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Groß war das Finale nicht und ob man von lukullischen Leistungen sprechen kann, bleibe auch dahingestellt. Über das Finale berichten, allerdings, das werde ich.
Und es sei mir verziehen, dass ich ob der Vielzahl an Fotos diese Finale in drei Beiträge fasse....
Gehen wir es an:
Nach den Vorbereitungen am heimischen Herd, übrigens, es ist zwar niemandem aufgefallen, aber die Fotos von dort waren besser ausgeleuchtet als üblich, was dieser Aufstellung zu verdanken ist (nur ein Beispielbild, und auch noch eines aus der BBL, aber es soll zeigen, dass ich entfesselt geblitzt habe)
heißt es wieder
Welcome to Black Bear Lodge
Den jungen Fichtentrieben kann man zur Zeit buchstäblich beim Wachsen zuschauen
Rundgang durch den frühlingshaften Bärengarten:
Das violett Blühende im Vordergrund ist Thymian; ein paar Zweige von diesem fanden ihren Weg in die Ratatouille
Ranunkel hinterm Blockhaus:
Und die Rhododendren öffnen so langsam ihre Blüten.
Das Alter fordert seinen Tribut; um den Überblick über den zeitlichen Ablauf zu behalten, muss ich mir schon Pläne schreiben
Outdoor-Küche
Punkt Nr. eins des Planes, das BGE anheizen. Hierzu Holzkohle im AZK vorglühen:
Währenddessen ist Zeit, einen ersten Blick auf das Entrecote zu werfen; zuvor habe ich beschlossen, das Stück zwei mal zu binden, dass es seine Form behält:
Bevor es vor dem Garen bei moderaten 118 °C im BGE seine Pfefferkruste erhält, wollte ich Röstaromen. Und für diese ist nichts besser, als eine schmiedeeiserne Pfanne. Und genau so ist es auch geschehen.
Nachdem es rundum angebraten wurde, galt es, den Pfeffermantel aufzubringen. Dazu mit Grillsenf einreiben und großzügig Jack Steakpfeffer aufstreuen.
Derweilen steht die Temperatur in einem allemal recht temperaturstabilen BGE dank der Unterstützung des CyberQ wie ein schweizer Uhwerk auf Punkt 118 °C, und währen den drei Stunden Garzeit konnte ich gerade mal eine Abweichung von einem Kelvin beobachten. So lasse ich mir das gefallen.
Ein wenig zusätzliches Aroma verliehen Hickory-Chips:
Situation am Auspuff kurz nachdem das Fleisch auf dem Grillrost plaziert wurde:
Nun war Zeit, sich um die Beilagen zu kümmern. Kartoffeln quer halbieren und die Hälften dann längs vierteln.
Würzen....
Mit Öl und Parmesan vermischen und in eine Grillschale geben:
Paprika für die Ratatouille in Würfel schneiden...
eine Zuccini gesellt sich dazu
..und das Ganze wandert in einen Topf, in dem zuvor eine rote Zwiebel uns Tomatenmark angeschitzt wurden. Weiter anschwitzen und mit Nolly Prat ablöschen. Sodann Tomatensugo dazu, begleitet von einem Zweig Rosmarien und etwas frischem Thymian aus dem Bärengarten
Auf eine zweiten Kochstelle - zum Glück ist man ausgerüstet - die Sauce fürs Entrecote weiter einkochen:
Dies ist nun auch der geeignete Zeitpunkt, dan dem ich ein paar Worte über das erwartete 'große' Finale verlieren möchte.
Und ich erlaube mir, eines vorauszuschicken: Wir hatten einen ganz wunderbaren Abend. Ruhig, entspannt, mit teils witzigen, teils ernsten Gesprächen. Ein Abend, wie man ihn sich nicht besser wünschen kann, und wie er nur im kleinen Kreis und unter guten Freunden funktioniert.
Zwischen Hauptgang und Dessert haben wir Männer noch das Pferd des Gastes, das ganz in der Nähe in seinem Unterstand steht, versorgt. Diese zeitlich Entzerrung hat ganz gutgetan.
Insofern was das Finale tatsächlich groß.
