Okay, Danke! Wie sieht es momentan aus? Mit dem Räuchern müsstest Du ja jetzt fertig sein.
Servus zusammen,
also folgendes vorneweg, ich bin nicht sehr viel schlauer als vorher

. Mein Fazit: Im Geschmack meiner Meinung nach überhaupt kein Unterschied, genauso bei der Konsistenz des Fleisches, allerdings bilde ich mir ein, dass der erste Eindruck beim Zerwirken (Bild oben, in den roten Kisten links die Drückjagdsau) sich bestätigt hat. Das Fleisch war ein wenig "feuchter". (hört sich brutaler an als ist

). Dadurch meine ich auch einen ca. 5-10 Prozent höhren Flüssigkeitsverlust (Gewichtsverlust) von Beginn bis Ende gehabt zu haben.
Räucherdaten: Bis Sonntag durchgehend im Rauch, bis heute im Keller gelüftet, jetzt vakuumiert.
Am Ende sind es bei der Drückjagdsau 5,6 Kilo Schinken, die Ansitzsau liegt vakuumiert bei meinem Jagdkollegen der liefert mir in Kürze das Gewicht nach. Ausgangsgewicht waren was um die 9-9,5 Kilo wenn ich mich recht erinnere (ich gelobe Besserung und werde beim nächsten Mal genauer Buch führen). Also ca. 35 - 40 Prozent Gewichtsverlust. Hält sich meiner Meinung im Rahmen. Dazu müssten erfahrenere Räucherer mal Stellung beziehen, ob der Verlust vertretbar ist.
Oberes Bild Zeigt die Schinken der Ansitzsau; vom Äußerlichen meiner Meinung nach kein Unterschied zu den Schinken der Drückjagdsau, siehe Bild unten.
Die nächsten drei Bilder zeigen den Anschitt des Lachsschinkens und dem Schinken aus der Oberschale der Drückjagdsau. Leider ein wenig unscharf, hatte meinen guten Foto vergessen und musste den der Eltern nehmen. Zudem sehen sie an der Außenseite ein wenig feucht aus, war wohl blitzbedingt.
Endprodukt (Weihnachtsgeschenke
Mein Schlussgedanke: Wie oben schon geschrieben, ich hatte das Gefühl, dass bei der Drückjagdsau ein höherer Gewichtsverlust besteht (folglich auch beim Braten oder beim Grillen). Eine andere Qualität konnte ich nicht feststellen, auch bei der Verkostung. Der Gewichtsverlust ist meiner Meinung nach zu verkraften, da der Kilopreis in der Schwarte einer Drückjagdsau schon 0,50Euro - 2 Euro unter dem Preis einer Ansitzsau liegt. Das gleicht die ganze Geschichte aus.
Meiner Meinung nach sind Aussagen "eine Drückjagdsau ist ungeeignet" oder "nur eine Anstizsau ist zu gebrauchen" nicht sinnvoll. Es gibt folgende Punkte, die meiner Meinung nach ausschlaggebend in meiner Entscheidung wären, welches Wild ich verwenden würde:
1. Stress: Ich denke, es ist analog zu handeln wie beim Schlachtvieh und da gibt es ja folgendes
http://de.wikipedia.org/wiki/PSE-Fleisch . So könnte ich mir die stressbedingte Veränderung des Fleisches bei gehetztem Wild vorstellen. Allerdings kann man nicht pauschal sagen, dass Wild auf der Drückjagd Stress ausgesetzt und auf dem Ansitz nicht. Eine Sau die beim Beziehen der Stände auf einer Drückjagd im Troll kommt und sauber erlegt wird hat weniger Stress, als eine Sau die nach einem schlechten Schuss beim Ansitz sich noch zig Meter in eine Hecke zieht und dort vielleicht erst nach einiger Zeit gefunden und erlöst wird. Dem kann man wie beim normalen Fleisch (MdV) nur Abhilfe schaffen, wenn man sich gescheite Qualität vom JdV (Jäger des Vertrauens) holt, der einem garantiert, dass das Wild sauber erlegt wurde.
2. Hygiene: Viel wichtiger wäre mir bei der Rohware die Hygiene. Schlechte Schüsse, schlechtes Aufbrechen, schlechtes Auskühlen, schlechte Lagerung ist bei einer Drückjagdsau genauso bescheiden, wie bei einer Ansitzsau. Dies kann auch wieder nur vermieden werden, wenn sich der Interessent an den JdV wendet.
Fazit: Die Aussage gut oder schlecht i.S. Drückjagd oder Ansitzsauen ist meiner Meinung nach nicht möglich. Sauen von Drückjagd können unter o.g. Umständen bessere Qualität aufweisen, als Ansitzsauen und umgekehrt. Ich hatte glaube ich hier mal in einem Thema gelesen, dass einer von seinem Kumpel eine Drückjagdsau angeboten bekam. Ein paar haben geschrieben, "lass die Finger davon " usw. Also wenn ich meinem Kumpel eine Sau anbiete, ob von Drückjagd oder Ansitz, dann hat diese entsprechende Qualität, so wird es bei diesem Themenstarter denke ich auch gewesen sein.
Zum Schluss: Ich möchte nur nochmal anmerken, dass ich kein Metzger o.ä. bin und das es sich bei den Äußerungen oben lediglich um persönliche (leihenhaften) Eindrücke handelt, die vielleicht von Eindrücken anderere Forumsmitglieder abweichen könnte. Ich sag es nur, damit dies hier nicht zu einem Diskussionsfaden verkommt, wie in anderen (Jagd-)Foren manchmal üblich.
Für Tipps bin ich sehr dankbar!
Gruß Michel