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Weihnachtsschwein 2025 - Oder: Eine Woche Fleisch verarbeiten

Alex W.

Räucherkini
5+ Jahre im GSV
Servus Zusammen,

Wie ihr wisst, hat es sich ja die letzten Jahre bei uns eingebürgert, vor Weihnachten ein ganzes Schwein zu verarbeiten. Die letzten Jahre hatten wir das Schwein immer von unserem Direktvermarkter in der Nachbarortschaft gekauft. Dieser hat nun dieses Jahr leider mit der Schweinehaltung aufgehört. Also, einen anderen Bauern kontaktiert, Termin mit ihm und dem Metzger vor Ort vereinbart. Angepeilt war der 20.12. Nun konnte der Metzger aber leider nur Montag schlachten. Schlussendlich wurde vereinbart, dass wir das Tier doch schon am Tag darauf abholen und gleich zerlegen. Da aber unter der Woche kaum jemand Zeit zum helfen hat, wurde der 20.12. als Termin für das Wursten beibehalten.

So erhielten wir das Schwein, einmal in der Mitte gespalten. Den Rest wollte ich selber machen:
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Gar nicht so einfach wenn man es nur einmal im Jahr macht. Am schwierigsten tu ich mich immer mit dem Schlegel, vor allem dem Schlossknochen. Irgendwie hab ich aber doch wieder alle Teile gefunden, zumindest ungefähr. Ein Profi wenn zugesehen hätte, der hätte mich wahrscheinlich ausgelacht. Eine Hälfte gehört mir, die andere meinem Spezl, same procedere as every year. Hier ein paar Koteletts:
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Beim auslösen des Rückens zum Einsuren. Die Platte hab ich übrigens, zusammen mit ein paar anderen Schlachtutensilien kürzlich geschenkt bekommen. Früher wurden darauf jeden Winter einige Schweine zerlegt. Man erkennt, wenn man genau hinschaut, sogar abdrücke von diversen Wolfscheiben.
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Das ist das zum Suren und Räuchern vorgesehene Fleisch (von beiden Hälften):
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Die Stücke wurden dann auch gleich eingesurt nach bewährtem Rezept:
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Nun ergab sich die für mich völlig neue Situation, dass wir sämtliches Verarbeitungsfleisch, und auch alle Innereien irgendwie vier Tage sicher ohne Qualitätsverlust lagern mussten. Ich hielt Rücksprache mit @intothefire. Er brachte mich auf die Idee, die beiden Kopfhälften die paar Tage zu pökeln. Dass es auch ja durchzieht, hab ich die Bäckchen gespritzt. Hab 8%ige Lake verwendet. Die Innereien und die Fleischabschnitte hatten wir sicherheitshalber eingefroren. Das ist für mich auch eine Premiere, hatte noch nie Wurst aus aufgetautem Fleisch gemacht. So sah es am Ende des Tages aus:
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Die meisten Edelteile waren hier bereits weggeräumt. Zum Tagesabschluss haben wir uns noch die Ripperl des Schweins im Holzofen zubereitet. Das hat zwar nichts direkt mit dem Wursten zu tun, aber: Am nächsten Tag hab ich mir zuhause ein richtig schönes Schweinesteak gegönnt:
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Hat hervorragend geschmeckt! 😍 Am Tag danach gab es die Koteletts:
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Nur gesalzen.
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😋😋
Nebenbei noch Schmalz ausgelassen:
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Noch ein paar Bratenstücke und Schnitzel vakuumverpackt und eingefroren:
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Gestern ging es dann zur Sache. Um 9:00 Uhr wurde der Kessel eingeheizt. Für den Geschmack haben wir noch Suppengemüse mitgekocht. Das hab ich früher gar nicht gekannt. Hab es dann mal im Fernsehen gesehen, und seitdem machen wir das fast immer. Gibt einen super Geschmack für die Brühe!
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Die eingepökelten Sachen:
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Schaut schon etwas makaber aus 😂 Neben dem Kopf hatte ich auch beide Vorderhaxen testweise gespritzt. Zuerst kamen die beiden Kopfhälften in den Kessel, später dann in einem Netz die Innereien. Weil ja doch ein paar Leute mitgeholfen haben bei der Aktion, hat mein Kollege noch "ein paar" Innereien dazu gekauft🤣:
