekt grillen.
Man kann Steaks brutal anknuspern.
Man kann einen Wok verwenden.
Man kann mit Stein arbeiten.
Man bekommt wirklich gut Ersatzteile.
Für jemanden, der in die Welt der größeren Gasgrills einsteigen möchte, ordentlich Leistung für Steaks sucht und nicht direkt vierstellige Summen ausgeben will, finde ich den Kingstone KMS 3000 Black Edition nach meinem bisherigen Eindruck wirklich extrem spannend.
P.s. ausversehen in den falschen Fachbereich gepostet...sorry
