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Pulled Pork - Nightmare

Whiskey in the Char

Militanter Veganer
5+ Jahre im GSV
Hallo Grill Community, als vor 2 Jahren der Brenner meines Lavasteingrill (Discounterware ca. 69€) durchgerostet war, habe ich mich im Netz auf die Suche nach einem neuen Gasgrill gemacht und bin schnell auf dieses Forum gestoßen.

Nach dem Lesen der ersten Beiträge wurde ich schnell vom Grillvirus infiziert und habe seit dem einiges an Entwicklung durchgemacht -> mit Q300 und Grillbibel gestartet, diverse Rezepte aus der Bibel gegrillt, diverse Rezepte (zum Leidwesen meiner Familie) vergrillt (Bäh), dann Zubehör ergänzt, weitergegrillt und dann letzte Woche den Entschluss gefasst mal länger zu Grillen und mein erstes Pulled Pork zu versuchen.

Was dann kam hat meine größten Befürchtungen übertroffen und meine Frau nicht nur einmal zum Kopfschütteln gebracht.

Aber alles von Anfang an:
Entgegen vieler Vorschläge bezüglich der Menge, habe ich mich für ein 1,3kg schweres Nackenstück vom Supermarkt entschieden. Warum? Wenn es nichts wird oder nicht schmeckt, dann muss ich nicht so viel wegschmeißen. Zudem dachte ich mir, wenn es nicht so groß ist dann geht es SCHNELLER!!!!!

Zubereitung war Standard. Vorgestern gerubbed und über Nacht in den Kühlschrank. Gestern Morgen um 9:00h (wie bereits erwähnt: Ist nicht so groß geht also SCHNELLER!!!!) auf den Grill.

DSC00754_600px.jpg


Der Q300 hat tadellos funktioniert und die Temperatur wie ein Schweizer Uhrwerk konstant zwischen 100 und 115 Grad gehalten.

DSC00768_600px.jpg


Nur das Fleisch hat irgendwie nicht mitgemacht. Wer das folgende Grillprotokoll betrachtet wird ahnen was kommt.

Uhrzeit Kerntemp. (Grad)
09:00 9
10:00 27
11:00 46
12:00 56
13:00 60
14:00 62
15:00 62
16:00 64

64 Grad um 16:00 Uhr haben mich dann doch etwas unruhig gemacht. Aber ich behielt die Nerven und bereite die Familie auf ein verspätetes Abendessen vor. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht dass es nicht einmal einen Mitternachtsschmaus geben würde.

17:00 64
18:00 67
19:00 67
20:00 68
21:00 70
22:00 71
23:00 71
24:00 72

Um 24:00 war die Familie im Bett und ich kurz vor dem Nervenzusammenbruch da ich keine Ahnung hatte warum das so lange dauert. Ich war kurz davor dem Ding das Gas abzudrehen oder alternativ es mit Pyrolyse zu Asche zu verarbeiten. Habe mich aber daran erinnert, dass man Pulled Pork auch gut aufwärmen kann und setzte Pulled Pork zum Mittagessen am nächsten Tag auf die Speisekarte. Also Wecker gestellt und im Wohnzimmer, mit Blick auf Terrasse und Grill, auf der Couch geschlafen. So gegen 3:00 Uhr morgens kam mir die Idee, dass das Thermometer kaputt sein muss – was sich aber nach der Messung mit einem anderen Fleischthermometer leider nicht bestätigte. Um 5:00 Uhr habe ich dann aufgegeben und mich dazu entschlossen dem Grill keine Beachtung mehr zu schenken. Die Kerntemperatur war zu diesem Zeitpunkt ca. 78 Grad.
Um 08:00 Uhr wurde ich von meiner Frau geweckt. Das Schwein war zu diesem Zeitpunkt 23 Stunden auf dem Grill und hatte eine Kerntemperatur von 82 Grad. Hier war jetzt endgültig Schluss. Grill aus. Fleisch in Alufolie gewickelt und gehofft das man davon noch was Essen kann.

