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Schärf-Set von Amazon

Also jetzt muß ich doch mal einschreiten :D

Hömma, meine Omma hat ihr Hümmelchen (Dortmunder wissen was gemeint ist) immer schön auf der Kellertreppe scharf gemacht.

Und nicht mit so einem Yuppie-Schicki-Micki Wasserstein...:lachen:


:prost: zusammen
 
Das ist doch garnix! Wenn Chuck Norris seine Machete einmal durch die Arschritze zieht, ist sie wieder scharf. :lolaway:
 
Das ist doch garnix! Wenn Chuck Norris seine Machete einmal durch die Arschritze zieht, ist sie wieder scharf. :lolaway:

Die Machete, die Ritze oder Du...? :rotfl:

:undweg:

Nix für ungut...!!
 
Vom Schleifbild her dürfte zB Chromoxidpaste bei etwa 8000 liegen. Von einem 800er auf 8000 springen ist schon sehr gewagt. Aber das mit dem Lederriemen ist ja sowieso so eine .. Spezialität, die ich so nicht unterstütze.
In aller Kürze: Ein 1000/3000er macht für den Normalanwender wesentlich mehr Sinn, als ein Schruppstein und ein Polierriemen.

Chromoxid würde ich noch einen Tick feiner als 8000'er einordnen, allerdings habe ich nirgendwo empfohlen von einem 800'er Schliffbild direkt den Chromoxidriemen zu springen, sondern erst einmal auf dem Lederriemen mit der grauen gröberen Paste abzuziehen und erst danach und auch nur bei ausreichend feinkörnigen Stählen, die sowas auch in Schärfe umsetzen können auf die feinere Chromoxidpaste umzusteigen.

Ein 1000/3000'er macht für jemand, der keinen weiteren gröberen Stein hat keinen Sinn, da er sowie erstmal einen neuen Grundschliff an die bestehenden Messer anbringen muss und das dauert eben mit dem 1000'er für viele Anfänger zu lange, so dass die Arme ermüden und sie das Messer wackeliger führen und dann den Schleifwinkel mehr als ihm gut tut verwackeln. Daher sollte in eine Anfängerausstattung auch ein gröberer Stein, der ein 240'er Schliffbild erzeugt mit rein. Wenn dann der Lederriemen in der Lage ist die Schneidkante auf das Niveau des 3000'er Steins zu bringen, mit weniger Zeitaufwand, zusätzlicher Schneidkantenstabilität mit Mikroballigkeit und einem deutlich sichereren entfernen des Restgrates als der 3000'er Stein ohne Lederriemen zustande bringt (Armhaare in beide Richtungen rasieren), halte ich die von mir genannte Kombination aus Schruppstein um 240'er Körnung, Schärfstein um 800 bis 1000'er Körnung und gute Polierpaste mit Lederriemen für zielführender.
 
Ein 1000/3000'er macht für jemand, der keinen weiteren gröberen Stein hat keinen Sinn, da er sowie erstmal einen neuen Grundschliff an die bestehenden Messer anbringen muss und das dauert eben mit dem 1000'er für viele Anfänger zu lange, so dass die Arme ermüden und sie das Messer wackeliger führen und dann den Schleifwinkel mehr als ihm gut tut verwackeln. Daher sollte in eine Anfängerausstattung auch ein gröberer Stein, der ein 240'er.

Das ist eine ziemlich wilde These, die meiner Erfahrung nach mit der Realität nichts zu tun hat. Ein "neuer Grundschliff" kann zwar so ziemlich alles sein und für einen Anfänger braucht das Schleifen am Anfang generell etwas länger - aber die Facette anzupassen dauert normalerweise auch für einen Anfänger nicht lange, auf keinen Fall problematisch lange. Für die ein bis zwei Minuten Arbeit einen groben Schruppstein zu bemühen, kostet überflüssig Geld und Material.

