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Snirtje-Burger

Grobi van Hundsteert

Metzgermeister
Moin Sporties,

vor kurzem habe ich anlässlich des Besuchs meiner Tante mit der Family einen Tagesausflug nach Borkum gemacht. Abgesehen davon, dass ich wieder einmal festgestellt habe, dass man die so naheliegende Ecken seiner Heimat definitiv zu wenig besucht, habe ich eine Entdeckung gemacht.
Wir hatten bereits gegessen und hatten auch nicht mehr so viel Zeit, als uns der Weg zur Promenade direkt an den Strand führte. Dort sind ein paar kleine Restaurants und Bars angesiedelt. Immer wieder gern werfe ich einen Blick auf die Speisekarten, wenn auch nur an diesen Schaukästen direkt am Eingang. In diesem Fall jedoch bin ich noch vorher kleben geblieben. Vor dem Restaurant war ein Aussteller und auf dem waren einige Tageshighlights mit Kreide in zarter Mädchenschrift aufgetragen: "Snirte-Burger" wurde dort angepriesen. BÄÄÄMM!!! Das ist absolut Mindblowing! Diese Idee ist von einem ganz Großen! Sofort fingen meine Gedanken an zu kreisen. Wie geht das? Wie sieht der aus? Was kommt da drauf? Was macht ihn aus?
Ich war hin und weg! Die Gedanken ließen mich nicht los...
Snirtje, für alle die es nicht kennen sollten, ist ein zart geschmortes frisches Schweinefleich aus Schulter oder Nacken. Früher gab es, so die Berichte von den Älteren aus der Umgebung, Snirtje als Festessen am Schlachttag mit viel brauner Soße, Kartoffeln, Rotkohl, Kürbis, Gurken und roter Beete. Einmal hatte ich die große Freude, dass nach alter Art mit zu machen. Das Schwein kam auf die Leiter und wurde zerlegt. Die Großmutter des Hauses hatte quasi den Bräter schon heiß und die Zwiebeln angebraten, als das schlachtwarme Fleisch in die Küche kam. Dies wurde sogleich in etwa faustgroße Stücke geteilt und gewürzt. Anschließend kam das Gericht für Stunden auf den Herd. Nach getaner Arbeit am Schlachttag gab es dann dieses herrliche Essen. Aber auch wenn Hausschlachtungen hier in der Region sehr selten geworden sind, bleibt dieses Essen in Erinnerung. Es ist eine wirkliche ostfriesische Spezialität und gehört zweifelsohne zu meinen Lieblingsgerichten im Herbst und Winter. Tatsächlich gibt es hier viele Gastwirte bei denen man im Herbst und Winter Snirtjebraten oder auch Snirtjebra (wir sagen zu Hause aber immer Snirtje) essen gehen kann.
Ich hätte es durchaus auch zum Schmorgerichte-WE präsentieren können, aber das war zeitlich irgendwie unpassend. Darum nun gewissermaßen der Nachbrenner.
Zurück zu meinem Burger. Nie, nie wäre ich darauf gekommen einen Burger daraus zu bauen, und frage mich direkt in diesem Moment wiederholt: "Warum eigentlich nicht??" Aber nun musste diese Idee, die offenbar schon ein Restaurantkoch vor mir hatte noch in die Praxis transferiert werden. Gesehen hatte ich das Gerät ja nicht. Also musste freestyle was her. Meine Interpretation ist tendenziell eher puristisch. Snirtje wird wie beschrieben üblicherweise mit bestimmten Beilagen gegessen. Gut, gut. Die mussten aber nun auf Burger angepasst werden. Die Gedanken kreisten... lange... immer wieder redete ich zu Haus vom Snirtje-Burger... Die Nummer war im wahrsten Sinne Mindblowing. Jedes Mal wenn ich jemanden traf, bei dem ich ahnte er würde das interessant finden, habe ich die Story erzählt und an der Interpretation gefeilt.
Schnell stand fest, es bleibt beim ersten Mal puristisch. Ich möchte keine BBQ Soßen oder der Gleichen im Ensemble mit meinem geliebten Snirtje!
Also sah meine Interpretation wie folgt aus:
selbstgebackenes Laugenbrötchen (hier geklaut: josemola.de/rezepte/laugenbroetchen),
pürierten eingelegten Kürbis,
pürierte eingelegte rote Beete,
Snirtje,
Rotkohl,
eingelegte Gurken.
Und dazu frische selbstgeschnitzte Kartoffelspalten mit Pommes Power und ein wenig Öl.
Hier das Daumenkino:

