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3 kurze Fragen

Manel91

Veganer
5+ Jahre im GSV
Moin zusammen :)

Leider gibts hier keinen "Kurze Frage schnelle Antwort-Thread" oder sowas.

Seit einigen Wochen backe meine ersten Sauerteigbrote mit teilweise sehr vielversprechenden Erfolgen.
Das Anstellgut habe ich von der Mutter eines Kollegen, die mir eines ihrer getrockneten ASG wiederbelebt hat. Seither füttere ich das ASG 1x pro Woche mit 50g Roggenvollkorn & 50g Wasser und bewahre es ansonsten im Kühlschrank auf.
Als Knetmaschine benutze ich mangels Alternativen den Thermomix TM6.
Gebacken wird (aktuell noch) im EBO mit Dopf (FT9). Wenn ich soweit fit bin will ich auch die Brote auch mal auf meinem Kamado testen.

Nun zu meinen Fragen.

1.
Vor 2 Wochen habe ich folgendes Rezept ausprobiert (welches an sich ja einfach ist): https://www.backenmachtgluecklich.de/rezepte/dinkel-sauerteig-brot.html
Der Teig war auch echt super zu verarbeiten nur beim letzten Dehnen & Falten bei dem ich den Teig ins Gärkörbchen bringen wollte ist er mir wie Wasser davon gelaufen und ich musste Ihn entsorgen, weil er einfach nicht in Form blieb. Hat jemand eine Idee an was das lag??


2.
Folgendes Rezept liest sich auf einfach: https://www.ploetzblog.de/2021/02/27/lichtkornroggenbrot-2/
Hier hatte ich das Thema, dass ich den Teig nichtmal aus der Schüssel bekommen habe weil er so dermaßen klebrig war. Ein formen war unmöglich, da mir der Teig einfach in Brocken an den Händen festgeklebt ist.

3.
Alle meine Brote die mir bisher gelungen sind waren geschmacklich und optisch super. Was ich jedoch (trotz einhalten der Anleitungen) vermisse ist das richtige "aufgehen" der Brote. Mein sind gefühlt immer alle recht flach. Bei den Bilder von den Rezepten sieht es teilweise etwas anders aus.

Hier ein Beispiel:
1664879189997.png
 
Hallo Manel91,
schau doch mal bitte hier: 3 kurze Fragen. Da wirst Du fündig!
 
1. Bei Dinkelteigen besteht immer die Gefahr, dass sie 'überknetet' werden und dann ihr Glutengerüst und damit ihre Form nicht mehr halten können -> weniger lang kneten.

2. Unterschiedliche Mehle können unterschiedlich viel Wasser binden. Lutz empfiehlt, nicht immer direkt das gesamte Wasser zu verwenden, sondern einen kleinen Teil zurückzubehalten und den dann nach Bedarf dazu zu geben.

3. https://www.ploetzblog.de/faq-archiv/warum-laeuft-mein-teigling-im-ofen-breit/
 
Leider gibts hier keinen "Kurze Frage schnelle Antwort-Thread" oder sowas.
Deine Fragen würden auch nicht wirklich dorthin passen, weil sie sich allesamt nicht kurz beantworten lassen. Insbesondere deshalb nicht, weil du weder das Rezept noch deine Vorgangsweise im Detail beschreibst oder aussagekräftige Bilder beistellst

Hier ein paar meiner Gedanken zu deinem Beitrag bzw. deinen Fragen:
Das Anstellgut habe ich von der Mutter eines Kollegen, die mir eines ihrer getrockneten ASG wiederbelebt hat. Seither füttere ich das ASG 1x pro Woche mit 50g Roggenvollkorn & 50g Wasser und bewahre es ansonsten im Kühlschrank auf.
Meiner Meinung nach, hat ein Anstellgut im Kühlschrank nichts verloren. Man kann es übrigens auch sehr schnell - nämlich in knapp einer Woche - selbst herstellen.

Als Knetmaschine benutze ich mangels Alternativen den Thermomix TM6.
Teige kann man kneten, man muß es aber nicht...

Der Teig war auch echt super zu verarbeiten nur beim letzten Dehnen & Falten bei dem ich den Teig ins Gärkörbchen bringen wollte ist er mir wie Wasser davon gelaufen und ich musste Ihn entsorgen, weil er einfach nicht in Form blieb. Hat jemand eine Idee an was das lag??
Ohne genauere Angaben deinerseits und ggf. Bildern wird das ein reines Glaskugellesen...

Folgendes Rezept liest sich auf einfach: https://www.ploetzblog.de/2021/02/27/lichtkornroggenbrot-2/
Hier hatte ich das Thema, dass ich den Teig nichtmal aus der Schüssel bekommen habe weil er so dermaßen klebrig war. Ein formen war unmöglich, da mir der Teig einfach in Brocken an den Händen festgeklebt ist.
Roggenteige sind an sich recht klebrig. Und wenn die Hydration entsprechend hoch ist (z.B>85%), braucht man für's Handling schon ein bißchen Übung und Erfahrung.