Wenn dann der Lederriemen in der Lage ist die Schneidkante auf das Niveau des 3000'er Steins zu bringen...
Wenn.
...mit weniger Zeitaufwand...
Der Abtrag von Polierpasten ist in der Regel geringer als der eines vergleichbaren Schleifsteins. Kann man sehr schön an der Verfärbung sehen.
...zusätzlicher Schneidkantenstabilität mit Mikroballigkeit und einem deutlich sichereren entfernen des Restgrates als der 3000'er Stein ohne Lederriemen zustande bringt...
Deine hochgepriesene Mikroballigkeit ist nach wie vor kein Feature, sondern ein Bug. Man tauscht Stabilität gegen Schärfe und diese Beziehung bleibt linear, das ist eine geometrische Frage. Dass die Gesamtzurichtung des Messers am Schneideindruck einen großen Anteil hat, hast Du mir ja noch mal großzügig zu erklären versucht in dem anderen Thread, danke dafür, das hat aber nichts damit zu tun, was an der Schneide passiert. Und die Legende vom "Restgrat" musst Du einem Japaner erst mal vermitteln. Es hat einen Grund, warum die Jungs ihre Messer, wenn sie maximal scharf werden sollen, auf Steinen abziehen. Ich hab mir x Schneiden unter dem Mikroskop angesehen. Wenn man richtig abzieht, nämlich zum Ende hin mit weniger werdenden Wiederholungen, ist nach dem Schleifen kein Grat mehr zu sehen.

...(Armhaare in beide Richtungen rasieren)...
Ist nach dem 3000er Stein gar kein Problem.

...halte ich die von mir genannte Kombination aus Schruppstein um 240'er Körnung, Schärfstein um 800 bis 1000'er Körnung und gute Polierpaste mit Lederriemen für zielführender.
Kann jeder halten, wie er will. Ein 240er ist rausgeworfenes Geld und frisst Material und ein Lederriemen ist ein schlechterer Stein. Bei Rasiermessern braucht man ihn, um einen Grat herauszuziehen, bei Küchenmessern ist er suboptimal. Und wer ihn nehmen will, weil er einfacher zu handhaben ist, muss erst recht die Hände von gröberen Steinen lassen.
 
Wenn du deine Alltagsmesser schnell und einfach/unkompliziert schärfen willst (bis hin zur Rasurschärfe) kann ich dir den "Triangle Sharpmaker" von Spyderco empfehlen.

Wenn das Messer einmal den richtigen Winkel hat,reichen pro Seite 20 Striche über die Keramikstäbe und das Messer rasiert wieder!

Etwas teurer als das Lansky Set,aber bequemer weil die Klinge nicht fixiert werden muß.
Aus dem Grund hab ich damals das Lansky verkauft und mir für 50€ den Sharpmaker geholt.

Mit elekrtischen Schärfern muß man höllisch aufpassen die Klinge nicht zu versauen (ausglühen)

Von Tormek gibts gute Nasschleifmaschinen die auch mit gemütlicher Drehzahl laufen....allerdings zu entsprechenden Preisen.
http://www.feinewerkzeuge.de/Tormek.html
 
"Man tauscht Stabilität gegen Schärfe ..." Stimmt nicht. Die Mikroballigkeit macht die Schneide am kritischen Punkt direkt hinter der Schneide stabiler. Man schleift mit dem Leder quasi eine Mikrofacette an - einen stumpferen Winkel als die Schneide ohne Lederabzug mit Paste hätte.
 
"Man tauscht Stabilität gegen Schärfe ..." Stimmt nicht. Die Mikroballigkeit macht die Schneide am kritischen Punkt direkt hinter der Schneide stabiler. Man schleift mit dem Leder quasi eine Mikrofacette an - einen stumpferen Winkel als die Schneide ohne Lederabzug mit Paste hätte.

Ganz genau. Der Winkel wird stumpfer, die Schneide damit weniger scharf, aber stabiler. Diese Beziehung ist rein mechanisch direkt von einander abhängig.
 
Die Schneide wird nicht weniger scharf, wenn der Winkel größer wird. Die Schärfe ist vom Winkel nicht abhängig (bis 40-50°, eine Kante muss natürlich da sein). Die Schärfe lässt bloß nach, wenn die Schneide kleine Dellen, Scharten oder umgelegte Grate hat. Was mit dem größeren Winkel abnimmt ist die Schneidfähigkeit. Weil mit kleinerem Winkel das Messer leichter schneidet, hat man das Gefühl es sei schärfer. Da die Verringerung der Schneidfähigkeit nur in einem sehr kleinen Bereich erfolgt, hat sie bei Verwendung eines Leders nur minimale Auswirkungen auf die Schneidfähigkeit des ganzen Messers. Die Schneidfähigkeit des Messers insgesamt wird bestimmt von der Geometrie der ersten 15-20 mm hinter der Schneide. Die Verringerung der Schneidfähigkeit durch das Leder, die maximal einen halben Millimeter hinter der Schneide betrifft, fällt daher prozentual kaum ins Gewicht. Ich glaube kaum, dass man das beim Schneiden bemerken kann. Dagegen bringt der stumpfere Winkel Stabilität dort, wo die Schneide am dünnsten und schwächsten ist. Daher halte ich den Tausch von Schneidfähigkeit gegen Stabilität an dieser Stelle für sinnvoll - vor allen bei sehr dünn ausgeschliffenen Messern. Hat die Facette z.B. 30-40°, dann hat man eh schon genügend Stabilität.
 
