Wie kann ich meine Frau geschmacklich von meinem Smoker überzeugen ?
Wieso überzeugen? Das Ding steht doch bei dir im Garten, Überzeugungsarbeit muss nicht mehr geleistet werden für die Anschaffung.
Und siehste - wieder auf die Schnelle den Leistungsdruck gemindert.
Geräuchtert mag Sie nicht !
Geräuchert oder
verqualmt?!
Geräuchert ist ein sanfter Rauchgeschmack am Fleisch, ausgehend von einer guten Verbrennung und einem kaum sichtbaren Rauch.
Verqualmt ist mitunter rußiges Zeug, welches durch Qualm von schlecht brennendem Feuer mit extrem sichtbaren Rauch entstanden ist.
Letztes schmeckt auch wirklich nicht gut (aber viele meinen leider, dass das beim Smoken so sein müsste, weil ja smoke = rauch ist und viel hilft viel).
Also indirekt Grillen ohne Holzchips, O.K.
Aber welches Fleisch soll ich heute für Samstag besorgen ? Ich würde gerne ein ca. 2kg - Stück machen.
Marinade habe ich bereits aus der Rezeptdatenbank. Universal-Marinade mit Honig.Ketchup.Worcestershire.... usw.
Puh... zuerst würde ich an deiner Stelle nicht zuerst den Rub raussuchen und dann das Grillgut, sondern die Marinade passend zum gewünschten Grillgut machen. Eine Universalmarinade ist zwar praktisch, aber halt nichts halbes und nichts Ganzes - wenn du wirklich punkten willst, dann solltest du hier wirklich auf eine zum endgültigen Stück passende Marinade/Rub setzen.
Was geht einfach? Schweinenacken geht recht einfach, verzeiht auch viele (Anfänger)fehler. Allerdings hat der wieder den "iiiih, da ist ja Fett drin"-Faktor, der bei (leider) vielen Frauen entscheidend ist (ist ja egal, wie trocken und zäh das Stück Fleisch ist, hauptsache, es ist kein Gramm Fett dran).
Was auch beliebt ist, ist eine Form des Hackbratens (Hackfleisch ist zwar genauso fett, aber das sieht man nicht so direkt, von daher isses ja okay) - als Bacon Bomb, oder gefüllt mit Gemüse, als Plankensau, etc. etc. - da ist der Kreativität keine Grenzen gesetzt.
Oder wenn du schon passende Ausstattung hast, dann kannst du dich auch an etwas besseren Fleischstücken versuchen, da würde ich aber auf alle Fälle erst prüfen, ob du auch
gute Fleischstücke bekommst, bevor du dich auf etwas versteifst.
Roastbeef am Stück ist nicht allzu schwer (aber auch hier vorsicht, da gibt es die "iiiiih, das ist ja bluuuuuutig"-Fraktion), aber du kannst auch andere Teile vom Rind, Lamm, Schwein, Pute, etc. indirekt wunderbar garen.
Schwer finde ich das persönlich alles nicht, wenn man die Basisregeln beachtet: möglichst gleichmässige Temperatur im gewünschten Rahmen, nicht hetzen lassen ("Du, ich hab versprochen, dass in 20 Minuten das Essen fertig ist, mach mal, dass das auch passt"), ein gutes, funktionierendes KT-Thermometer verwenden und die Temperatur öfters mal überprüfen und nicht hetzen lassen. Und das Wichtigste: Nicht hetzen lassen.
Schau einfach, was du an schönen Stücken bekommen kannst und entscheide dich danach; ich hab festgestellt, dass es nichts bringt, wenn man sich z.B. im Vorfeld für Roastbeef entscheidet, aber dann beim Fleischer nur arme Jungbullen ohne Abhängezeit und ohne jegliche Marmorierung vorfindet - im Gegenzug dazu kann einen ein herrlich marmoriertes Stück Suppenfleisch anlachen (Querrippe), die man übrigens auch low&slow wunderbar grillen kann (in meinem Fall ging's sogar direkt als Steak).
Grüsse,
Wolfgang