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Luft im Vakuumbeutel

TMU

Vegetarier
Hallo Gemeinde,

ich lese schon eine zeitlang mit; letztendlich wurde ich angefixt ;-) und versuch mich am ersten Schweinebauch. Soweit ich es hier erlesen konnte, kann man nicht viel falsch machen, oder doch?

Ich habe einen Vakuumierer Caso VC100, welcher bisher ganz simpel zum Einfrieren genutzt wurde.

Die Temperaturen sinken und ich hab meinen ersten Schweinebauch nach ralphb-Art gepökelt und vakuumiert. Jetzt nach ca. 4h im Kühlschrank und erster Kontrolle kann ich schon recht viel Flüssigkeit im Beutel (perforiert) sehen, leider auch ein paar Luftblasen. Muss ich jetzt sofort etwas zum retten unternehmen?

Besten Dank im Voraus!
 
Hier paar Bilder. Bei den letzten beiden hab ich versucht, die Luftblasen zu sammeln. Beim letzten Bild kann man es glaube ich ganz gut erkennen.

Ist mein Caso im A...? Bauch liegt im Original Caso-Beutel. Ist es eine Option, ihn aufzuschneiden und in einen größeren zu packen und mit etwas Küchenrolle dem Austritt der Flüssigkeit entgegenzuwirken? Hab bei der Menge an Saft etwas Bedenken.

Besten Dank für eure Hilfe

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Das ist alles noch im grünen Bereich. Es ist unmöglich, mit solchen einfachen Vakuumieren auch das letzte Fitzelchen an Luft aus dem Beutel zu bekommen.
 
Solange es nicht deutlich mehr wird ist alles in Ordnung, ein paar Blasen dieser Größe sind normal.
 
Vielen Dank für die schnellen Antworten. Ich hatte schon Alpträume letze Nacht ;-) Der Beutel ist dicht, die Doppelschweißnaht ist perfekt.

Ach, und vorstellen möchte ich mich auch noch kurz: Thoralf, 45 aus dem Hintertaunus mit Kinder, Katze und M..eerschweinchen (Ich hatte gerade erst gestern einen Reisebericht über Peru gelesen. Dort gelten die Nager ja als Delikatesse. Aber ich nehme an, das hat hier noch niemand verwertet ).
Als Angler habe ich bisher nur Forellen heiß geräuchert. Immer nur Fischgräten ziehen ist auf die Dauer halt nix. Außerden soll man ja auch mal über den Tellerrand schauen, somit die ersten kleinen Schritte zum Schinken.
 
Hab jetzt auch davon gelesen, dass sogar empfohlen wird, etwas Luft im Beutel zu lassen. Durch tägliches Wenden sollte dann die Luft nicht ständig ein einer Stelle des Stückes wirken.

Nur ist die Frage, wieviel Luft kann mit eingeschlossen werden?
 
Mach Dir keine unnötigen Gedanken darüber. Wenden brauchst Du ein vakuumverpacktes Stück auch nicht. Kritisch kann es nur werden, wenn der Beutel durch eine Undichtitigkeit wirklich eine nenneswerte Menge an Luft zieht. Also entspannt zurücklehnen, aber immer wal wieder nachschauen
 
sind Chemiker/ Lebensmitteltechniker unter uns? Ich glaube nämlich nicht unbedingt daran, daß das wirklich Luft ist. Es ist ja so, daß Pökeln ein "mikrobakterieller" Prozess ist. Kann es nicht sein, daß die vermeintliche Luft in Wirklichkeit ein Ergebnis dieses Prozesses ist? Wäre dann ja vermutlich CO2, oder?

Davon mal ganz abgesehen - ich werde es ja nicht müde zu wiederholen - die Geschichte mit dem Pökeln im "Vakuum" wird überbewertet. Ich bin lange weg davon. Ich sale das Pökelgut trocken ein und packe es danach in ein passend großes bzw kleines Tuppergefäß und das verschwindet dann im Kühlschrank. Die letzten Schweinenüsse haben 4 Wochen in einer großen Box im Kühlhaus gestanden. Einmal in der Woche hab ich die Teil gedreht, damit sie auf der Oberseite nicht zu sehr austrocknen.
 
Wäre dann ja vermutlich CO2, oder?
Yep!

Aber es ist nicht so einfach...

Bei Fermentationsprozessen entsteht eigentlich immer CO2, mal mehr, mal weniger. Das Meiste davon bleibt aber in gelöster Form in der Flüssigkeit (bzw. im Fleisch). Wenn gasförmiges CO2 beim Pökeln in nennenswerter Menge austritt würde mir das zu denken geben.