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So dampfte der Kessel schön vor sich hin:
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Einer von uns war "Kesselmeister" - er kümmerte sich immer ums Holz nachlegen, und hielt die Garzeiten der verschiedenen Fleischteile im Blick. Während das Fleisch garte, wurden die Fleischabschnitte zu unserer berühmten Bauernwurst verarbeitet.
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Das Fleisch haben wir einen Tag vorher aus der Truhe genommen und dann draußen (Temperatur max. 5°C) langsam antauen lassen. Für mich eine Premiere mit dem gefrorenen Fleisch. Die Blöcke ließen sich gerade schon schneiden. Es war saukalt! Hoffentlich wird die Bindung gut, sonst bekomme ich Ärger 😁
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Der Edertal hat das Fleisch anstandslos durchgezogen - einen Teil grob (4mm), einen Teil fein (3mm). Dann ging es ans bindig mengen:
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Fast wären mir meine Finger abgefroren! Das positive: Es herrschte keine Gefahr, dass das Brät zu warm wurde. Schon bald zeigte sich eine deutliche Bindung. Es wurde wieder etwas Fremdwasser mit eingearbeitet (ich hab auch wieder etwas Kutterhilfsmittel zum Feinanteil gegeben - hilft ja nichts wenn es nicht schlachtwarm ist).
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Das fertige Brät, bereit zum Abfüllen.
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Wie man sieht, wurden auch ein paar Gläser befüllt. Bei der Anzahl der Würste im Darm ist die Größe meines Räucherschranks mittlerweile der limitierende Faktor. Kaum waren die Bauernwürste fertig, vermeldete unser Kesselmeister, dass das Kesselfleisch fertig war.
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Lustige Tatsache: Durch das Pökelsalz vom Kopf und den Vorderhaxen ist der gesamte Inhalt des Kessels umgerötet! Hätte nicht erwartet, dass das so stark wirkt. So hatte wir dieses Mal rotes Kesselfleisch, sehr ungewohnt bei uns. Allerdings nur oberflächlich (1,5mm). Innen war alles grau, so schnell ist das Salz dann doch nicht. Geschmacklich machte es keinen Unterschied.
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Eine viertel Stunde später waren alle satt, und das Fleisch für die Kochwurst wurde geschnitten.
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Dieses Mal hatten wir endlich Blut bekommen! Ich weiß gar nicht wie oft ich das schon haben wollte, jedes Mal kam etwas dazwischen. So gibt es dieses Mal auch roten Presssack, und eine Art Blutwurst:
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Einen Magen hatten wir. Bin schon gespannt wie der wird. Ansonsten gab es auch noch weißen Presssack, allerdings nur im Sterildarm:
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Dann mussten die ganzen Würste noch gebrüht werden:
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Dieses Mal hab ich für die Streichwurst Sterildärme Kal. 40 genommen, das ist einfach portionsgerechter. Für die spontane Blutwurst haben wir dann auch diese Därme genommen, obwohl die Einlage dafür eigentlich zu grob geschnitten ist. Nächstes Mal mach ich auch eine schöne Speckwurst, wie @Feierdeufe gestern.. :sun: versprochen :D
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Auch der Magen hat überlebt:
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Die Gläser (Bauernbratwurst und Streichwurst) nach zweistündigem Einkochen auf dem Holzherd:
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War wieder eine Wahnsinns-Aktion. Wir werden immer besser von der Organisation her :thumb2: Heute stand dann das große Aufräumen und Abwaschen an. Eine Undankbare Arbeit. Für dieses Jahr hab ich definitv genug vom Wursten. Hab heute sogar einen vegetarischen Tag eingelegt 😂

Am heutigen Abend hab ich dann kurz noch die Bauernwürste schwarz angeräuchert:
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Jetzt räuchere ich mit Sägemehl weiter, die Kochwürste im Naturdarm sind auch mit drin :thumb2: Ich werde weiter berichten.