Das ist eine ziemlich wilde These, die meiner Erfahrung nach mit der Realität nichts zu tun hat. Ein "neuer Grundschliff" kann zwar so ziemlich alles sein und für einen Anfänger braucht das Schleifen am Anfang generell etwas länger - aber die Facette anzupassen dauert normalerweise auch für einen Anfänger nicht lange, auf keinen Fall problematisch lange. Für die ein bis zwei Minuten Arbeit einen groben Schruppstein zu bemühen, kostet überflüssig Geld und Material.

Da scheinen wir wohl unterschiedliche Erfahrungen gemacht zu haben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die neu im Gebiet des Messerschärfens sind dort sind, weil ihre Messer stumpf sind, deutlicher stumpfer als wir beide wahrscheinlich als stumpf bezeichnen würde. Die Messer, die diese Menschen haben, sind meistens Zwilling, WMF oder auch billige Messer für 5 Euro vom Aldi mit relativ großen Schneidenwinkeln, bei denen auch ordentlich Material abgetragen werden muss, bis man auf einen sinnvollen Winkel im Rahmen von 25° kommt. Zum Teil wurden ja auch üble Durchziehschärfer verwendet, die zu einer Winkelvergrößerung beigetragen haben.
Und für genau diese Gruppe ist ein gröberer Schleifstein unerlässlich, weil es auf einem 1000'er japanischen Wasserstein doch erheblich länger dauert, 10 Messer im Schneidenwinkel zu ändern, als auf einem 180'er Sensenwetzstein. Zusätzlich verschleisst einmal der teurere 1000'er Japaner und nicht der Sensenwetzstein für 4 Euro aus dem Baumarkt oder Internet. Und je nachdem welchen japanischen Stein ich als Anfänger kaufe, kann der Verschleiss durch eine besonders weiche Bindung nochmals extremer werden.
Wir wissen, wie lange man schleifen muss, bis man die Feinheit der Körnungen wechseln kann. Aber bei den meisten Menschen, die neu waren habe ich immer wieder erlebt, dass sie zu kurz auf der Einstiegskörnung geschliffen haben, um die Schneidkante wiederherzustellen.

Zitat:
Wenn dann der Lederriemen in der Lage ist die Schneidkante auf das Niveau des 3000'er Steins zu bringen...
Wenn.

Korrigier mich bitte, wenn ich falsch liege. Aus Deinem bisherigen Äußerungen vermute ich, dass Du bisher relativ wenig Versuche mit verschiedensten Polierpasten auf Lederriemen gemacht hast und dass Du somit auch wenige "Lederriemen-mit-guter-Polierpaste-behandelte-Schneidkanten" auch noch nicht unter dem Mikroskop angeschaut hast.
Wohlgemerkt, ich rede hier nicht von der gesamten Facette der Schneide, sondern nur von der Schneidkante selbst.

Der Abtrag von Polierpasten ist in der Regel geringer als der eines vergleichbaren Schleifsteins. Kann man sehr schön an der Verfärbung sehen.

Natürlich erzeugt der Schleifstein mehr Abtrag in Masse/Zeit, aber er schleift ja auch eine viel größere Fläche, nämlich die gesamte Facette. Damit trägt er dort überall Material ab und der Stein verfärbt sich natürlich auch schneller. Der Lederriemen trägt nur wenige Milligramm direkt Schneidkante und knapp dahinter ab und die restliche Facette bleibt weitgehend unbearbeitet bleibt.

Deine hochgepriesene Mikroballigkeit ist nach wie vor kein Feature, sondern ein Bug. Man tauscht Stabilität gegen Schärfe und diese Beziehung bleibt linear, das ist eine geometrische Frage.

