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Ramen Momofuku Style

Takoyaki

Veganer
5+ Jahre im GSV
Tja, was soll man bei so grauslichem Wetter schon anderes machen als den Tag in der Küche verbringen... Also habe ich endlich meinen Vorsatz für das Jahr 2016 wahrgemacht (ein Jahr zu spät) und meine eigenen Ramen gemacht.
Ramen haben die Besonderheit, dass sie alkalisch sind. Das verursacht zum einen die gelbliche Färbung, zum anderen stellt es sicher, dass sie in einer heißen Suppe nicht so schnell matschig werden wie normale Nudeln.
Ich war nun mehrfach in Japan und im Vergleich ist es in Deutschland leider unheimlich schwer, gute Ramen zu bekommen, von den Myriaden der regional unterschiedlichen Varianten ganz zu schweigen. Und da ich keine Schweineknochen über 2 Tage kochen will, um Tonkotsu Brühe zu erhalten, habe ich mir eines meiner Lieblingskochbücher, "Momofuku", als Vorbild genommen.
Der Autor ist einer der mittlerweile bekanntesten Köche der USA (David Chang), der die Dinge unheimlich kreativ angeht und trotzdem am Ende ein sehr "authentisches" Ergebnis erzielt. Sehr empfehlenswert.

Also heute zum einen eine Fondbasis aufgesetzt, welche noch vor sich hin brodelt. Zum anderen Nudeln gemacht und Chashu Pork. Der Fond braucht noch eine Weile, also gibt es die Reman dann morgen.

Falls Rezept gewünscht, liefere ich das gerne nach. Ansonsten ein paar Bilder, morgen gibt es dann das Endergebnis :)

Morgen dann noch Menma und Ramen eggs machen und fertig isses :)

(Irgendwie krieg ich das mit den Bildern nicht hin - wie kann ich die Direkt im Beitrag einfügen und beschreiben? Am Ipad klappt es mit copy und paste nicht und ich kann nur eine Datei hochladen :(

Kombu simmern für 10 Min
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Shitake simmern für 30 Min
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Hühnerkarkassen simmern für 30 Min, immer fleißig fett und Gedöns abschöpfen
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In der Zwischenzeit Schweineknochen anrösten (hier bei 30min Zwischenstand)
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Huhn raus, Knochen rein sowie geräucherter Speck für Umami
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Nachher kommen die Knochen raus und Möhre sowie Frühlingszwiebel rein in den Topf. Dann noch einmal 45 simmern und fertig

Ramenbestandteile. Natriumkarbonat selbst angefertigt, indem ich Natron eine Stunde sanft gebacken habe :)
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Fertige Nudeln
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Auf Vorrat :)
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Das Chashu Pork aus Schweinebauch - mit Salz und Zucker (1:1) einreiben und 6 Stunden kalt stellen, dann eine Stunde in den Ofen bei 200 Grad, dann nochmal eine Stunde bei 125 Grad. Chasu wird IMMER aus Bauch oder Schulter gemacht, ich hab hier schon Schweinefilet gesehen, das wird niemals nimmernich für Ramen genommen. Das Fleisch miss abkühlen, dann kann man es in dünner Scheiben schneiden. Vor dem Servieren kurz in der Pfanne anwärmen oder die blow torch nehmen ;)
Schwarte entfernen und einreiben:
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Fertig:
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Ich hätte super gerne das Rezept. Erst vor kurzem sprach ich mal wieder mit GöFreu darüber, dass wir endlich mal Ramen ausprobieren sollten.

Ich bleib mal hier dran und freu mich aufs Endergebnis!
 
Und das fertige Gericht:
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Hallo ansHans,

Hier kommt das Rezept.
Es lohnt sich definitiv, das selbst zu machen.
Ramen in Japan ist ganz unterschiedlich je nach Region. Die drei großen Richtungen sind Tokyo Ramen, Sapporo Ramen und Hakkata Ramen.
Mit der Brühe, die ich hier gemacht habe, kann man dann sowohl Tokyo als auch Sapporo Ramen machen. Hakkata ist gänzlich aus Schweineknochen und milchig weiß, wegen des ganzen Knochenmarks. Schmeckt mir eigentlich am Besten, ich seh mich aber nicht in der Lage das selbst zu machen.

