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PP - Verständnisfrage Gewicht / Zeit

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Hallo,

rein der Logik nach können 2 kleine Stücke nicht länger brauchen als ein großes.

Andi
 
Hi,

wenn Du angenommen gleiche Rahmenbedingungen für alle Fleischstücke (gleiche Fleischqualität, gleiche Garraumtemperatur auch über die Zeit für alle Fleischstücke etc.) herstellen könntest und dabei genau gleich große Fleischstücke im Garraum hättest würde es keine Rolle spielen ob Du 2 oder 3 oder 4 oder 5 Fleischstücke der gleichen Größe im Garraum hättest, die Zeit liefe gleich.

Wenn Du unter gleichen (äußeren) Rahmenbedingungen vom Gewicht her unterschiedlichste Fleischstücke (gleicher Qualtität) im Garraum platzieren würdest sähe das anders aus. Volumen (erhitze einen halben Liter Wasser im Vergleich zu einem Pool von Wasser mit gleicher "Flamme") sowie das Verhältnis der Oberfläche zum Volumen auf die die "Flamme" einwirkt bedingen Unterschiede.

Aber die Frage relativiert sich imho ein wenig bei PP und der Betrachtung eines 2,5 und 3 kg-Stückes.
Die Frage ist eher wie Du´s zubereitest (mit oder ohne "Krücke"), ob Du Zeit einplanst für eine Ruhephase, wie groß diese Zeit ist, ob Deine Gäste alle zur gleichen Zeit kommen ....

VG vom DS.
 
Hallo,

Stimmt alles. Ein 5 kg Nacken (welches Schwein hat das??) wird etwas länger brauchen als zwei einzelne Teile a 2,5 kg. Wie viel ist schwer zu sagen. Mein Bauchgefühl sagt mir 10..15%.

Grüße

Christian
 
Hallo,
bei exakt gleichen Bedingungen dauern 5kg und 2x2,5kg gleich lang. Nur hat man nie genau gleiche Bedingungen. Wenn man ohne Folie arbeitet ist allein der Einfluss von den Plateauphasen so riesig das ein 2kg Nacken länger brauchen kann als ein ganzes Schwein (theoretisch:D). Leider kann man nicht alle Einflussfaktoren eliminieren um eine Zeit / Gewicht Tabelle zu erstellen. Diese bösen Schweinchen wachsen doch tatsächlich unterschiedlich. Somit ist PP immer mit Risiko im Zeitmanagment behaftet.

Gruß
Patrick
 
Danke für die Antworten. Ich werde es dieses WE direkt noch einmal mit zwei ca. 2,5 kg Stücken probieren.
Startschuss dann dieses Mal um 20 oder 21 Uhr und nicht um 22 Uhr...
 
Hallo.
Ich habe zwar (noch) keine Erfahrung mit PP, aber ich denke da folgendermassen:

Abgesehen vom Gewicht kommt es vor allem auf die Form der Stücke an - und dabei besonders auf die Dicke.

Am einfachsten könnte man das beschreiben mit einem theoretischen Versuch mit verschiedenen Würsten:

Nehmen wir mal das Gewicht und die Garzeit einer normalen Bratwurst als Referenz.

Wenn Du nun eine 5x so schwere Wurst machst, welche 5x so lang ist wie die normale Wurst (also nicht dicker), dann bleibt die Garzeit etwa die selbe.
Vielleicht etwas länger (weil die 5x schwerere Wurst am Anfang die Umgebungstemperatur etwas mehr abkühlt) aber wahrscheinlich nicht mal 2x so lang; sicher nicht 5x so lang wie bei der normalen Wurst.

Eine andere Wurst, ebenfalls mit 5fachem Gewicht, aber mit gleicher Länge wie die Standardwurst, (die ist dann etwa 2x so dick!) die hat wesentlich länger, bis der Kern auf die selbe Temperatur kommt wie bei der 100% Wurst. Ich bin mir nicht sicher, ob das eine lineare (*) oder quadratische (**) Funktion ist; wahrscheinlich irgendwas dazwischen.
Hinzu kommt, dass man (aus Angst, die Aussenseite zu verkohlen oder auszutrocknen ehe der Mocken ganz durch ist) bei dicken Brocken tendenziell eher mit weniger Umgebungstemperatur fährt als bei dünnen. Folge ist, dass die 2x dickere Wurst sicher mindestens 2-3x so lange (eher 3-4x so lange)braucht als die "Standardwurst".