Dann stell Dir das ganze einmal so vor:
Um für eine Schneidaufgabe eine ausreichend stabile Schneide zu haben bräuchten wir einen Schneidkantenwinkel von 25°.
Möglichkeit A) Ich schleife die 25° in einem Flachschliff an und bin fertig.
Möglichkeit B) Ich schleife im Flachschliff 22° an und erhöhe beim Abziehen auf dem Lederriemen den Schneidenwinkel im Mikrobereich der Schneidkante auf 25°. Damit habe ich die Schneidkantenstabilität des größeren Winkels und zeitgleich die bessere Eindringfähigkeit des kleineren Sekundärwinkels dahinter. Mikroballigkeit bedeutet ja auch, dass ich mit flacheren Schneidenwinkel im Flachschliff starten kann.

Dass die Gesamtzurichtung des Messers am Schneideindruck einen großen Anteil hat, hast Du mir ja noch mal großzügig zu erklären versucht in dem anderen Thread, danke dafür, das hat aber nichts damit zu tun, was an der Schneide passiert.

Stimmt, der Schneidkantenwinkel ist relevant dafür wie gut das Messer den ersten halben bis einen Millimeter weit eindringt. Da die meisten Steaks, Gemüsesorten, Pizzen, etc. jedoch ein wenig dicker als einen Millimeter sind, kommt für das Empfinden, dass der Schneidende mit dem Messer hat, die Klingengeometrie nicht zu knapp zum Tragen.
Aber Rasieren geht wirklich besser mit 15° Schneidenwinkel als mit 30°, das will ich nicht verhehlen.

Und die Legende vom "Restgrat" musst Du einem Japaner erst mal vermitteln. Es hat einen Grund, warum die Jungs ihre Messer, wenn sie maximal scharf werden sollen, auf Steinen abziehen. Ich hab mir x Schneiden unter dem Mikroskop angesehen. Wenn man richtig abzieht, nämlich zum Ende hin mit weniger werdenden Wiederholungen, ist nach dem Schleifen kein Grat mehr zu sehen.

Das was Du beschreibst mache ich ja auch, ich nenne es "Grat reduzieren". Aber klappt danach das Rasieren der Armhaare in beide Richtungen gleich gut, oder ist eine Richtung besser als die andere? Falls ja liegt noch ein minimaler Restgrat vor, falls nein, herzlichen Glückwunsch, dann kannst Du wirklich gut abziehen.
Aber glaub mir, das gelingt nicht vielen und wenn dann nur nach etlichen Jahren Übung. Das Problem ist nämlich, dass bei dem Kontakt von einem härteren Schleifmittel mit einem weicheren geschliffenen Stahl immer ein Grat ausbildet. Durch das häufigere Wechseln gegen Ende wird er kleiner, aber meinem Empfinden nach nicht vollständig entfernt. Andererseits könnte ich ja sonst keine Verbesserung durch das Abziehen mit dem Lederriemen mehr verspüren.

Ich habe nach dem 1000'er Stein das gleichgute Rasieren in beide Richtungen noch nicht hinbekommen (müsste ich mal wieder probieren, aber wenn ich mich recht entsinne ging es danach maximal in einer Richtung so halbwegs, trotz Grat reduzieren. Wenn ich aber danach auf den Lederriemen geht es nach vielleicht 30 Sekunden ohne Probleme. Für feinere Steinstufen habe ich das mit entsprechend feineren Polierpasten analog erlebt. Klar, nach einem 6000'er ist die Schneide schon recht fein und kann bei ordentlicher Handhabung sicherlich auch sehr gute Ergebnisse (beide Richtungen gleich gut rasieren) hervorbringen, aber der kostet ja auch ein paar Euro mehr als ein Lederriemen mit guter Paste für 10 Euro.

Kann jeder halten, wie er will. Ein 240er ist rausgeworfenes Geld und frisst Material

Der gröbere Stein wird nicht jedesmal eingesetzt, sondern nur, wenn Du ihn brauchst, z.B. beim Rausschleifen von Scharten oder um größere Schneidwinkelgeometrieänderungen, wenn man mal wieder die Messer der Freunde schleifen soll. usw. durchzuführen und genau bei diesen Arbeiten soll er auch Material fressen und ordentlich Stahl abtragen. Ansonsten frisst nämlich bei diesen Arbeiten der Stahl den hochwertigeren feineren 1000'er Stein.

und ein Lederriemen ist ein schlechterer Stein.