FINALE:
Was soll ich sagen. Habe das Fleisch gepulled und es schmeckte wirklich gut. Wir haben das Fleisch dann zum Mittag aufgewärmt und mit Krautsalat und Senfsauce gegessen. Da ich keinen Vergleich habe, kann ich nicht sagen wie gut es geworden ist, aber die Familie war begeistert.

DSC00790_600px.jpg


Also, was habe ich falsch gemacht?
 

Anhänge

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Da hat Storcki mal sowas schönes vorbereitet:
http://www.grillsportverein.de/forum/threads/mythos-pulled-pork.197603/

Kurzfassung:
- Kleine Stücke sind nicht zwangsläufig schneller
- Höhere GT beschleunigt den Spaß (ca. 130°C)
- Nachgucken verlängert den Spaß
- "Texas Crutch" (schönes Suchwort ::whistle::) verkürzt den Spaß

Und wenn es geschmeckt hat, dann war's doch toll :D
 
...und statt Thermometer darf man auch mal den Finger reinstecken :lach:
 
Aber was hast du denn mit dem Grillrost angestellt?

Der könnte mal ein wenig Öl vertragen.

Und hast du den extra für das PP zersägt?
 
Entgegen vieler Vorschläge bezüglich der Menge, habe ich mich für ein 1,3kg schweres Nackenstück vom Supermarkt entschieden. Warum? Wenn es nichts wird oder nicht schmeckt, dann muss ich nicht so viel wegschmeißen. Zudem dachte ich mir, wenn es nicht so groß ist dann geht es SCHNELLER!!!!!

Das verstehe ich von vorne bis hinten nicht.
Wie soll daraus etwas Gutes werden?

Schon mal daran gedacht, dass der hohe Wassergehalt im Schwein die Garzeit verlängern könnte?
 
Wenn es geschmeckt hat hat es ja gepasst.

Beim nächsten mal viel früher anfangen und bei Bedarf lieber warmhalten für ein paar Stunden wenn zu früh fertig.

War auch mein Fehler letztens das ich viel zuwenig Zeit eingeplant habe .... :pfeif:
 
Also, was habe ich falsch gemacht?

Eigentlich nix, außer zu wenig Zeit eingeplant zu haben.

Ansonsten ist jedes PP anders...nur weil es kleiner ist, heißt es nicht zwangsläufig das es schneller fertig ist. Es kommt auf verschiedene faktoren an, wie Fettgehalt vom Fleisch, wie oft du moppst und den Deckel lupfst, usw.....

Beim nächsten mal wirds bestimmt besser!
 
Jetzt weißt Du warum die "normale" Anfangszeit für ein PP 22 Uhr ist.
Ansonsten ist das ein typischer Temperaturverlauf. Am Besten das PP ein/zwei Stunden vor Beginn aus dem Kühlschrank nehmen. Dann kann es schon mal Zimmertemperatur annehmen.
Und wenn abzusehen ist dass es eng wird: nicht mehr moppen, Deckel zu lassen und schon mal Plan B anfangen.

Ach ja, das PP ist übrigens fertig wann es fertig sein will!
 
Zuletzt bearbeitet:
Irgendwann wage ich mich da auch dran - aber dann möchte ich auch Zeit haben :)

Ich finds nur urkomisch - man schläft dann auf der Couch und beobachtet den Grill *hehe* - ist nicht böse gemeint, aber ich find´s super, wenn jemand für sein Hobby so "spinnt" :) :)

ach jo - wenn ich mein 1. PP mache, dann gibt es auch einen Bericht - auch wenn ich mich damit blamieren sollte :D
 
Aber was hast du denn mit dem Grillrost angestellt?

Der könnte mal ein wenig Öl vertragen.

Und hast du den extra für das PP zersägt?