(* Linear: 2x so dick braucht 2x so lange Zeit; 3x so dick braucht 3x so lang usw)
(**Quadratisch: 2x so dick braucht 4x so lang; 3x so dick braucht 9x so lang usw)


Oder was meinen die Grillprofis dazu? Liege ich mit diesem Denken richtig?

P.s. Ich habe im Zusammenhang mit Smokern schon ein paar mal den Spruch gelesen "Wenn Du denkst, das Fleisch sei durch, dann lass es nochmals eine Stunde länger drauf". Für PP trifft dieser Spruch sicherlich zu, PP kann ja kaum "zu lange" in der Röhre liegen...
 
Doppel so dick braucht doppelt so lange kann aus einem Grund schon nicht stimmen.
Doppelt so dick -> mehr Oberfläche -> mehr Fläche wo wärme aufgenommen werden kann.

Es gibt Sachen, wo man mit stumpfer Mathematik eben doch nicht wirklich weiter kommt. :)
 
2x mehr Durchmesser gibt 2x so viel Mantelfläche,
2x mehr Durchmesser gibt aber gleichzeitig das 4fache Volumen!

Wenn Mathe nicht hilft, dann vielleicht Geometrie?
 
Erinnerst Du Dich noch an die 4. Klasse?

Kreisberechnung:
U = Pi x D,
A = Pi x r^2

Zylinderberechnung:
M = U x H
V = A x H
O = M + 2A

Ein Zylinder mit Radius 1 und Höhe 1 hat U = 6,282 und M = 6,282 und V = 3,141
Ein Zylinder mit Radius 2 und Höhe 1 hat U= 12,564 und M = 12,564 und V = 12,456
Ein Zylinder mit Radius 4 und Höhe 1 hat U=25,848 und M= 25,848 und V = 50,256

Zylinder mit Höhe 2 haben entsprechend 2x so viel Mantelfläche und 2x so viel Volumen als die mit Höhe 1.

Oder anders gesagt: Angenommen, Du nimmst 2x 1kg Hackfleisch. Aus dem einen Kilo formst Du einen kompakten Zylinder, aus dem anderen Kilo eine lange Wurst. Dann schiebst Du beide gleichzeitig bei 180° in den Ofen. Welches der beiden Kilos ist wohl eher durch? Ich gebe Dir eine "kleine" Hilfe: die Wurst hat nicht nur viel mehr Oberfläche (bei gleichem Volumen) sondern die Aussentemperatur hat auch viel weniger Strecke zurückzulegen, bis sie den Kern erreicht...
 
Maria:
Grillen ist (je nach Betrachtungsweise) eine sehr komplexe Anwendung von Physik und die wiederum unterliegt geometrischen und mathematischen Grundlagen.:cop:

Aber ich weiss schon, was Du eigentlich sagen willst - und DU HAST vollkommen RECHT!
Amen.
Und guten Appetit!
 
Erinnerst Du Dich noch an die 4. Klasse?

Kreisberechnung:
U = Pi x D,
A = Pi x r^2

Zylinderberechnung:
M = U x H
V = A x H
O = M + 2A

Ein Zylinder mit Radius 1 und Höhe 1 hat U = 6,282 und M = 6,282 und V = 3,141
Ein Zylinder mit Radius 2 und Höhe 1 hat U= 12,564 und M = 12,564 und V = 12,456
Ein Zylinder mit Radius 4 und Höhe 1 hat U=25,848 und M= 25,848 und V = 50,256

Zylinder mit Höhe 2 haben entsprechend 2x so viel Mantelfläche und 2x so viel Volumen als die mit Höhe 1.

Oder anders gesagt: Angenommen, Du nimmst 2x 1kg Hackfleisch. Aus dem einen Kilo formst Du einen kompakten Zylinder, aus dem anderen Kilo eine lange Wurst. Dann schiebst Du beide gleichzeitig bei 180° in den Ofen. Welches der beiden Kilos ist wohl eher durch? Ich gebe Dir eine "kleine" Hilfe: die Wurst hat nicht nur viel mehr Oberfläche (bei gleichem Volumen) sondern die Aussentemperatur hat auch viel weniger Strecke zurückzulegen, bis sie den Kern erreicht...


