Ich habe ja oben schon geantwortet, dass es jeder machen soll wie er will und wie es im gefällt. Mir geht es auch garnicht darum im Recht zu sein.
Mir gefällt nur nicht, dass mit Erfahrung gegen Langezeit-Studie argumentiert wird, die an 3 Verschiedenen Orten dieser Erde reproduzierbare Ergebnisse erzielt haben, nämlich:
- dichtere Grasnarbe
- bessere Bodenatmung
- keine Unkrautverschleppung
- Reduzierte Moosbildung
Ich finde ja auch das jede Mäherform ihre Vorteile und Nachteile hat. Und beim Mulcher sind die Nachteile ganz klar das häufigere mähen und die eingeschränkte Verwendbarkeit.
Im übrigen ist mir natürlich klar wie Studien "interpretiert" werden, um geeignete Aussagen unterhalten. Dennoch wird klar gesagt - in allen dreien - das in den rohdaten in allen Bereichen kein Nachteil entstanden ist.
Die aus Wien habe ich heute Mittag in kompletter Form angefragt, also nicht als bereits interpretierten Bericht.
Für mich ist die Tatsache, dass es keine untersuchte Datenbasis gibt, die gegen das Mulchen spricht. Sondern lediglich Erfahrungen und subjektive Einschätzungen.
Aber auch ich kann immer nur wiederholen. Es freut mich wirklich, wenn ihr mit dem Fangkorb am besten Fahrt und euch an eurem Rasen erfreut
Deinen letzten Satz möchte ich nicht so stehen lassen.
Ich würde auch großteils mulchen wenn ich wieder einen Mulchstopfen zur Verfügung hätte, aber eben nicht immer bzw. nicht ausschließlich.
Ich hatte ja schon geschrieben wann mulchen und wann auffangen.
Dichtere Grasnarbe:
Die dichtere Grasnarbe entsteht durch häufiges mähen und nicht dadurch ob der Grünschnitt liegen bleibt oder aufgefangen wird.
Nun kann man es aber im Sinne des mulchens darstellen, weil man gezwungen ist häugiger zu mähen wodurch sich dieser Effekt eher einstellt.
Würde man gleich oft mähen (mulchen oder auffangen), macht es keinen Unterschied. Die regelmäßige Pflege ist der Knackpunkt.
Um eine dichtere Grasnarbe zu erhalten kann man den Rasen beispielsweise auch walzen. Die Halme knicken ab und an der geknickten Stelle bilden sich Seitentriebe was zu einer dichteren Grasnarbe führt. Einen ähnlichen Effekt erreicht häufiges mähen da man den Rasen öfter überfährt und die Halme häufiger geknickt werden.
Bodenatmung:
Die bessere Bodenatmung halte ich für sehr pauschal da es immer davon abhängig ist was für einen Rasen man hat und wie schnell und stark er wächst.
Hat man einen sehr schnell wachsenden Rasen und/oder in starken Wachstumsphasen ist der Grünschnitt definitiv zu viel und es kann passieren daß der Rasen zu wenig Luft bekommt weil das ganze kleingehechselte Gras den Boden zwischen den Halmen bedeckt und nicht schnell genug verrotten kann. Hier muß man dann den Rasen lüften oder läßt ihn etwas leiden bis wieder genug verrottet ist. Wächst ein Rasen eher langsam, gibt es da keine Probleme.
Ich würde daher in starken Wachstumsphasen zwischendurch immer mal wieder auffangen, ansonsten mulchen. So erstickt der Rasen nicht durch zu viel Grünschnitt, dennoch werden durch die Eigendüngung wieder Nährstoffe zugeführt.
Unkrautverschleppung:
Der Punkt Unkrautverschleppung wird sehr pauschal genannt. Nun kann man es so darstellen, dass kein Unkraut verschleppt wird weil der Rasen beim mulchen so oft gemäht wird, daß Unkraut gar keine Zeit hat zu blühen bzw. Samen zu bilden. Man kann somit auch sagen, daß keine Unkrautverschleppung erfolgt weil es nichts gibt das man verschleppen könnte.
Nicht betrachtet wird das Unkraut welches einem aus der Nachbarschaft zufliegt, das verschleppt man nunmal mit dem mulchen.
Ein Mulchmesser ist nicht in der Lage Samen zu zerstören, sie werden lediglich verteilt. Fängt man den Grünschnitt auf, saugt man förmlich einige der Samen mit ein und entfernt sie.
In Zeiten wo relativ viele Unkrautsamen fliegen (z.B. Löwenzahn) würde ich den Grünschnitt sammeln, ansonsten mulchen.
Moosbildung:
Die reduzierte Moosbildung kommt durch die Eigendüngung vom Mulch da der Boden wieder einiges an Nährstoffen zugeführt bekommt.
Hat ein Boden generell genügend Nähstoffe, ist der Rasen stark und Moos hat es schwerer sich durchzusetzen.
Fängt man Grünschnitt auf und achtet darauf daß der Boden genügend Nährstoffe hat (ab und zu mal etwas düngen), macht es keinen Unterschied.
Kümmert man sich nicht um den Nährstoffhaushalt und mäht einfach nur die ganze Saison durch, fährt man mit dem mulchen natürlich besser weil die Nährstoffe länger zur Verfügung stehen.
Dieser Punkt wäre für mich ein Grund zu mulchen, da Dünger teuer ist und man durch die natürliche Rückführung einfach weniger braucht um das gleiche Ergebnis zu erzielen.
Mulchen ist gut, am besten ist jedoch eine Kombination aus beidem.
Wie schon ein paar mal beschrieben, kann man durch das kombinierte mähen aus beiden Mäharten die Vorteile ziehen bzw. die jeweiligen Nachteile reduzieren.
Es machen sich aber nur wenige den Aufwand und das Thema wird leider gerne schwarz/weiss betrachtet, entweder auffangen oder mulchen.