Weniger Größe allerdingss hat dann letzlich doch mein Beitrag zum Finale gezeigt.
Das Entrecote war alles andere als ein 'Spätzünder' , sondern hat sich als rasendes Rind erwisen. Noch nie zuvor habe ich erlebt, dass die Kerntemperatur in einem solchen Stück Rindfleisch derart schnell steigt. So schnell, dass ich das BGE eine halbe Stunde vor dem geplanten Servieren regelrecht abwürgen musste.
Im Gegensatz dazu wollten die Kartoffeln pertout nicht weich werden, trotz recht hohen, knappen 200 °C im Smoker. So langsam entwicklen sich Kartoffeln für mich zu einem persönlichen 'Waterloo', aber das nur am Rande.
Vielleicht erinnert sich der eine oder andere, dass ich die zwei größen Schwierigkeiten benannt habe als alles zum gleichen Zeitpunkt auf den Punkt zu garen und Tellerbilder zu machen. Es hat sich noch eine dritte Schwierigkeit dazugesellt: Das Anrichten.
Dennoch würde ich es als absolut gelungenen Abend bezeichnen, auch, bzw. vor allem, Dank des Desserts, das meine Frau gezaubert hat; dazu später mehr.
Mit dem letzten Glockenschlag des 'sechs Uhr Geläuts' sind unsere zwei Gäste eingelaufen. Als Aperetiv - ohne Fotos, da hatte ich doch kurz alle Hände voll zu tun - gab es für die Damen eine 'White Lady' und für die Herrn einen Negroni.
Erster Gang, mehr Meer. Thunfisch-Tartar und Wildlachs-Ceviche mit Meerrettich, dazu Gemüse-Chips:
Das Thunfisch-Tartar wurde vor dem Anrichten noch mit gehacktem Koreander und Sesamsaat vermischt, die Lachsstreifen mit den Zwiebeln, Frühlingszwiebeln und etwas kräuter (Estragon, Petersilie, Salbei) garniert.
Vorspeisen-Tischbild:
An der Stelle sei mir erlaubt, die Wildlachs-Ceviche, wärmstens zu empfehlen. Der Lachs, die Zitrone und der Meerrettich harmonieren bestens. Alle vier waren wir begeistert, auch vom Tartar.
Hauptgericht: Entrecote mit Ratatouille und Parmesankartoffeln. Ich habe nur ein Tellerbild (das von meinem Teller) und noch dazu ein mieses, aber es musste schnell gehen und die Küche ist einfach ein bisschen klein zum vernünftigen Anrichten. Hinzu kommt, dass 'mein' Bacon-Ring seine Form beim Aufwärmen verloren hat. Da muss ich noch dran arbeiten.
Geschmacklich aber wirklich sehr gut. das Fleisch außerordentlich zart, mit einer schönen Pfefferkruste, die Kartoffeln hätten einen Tacken weicher sein können. Dafür gab es an der Ratatouille nichts auszusetzten.
Einschub: Wein als Begleiter zum Hauptgericht:
Der Höhepunkt aber - auch wenn das die Fotos in keiner Weise zu vermitteln vermögen - war das Dessert von meiner Frau:
Schokosuppe mit Mango und Birne
Hierzu wurden zwei kleine Birnen geschät und entkernt (Schalen nicht verwerfen), in Stücke geschnitten und mit einer in Stücke geschnittenen Mango zusammen mit ca. 20g Zitronensaft und etwas Williams im Mixer zerkleinert. Die Birnenschale mit Vanilliezucker, 40g Zitronensaft und 100ml Wasser runde 10 Minuten gekocht (und nochmals so lange ziehen lassen) und duch ein grobes Sieb zu der Birnen-Mango-Masse gedrückt.
150 g Vollmilch- und 150g zerkleinerte Zartbitter-Kuvertüre mit 100ml starkem, abgekühlten Espresso, 10g Puderzucket, 15g Kakao, 1 TL Curry in 100 ml Wasser und 100ml Sahne schmelzen lassen und in getrennt anrichten. Das Birnen-Mango-Kompott ggf. noch mit Chiliflocken garnieren.
