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Temperaturfühler Test (Maverick vs. Inkbird)

@Mowgli

Militanter Veganer
Vor ein paar Tagen habe ich das Mini V3 erhalten und möchte zunächst einmal @s.ochs und dem Entwicklerteam ein großes Lob aussprechen. Das Thermometer ist toll geworden!

Bisher hatte ich ein Inkbird IBT-4XS Bluetooth-Thermometer im Einsatz, habe mich jedoch nie so richtig dafür begeistern können. Mit dem Mini V3 WLANThermo ändert sich das gerade - es ist funktionell und macht einfach, was es soll.

Als erstes habe ich die vier vorhandenen (Inkbird) und die vier neuen Temperaturfühler (Maverick) getestet, indem ich sie in den Wasserkocher gelegt habe und diesen auf 70, 80, 90 und 100 °C erhitzt habe. Abgesehen von 1-2 °C Differenzen liefen alle Temperaturfühler im Einklang. Beim ersten indirekten Grillen hatte ich dann jeweils ein Inkbird und Maverick im indirekten Bereich und war über die angezeigten Differenzen überrascht. Irgendetwas konnte da nicht stimmen.

Daraufhin habe ich die Temperaturfühler in eine Kartoffel gesteckt und über mehrere Stunden im Backofen getestet. Dabei stellte sich heraus, dass die Temperaturfühler bei Temperaturen unter 100 °C identisch anzeigen, es über 100 °C jedoch Abweichungen gibt. Bei steigenden Temperaturen zeigen die Inkbird 10 bis 20 °C höhere Temperaturen an, bei gleichbleibenden Temperaturen gleichen sich die Werte im Laufe der Zeit immer mehr an, bis die Inkbird nur noch ca. 5 °C mehr anzeigen, dabei bleibt es dann.

Anbei ein Mini V3 Chart mit zwei Maverick (#1 blau, #2 grün), zwei Inkbird (#4 gelb, #5 lila) und zwei offensichtlich defekten Inkbird (#3 orange, #6 braun).

Graphik.png


Vielleicht könnt Ihr mir hierzu zwei Fragen beantworten:

1) Warum kommt es zu den Abweichungen zwischen den Maverick (#1 blau, #2 grün) und Inkbird (#4 gelb, #5 lila) Temperaturfühlern von 5 bis 20 °C?

2) Der offensichlich defekte Inkbird #3 orange läuft eine Stunde lang korrekt mit den zwei anderen Inkbird Temperaturfühlern, um anschließend völlig abwegige Messungen vorzunehmen. Der zweite defekte Inkbird #6 braun zeigt zunächst völlig falsche Temperaturen an, bevor er sich fängt und die letzten 20 Minuten korrekte Werte anzuzeigen. Bei den anderen Tests lief Inkbird #6 braun sogar ziemlich korrekt. Während Inkbird (#4 gelb, #5 lila) jedoch sauber geschwungene Linien zeichnen, zeigt Inkbird #6 leicht zittrige Ausschläge. Hat jemand von Euch eine Erklärung dafür, was bei den beiden Inkbird Temperaturfühlern kaputt gegangen ist und ob es repariert werden kann?
 

s.ochs

Grillkaiser
5+ Jahre im GSV
Hi Mowgli,
freut mich sehr zu hören, dass dir dein Mini gefällt!

Wie steckten die Fühler in der Kartoffel?
Die Inkbird-Fühler sind etwas dünner und sind intern nicht so stark isoliert. Sie nehmen die Umgebungstemperatur also schneller auf (auch über den hinteren Teil des Fühlers), daher ist eine abweichende Anzeige, gerade in Heiz- und Kühlphasen, und bei sehr hohen Temperaturen nicht ungewöhnlich. Vergleichbare Messungen bekommt man da eigentlich nur in einem Trockenkalibrator hin, der mehrere Minuten/Stunden auf exakt der selben Temperatur läuft. So dass alle Fühler auch wirklich (komplett) die selbe Temperatur haben. Dein Backofen ist vermutlich ein älteres Modell, sieht man sehr schön an der Wellenform (Thermostatschaltung), da hast natürlich immer wieder Heizphasen und keinen schönen gleichmäßigen Verlauf. Man sieht aber auch hier, dass immer zum Ende einer Abkühlphase die Abweichung sehr gering wird. Das ist immer der Zeitpunkt wo sich die Garraumtemperatur an die Temperatur der Kartoffel anpasst und somit die Fühler annähernd die gleiche Wärmeenergie erhalten. Mess eventuell mal eine komplette Abkühlkurve. Also auf 200 °C aufheizen, paar Minuten halten und dann Backofen aus. Nach paar Grad sollten die Verläufe dann sehr ähnlich sein.