Jedenfalls stellst du einmal den Grundstock her (lässt sich portionsweise einfrieren) und kannst diesen dann für verschiedene Varianten nutzen, denn es kommt immer noch die sogenannte "Tare" dazu, die den Geschmack gibt.
Ich mache heute Tokyo Style Ramen, Rezept für Tare gibt es unten.

Für die Nudeln brauchst du:

800g Weizenmehl
300g Wasser oder mehr, falls nötig
2 gestrichene Teelöffel (7,2g) Natriumkarbonat (Achtung, keine Natriumbicarbonat/Kaiser Natron)
Ein bisschen weniger als 1/4 Teelöffel Pottasche (0,8g)

Das Natriumkarbonat kannst du herstellen, indem du Kaiser Natron auf einer Alifolie ausbreitest und im Backofen bei 130 Grad für eine Stunde bäckst. Pass auf, dass du das nicht mehr als nötig an die Finger kriegst. Mit diesen Mengenangaben so genau wie möglich sein, denn sonst schmecken deine Nudeln eklig seifig, wenn du zuviel nimmst.

Alle Zutaten verrühren, es entsteht ein SEHR fester und widerspenstiger Teig. Falls er zu trocken ist, dann löffelweise mehr Wasser hinzugeben. Meine Küchenmaschine hat es nach 10 Minuten zwar alles verührt gehabt, aber ich hatte noch keinen glatten Teig und sie hat ziemlich gekämpft. Also habe ich den Teig in einen Ziplocbeutel gesteckt und bin drauf rumgestampft, bis er glatt war.
Dann 30 Minuten ruhen lassen und er kann anschliessend weiterverarbeitet werden. Ohne Nudelmaschine geht es nicht, ich konnte den Teig kaum ausrollen.

Nudeln dann in sprudelndem Wasser für max 5 Minuten kochen, nicht zu weich, die kommen ja hinterher noch in die heiße Suppe.
Lassen sich auch super einfrieren.


Für die Brühe:

5-6l wasser
Konbu, 2-3 große Streifen
2 Cups getrocknete Shiitakepilze, einmal kurz abgespült
2-3 Hühnerkarkassen oder ein ganzen Huhn (ca. 1,5-2kg)
2,5 kg fleischige Schweineknochen (ich hatte wesentlich weniger, weil ich große Schwierigkeiten hatte was zu finden. Rippchen eignen sich wohl nicht, da wird extra drauf hingewiesen)
ca. 500g geräucherter Bacon
1 Bund Frühlingszwiebeln
2 große Möhren, grob geschnitten


Wasser in großem Topf aufsetzen, dann:
1. Konbu 10 Minuten sanft simmern
2. Konbu raus, Pilze rein, 30 Minuten simmern
3. Ofen vorheizen auf 200 Grad
4. Pilze raus, Hühnerkarkassen rein, 1 Stunde sanft simmern, fleißig Schaum und Fett abschöpfen
5. Wenn Huhn im Topf, Knochen für eine Stunde in den Ofen, nach 30min wenden, aufpassen, dass sie nicht verbrennen
7. Nach einer Stunde Huhn raus und Knochen und Bacon rein, fleißig Schaum abschöpfen
8. Nach 45 Minuten Bacon raus
7. Knochen 6-7 Stunden ganz sanft simmern. Ggf Wasser zugeben, falls zu viel verdampft. Ab Stunde 5 (Zeit gemessen von Anfang an) kein Wasser mehr zugeben.
Knochen raus, Möhren und Zwiebeln rein, 45 Minuten simmern.
8. Gemüse entfernen, fertig. Es sollte eine saubere Brühe sein wenn du immer gut abgeschöpft hast :) Zu guter letzt alles nochmal durch ein feines Sieb.

Du hast jetzt ungefähr 10 Portionen Brühe. Wenn du die einfrieren willst, kannst du jetzt auf die Hälfte reduzieren, spart Platz im Gefrierschrank und bei Verwendung die konzentrierte Brühe wieder mit Wasser auffüllen.

Die Pilze übrigens nicht wegwerden, die kann man weiterverwenden, ich habe meine gepickled.