Der Lederriemen mit vernünftiger Polierpaste ist kein Stein, er ist ein Mittel zum unproblematischen und schnellen Entfernen des Restgrates bei gleichzeitigem Polieren der Schneidkante und damit hat er ein anderes Aufgabenspektrum als der Stein selbst.

Bei Rasiermessern braucht man ihn, um einen Grat herauszuziehen, bei Küchenmessern ist er suboptimal. Und wer ihn nehmen will, weil er einfacher zu handhaben ist, muss erst recht die Hände von gröberen Steinen lassen.

Einfacher zu Handhaben bedeutet nicht zwingend, dass der Nutzer ungeschickter ist, sondern auch, dass er in kürzerer Zeit gleichwertige Ergebnisse erreichen will. Klar wirst Du jetzt sagen, die Ergebnisse sind nicht gleichwertig.

Ich will Dich "Mr. Pink" ja nicht davon überzeugen einen Lederriemen mit vernünftiger Polierpaste zu benutzen, ich versuche nur Messeranwendern klarzumachen, dass ein Lederriemen eine nicht zu knappe Latte von Vorteilen hat, die ihm eine nicht zu verachtende Daseinsberechtigung geben.

Gib mir bitte mal Bescheid, wenn Du hier in der Nähe bist, vielleicht können wir uns mal treffen, damit wir beide mal mit unserem Equipment vor dem anderen ein paar Selbstversuche machen können. Vielleicht können wir dann mit Vorurteilen aufräumen, die der eine von der Methode des anderen hat, was meinst Du dazu?
 
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Prima thread hier, auch wenn die Anfangsfrage nicht so recht beantwortet wurde oder mittlerweile nicht mehr.
Also mein Senf:
Scharf und scharf ist zweierlei.
Das 5 Euro Ikeamesser rasiert im Auslieferungszustand und schneidet prima Tomaten.
Aber, nicht lange und vor allem nicht wegen einer polierten Schneide oder gar wegen der Klingengeometrie.
So nen Billigmesser hat ne Mikrosaege und einen aufgerichteten Grat.
Das ist beides schnell weg und das Messer stumpf.
Auch der Winkel ist sicherlich nicht unbedingt auf super schaerfe ausgelegt.
Dann waere es bei dem verwendeten Stahl noch eher stumpf.
Die Profis hier sind auf einem anderen Weg.
Ziel ist ein absolut definierter Winkel und die Politur der Schneide. Der Grat, der sich bei jedem Schleifen eines Messers bildet soll dabei moeglichst klein gehalten werden und so nahezu eine Perfekte Schneidkante erreicht werden.
Wer sich mit Mikroskopaufnahmen von Schneidkanten beschaeftigt weiss jedoch das die absolut glatte un riefenfreie Oberflaeche einer Schneidkante nur in der Theoie vorkommt.
Stahlgefuege, Schleif und Poliermittel alleine sorgen schon dafuer dass kleinste Unebenheiten gar nicht weg zu bekommen sind.
Ohne jetzt noch weiter ins Detail zu gehen habe ich fuer mich persoenlich folgendes heraus gefunden.
1. Es gibt verschiedene Wege zu einem gut schneidenden Messer.
2.Der professionelle Weg mit Banksteinen und Politur bis aufs feinste ist der anspruchsvollste aller Wege mit dem besten Ergebnis.
3.Nicht jeder Stein und jeder Winkel passt zu jedem Messer!!!!!!!!
4. Omas Messer rasieren obwohl die nur Herder Messer hat, welche noch nie einen Stein gesehen haben immer nur einen Stahl!

Also fuer sich selber heraus zu finden was man wie machen muss ist schwierig.
Ich empfehle folgendes:
1. Billiges Messer zum Ueben kaufen.
2. Eine Winkellehre mit 15 Grad bauen , das geht z.b. mit Geodreick, Schere und Karton oder mit Alu / Holz und Kappsaege. Einfach einen Keil herstellen und zwischen Messer un Stein legen um den Schleifwinkel kontrollieren zu koennen.
15 Grad ist ein recht ordentlicher Winkel zum beginnen, finde ich!
3.Lansky Set kaufen, damit hat der Anfaenger aber auch der Fortgeschrittenen die Moeglichkeit definierte Winkel schnell und sauber herzustellen.
4. Am schwierigsten gestaltet sich die Wahl des Steines. Weichere Steine tragen gut ab, verschleissen schneller und muessen daher oefter abgerichtet werden. Harte Steine vermitteln oft ein schlechteres Schleifgefuehl, aber bei mir dafuer ein sehr gutes Ergebniss.
Kombisteine sind meisst auf ein bestimmtes Messermaterial ausgelegt und bei den billigen oft murks.
Ein 1000er europaeischer Stein ist da schon mal ganz gut.
Bei den Japanern wuerde ich ab 3000er aufwaerts nehmen.
Als Anfaenger die Geometrie einer Klinge nur mit Banksteinen veraendern zu wollen halte ich fur nicht sinnvoll, oder sagen wir einfach: Das wird nix!
Letztlich ist das alles Uebungssache und ich bin da mit sicherheit deutlich schlechter als die Profis hier im Forum.
 