Das sieht mir stark nach Feuchtigkeit im Fühler aus. Gerade solche plötzlichen Verlaufsänderungen passieren gern, wenn Wasserdampf auf das Messmaterial kommt. Wackler am Kabel kannst du ausschließen? Kabelbruch (angehender) ist ansonsten der andere Hauptgrund für einen defekten Fühler.

Gruß
Steffen
 
OP
OP
@Mowgli

@Mowgli

Militanter Veganer
Hallo Steffen,

danke Dir für die schnelle Antwort! :thumb2:

Wie steckten die Fühler in der Kartoffel?
Die Inkbird-Fühler sind etwas dünner und sind intern nicht so stark isoliert. Sie nehmen die Umgebungstemperatur also schneller auf (auch über den hinteren Teil des Fühlers), daher ist eine abweichende Anzeige, gerade in Heiz- und Kühlphasen, und bei sehr hohen Temperaturen nicht ungewöhnlich.
Die Fühler steckten relativ mittig in einer mitteldicken Kartoffel. Die mittleren 40% des Fühlers waren von der Kartoffel ummantelt, vorne und hinten schauten jeweils 30% raus. Beim Inkbird Fühler ist der vordere Teil etwas dünner als der restliche Körper, dieser dünnere Abschnitt lag vollständig frei.

So dass alle Fühler auch wirklich (komplett) die selbe Temperatur haben. [...] Man sieht aber auch hier, dass immer zum Ende einer Abkühlphase die Abweichung sehr gering wird. Das ist immer der Zeitpunkt wo sich die Garraumtemperatur an die Temperatur der Kartoffel anpasst und somit die Fühler annähernd die gleiche Wärmeenergie erhalten.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich Dich richtig verstehe. Die Sensoren der Fühler sind doch ausschließlich in den Spitzen. Die Spitzen waren alle frei und ein paar Zentimeter von der Kartoffel entfernt. Müssten daher nicht auch in der Aufwärmphase alle Sensoren die gleiche Wärmeenergie erhalten?

Mess eventuell mal eine komplette Abkühlkurve. Also auf 200 °C aufheizen, paar Minuten halten und dann Backofen aus. Nach paar Grad sollten die Verläufe dann sehr ähnlich sein.
Das habe ich gerade gemacht. Die Fühler habe ich diesmal etwas weiter durch die Kartoffel gesteckt

IMG_1243.jpg


Wie schon von Dir vermutet, nähern sich die Kurven mit fortlaufender Abkühlphase immer mehr an. Differenz zwischen Maverick (#1 blau) und Inkbird (#4 gelb) während der Aufwärmphasen > 10 °C, in der Abkühlphase reduziert sich die Differenz recht schnell auf < 5 °C. Die zwei defekten Inkbird (#5 lila, #6 braun) sind diesmal weit entfernt von gut und böse. Hoffentlich funktioniert der Link, ansonsten füge ich noch einmal ein Foto in diesen Beitrag ein.

https://cloud.wlanthermo.de/index.html?api_token=a7b1d944ac6686cee4cbbb

Das sieht mir stark nach Feuchtigkeit im Fühler aus. Gerade solche plötzlichen Verlaufsänderungen passieren gern, wenn Wasserdampf auf das Messmaterial kommt.
Wie gelangt denn üblicherweise Feuchtigkeit in den Fühler? Ich habe die Fühler nie in Wasser gelegt. Beim Spülen mit dem Schwamm kann es jedoch passiert sein, dass ein paar Tropfen hinten in den Fühler gelangt sind (dort, wo das Kabel herauskommt). Reicht das schon aus, dass sich Feuchtigkeit im Fühler ansammelt?

Falls Feuchtigkeit im Fühler sein sollte - gibt es eine Möglichkeit, sie dort wieder herauszubekommen?

