Hallo zusammen!
Ravioli kannte ich bisher nur in der Convenience Variante aus der Dose. Da wir seit geraumer Zeit Convenience-Produkte nach Möglichkeit meiden ist es nun auch schon einige Jahre her dass ich Ravioli gegessen habe.
Glücklicherweise gibt es den GSV also habe ich mich mal wieder an einem Rezept hier aus dem Forum bedient, und zwar aus dem Thema "Ravioli mit Tomatensoße" von @Gulaschkanonier.
Sieht ja eigentlich ganz einfach aus, dachte ich! Dürfte doch schnell gehen, dachte ich!
Zumal wir selbstgemachte Tomatensoße auf Vorrat hatten und ich beim Walzen des Nudelteigs auf maschinelle Unterstützung zählen durfte. Außerdem waren wir zu zweit gegen ein paar Ravioli, das ist ja eigentlich schon unfair.
Was aus meiner optimistischen Einschätzung letztendlich geworden ist werdet Ihr im Laufe dieses Berichts erfahren …
Für den Pastateig habe ich Hartweizengriess verwendet, 405er Mehl für Nudelteig wie beim Original war mir irgendwie suspekt. Um ein wenig Zeit zu sparen habe ich den Teig bereits am Vortag gemacht und über Nacht im Kühlschrank geparkt.
Dort wartete er auch immer noch geduldig als wir am Sonntag gegen 16:45 Uhr hungrig von einer kleinen Radtour zurück kamen.
Also, ab in die Küche, mal eben Ravioli machen.
Zwiebel und Knoblauch kleinschneiden und glasig dünsten war noch 'ne leichte Übung:
Das Hackfleisch zusammen mit dem Salz und weißem Pfeffer in der Pfanne krümelig anbraten war für mich ebenfalls kein Thema, davon gibt's auch kein Bild.
Nun sollte das ganze mit lieblichem Weißwein abgelöscht werden, hier wurde es schwierig. Wir trinken nämlich nur trocken. In einem unserer Schränke fanden wir zufällig noch dieses Fläschchen "Erben Spätlese feinfruchtig" von 2018 welches meine Frau "glücklicherweise" irgendwann geschenkt bekommen hat. Und nein, wir haben uns nicht darum gerissen wer zuerst probiert ob sich das Zeug inzwischen in Essig verwandelt hat:
Sagen wir mal so: es war nicht tödlich und keinem von uns beiden musste im Krankenhaus der Magen ausgepumpt werden. Es schmeckte genau wie lieblicher Weißwein, vielleicht mit einem Hauch einer Sherrynote auf der Zunge.
Kurzum: ganz schreckliches Zeug aber laut Rezept genau das richtige! Also rein in Pfanne damit und verkochen lassen, das ist vermutlich das beste was man damit noch machen kann:
Nach dem anschließendem Abkühlen der Hackmasse fehlten dann noch ein Ei, Creme fraiche, Parmesan und Basilikum. Dank dem Rezept haben wir nun also auch eine neue Zimmerpflanze:
Wer mich kennt, dürfte sich über den Parmesan wundern (siehe auch hier unter drittens). Ich mag Käse maximal kalt als Brotbelag und auch dann darf es nichts aromatischeres als mittelalter Gouda sein. Trotzdem nahm ich die Herausforderung an:
Letztendlich war das Ergebnis die fertige Füllung für die noch zu erstellenden Ravioli, welch Überraschung:
Inzwischen war es 17:40 Uhr, also eine knappe Stunde stand ich bereits in der Küche um "mal eben" Ravioli zu machen. Aber hey, der Nudelteig musste ja nur noch ausgewalzt, ausgestochen, eingepinselt, belegt und zugeklappt werden - das sollte fix gehen.
