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Zuckersüßes Barbecue

Issean

Militanter Veganer
Marshmallows schmecken nicht nur klebrig-klasse, sondern sind auch noch ideal, um den archaischen Jäger- und Sammlerinstinkt so richtig auszuleben: Zuerst muss Holz für ein Lagerfeuer gesammelt werden, im Idealfall wird sogar ein Baum gefällt. Als Nächstes sollte das zerhackte Brennmaterial kunstfertig zum Knistern und Knacken gebracht werden und selbstverständlich – das Wichtigste zum Schluss – ein Stock zum Aufspießen der Marshmallow-Beute geschnitzt werden. Die schaumig-schönen Gebilde lassen sich am besten in der freien Natur genießen, ist an ihnen doch sonst nicht viel natürlich: Marshmallows bestehen in leichten Variationen aus Gelatine – viel! – Zucker und Aromastoffen. Ursprünglich war die namengebende Pflanze Marshmallow, zu Deutsch Eibisch, statt der Gelatine für die matratzenweiche Konsistenz verantwortlich. Die Staude wurde in Europa zuerst nur als Heilpflanze bei Husten und Heiserkeit verwendet, bis ein pfiffiger Franzose den klebrigen Wurzelextrakt mit Eiweiß und Zucker vermischte. Damit war die „Pâte de guimauve“, die Mutter aller Marshmallows, erfunden. Die US-Stadt Rockchester brüstet sich allerdings im Internet damit, dass Mr. Marsh im 20.Jahrhundert das kompakte Konfekt erfunden habe. Ein Lorbeerkranz darf den Amerikanern an dieser Stelle dennoch aufgesetzt werden: Die US-Marshmallows schmecken nicht nur am besten, sondern lassen sich dank ihrer zylinderförmigen Gestalt auch am gleichmäßigsten rösten. Die deutsche Variante hingegen schmilzt zu schnell dahin oder rutscht glitschig-schnell in die flackernden Flammen hinab, über die Röstqualitäten der französischen ist wenig bekannt. Das Sucht- und Gefahrenpotenzial der klebrigen Klötzchen hat auch der Hollywood-Film „Ghostbusters“ erkannt. Hier werden die geistreichen Geisterjäger von einem wolkenkratzergroßen Marshmallow Man bedroht. Der Gegner sieht unheimlich pummelig-putzig aus, fast wie das Michelin-Männchen. Apropos, Marshmallows sollte man niemals zu lange grillen, sonst ergeht es ihnen wie dem Geistermännchen und den Reifen des französischen Herstellers in der Formel 1: Sie platzen.

Quelle:Rheinischer Merkur Nr. 27
 
Jepp, die Marshmallows sind zwar eigentlich nicht so mein Ding, aber vom Grill kommen sie gut. Hier mal ein Bild von Meisterdieb aus 2005:

Grillen30072005%2010.jpg


Ananas mit Marshmallows und Johannisbeergelee gegrillt. Habe ich mal nachgemacht, war super. Rezept steht im thread.
 
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