Allerdings läßt es sich bei Gasbläschen im Vakuumbeutel nicht erkennen, ob es CO2 oder Luft - oder irgendein anderes Gas - ist.

Außerdem glaube ich mich zu erinnern, daß ich mit den CASO Beuteln ein paar mal Probleme mit der Dichtheit hatte... :hmmmm:
 
die Geschichte mit dem Pökeln im "Vakuum" wird überbewertet.

Für mich ist der wesentliche Vorteil beim Vakuum, dass man das Pökelgut praktisch beliebig lange pökeln lassen kann, ohne sich Sorgen um den Salzgehalt machen zu müssen. Der Salzgehalt im Fleisch ist so im Prinzip exakt einstellbar, weil sich ein Gleichgewicht einstellt. Bei allen "offenen" Trockenpökelmethoden wird es zumindest ungenau, weil das Gleichgewicht gestört wird, z.B. wenn sich Eigenlake unten im Pökelgefäß ansammelt.
 
Für mich ist der wesentliche Vorteil beim Vakuum, dass man das Pökelgut praktisch beliebig lange pökeln lassen kann, ohne sich Sorgen um den Salzgehalt machen zu müssen. Der Salzgehalt im Fleisch ist so im Prinzip exakt einstellbar, weil sich ein Gleichgewicht einstellt. Bei allen "offenen" Trockenpökelmethoden wird es zumindest ungenau, weil das Gleichgewicht gestört wird, z.B. wenn sich Eigenlake unten im Pökelgefäß ansammelt.

hmmm, den Saft haste im Beutel genau so.... Wenn ich 35 Gramm auf´s Kilo nehme, ist der Salzgehalt auch eingestellt, oder?
Gefäß hat für mich den erkennbaren Vorteil - kein unnötiges Plastik und keine Zornesanfälle beim Verschweißen, wenn sich trotz aller Eile ein bissi Feuchtigkeit in die Schweißnaht zieht.....
 
hmmm, den Saft haste im Beutel genau so

Ja, aber die eng anliegende Folie sorgt dafür, dass der Saft so eng beim Fleisch ist wie möglich. Bei größeren Stücken ohne Vakuum sammelt sich der Saft unten, und man muss möglichst oft wenden. Und wenn man merere Stücke über einander stapelt, muss man auch noch regelmäßig umschichten. Das alles brauche ich im Vakuum nicht. Und einen Zornesanfall habe ich beim Eintüten noch nie gehabt. Aber wenn Du mit deiner Methode zurecht kommst, ist's ja gut.
 
Nach Kontrolle beim täglichen Wenden - hier scheiden sich ja auch die Geister - konnte ich keine Zunahme der Luft feststellen. Auch hatte ich mehrfach gelesen, auch in anderen Foren, dass sogar empfohlen wird, etwas Luft einzuschließen. Weiterhin ist die Geschichte mit den „Vakuumbeuteln“ ja kein richtiges Vakuumiern. Dafür sind die Maschinen mit Membranoumpe einfach zu schwach bzw. sind auch entsprechende Vakuumbehälter notwendig. Es gibt auch Leute, die ganz einfach die Luft mit Kraft der Lunge aus den Beuteln saugen und diese zubinden. Scheinbar auch mit Erfolg.

Folgendes ist mir bei 2 Lenden passiert:
Beim massiern haben 2 Beutel Luft gezogen, was ich nach ca. 3-4h festgestellt habe. Ich bin gestern ständig zum Kühlschrank, weil ich nach Einsatz mehrer Thermometer Probleme mit der Einstellung der Pökel-Themperatur hatte/habe.
Das zum Kühlschrank gehörige analoge Thermometer zeigte 4-5 Grad C an. Ein digitales, welches ich bisher zur Kontrolle der normalen Raumthemperatur im Schlafzimmer nutze, zeigte 8 Grad an, aufliegend auf den Stücken. Daraufhin habe ich mein Grillthermometer mit 2 Sonden auch noch installiert und zwischen verschiedene Pökelstücke gelegt. Diese zeigten beide Werte von 10/11 Grad C an. Ich habe dann alle paar Stunden das analoge und digitale Thermometer abgelesen. Das analoge blieb bei ca. 4 Grad, das digitale Th. bei 7,5 Grad. Natürlich ist das viele auf und zu für den Kühlschrank und eine konstante Temperatur auch nicht förderlich.

Ich habe dann nochmals im Kühlschrank umgeschichtet und über Nacht Werte mit den Sonden des Grillthermometers von 7 u 9 Grad abgelesen. Wie gesagt, diese stecken zwischen verschiedenen Pökelstücken. Das analoge zeigte 3 Grad und das digitale 5 Grad C.