Für die Tare (den eigentlichen Geschmack):
Für 4 Portionen Tokyo Style

1 cup Sojasoße (sollte japanisch sein, chinesische oder koreanische schmeckt anders)
1/4 cup Sake
1/4 cup Mirin
Daumengroßes Stück Ingwer, crushed
1 Frühlingszwiebel, grob gehackt
1 Knoblauchzehe, crushed
Alles in eines Topf, aufkochen und dann durch ein Sieb.

Damit dann deine Brüheportionen abschmecken. Je nach Geschmack und wie salzig deine Brühe durch den Bacon schon ist...

TOPPINGS:
Für das Chashu Pork:
1-1,5 Kg Schweinebauch
1/4 cup Salz
1/4 cup Zucker

Schwarte entfernen und Bauch mit der Salz-Zucker-Mischung einreiben, dann mindestens 6 Stunden kühl stellen (nicht mehr als 24, ich nutze es immer nach 6 Stunden). Wasser am Ende abgießen.
Ofen vorheizen auf 220 Grad, Fleisch rein für eine Stunde, ab und an mit ausgetretenem Fett übergießen. Nach einer Stunde Ofen runterstellen auf 125 Grad, eine weitere Stunde backen.
Rausholen, abkühlen lassen und dann ab in den Kühlschrank.

Ramen Eier:
Frische Eier in kochendes Wasser geben und genau 7 Minuten kochen, dabei die erste Minute die Eier sanft drehen, das zentriert das Eigelb. Die Eier sind jetzt innen wachsweich.
Nun kann man sie einlegen, muss aber nicht. Zum einlegen gepellte Eier in eine Schüssel und soviel Wasser zugeben, dass sie gerade so bedeckt sind. Wiegen (ohne das Gewicht der Schüssel natürlich). Dann 10% des Gesamtgewichts Mirin zugeben und 10% des Ursprungsgewichts Sojasoße zugeben. Beispiel: 500g für Eier und Wasser, dann jeweils 50g Soja und Mirin zugeben. Eier ca. 10-12 Stunden marinieren.
Das gute an dieser Mischung ist, dass man nicht so höllisch aufpassen muss, den richtigen Zeitpunkt zum rausholen zu erwischen, wie bei anderen Marinaden.

Man kann auch ein Onsen Ei drübergeben, auch lecker.

Menma (Bambussprossen)
Doseninhalt abspülen, abtropfen lassen und in einen Topf
Ein bisschen neutrales Öl und ein bisschen Sesamöl dazu, ebenso ein Schuss Sojasoße
Eventuell eine Chili, wenn man mag
Dann bei geringer Hitze 20-30 Minuten ganz sanft köcheln, bis der Bambus weich ist. Eventuell salzen. Hält sich dann 3-4 Tage im Kühlschrank

Frühlingszwiebeln
In Tokyo kommt oft noch blanchierter Spinat drauf oder Fish cakes, in Hokkaido knallen sie Mais drauf, also einfach nach Geschmack ergänzen :)

Ich kann dir übrigens das Buch "Japanese Soul Cooking" von Tadashi Ono sehr ans Herz legen. Ramenrezepte, Udon, Soba, Okonomiyaki... War eine Weile mein meistgenutztes Kochbuch :)

Falls du Fragen hast, sag Bescheid :)
 

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Super! Ich liebe Ramen! Hab leider noch nie "echte" gegessen geschweige denn selbst gemacht. Für die Brühe nehme ich immer Miso paste und die Nudeln selber vom Chinamann.
Aber ich werde da hier auch mal versuchen! Top!
 
So muss Ramen sein :sabber:

Ich habe leider noch keine Zeit gehabt (bzw. mich noch nicht so richtig getraut) Ramen nach David Chang zu machen.
Ich mache meistens das Ramen Rezept von Chefkoch, da kriegt man die Zutaten relativ problemlos zusammen.

Auf Netflix gibt´s übrigens ne Serie über/mit David Chang: "mind of a Chef" glaube ich. Auch sehr interessant für alle die auf Ramen stehen.
 
RESPEKT, da würde ich gerne eine Schüssel von haben wollen :thumb1:
 
Super! Ich liebe Ramen! Hab leider noch nie "echte" gegessen geschweige denn selbst gemacht. Für die Brühe nehme ich immer Miso paste und die Nudeln selber vom Chinamann.
Aber ich werde da hier auch mal versuchen! Top!

