Boston Butt Pulled Pork
Beim MDV konnte ich ein schönes Stück Boston Butt mit knapp 6 Kilo ergattern.
Ich habe auf meinem El Fuego Portland Smoker bestimmt zwanzig mal Pulled Pork gemacht in den letzten Jahren.
Jedoch immer aus Schweinenacken und nie aus dem Zuschnitt Boston Butt.
Die Freude war riesig.
Das Ausgangsmaterial habe ich noch leicht getrimmt und die Abschnitte aufgehoben um später separat im Smoker auszulassen, falls es ein wenig trocken werden sollte und ich das fett nochmals untermischen will. Das war aber nicht nötig.
Gerubbed mit einem mix aus MD und Bacon Goodness zusätzlich noch ein wenig Salz und Zucker.
Ohne Impfen, ohne Rub ewig ziehen lassen in Folie, einfach go.
Nachdem der Rub 20 Minuten angezogen hatte ging es am Freitag Abend kurz vor 21:00 Uhr auf den Smoker.
Ich habe mich für Fatside up entschieden und das Fleisch mit Zusatzrosten etwas höher gelegt.
Hierzu gibt es ja verschiedene Meinungen ob es besser ist die Fettseite oben oder unten zu haben.
Vielleicht probiere ich es beim nächsten mal anders herum.
Gegessen werden sollte Samstag gegen 18:00 Uhr. Also rund 21 Stunden Zeit bis dahin. Ich war mir unsicher wie lange der Brocken wohl brauchen wird, und wie wir wissen, ist PP eh schwer zeitlich planbar.
Temperatur bei 110 Grad um mehr Raucharoma zu erzeugen.
Ich wollte Samstag morgens dann entscheiden je nachdem wie es sich in der Nacht entwickelt hat, ob ich ihn klassisch weiterlaufen lasse, irgendwann in Butcher Paper wickele, oder einmal die Foilboatmethode ausprobiere.
Und Abfahrt…
Parallel habe ich einmal mein uraltes Maverick angeschlossen, was ich immer noch gerne anstatt dem Meater nehme.
Hier habe ich auch die Sonde des Traegers getestet. Ich hatte einmal bei Beefribs eine erhebliche Abweichung vom Traeger zum Meater und wollte das auch mal mit dem Maverick checken. Tatsächlich lag die Temperatur 4 Grad auseinander. Die Abweichung blieb bis zum Schluss. Das muss ich mal kalibrieren.
Morgens dann der Schock, mein Handy sagte mir der Traeger sei aus und ein Neustart erforderlich.
Also in Unterhose und T-Shirt zum Carport geflitzt.
Gott sei Dank, der Traeger lief problemlos.
Lediglich W-Lan/Internetrprobleme (welcome to Entwicklungsland Germany)
So sah es morgens kurz nach sieben Uhr aus.
Farbe und Geruch traumhaft.
KT war bei irgendwo 65-68 Grad, also habe ich auf 120 Grad erhöht und weiterlaufen lassen.
Gegen 10 Uhr habe ich mich für die Foilboatmethode entschieden, da waren wir irgendwo bei 72 Grad oder so.
Dabei ungefähr 150 ML Apfelsaft in das Boot hinzugegeben und ab dann alle Stunde die Oberseite mit einer Mischung aus 50% Apfelsaft und 50% Wasser besprüht und die Temperatur auf 130 Grad erhöht.
Zwischenstand gegen 14:30 Uhr.
Mopsauce vorbereitet aus BBQ Sauce, Apfelsaft und Worcestershire-Sauce.
Um 15:00 gemopped.
Der Traegerfühler war hier nur noch zwei Grad vor dem Maverick. Eines Vorweg, zum Ende hin waren es wieder 4 Grad.
Gegen 16:00 waren wir bei 94 Grad und die Thermometersonden gingen rein und raus wie durch Butter, also perfekt.
Anschließend in zwei Lagen Alufolie eingepackt zum ruhen mit ca 50% der Flüssigkeit aus dem Foilboat.
Ruhen im freien knapp 30 Minuten und anschließend in den Traeger mit Nutzung der Warmhaltefunktion.
Zeitlich also gut getroffen, jedoch ohne großes „Fenster“ zum cooldown.
Nächstes mal also ein bisschen früher anfangen.
Um 18:00 wie geplant gab es essen.
Gerupft ohne Krallen oder Gabel bei 78 Grad….Ja ich weiß ein paar Grad weniger wären besser gewesen.
Flüssigkeit vom ruhen untergemischt.
Es war mega saftig und definitiv mein bestes Pulled Pork.
Wir waren 5 Erwachsene und vier Kinder.
Es blieb also noch etwas übrig zum Vakuumieren für den Froster.
Alle waren happy.
Einfache Burger gebaut ohne Schnickschnack mit Pommes und Gurkensalat als Beilage.
Ein paar Bier haben den Abend perfekt abgerundet.
So soll Pulled Pork laufen.
Nächstes mal fange ich noch früher an, warmhalten ist ja kein Problem.
Boston Butt gibt es definitiv wieder.
Tipps und Kritik ist gerne gesehen.