Ist mein Räucherrost! Wie so viele hier im Forum, mit einem Q300, habe ich auch nach einer Lösung gesucht wie man auch bei niedrigen Temperaturen Rauch erzeugen kann. Nur die Lösung mit der Räucherbox auf dem Brenner hat zufriedenstellend funktioniert. Nachfüllen von Pellets war aber immer problematisch wenn die Box unter dem Rost platziert war.
Da ich auch erst lernen musste wie man einen Gussrost pflegt und mittlerweile auch mit einem 2. Satz (Reklamation) arbeite habe ich den alten entsprechend modifiziert.
Pflege mittlerweile mit Trennspray und bin damit sehr zufrieden.
 
Irgendwann wage ich mich da auch dran - aber dann möchte ich auch Zeit haben :)

Ich finds nur urkomisch - man schläft dann auf der Couch und beobachtet den Grill *hehe* - ist nicht böse gemeint, aber ich find´s super, wenn jemand für sein Hobby so "spinnt" :) :)

ach jo - wenn ich mein 1. PP mache, dann gibt es auch einen Bericht - auch wenn ich mich damit blamieren sollte :D

Du kannst Dich nicht blamieren – ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen!
 
Da hat Storcki mal sowas schönes vorbereitet:
http://www.grillsportverein.de/forum/threads/mythos-pulled-pork.197603/

Kurzfassung:
- Kleine Stücke sind nicht zwangsläufig schneller
- Höhere GT beschleunigt den Spaß (ca. 130°C)
- Nachgucken verlängert den Spaß
- "Texas Crutch" (schönes Suchwort ::whistle::) verkürzt den Spaß

Und wenn es geschmeckt hat, dann war's doch toll :D

OK. Nachdem ich Eure Antworten studiert habe gibt es noch einiges zu verbessern:

1.) Zitat Texaner: "nach den ersten zwei Stunden sollte das Fleisch jede Stunde ge-moppt werden"
Habe ich anfangs (bevor es dunkel wurde :rotfll:) so gemacht. Im Grill ist die Temperatur dabei max. 5-10 Grad gesunken und war nach 10 min wieder auf dem alten Pegel. Wenn ich weniger moppe bzw. später damit anfange - schmeckt das Fleisch dann anders? Wie oft sollte man mindestens moppen?

2.) In der KONCIS Form war Wasser, dass ich auch mehrmals nachfüllen musste. Wirkt sich die Feuchtigkeit negativ auf die Garzeit aus?

Danke schon mal für die Antworten.
 
Moppen ist nicht zwingend notwendig!

Und Feuchtigkeit im Garraum wirkt sich Positiv auf die Grilldauer aus, da sich in der feuchten Luft die Hitze besser verteilt bzw. die Hitze besser aufnimmt und im Garraum verteilt!
 
Mein erstes PP war auch ein 24 Std. Stück und hat mich den letzten Nerv gekostet.
Die letzten drei lagen bei max. 18 Std eher 15-16. Das ist halt so. Moppen tue ich übrigens
nicht.
 
Ist doch ganz einfach:

PP fängt man mitten in der Nacht an, getreu dem Motto: "Alles schläft, die Bekloppten gehen grillen!" :lach:

Wenn die KT nicht mehr steigen will, kommt die Texaskrücke zum Einsatz.

Wenn´s dann immer noch nicht hinhaut, hat man die Karte vom Pizzataxi griffbereit! :lolaway:
 
Bis jetzt habe ich noch kein PP gemacht und wenn ich das lese war / ist das eine gute Entscheidung ;)

:lach:

Gruß
Aetschi

Ganz meine Meinung! Mein letztes PP hatte ich vor 40 Jahren bei meiner Oma. War von Material und Zubereitungszeit ähnlich, hieß aber Sonntags-Schmorbraten. Das totgegarte Fleisch schmeckte nach nichts, aber die Sauce!!!!
Da es bei PP in der Kugel kaum Sauce gibt......
 
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