Abschlussfoto kurz vor 22:00 Uhr (wobei wir bis halb zwölf gesessen sid und geplaudert haben):
Ich danke allen, die sich mit bewundernswerter Geduld duch diesen Mammut-Thread gekämpft haben!
Das die BBL toll ist wusste ich ja. Das du kulinarisch stark auftrumpfst auch.
Das Kartoffeln dein Waterloo sind war mir neu haste dir beim Spätzünder abgeguckt
Toller Bericht der einige Sachen bietet die man nachbauen sollte.
Schön das du neben der Arbeit dafür noch einen wirklich guten bebilderten Bericht hier hinterlassen hast.
Danke!
Werter Freund ... sieh mir nach, dass ich mir jetzt doch noch etwas länger Zeit gelassen habe, aber ich wollte einen ruhigen Moment abwarten, so dass ich mir Deine Bilder in diesem Thread nochmals vollständig am Rechner ansehen und dann kommentieren kann.
Nachdem wir jetzt zwischenzeitlich unseren Hunde-Spaziergang gemacht haben und das Abendessen in Mache ist, habe ich endlich den erwarteten ruhigen Moment gefunden.
Ich muss einfach sagen, dass sich Dein Beitrag genial entwickelt hat ... die Auswahl der Speisen war sowieso ein Gedicht, aber die Bilder haben erst gezeigt, über welche Qualitäten wir da sprechen...
Diese Bilder ... besonders der Thunfisch vor dem dunklen Hintergrund, aber zB. auch das Ausdrücken der Limette ... das Bild vom Lachs zusammen mit der Reibe ... hier folgt ein Highlight auf das andere!
Schön arrangierte Teller ... und hier muss ich auch ganz besonders den Nachtisch ansprechen ... genial
Es ist und bleibt ein toller Beitrag, der zunehmend Spaß gemacht hat!
Noch sind sie es nicht, aber auf dem besten Weg dorthin. Und ja, es soll noch andere geben, die bisweilen mit dem Nachtschattengewächs handern bzw. handerten.
Auch Dir sei herzlich gedankt für Deinen Kommentar.
Ich hatte Dir ja versprochen, wieder vermehrt Beiträge zu schreiben und ich möchte dieses Versprechen zumindest zum Teil einlösen. Der Anfang ist hiermit gemacht.
Das eine oder andere Foto hätte ich mir besser gewünscht, aber bisweilen fordert die one-man-show doch ihren Tribut. Das Lob über den schön arrangierten Nachspeisenteller gebe ich mit großer Freude an meine Frau weiter; da habe ich absolut keinen Beitrag geleistet.
Am witzigsten finde ich übrigens das Foto, bei dem ich den Lachs halte. Das haben wir beim Eisanglen im Yukon gelernt: Fisch mit ziemlich gestrenktem Arm vor dem Körper halten, mit Weitwinkel nahe dran und von unten fotografieren. Führt zu einer immensen Größe des Fischleins.
Es ist immer so, dass man sich manche Bilder besser wünscht, bzw. beim Betrachten am Rechner Ideen bekommt, wie man es hätte besser oder einfach auch anders hätte machen können...
Du brauchst Dir in Anbetracht der Bilder aber wirklich keinen Kopf zu machen und ... es kommen ja noch viele weitere Beiträge ...
Der Anfang ist gemacht ... und es war wieder sehr schön, mit den tollen Bildern aus der BBL ... mit gutem Essen und einem lächelnden Bären bzw. auch mit einer lächelnden Bärin und zufriedenen Gästen!
Ach einfach super in Wort und Bild.
War Pfingsten die ganze Zeit umtriebig und konnte erst jetzt lesen.
Danke für diese kulinarische Reise, und schön dass das Wetter gehalten hat.
Ich hatte Dir ja versprochen, wieder vermehrt Beiträge zu schreiben und ich möchte dieses Versprechen zumindest zum Teil einlösen. Der Anfang ist hiermit gemacht.
Das ist auch gut so Gerhard, deine Art und Weise der Schreibe gefällt mir sehr sehr gut und dazu die schönen Buid´s. Einfach super.
Eine super Essen in einer schönen Geschichte erzählt; Klasse.