Viele Grüße,

Alex
 

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Super Bericht Alex!
Ich weiß was das für Arbeit ist, das Ergebnis entschädigt auf jeden Fall. Danke fürs zeigen, das sieht alles super aus 👍🏽👍🏽👍🏽
 
Was ne Sause, Alex 👍🏻
Feinste Arbeit habt Ihr da abgeliefert.
Ich fühle voll mit Dir, vor allem, was den Abwasch angeht. 😉
Schön, dass Ihr auch was mit Blut gemacht habt. Ist sonst immer so blutlos hier im Forum 😁
 
Super Leistung :wiegeil: Da könnt ihr wirklich stolz sein auf die Leistung. Ich hab es früher auch einmal im Jahr gemacht und konnte dann eine Woche nichts mehr machen .
 
Toll gemacht, was für eine Leistung!
 
Großartige Aktion die ihr da abgeliefert habt. Schön das alles geklappt hat.
Und das Ergebnis kann sich sehen lassen.
 
saubere Aktion :thumb2:
 
Boah, Alex, was ne Aktion.
Beim Zerlegen eines Schweins wäre ich auch gerne mal dabei...

Und ein ganz toller Bericht, leider kann ich nur ein "Like" vergeben.
So hatte wir dieses Mal rotes Kesselfleisch, sehr ungewohnt bei uns.
Ich finde umgerötetes Fleisch optisch wesentlich attraktiver als graues. Von daher passt das.


Gruß aus Ostfriesland

Martin
 
:o nur Wahnsinnige hier! Toll gewurstet.
 
Wie gewohnt wieder eine erstklassige Aktion von Euch. :thumb2:
Ich durfte vorab ja schon ein paar Bilder sehen :D
Mit einer paar Händen mehr und vor allem auch Mäulern lassen sich solche Mengen leichter händeln.
@Alex W. der ursprüngliche Schlachthof in Ingolstadt ist ja nun jetzt nur noch ein großer Metzger und für jedermann. Zwar immer noch top, ich habe heuer allerdings das erste Mal im jetzigen richtigen Schlachthof vorbestellt. Neben dem Stadion. Die sind kooperationsbereit, vielleicht mal abklären ob die dir nicht ein komplettes Schwein mit allen drum und dran verkaufen.
 
Danke für die Kommentare, freut mich, wenn ich wieder einige inspirieren konnte 😉😂
Wie gewohnt wieder eine erstklassige Aktion von Euch. :thumb2:
Ich durfte vorab ja schon ein paar Bilder sehen :D
Mit einer paar Händen mehr und vor allem auch Mäulern lassen sich solche Mengen leichter händeln.
@Alex W. der ursprüngliche Schlachthof in Ingolstadt ist ja nun jetzt nur noch ein großer Metzger und für jedermann. Zwar immer noch top, ich habe heuer allerdings das erste Mal im jetzigen richtigen Schlachthof vorbestellt. Neben dem Stadion. Die sind kooperationsbereit, vielleicht mal abklären ob die dir nicht ein komplettes Schwein mit allen drum und dran verkaufen.
Danke Christian. Ja, Helfer braucht man schon einige. Und man muss vorher schon gut planen, dass alles wie am Schnürchen läuft.

Zum Thema Schlachthof: Der jetzige "Fleischmarkt Ingolstadt" (früher Südfleisch) war ja eigentlich immer nur eine Verkaufsstelle, mein ehemaliger Nachbar (Metzgermeister) hat dort gearbeitet. Da war ich auch schon wieder ein paar Mal drin, leider hat er jetzt auch viel Tönnies-Ware im Regal. Ich schau schon immer, dass das Fleisch einen BY-Stempel hat.

Bei welchem warst du? Beim Schlachthof selbst, oder bei den Zerlegebetrieben (Ingolstädter Fleisch...)? Die haben eine super Fleischqualität, da bin ich noch nie eingegangen.

Natürlich könnte ich auch da ein Schwein kaufen, aber der direkte Draht zum (kleinen) Landwirt ist für uns wichtig. Der Traum wäre ja mal eine richtige Hausschlachtung. Einen Metzger hätten wir sogar, der es uns machen würde, das Problem ist, dass es kaum mehr Fleischbeschauer (Veterinäre) gibt, die sich dafür Zeit nehmen, sagt er. Man müsste dann also am Montag um 4:00 schlachten, wenn der Veterinär eh zu den 3 Metzgern im Umkreis unterwegs ist, die noch selber schlachten.
 
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