Du hast nicht gelesen was ich geschrieben habe... Aber sein drum...
 
Wenn Ihr wirklich einen mathematischen Ansatz zum Smoken von PP aufstellen wollt, dann reicht Euch die Betrachtung der Form des Fleisches bei weitem nicht aus. Hier spielen dann so Sachen wie die Wärmeleitfähigkeit, Wärmekapazität, Wärmeaufnahme des Fleisches, Wärmeaufnahme und Abgabe der Luft, Luftaustausch im Smoker, die Zusammensetzung der Luft, der Luftdruck, die Luftfeuchtigkeit, das Volumen des Smokers, und und und eine Rolle. Da gibt es so viele Einflussfaktoren das jeder aus seinen eigenen Erfahrungen herauslesen kann was er will. Was jedoch wissenschaftlich dann stimmt kann keiner genau sagen.
 
Rekord: Stimmt, es sind viele Faktoren, die die Garzeit beeinflussen. Auf einige Faktoren kann der Griller Einfluss nehmen, auf andere nicht. Jedes Stück Fleisch verhält sich anders auf dem Grill, deshalb habe ich vergleiche zu Wurst und stäter zu Hackfleisch gezogen, weil die sich eher reproduzierbar verhalten. Die Grundfrage "hat ein 5k Stück länger als 2 Stücke zu 2,5kg" kann man aber (m.E.) nicht generell mit "ja" oder "nein" beantworten - es kommt auf die Form der Stücke an und da besonders auf die Dicke.

Frank:

Du hast nicht gelesen was ich geschrieben habe... Aber sein drum...

Doch, habe ich. Ich habe das von Dir geschriebene sogar so genau gelesen, dass mir aufgefallen ist, wie Du plötzlich von "Oberfläche" schreibst, obschon in dem Zitat, was Du von mir eingefügt hast, ganz klar MANTELFLÄCHE geschrieben steht.

Die Funktion der Mantelfläche ist linear, die der Oberfläche kommt auf das Seitenverhältnis an.

Aber wenn Du willst, können wir das ganze auch mal mit Oberfläche (also inkl der beiden Stirnflächen) des Zylinders rechnen:

Ein Zylinder mit Radius 1 und Höhe 1 hat U = 6,282 und M = 6,282 und V = 3,141
Ein Zylinder mit Radius 2 und Höhe 1 hat U= 12,564 und M = 12,564 und V = 12,546
Ein Zylinder mit Radius 4 und Höhe 1 hat U=25,848 und M= 25,848 und V = 50,256

Die gesamte Oberfläche von Zylinder 1 beträgt 12,56, die von Zylinder 2 beträgt 37,6 (Faktor 2 mehr Durchmesser gibt Faktor 4 mehr Volumen bei "nur" Faktor 3 mehr gesamtoberfläche) und die von Zylinder 3 beträgt 126,3 (wieder Faktor 4 im Volumen und wieder "nur" Faktor 3 in der gesamten Oberfläche!

Diese Funktion ist natürlich nicht linear, weil A= Pi x r^2 und O = M + 2A)

Dazu ist aber zu sagen, dass ein Zylinder mit r=4 und H = 1 auch kein "kompakter Zylinder" mehr ist, sondern eher eine "Scheibe". Bei Scheiben (mit grossem Durchmesser, verglichen zur kleinen Höhe) wird wie bei der langen Wurst das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen wieder günstiger für die Oberfläche...


Um die Sache also auf einen Punkt zu bringen: Stell' Dir vor, Du hast 3 x 1kg Hackfleisch, formst alle 3 Stücke zu Kugeln. Eine der 3 Kugeln lässt Du wie sie ist; die zweite rollst Du zu einer langen Wurst und die dritte drückst Du zu einer grossen (und flachen) Scheibe.
Dann gibst Du alle 3 Kilos bei gleichen Bedingungen in den Herd.
Würdest Du mir dahingehend zustimmen, dass die Kugel grundsätzlich eine längere Garzeit hat (weil sie auf gleiches Volumen weniger Oberfläche bietet UND weil die Aussentemperatur mehr Strecke hat, um bis zum Kern vorzudringen) als die Scheibe oder die Wurst?

Falls nicht, solltest Du Dich vielleicht nochmals für die Grundschule einschreiben ODER es wenigstens auf einen Versuch ankommen lassen.
 
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