Wackler am Kabel kannst du ausschließen? Kabelbruch (angehender) ist ansonsten der andere Hauptgrund für einen defekten Fühler.
Ich stelle mir gerade die Frage, wie ich einen Wackelkontakt ausschließen kann. Sagen wir mal so - wenn ich das Kabel über 30 Sekunden hin und her bewege, es leicht in den Fühler rein drücke und leicht daran ziehe, hat dies keine Auswirkung. Wie kommt es denn üblicherweise zu einem Wackelkontakt oder einem Kabelbruch? Ich führe die Kabel in meinem Kugelgrill einfach zwischen Grill und Deckel heraus, wodurch sie an dieser Stelle eingequetscht werden. Aber das sollte das Kabel doch eigentlich nicht beschädigen... Insbesondere nach longjobs mit Räuchern habe ich auch das Kabel etwas intensiver gereinigt, dabei aber darauf geachtet, das Kabel am Übergang zum Fühler festzuhalten, um es nicht aus dem Fühler heraus zu ziehen.

Das Inkbird Thermometer inklusive Fühler ist erst zwei Sommer im Einsatz gewesen und in der Zeit habe ich vielleicht 12 mal indirekt gegrillt. Kein Fühler sollte mehr als 10x im Einsatz gewesen sein. Von daher bin ich sehr daran interessiert herauszufinden, was zu dem Defekt bei zwei der vier Inkbird Fühler geführt hat.
 

s.ochs

Grillkaiser
5+ Jahre im GSV
Ich bin mir nicht sicher, ob ich Dich richtig verstehe. Die Sensoren der Fühler sind doch ausschließlich in den Spitzen. Die Spitzen waren alle frei und ein paar Zentimeter von der Kartoffel entfernt. Müssten daher nicht auch in der Aufwärmphase alle Sensoren die gleiche Wärmeenergie erhalten?
Der Sensor sitzt in der Spitze, aber die Spitze ist ja nicht getrennt vom restlichen Körper. Die zugeführte Wärmeenergie verteilt sich auf den kompletten Fühler. Die dünne Spitze beim Inkbird macht da viel aus. Die ist viel schneller aufgeheizt, weil deutlich weniger Masse. Also gleiche Wärmeenergie, aber die führt je nach Masse des Sensors zu einer anderen gemessenen Temperatur am Sensor, weil sie unterschiedlich stark zum Sensor "vordringt". Somit misst der Inkird mehr die Temperatur des vorbeiströmenden Luftstroms. Der dicker Maverick misst mehr die kontinuierliche Erwärmung. Beim Aufheizen hast du viel Strömung, deshalb sind die Abweichungen nicht verwunderlich. Beim Abkühlen wiederum "steht" die Luft im Backofen, die Fühler werden gleichmäßig erwärmt und somit liegt an beiden Sensoren auch eine ähnliche Temperatur an. Zu sehen ist also kein Fehler sondern einfach ein unterschiedliches Messverhalten.

Wie gelangt denn üblicherweise Feuchtigkeit in den Fühler? Ich habe die Fühler nie in Wasser gelegt. Beim Spülen mit dem Schwamm kann es jedoch passiert sein, dass ein paar Tropfen hinten in den Fühler gelangt sind (dort, wo das Kabel herauskommt). Reicht das schon aus, dass sich Feuchtigkeit im Fühler ansammelt?

Falls Feuchtigkeit im Fühler sein sollte - gibt es eine Möglichkeit, sie dort wieder herauszubekommen?
Muss nicht vom Reinigen kommen. Das kann auch im feuchten Garraum passieren, wenn heißer Wasserdampf am Fühlerkörper kondensiert.

Ich stelle mir gerade die Frage, wie ich einen Wackelkontakt ausschließen kann. Sagen wir mal so - wenn ich das Kabel über 30 Sekunden hin und her bewege, es leicht in den Fühler rein drücke und leicht daran ziehe, hat dies keine Auswirkung.
Dann ist es keiner, würdest du sonst merken.

Wie kommt es denn üblicherweise zu einem Wackelkontakt oder einem Kabelbruch? Ich führe die Kabel in meinem Kugelgrill einfach zwischen Grill und Deckel heraus, wodurch sie an dieser Stelle eingequetscht werden.
Das kann schon reichen. Das ist eine mechanische Belastung. Wenn ich mich nicht irre, dann ist das Kabel von den Inkbird-Fühlern dünner als vom Maverick? Zieh den Metallmantel ab, dann kannst dir vorstellen, wie "dick" die innen liegenden Adern sind.