@mr.pink:"Diese Behauptung ist so schlicht falsch." Meine Behauptung hab ich begründet, du jedoch nicht. Die Schärfe gibt streng genommen nur die Ebenmäßigkeit der Schneidkante/Schneide an. Alles andere ist Schneidfähigkeit. Für das subjektive Schärfegefühl spielt natürlich auch die Schneidfähigkeit eine Rolle.

@knatterton: Kommt drauf an, was du unter "Geometrie verändern" verstehst. Die Schneidfacette im Winkel zu verändern, bekommt auch ein Anfänger mit dem entsprechenden Stein hin. Das halte ich nicht für schwieriger als ein Messer scharf zu bekommen. Wenn er Schärfen kann, schafft er es auch den Schneidwinkel zu verändern.
 
Ein Anfaeger wird vermutlich die Facette verändern können.
Jedoch auf grund der unzureichenden Übung und damit schlechterer Führung einen balligen Schliff erzeugen.
Der Schleifwinkel ist bei Anfängern meist auch eher Glückssache.
Daher der Tipp mit der Winkellehre!
Billige Messer sind meist eh deutlich über 25° und oft auch deutlich über 30° geschliffen.
 
Wenn man neu im Thema Messerschärfen ist, muss man ja zwangsweise üben, um ein wenig Erfahrung zu erlangen. Dabei wird man natürlich auch unfreiwillig den Schneidenwinkel ändern.
Ich empfehle immer ganz gerne tendenziell mit gröberen Steinen in einem etwas flacheren Winkel als geplant zu schleifen und dann mit einem feineren Stein den Winkel minimal zu erhöhen, damit der Stein nur vorne an der Schneidkante Material abtragen muss.
Wenn ich einen flacheren Winkel als Grundlage habe, kann ich darauf aufbauend auch problemlos den Winkel vergrößern, da dann ja nicht viel Material entfernt werden muss. Wenn man einen größeren Winkel verkleinern will, ist damit schon einiges an Materialabtrag erforderlich, weshalb hier auch die gröberen Steine die richtigen sind.

Klar können Anfänger den Winkel weniger gut einhalten. Daher sollten Sie auch die für sie passende Schleifbewegung erlernen.
Messerschärfen - Welche Schleifbewegung ist die beste? - YouTube
Bisher habe ich bei Einsteigern die Scheibenwischerbewegung als erfolgsversprechenden erlebt. Aber hier muss jeder selbst probieren, was am besten passt.

Eine Winkellehre, wie Du sie beschrieben hast ist gerade für den Anfang hilfreich, um überhaupt ein Gefühl für den Winkel zu bekommen. Irgendwann spürt man dann beim Schleifen den alten Anschliffwinkel.

Bezüglich balligen Schliff, ist meiner Meinung nach der Schliff wenn er freihand auf einem Stein ausgeführt wird auch schon ein leicht balliger Schliff, da man bei den unweigerlichen Schwankungen im Schleifwinkel frei Hand sich eine leichte Balligkeit "erwackelt". Das schadet aber auch nichts, da der am Ende herauskommende Winkel der entscheidende für die Schärfe ist und nicht die Balligkeit. Daher lieber zu flach im Winkel starten und die Balligkeit mit einkalkulieren, dann passt der Winkel nachher eher als zu steil.
 
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@mr.pink:"Diese Behauptung ist so schlicht falsch." Meine Behauptung hab ich begründet, du jedoch nicht.
Erstens hast Du deine Behauptung nicht begründet, sondern nur weiter gesponnen und zweitens braucht es keine Begründung für physikalische Fakten. Die Schneidfähigkeit einer Kante hängt von ihrem Winkel ab. Punkt.