Seit ich die Bottene gekauft hatte war die Pastawalze für unsere Küchenmaschine nicht mehr zum Einsatz gekommen, die Erstellung der Teigbahnen klappte dennoch einwandfrei. Kein Wunder, durfte ich das doch letztes Jahr in des Maitres kleiner Küche noch ausgiebig üben.
So, und jetzt kam der meditative Teil der Arbeit: runde Formen ausstechen, sorgfältig mit Ei einpinseln, nicht zu viel aber auch nicht zu wenig Belag darauf geben, zusammenfalten und das ganze mit der Gabel zusammendrücken. Während dieser Tätigkeit hätte ich eigentlich noch genug Zeit gehabt, jeder Teigtasche einen eigenen Namen zu geben …
Jedes Ravioligericht fängt mit der ersten Teigtasche an:
Um irgendwann mal fertig zu werden haben wir uns organisiert: Ich produzierte die Nudelbahnen und stach die Formen aus, meine Frau erledigte auf der anderen Seite unserer Küche den Rest.
Und was soll ich sagen, um 19:15 Uhr war auch schon der letzte Ravioli geformt, das hat ja nur etwas über 90 Minuten gedauert:
Das war schon etwas zeitaufwändig wenn man Hunger hat, für's nächste Mal wird 'n Stempel besorgt und bahnweise gearbeitet.
Dafür landete dann die erste Portion direkt mit Tomatensoße (fragt mich nicht nach einem Rezept, die macht meine Frau immer nach Gefühl) in der Pfanne:
Inzwischen war es schon nach halb acht und der Magen knurrte mächtig. Nur für Euch habe ich mich aber trotzdem noch zu einem Tellerbild durchgerungen:
Nachdem der erste Hunger gestillt war gab's bei der zweiten Portion sogar noch ein Gabelbild:
Irgendwann verweigerten unsere Mägen die Aufnahme weiterer Ravioli und so wurde der Rest für's Eisfach vorbereitet. Das sind locker nochmal 2-3 Portionen:
Lessons Learned:
Habt noch einen schönen Tag,
Thomas
Ravioli kannte ich bisher nur in der Convenience Variante aus der Dose. Da wir seit geraumer Zeit Convenience-Produkte nach Möglichkeit meiden ist es nun auch schon einige Jahre her dass ich Ravioli gegessen habe.
Glücklicherweise gibt es den GSV also habe ich mich mal wieder an einem Rezept hier aus dem Forum bedient, und zwar aus dem Thema "Ravioli mit Tomatensoße" von @Gulaschkanonier.
Sieht ja eigentlich ganz einfach aus, dachte ich! Dürfte doch schnell gehen, dachte ich!
Zumal wir selbstgemachte Tomatensoße auf Vorrat hatten und ich beim Walzen des Nudelteigs auf maschinelle Unterstützung zählen durfte. Außerdem waren wir zu zweit gegen ein paar Ravioli, das ist ja eigentlich schon unfair.
Was aus meiner optimistischen Einschätzung letztendlich geworden ist werdet Ihr im Laufe dieses Berichts erfahren …
Für den Pastateig habe ich Hartweizengriess verwendet, 405er Mehl für Nudelteig wie beim Original war mir irgendwie suspekt. Um ein wenig Zeit zu sparen habe ich den Teig bereits am Vortag gemacht und über Nacht im Kühlschrank geparkt.
Dort wartete er auch immer noch geduldig als wir am Sonntag gegen 16:45 Uhr hungrig von einer kleinen Radtour zurück kamen.
Also, ab in die Küche, mal eben Ravioli machen.