Das Inkbird Thermometer inklusive Fühler ist erst zwei Sommer im Einsatz gewesen und in der Zeit habe ich vielleicht 12 mal indirekt gegrillt. Kein Fühler sollte mehr als 10x im Einsatz gewesen sein. Von daher bin ich sehr daran interessiert herauszufinden, was zu dem Defekt bei zwei der vier Inkbird Fühler geführt hat.
Das gilt jetzt nicht speziell für die Inkbird-Fühler, das kann dir auch mit allen anderen passieren. Die Fühler sind Verbrauchsmaterial. Wird meist nicht so gesehen, aber im Grunde ist das Elektronik, die über Stunden hinweg in einer feucht heißen Umgebung betrieben werden, und gleichzeitig in der Herstellung jetzt nicht gerade wie Raketentechnik behandelt wird.
 
OP
OP
@Mowgli

@Mowgli

Militanter Veganer
Danke, Deine Erklärung des Messverhaltens habe ich jetzt verstanden! :thumb2:

Muss nicht vom Reinigen kommen. Das kann auch im feuchten Garraum passieren, wenn heißer Wasserdampf am Fühlerkörper kondensiert.
Beim indirekten Grillen habe ich bei den meisten Gerichten Wasser zum Verdampfen im Garraum und seitdem ich den Slow 'n Sear habe, ist dies auf jeden Fall über ein Liter. Wenn der Wasserdampf in den Fühler eindringen und ihn unbrauchbar machen kann, ist das schon unglücklich.

Das kann schon reichen. Das ist eine mechanische Belastung. Wenn ich mich nicht irre, dann ist das Kabel von den Inkbird-Fühlern dünner als vom Maverick? Zieh den Metallmantel ab, dann kannst dir vorstellen, wie "dick" die innen liegenden Adern sind.
Dann macht es vielleicht mehr Sinn, die Kabel durch die Lüftungslöcher im Deckel zu ziehen. Ich hatte mal irgendwo gelesen, dass es den Kabeln nichts ausmacht, wenn sie zwischen Kugelgrill und Deckel eingeklemmt werden.

Ich habe noch drei letzte Fragen:
  • Die Fühler reinige ich üblicherweise, indem ich sie zunächst in einer großen Tasse einweiche und dann mit der harten Seite eines Schwamms abreibe. Gehe ich richtig in der Annahme, dass das Einweichen des Fühlers (natürlich ohne dass Wasser auf der Kabelseite eindringt) in Ordnung ist und auch die harte Seite es Schwamms keine Schäden hervorruft?
  • Gibt es Temperaturfühler, die weniger anfällig für das Eindringen von Wasser sind? Würde es ggf. mehr Sinn machen, einen Bluetooth Fühler wie den Meater zu verwenden?
  • Wenn Feuchtigkeit in den Fühler eindringt - gibt es eine Möglichkeit, sie dort wieder herauszubekommen?
Vielen Dank für Deine Hilfe!
 

s.ochs

Grillkaiser
5+ Jahre im GSV
Die Fühler reinige ich üblicherweise, indem ich sie zunächst in einer großen Tasse einweiche und dann mit der harten Seite eines Schwamms abreibe. Gehe ich richtig in der Annahme, dass das Einweichen des Fühlers (natürlich ohne dass Wasser auf der Kabelseite eindringt) in Ordnung ist und auch die harte Seite es Schwamms keine Schäden hervorruft? Gibt es irgendwo im Netz eine vernünftige Empfehlung zur Reinigung der Temperaturfühler?
So lang nur die Metallhülse gereinigt und benetzt wird, ist das kein Problem.

Gibt es Temperaturfühler, die weniger anfällig für das Eindringen von Wasser sind? Würde es ggf. mehr Sinn machen, einen Bluetooth Fühler wie den Meater zu verwenden?
Es gibt welche, die als "wasserdicht" beworben werden, 100% ist aber schwierig.

Wenn Feuchtigkeit in den Fühler eindringt - gibt es eine Möglichkeit, sie dort wieder herauszubekommen?
Eigentlich das, was du schon gemacht hast. Leg in ein paar Tage auf die Fensterbank in die Sonne oder auf die Heizung. Oder 2-3x mal mit in den Backofen, wenn dieser eh am laufen ist. Das gelingt nicht immer, aber probieren kann man es.
 
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