Da scheinen wir wohl unterschiedliche Erfahrungen gemacht zu haben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die neu im Gebiet des Messerschärfens sind dort sind, weil ihre Messer stumpf sind, deutlicher stumpfer als wir beide wahrscheinlich als stumpf bezeichnen würde. Die Messer, die diese Menschen haben, sind meistens Zwilling, WMF oder auch billige Messer für 5 Euro vom Aldi mit relativ großen Schneidenwinkeln, bei denen auch ordentlich Material abgetragen werden muss, bis man auf einen sinnvollen Winkel im Rahmen von 25° kommt. Zum Teil wurden ja auch üble Durchziehschärfer verwendet, die zu einer Winkelvergrößerung beigetragen haben.
Da haben wir tatsächlich unterschiedliche Erfahrungen. Diese Messer haben zwar einen größeren Winkel und sind abgelutscht, aber als so wild habe ich die Korrekturen nie empfunden. Wenn sie gequält worden sind - okay, für solche Fälle habe ich auch einen 400er im Schrank.

Und für genau diese Gruppe ist ein gröberer Schleifstein unerlässlich, weil es auf einem 1000'er japanischen Wasserstein doch erheblich länger dauert, 10 Messer im Schneidenwinkel zu ändern, als auf einem 180'er Sensenwetzstein. Zusätzlich verschleisst einmal der teurere 1000'er Japaner und nicht der Sensenwetzstein für 4 Euro aus dem Baumarkt oder Internet. Und je nachdem welchen japanischen Stein ich als Anfänger kaufe, kann der Verschleiss durch eine besonders weiche Bindung nochmals extremer werden.
Wir wissen, wie lange man schleifen muss, bis man die Feinheit der Körnungen wechseln kann. Aber bei den meisten Menschen, die neu waren habe ich immer wieder erlebt, dass sie zu kurz auf der Einstiegskörnung geschliffen haben, um die Schneidkante wiederherzustellen.
Meine Erfahrung war bis jetzt, dass grobe und aggressive Steine in den Händen von Anfängern die größte aller möglichen Gefahren sind, denn ratzfatz ist die Schneide ruiniert. Ein feinerer Stein braucht dafür einfach länger. Dazu kommt noch, dass ein Anfänger eben nicht weiß, wann es mit dem Schleifen gut ist, wenn da mal ein paar Minuten auf dem 160er rumgeeiert wird, fehlt plötzlich nen Stück Messer.
Beide Probleme verschwinden auf einem feineren Stein zwar nicht, aber sie haben nicht so extreme Konsequenzen - was einem Anfänger entgegen kommt. Desweiteren ist die Zeit, die man auf dem 1000er arbeitet, keinesfalls vergeben. Das ist die Zeit, wo man das Schleifen lernt.
Ich würde daher einen groben Stein erst einem fortgeschrittenen Schleifer empfehlen.

Korrigier mich bitte, wenn ich falsch liege. Aus Deinem bisherigen Äußerungen vermute ich, dass Du bisher relativ wenig Versuche mit verschiedensten Polierpasten auf Lederriemen gemacht hast und dass Du somit auch wenige "Lederriemen-mit-guter-Polierpaste-behandelte-Schneidkanten" auch noch nicht unter dem Mikroskop angeschaut hast.
Wohlgemerkt, ich rede hier nicht von der gesamten Facette der Schneide, sondern nur von der Schneidkante selbst.
Da hast Du recht. Ich habe mir viele Rasiermesserschneiden angeguckt und mit Pastenriemen experimentiert. Aber das ist ein völlig anderes Feld und das Ziel des Riemens ein anderer, deshalb würde ich nicht sagen, dass ich da großartige Anschauungsergebnisse vorzuweisen hätte.

Natürlich erzeugt der Schleifstein mehr Abtrag in Masse/Zeit, aber er schleift ja auch eine viel größere Fläche, nämlich die gesamte Facette. Damit trägt er dort überall Material ab und der Stein verfärbt sich natürlich auch schneller. Der Lederriemen trägt nur wenige Milligramm direkt Schneidkante und knapp dahinter ab und die restliche Facette bleibt weitgehend unbearbeitet bleibt.

Die Kontaktfläche hängt natürlich von der Spannung des Riemens ab, aber ja, das stimmt. Ich würde aber mutmaßen, dass sich das etwas aufhebt.