Ich habe jetzt große Bedenken, dass das Pökeln komplett in die Tonne geht. Da aber biochemische Prozesse im Fleisch ablaufen, wird wahrscheinlich auch Wärme freigesetzt. Sind damit grob die Temperaturunterschiede von der Umgebung im Kühlschrank und über die Sonden, welche zwischen den Fleischstücken liegen, gemessenen Temperaturen zu erklären?

Zurück zur Problematik der luftziehenden Beutel. Da beim Einreiben schnell Fleischsaft ausgetreten ist, habe ich etwas Küchenrolle vor der Schweißnacht mit eingelegt. Evtl. ist doch etwas Flüssigkeit an die Schweißnaht gekommen und wurde nicht richtig verklebt.

Versuch macht kluch. Einen Beutel habe ich in einen neuen Beutel gesteckt und einfach nochmal vakuumiert. Den anderen habe ich auf einer Seite leicht mit dem Cutter eingeritzt (Geruch nach Gewürzen und nicht verdorben o.ä.) und ebenfalls nochmals in einem neuen Beutel vakuumiert. Vor dem erneuten Vakuumieren war kaum Flüssigkeit im Beutel. Beim Vakuumieren konnte ich aber sehen, dass sich diese schnell vermehrte. Ich habe keine weitern Zusätze wie noch etwas NPS o.ä. nochmals zugesetzt. Sollte mir nach dem Öffnen
irgendetwas in die Nase steigen, werde ich die beiden wohl vorsorglich entsorgen.

Beide Beutel und auch die anderen habe ich gleichzeitig mit doppelten Schweißnähten versorgt und werde dies bei den nächsten Versuchen von Beginn an tun. Ich besitze ein Casa 100 und habe Beutel von der Rolle und fertige auf Empfehlung bei Ama*** beutzt.

Sorry für den langen Text. Sollte ich evtl. einen gesonderten Beitrag mit den Temperaturunterschieden einstellen?

Besten Dank für eure Meinungen zu beiden Themen!
 
Einen Beutel habe ich in einen neuen Beutel gesteckt und einfach nochmal vakuumiert
passt schon so, mach dir keinen Kopf das wird schon was. Die entstehende Flüssigkeit ist ganz normal, je nach Fleisch mal mehr mal weniger. Dreh die Beutel alle zwei bis drei Tage mal um. Massieren kannst stattdessen deine Frau:D. Lass dem Fleisch Zeit, hast ja keine Eile oder?
 
Ich meinte, dass sich in dem einen Beutel, der undicht war, kaum noch Flüssigkeit befand, ca. 1/2 TL. Herausgelaufen war sie jedenfalls auch nicht. Nach dem neuen Vakuumieren trat sofort wieder Flüssigkeit aus dem Fleisch. Kann auch sein, dass der Rest der Flüssigkeit am Fleisch haftend war und durch Luftentzug sich in den auftretenden Falten sammelt. Dass dies so schnell durch Osmose geschieht, bezweifle ich.

Eile hab ich keine, nur Ungeduld ob des Gelingens ;-)

... meine Fau hat schon gefragt, was ich ständig im Keller will und ob ich jedesmal einen Kurzen in der Kellerbar nehme
 
Jetzt setzt du dich mal, neben deine Frau und lass mal deinen Kühlschrank in Ruhe, hör in Gottesnamen mit der messerei auf.
Da passiert nichts und wird auch nichts passieren. Ich habe früher auch mit dem Caso vakuumiert und wenn ein Beutel undicht war habe ich den gesamten Beutel in einen neuen getan und noch mal vakuumiert, dann hast du auch nicht das Problem mit der Flüssigkeit.
Du musst noch viel ruhiger werden
 
Ruhiger werd ich schon, wenn ich verstehe, was genau passiert. Liegt wohl an meiner Tätigkeit als Testingenieur ;-) Sonst müsste ich halt mal eine Versuchsreihe aufbauen, wie sich die Temperatur verschiedener Fleischstücke bei entsprechender NPS Konzentration und Umgebungstemperatur verhält. Ich habe aber keine Lust, 2 Jahre auf meinen ersten Schinken zu warten ;-)

Die Temperaturen haben sich jetzt weiter angeglichen und liegen max. 0,5 Grad C auseinander. Es bleibt aber zwangsweise alles bis zum Wochenende nächste Woche im Kühler. Die beiden Filets aus den nicht defekten Beuteln sehen schon mal schön rot aus.

Danke für eure Geduld ;-)
 
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