Miso ist auch lecker, dann kommt es eher aus dem Norden (sapporo). Mit der hier beschriebenen Brühe kann man dann einfach die Tare anpassen und hat eine komplett andere Ramenversion.
Tare fuer 4Portionen
1/4 cup Sake
3EL Mirin
2 Knoblauchzehen
1TL geriebener Ingwer
1/2 cup Sendai Miso (oder andere, dunkelrote Miso)
Optional: 1TL Tobanjan (das ist die japanische Variante von der extra schaffen sichuan Version, allerdings ein weniger Scharf).

Sake, Mirin, Knobi und Ingwer über mittlerer Hitze zum kochen bringen. Vom Herd nehmen, dann Miso und ggf Tobanjan einrühren. Nach Geschmack zur Grundbrühe geben.

In Sapporo kommt dann oft Sojasprossen und Chinakohlstreifenndrauf oder auch Mais und Butter (ja, Butter...).
 
So muss Ramen sein :sabber:

Ich habe leider noch keine Zeit gehabt (bzw. mich noch nicht so richtig getraut) Ramen nach David Chang zu machen.
Ich mache meistens das Ramen Rezept von Chefkoch, da kriegt man die Zutaten relativ problemlos zusammen.

Auf Netflix gibt´s übrigens ne Serie über/mit David Chang: "mind of a Chef" glaube ich. Auch sehr interessant für alle die auf Ramen stehen.

Ja, die Serie ist interessant und Chang ist schon witzig, der weiss was er macht :) Nachdem ich rausgefunden hatte, dass "potassium carbonate" Pottasche ist und man die einfach in der Backabteilung bekommt, und man Natron backen kann gab es dann keine Ausreden mehr ;)
 
Danke für das Rezept, das hab ich erstmal in den Bookmark gepackt! Das Endprodukt sieht auch klasse aus! Super Beitrag :thumb1:
 
Da kann ich nur das höchstes Lob schreiben, das ich habe: "Das mache ich gnadenlos 1:1 nach."

:thumb1:

Wow ...... sieht das gut aus.

Das dürfte einer der besten Threads der letzten Jahre sein.
 
Ich liebe Ramen und finde den Bericht absolute Klasse

Ich habe das im letzten Jahr mal selbst gemacht. Ich habe mit
Sicherheit ein paar Schritte weniger gemacht und auch evtl.
nicht alles selbst... ;) Ich weiß es aber auch nicht mehr.

Aber diese Anleitung ist klasse!

Danke!

:prost:
 
In japanischen Supermärkten gibt es oft "nackige" gefrorene Ramen zu kaufen. Die sind in der Regel wirklich gut, das muss man nicht selbst machen. Hier in München waren sie allerdings in letzter Zeit oft ausverkauft.
Ich kauf zum Beispiel auch gefrorene Udon (Sanuki), die sind super und extrem vielseitig auch zum Braten geeignet, weil sie nach dem Auftauen nicht gekocht werden müssen.
Man kann ja auch unterschiedliche Arten Brühe machen, je nach dem was einem schmeckt und wieviel Zeit man überhaupt hat. Ich hab grad Urlaub, sonst sind solche Tageskochorgien bei mir auch eher seltener (leider). Daher versuch ich zumindest, was auf Vorrat zu machen, dann hat man öfter was dacon :)
 
Super interessant !!!

Ich gestehe dass ich bis vor 5 Minuten überhaupt keine Vorstellung von Ramen hatte..obwohl ich leidenschaftlich und gerne und oft koche...aber keinen Tau von japanischer Küche habe ( außer die üblichen Japan Restaurants mit Show- Cooking)

Umso mehr freut es mich hier so was zu lesen und dann noch so gut beschrieben!!!

Sehr fein, wenngleich ich mich da wohl,vorerst nicht drübertrau..

Aber Spaß hat es allemal gemacht deinen schönen Beitrag zu lesen.

Liebe Grüße Thomas
 
Das ist mal ein Threat nach meinem Geschmack.
Ganz großes Kino
 
Was soll ich sagen, endlich mal wieder ein Thread der absolute Klasse hat. Von A-Z passt einfach alles, vielen lieben Dank dafür:thumb2:
 
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