Um für eine Schneidaufgabe eine ausreichend stabile Schneide zu haben bräuchten wir einen Schneidkantenwinkel von 25°.
Möglichkeit A) Ich schleife die 25° in einem Flachschliff an und bin fertig.
Möglichkeit B) Ich schleife im Flachschliff 22° an und erhöhe beim Abziehen auf dem Lederriemen den Schneidenwinkel im Mikrobereich der Schneidkante auf 25°. Damit habe ich die Schneidkantenstabilität des größeren Winkels und zeitgleich die bessere Eindringfähigkeit des kleineren Sekundärwinkels dahinter. Mikroballigkeit bedeutet ja auch, dass ich mit flacheren Schneidenwinkel im Flachschliff starten kann.
Was in der Theorie gut klingt, ist praktisch durch die "Makro"stabilität der Schneide begrenzt. Denn leider hängt die Empfindlichkeit der Facette ergeblich an ihrem Winkel, was gerade bei Japanmessern mehr als merklich ist. Wenn man den Winkel von einer sehr harten Schneide um 2° verringert, dann muss man beim Schneiden erheblich mehr aufpassen, ansonsten hat man bald einen kleinen Ausbruch. Und bei europäischen Messern ergibt sich eine leicht ballige Schneide alleine durch das Schneiden selbst. Entsprechend mache ich mir keine Mühe, die extra vorher zu erzeugen.


Das was Du beschreibst mache ich ja auch, ich nenne es "Grat reduzieren". Aber klappt danach das Rasieren der Armhaare in beide Richtungen gleich gut, oder ist eine Richtung besser als die andere? Falls ja liegt noch ein minimaler Restgrat vor, falls nein, herzlichen Glückwunsch, dann kannst Du wirklich gut abziehen.
Aber glaub mir, das gelingt nicht vielen und wenn dann nur nach etlichen Jahren Übung. Das Problem ist nämlich, dass bei dem Kontakt von einem härteren Schleifmittel mit einem weicheren geschliffenen Stahl immer ein Grat ausbildet. Durch das häufigere Wechseln gegen Ende wird er kleiner, aber meinem Empfinden nach nicht vollständig entfernt. Andererseits könnte ich ja sonst keine Verbesserung durch das Abziehen mit dem Lederriemen mehr verspüren.

In eine Richtung rasiert es sich immer besser, als in die andere, was einfach an der Wuchsrichtung der Haare hängt. Selbst mit meinem frisch geschliffenen Dorko-Messer ist dieser Effekt zeigbar, wenn man nur weit genug vom Hautniveau weggeht. Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie ein Grat dazu führen sollte, dass das Schneiden in eine Richtung schlechter geht. Meines Erachtens beeinträchtigt der Grat das Schneidergebnis, aber welche Rolle die Führungsrichtung spielt, ist mir unklar. Ich wäre an einer Erklärung sehr interessiert.

Der Lederriemen mit vernünftiger Polierpaste ist kein Stein, er ist ein Mittel zum unproblematischen und schnellen Entfernen des Restgrates bei gleichzeitigem Polieren der Schneidkante und damit hat er ein anderes Aufgabenspektrum als der Stein selbst.
Wie gesagt: Ich konnte unter dem Mikroskop nach einem gewissenhaften Schliff auf dem Stein keinen Restgrat mehr ausmachen.

Gib mir bitte mal Bescheid, wenn Du hier in der Nähe bist, vielleicht können wir uns mal treffen, damit wir beide mal mit unserem Equipment vor dem anderen ein paar Selbstversuche machen können. Vielleicht können wir dann mit Vorurteilen aufräumen, die der eine von der Methode des anderen hat, was meinst Du dazu?
Bad Dürkheim liegt etwas außerhalb. Ich bin einmal im Jahr im Süden, da komme ich Mannheim aber nicht näher als Würzburg. Sollte mich das Schicksal aber mal in deine Ecke verschlagen, melde ich mich auf jeden Fall.
 
"Erstens hast Du deine Behauptung nicht begründet, sondern nur weiter gesponnen und zweitens braucht es keine Begründung für physikalische Fakten." Doch habe ich. Dass du meine Begründung als "weiterspinnen" bezeichnest ist dein Bier. "Die Schneidfähigkeit einer Kante hängt von ihrem Winkel ab. Punkt." Das wurde auch nicht bestritten. Deine Behauptung war aber die Schärfe nehme ab, wenn der Winkel größer wird. Schärfe und Schneidfähigkeit sind verschiedene Dinge, wie du weißt.
 
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