Der Vorteig
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Hauptteig:
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Nebenbei kurz die Zwiebeln häckseln
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Und die Kokoskohlen anfeuern. Zugegeben, das Anfeuern der Dinger dauert seine Zeit, aber dann geben Sie auch eine beträchtliche Weile kontinuierlich Temperatur.
Und wegen solcher kleinen Glitches heiße ich Grobi... ;)
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...und bist du nicht willig, so brauch ich die kleine Unkrautfammbuse...
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Viele Zwiebeln helfen viel!
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Fleisch dazu und Wasser drauf
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köcheln lassen...
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Jetzt heißt es, lange warten...
Nebenbei andere Dinge tun. Rotkohl aus dem Land-Hof-Markt erwärmen, Buns fertig machen, ein Püree aus Kürbis und Roter Beete machen, Gurken hobeln
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ein kleines bisschen Woid Pepper dran und schon war es unglaublich lecker
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Mit dem Kürbis haben wir ähnliches angetan. Der kam jedoch ohne Gewürze aus.
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Der Rotkohl musste noch kurz auf Temperatur gebracht werden
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Nicht vergessen für eine ausreichende Hydration des Kochs und der Gäste zu sorgen
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Schon geht es an den Zusammenbau
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Das Snirtje ist üblicherweise so zart, dass man es einfach mit der Gabel zerteilen kann. Das haben wir hier im Vorfeld gemacht und keine ganzen Stücke serviert.
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Rotkohl, gehobelte Gurken und Deckel drauf.
Dann genießen! Schaut mal:
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Fazit: Großartig! Das war ein bahnbrechend leckeres Essen! Unseren Gästen hat es auch geschmeckt! Die Burgerbuns waren ein Erstversuch und hätten durchaus hübscher sein können, dafür waren sie sehr lecker. Das Fleisch hatte ich vom MdV und es war wie erwartet eine super Qualität. Das kann man durchaus wieder machen! Morgen gibt es dann Reste vom Snirtje - wahrscheinlich mit Salzkartoffeln.

Danke fürs Reinschauen!
Gruß aus Ostfriesland
Sven
 
Hallo Grobi van Hundsteert,
schau doch mal bitte hier: Snirtje-Burger. Da wirst Du fündig!
 
Fantastisch Sven!

Sowohl deine Ausführungen zum traditionellen Snirtje (habe ich exakt so in Erinnerung, wie du beschreibst) als auch die Umsetzung des Bürgers sind einfach großartig!

Das halte ich definitiv mal im Hinterkopf.
 
Eine wahrlich schöne Kombi eines Sabberlatzburgers. :::Sabber:!:
 
Der schmeckt sicher saustark. 👍

Gruß Dingo
 
Snirtje Hab ich als Oberbayer noch nie gehört. :D
Was ich aus Text und Bildern rauslese sieht das für mich wie ein ge-dopftes Pulled Pork eben ohne die klassische BBQ Soße aus.
 
tolle Idee.

Snirtjebra habe ich auch schon ein paar mal gemacht und es war immer ein Highlight! Danke für diese tolle Idee/Variante::tätschel::
Danke dir! Snirtje ist immer ein Highlight! Den ganzen Sommer schmachte ich immer danach und freue mich diebisch, wenn der Herbst kommt und man das wieder überall bekommt.
Sowohl deine Ausführungen zum traditionellen Snirtje (habe ich exakt so in Erinnerung, wie du beschreibst) als auch die Umsetzung des Bürgers sind einfach großartig!
Vielen Dank, Andreas.
Der Nachbau lohnt sich. Ich würde auch kommen um vor Ort eine Qualitätsprüfung durchzuführen. :P
Klasse regionales Essen neu interpretiert. Gefällt mir.
Dankeschön. Als ich den oben erwähnten Aufsteller vor dem Restaurant sah, war ich wirklich geflasht. Das hat richtig Spaß gemacht das so zu basteln.
Eine wahrlich schöne Kombi eines Sabberlatzburgers.
Das ist tatsächlich ein Sabberlatzburger gewesen. :::Sabber:!: Das Fleisch wird ja über lange Zeit in seiner eigenen Soße geschmort. Von der Soße habe ich dann ein bisschen mit auf den Burger getröpfelt. Ich hab mich beim Essen auch ziemlich eingesaut, aber das war wirklich gut.
Der schmeckt sicher saustark. 👍
Danke, Dingo! Auch mit diesen selbstgebackenen Laugenbrötchen war das extrem gut. War mein Erstversuch mit Laugengebäck. Die waren schön fest und sind nicht gleich zerfallen.
Ein herrlicher Burger, absolut :thumb2:
Danke!!
Wenn das mal nix is.... :::Sabber:!: :::Sabber:!: :::Sabber:!:
Das war was, das kann ich dir sagen! :D
 
Snirtje Hab ich als Oberbayer noch nie gehört. :D
Was ich aus Text und Bildern rauslese sieht das für mich wie ein ge-dopftes Pulled Pork eben ohne die klassische BBQ Soße aus.
Das Snirtje von gestern hatte tatsächlich was von PP. Ich hatte auch noch klassische BBQ Soßen nachgedacht, wollte aber irgendwie auch den eigentlichen Stil von dem Gericht nicht verfälschen. Darum habe ich das, was normal an Beilagen drum herum kommt, einfach eingebaut.
Ich kaufe das eigentlich nur bei meinem MdV, aber es gibt hier teilweise auch Würzmischungen zu kaufen. Aber Snirtje wird normalerweise nur mit S+P und Piment gewürzt. Dazu kommen tüchtig Zwiebeln, die schön mitschmoren. Die Soße wird dann am Ende abgebunden und auf dem Teller über Fleisch und Kartoffeln gegeben.
Das hat schon einen besonderen eigenen Geschmack, der sich von klassischem PP wohl unterscheidet. Aber die Konsistenz und die Bilder lassen gerade nach dem Rupfen wohl die Vermutung nach PP aufkommen, da hast du Recht.