Zwiebel und Knoblauch kleinschneiden und glasig dünsten war noch 'ne leichte Übung:

Das Hackfleisch zusammen mit dem Salz und weißem Pfeffer in der Pfanne krümelig anbraten war für mich ebenfalls kein Thema, davon gibt's auch kein Bild.
Nun sollte das ganze mit lieblichem Weißwein abgelöscht werden, hier wurde es schwierig. Wir trinken nämlich nur trocken. In einem unserer Schränke fanden wir zufällig noch dieses Fläschchen "Erben Spätlese feinfruchtig" von 2018 welches meine Frau "glücklicherweise" irgendwann geschenkt bekommen hat. Und nein, wir haben uns nicht darum gerissen wer zuerst probiert ob sich das Zeug inzwischen in Essig verwandelt hat:
Sagen wir mal so: es war nicht tödlich und keinem von uns beiden musste im Krankenhaus der Magen ausgepumpt werden. Es schmeckte genau wie lieblicher Weißwein, vielleicht mit einem Hauch einer Sherrynote auf der Zunge.
Kurzum: ganz schreckliches Zeug aber laut Rezept genau das richtige! Also rein in Pfanne damit und verkochen lassen, das ist vermutlich das beste was man damit noch machen kann:Nach dem anschließendem Abkühlen der Hackmasse fehlten dann noch ein Ei, Creme fraiche, Parmesan und Basilikum. Dank dem Rezept haben wir nun also auch eine neue Zimmerpflanze:
Wer mich kennt, dürfte sich über den Parmesan wundern (siehe auch hier unter drittens). Ich mag Käse maximal kalt als Brotbelag und auch dann darf es nichts aromatischeres als mittelalter Gouda sein. Trotzdem nahm ich die Herausforderung an:
Letztendlich war das Ergebnis die fertige Füllung für die noch zu erstellenden Ravioli, welch Überraschung:
Inzwischen war es 17:40 Uhr, also eine knappe Stunde stand ich bereits in der Küche um "mal eben" Ravioli zu machen. Aber hey, der Nudelteig musste ja nur noch ausgewalzt, ausgestochen, eingepinselt, belegt und zugeklappt werden - das sollte fix gehen.

Seit ich die Bottene gekauft hatte war die Pastawalze für unsere Küchenmaschine nicht mehr zum Einsatz gekommen, die Erstellung der Teigbahnen klappte dennoch einwandfrei. Kein Wunder, durfte ich das doch letztes Jahr in des Maitres kleiner Küche noch ausgiebig üben.
So, und jetzt kam der meditative Teil der Arbeit: runde Formen ausstechen, sorgfältig mit Ei einpinseln, nicht zu viel aber auch nicht zu wenig Belag darauf geben, zusammenfalten und das ganze mit der Gabel zusammendrücken. Während dieser Tätigkeit hätte ich eigentlich noch genug Zeit gehabt, jeder Teigtasche einen eigenen Namen zu geben …

Jedes Ravioligericht fängt mit der ersten Teigtasche an:
Um irgendwann mal fertig zu werden haben wir uns organisiert: Ich produzierte die Nudelbahnen und stach die Formen aus, meine Frau erledigte auf der anderen Seite unserer Küche den Rest.
Und was soll ich sagen, um 19:15 Uhr war auch schon der letzte Ravioli geformt, das hat ja nur etwas über 90 Minuten gedauert:

Das war schon etwas zeitaufwändig wenn man Hunger hat, für's nächste Mal wird 'n Stempel besorgt und bahnweise gearbeitet.
Dafür landete dann die erste Portion direkt mit Tomatensoße (fragt mich nicht nach einem Rezept, die macht meine Frau immer nach Gefühl) in der Pfanne:
Inzwischen war es schon nach halb acht und der Magen knurrte mächtig. Nur für Euch habe ich mich aber trotzdem noch zu einem Tellerbild durchgerungen:
Nachdem der erste Hunger gestillt war gab's bei der zweiten Portion sogar noch ein Gabelbild:
Irgendwann verweigerten unsere Mägen die Aufnahme weiterer Ravioli und so wurde der Rest für's Eisfach vorbereitet. Das sind locker nochmal 2-3 Portionen:
Lessons Learned:
- Das Wagnis mit dem Käse in der Füllung habe ich nicht bereut, den habe ich eigentlich gar nicht wahrgenommen und wer weiß ob es ohne genauso gut geschmeckt hätte?
- Die Füllung war in jedem Fall sehr lecker, aber das Gehackte war ein wenig zu grob gewolft für Ravioli, fand ich zumindest.
- Der Nudelteig wird das nächste Mal noch eine Stufe flacher ausgewalzt, also Stufe 8 statt 7.
- Die Ravioli sind auch mit 8 Minuten Kochzeit noch ausreichend al dente.
- Teamwork und eine gute Organisation der Arbeitsabläufe verringert den Zeitaufwand für dieses Gericht erheblich, zu einem Shorty wird's dadurch aber trotzdem nicht.
- Und last but not least: Selbstgemacht schlägt Convenience wieder mal um Längen!

Habt noch einen schönen Tag,
Thomas



Deine Ravioli sind super gelungen! Die Soße sieht auch lecker aus! 