Viele Grüße aus Ostfriesland
Sven
 
Moin Sven,

ja, ja, das Snirtje...

Im Original - also so wie du es beschreibst früher nach der Schlachtung - kenne ich das nicht. Aber mein Vater hat es genauso geschildert und immer davon geschwärmt, wie lecker das früher war...

Sehr interessante Idee mit dem Snirtje-Burger. Der hätte uns wohl auch geschmeckt.
Das Fleisch hattest du direkt als "Snirtje" beim Schlachter gekauft?


Gruß aus Leer

Martin
 
Im Original - also so wie du es beschreibst früher nach der Schlachtung - kenne ich das nicht. Aber mein Vater hat es genauso geschildert und immer davon geschwärmt, wie lecker das früher war...
Das ist wohl heute kaum noch irgendwo zu finden. Ich hatte vor über 20 Jahren bei meiner damaligen Freundin das große Vergnügen das mal so zu erleben.
Der Geschmack wird -nehme ich an-, wohl auch durch die Situation und die Eindrücke beeinflusst.
Bei uns zu Hause war es jedenfalls auch immer sehr lecker, wenn meine Oma oder Mutter das gekocht haben.
Das habe ich schon als Kind geliebt.
Das Fleisch hattest du direkt als "Snirtje" beim Schlachter gekauft?
Ja, das hatte ich direkt als Snirtje gekauft. Einzig die Menge an Zwiebeln hat mir nicht gefallen, also habe ich noch eine Gemüsezwiebel dazu geschnitten.
Ich kaufe in letzter Zeit häufiger mal im Land-Hof-Markt in Aschendorf ein. Die haben viele tolle, selbstgemachte Produkte, alles saisonal, regional und der Chef dort macht auch das Fleisch selbst. Er bezieht das direkt von einem Schlachter zeigt einem aber auf Nachfrage auch die Kette bis zum Bauern auf. Die Preise sind sehr sehr fair und obendrein haben die tolles Bier. Ich liebe den Laden! :love:
Dringende Empfehlung den Laden mal zu besuchen, wenn du vielleicht hier in der Ecke Papenburg unterwegs bist.

Viele Grüße vom Hundsteert
Sven
 
Tolle Präsentation! Habe wieder was gelernt!
Snirtje kannte ich noch nicht. Zumindest nicht unter dem Namen.
Aber Du hast das sehr animierend präsentiert und das steht nun, als Punkt 9.218 auf meiner ToDo (To-Grill/To-cook)-Liste. :sabber:

Ich bin jedes Mal wieder geflasht von dem geilen Dopf-Deckelheber! Denk, den muss ich meiner CdH mal schenken... :pfeif:
 
griaß Di, Sven :mosh:

oh Mann, da ist der Speichelfluß angeregt :::Sabber:!:
die Börgers sehen schmackofatztastisch aus 👌
klingt verlockend lecker, das Snirtje :metal:
yummi yummi :messer:
 
Aber Du hast das sehr animierend präsentiert und das steht nun, als Punkt 9.218 auf meiner ToDo (To-Grill/To-cook)-Liste. :sabber:
Vielen Dank! Stets bemüht… :P
Ich bin jedes Mal wieder geflasht von dem geilen Dopf-Deckelheber! Denk, den muss ich meiner CdH mal schenken... :pfeif:
Der Deckelheber ist auch wirklich cool. Ein wirklicher Gewinn. Ich lass den auch die ganze Zeit drauf beim dopfen. Kann er gut ab.
Die Strategie das der CdH zu schenken ist natürlich auch clever… :mosh:
Glaub das adaptiere ich. :pfeif:
die Börgers sehen schmackofatztastisch aus 👌
klingt verlockend lecker, das Snirtje :metal:
yummi yummi :messer:
Vielen Dank Bernd!
Das schreit auch förmlich nach Wiederholung! :-)

Gruß aus Ostfriesland
Sven
 
Waren vor kurzem im Otifantenland !! Da gab es Snirtje im Hotel !! Abartig gut hab ich zum Koch gesagt !! Dafür hat er mir das Rezept verraten !!- Sobald es mal wieder kühler is-min 20c+ wird das mal getestet ! Zur Zeit kann man ja Kalt räuchern ohne Feuer draußen !!
 
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