Alle meine Brote die mir bisher gelungen sind waren geschmacklich und optisch super. Was ich jedoch (trotz einhalten der Anleitungen) vermisse ist das richtige "aufgehen" der Brote. Mein sind gefühlt immer alle recht flach. Bei den Bilder von den Rezepten sieht es teilweise etwas anders aus.
Auch hier sind wir wieder beim Glaskugel- oder Kaffeesudlesen. Ein häufiger Anfängerfehler ist es, keine passende Struktur des Teiges aufzubauen und ihm zu wenig Spannung für's Backen mitzugeben. Abgesehen von der richtig angelegten Gare und dem Zeitpunkt des Einschießens...


Davon abgesehen schaut das gezeigte Brot schon sehr gut aus! :thumb2:
 
1. Bei Dinkelteigen besteht immer die Gefahr, dass sie 'überknetet' werden und dann ihr Glutengerüst und damit ihre Form nicht mehr halten können -> weniger lang kneten.

2. Unterschiedliche Mehle können unterschiedlich viel Wasser binden. Lutz empfiehlt, nicht immer direkt das gesamte Wasser zu verwenden, sondern einen kleinen Teil zurückzubehalten und den dann nach Bedarf dazu zu geben.

3. https://www.ploetzblog.de/faq-archiv/warum-laeuft-mein-teigling-im-ofen-breit/
Danke für die Hinweise. Ich werde mal versuchen zuerst mit weniger Wasser zu arbeiten und das Kneten im Thermomix auf ein Minimum zu reduzieren.

Meiner Meinung nach, hat ein Anstellgut im Kühlschrank nichts verloren. Man kann es übrigens auch sehr schnell - nämlich in knapp einer Woche - selbst herstellen.

Wie meinst du das? Garnicht in den Kühlrschank, auch nicht wenn ich es nicht brauche? Ich dachte immer, dass man es im Kühlschrank aufbewahrt und 1x pro Woche füttert und dann für 12-24h gehen lässt und dann wieder ab in den Kühlschrank. Ansonsten nach Bedarf etwas "abschöpfen" und aktivieren wenn man backen möchte?

Auch hier sind wir wieder beim Glaskugel- oder Kaffeesudlesen. Ein häufiger Anfängerfehler ist es, keine passende Struktur des Teiges aufzubauen und ihm zu wenig Spannung für's Backen mitzugeben. Abgesehen von der richtig angelegten Gare und dem Zeitpunkt des Einschießens...
Struktur baue ich durch Dehnen&Falten auf, oder?

Ansonsten erstmal Danke für die Hinweise. Ich werde diese mal Nutzen und weiter probieren. Sollte das nächste mal etwas nicht klappen dokumentiere ich es entsprechend und Frage erneut. Dann ists hoffentlich kein Kaffeesatz-Lesen mehr :)
 
Bei mir ist kein ASG jemals im Kühlschrank. Die Gründe dafür habe ich hier erläutert...

Okay danke. Die Gründe habe ich verstanden. Leider sehe ich jetzt keine "Anleitung" wie ich füttere, wenn ich idR einmal die Woche backe. Hast du hierzu noch etwas?

Danke
 
Leider sehe ich jetzt keine "Anleitung" wie ich füttere, wenn ich idR einmal die Woche backe.
Ich füttere mein RASG (und den LM, wenn ich gerade einen führe) täglich. Beim RASG nehme ich den Großteil ab und füttere normalerweise mit 15-20g Roggenvollkornmehl und der gleichen Menge Wasser. Weitere Details stehen in meinem Roggensauer-Thread.
 
Deine zwei Rezepte sind für den Start schon recht "extrem" weit auseinander reines Dinkelbrot - reines Lichtkornweizen.
Die Teige sind deshalb nicht miteinander Vergleichbar da der eine Teig ein Stabiles Glutengerüst benötigt und im anderen die Schleimstoffe ein solches Verindern und der Teig dieses auch nicht braucht.

Den Mehlen entsprechend ist der Prozentuale Wasseranteil recht weit auseinander.
Beim Dinkel Rezept mit 66% Wasser, Je nach Mehl kann zwischen 62 und 72 % hier alles passen.
Beim Lichtroggen mit 85% Wasser, das schaffen nur noch wenige Roggenmehle "Problemlos" je nach Mehl passen da zwischen 72-85%

als Tipp für den Start, such dir mal 1 Rezept raus und backe das 10 mal hintereinander.
Variiere die Wassermenge +- 50 ml
Variiere die Gehzeiten +- 1h oder die Raumtemperatur +-2°C
Varriere das Mehl (von verschiedenen Mühlen)

Du wirst sehen du bekommst ein Gefühl für den Teig nicht umsonst empfiehlt auch @cremecaramelle immer erst mal ein Rezept rauf und runter zu Backen am Anfang.

Nun Konkret zu den Fragen

zu1, du kannst sowas immer noch in einer mit Butter eingeschmierten Kastenform backen. Wird kein Brot mehr das begeistert, ist aber in der Regel gut essbar und muss nicht entsorgt werden.
Wenn der Teig schon Struktur hatte und dann später seine Konsistenz verliert kenne ich bisher 3 Ursachen.
- Übergare
- zu Enzym-aktives Mehl
- :rotfll: meine drei Versuche mit Hefewasser, welches warum auch immer jedes mal jegliche Gluten-Struktur zerstört hat. Das werde ich im Winter mal noch mal probieren müssen.

Wie @DerTeufel schreibt kanne s auch vom Kneten Kommen. Dann ist die Struktur aber in der Regel von Anfang an nichts mehr und kippt nicht plötzlich um.

Du kannst beim nächsten mal den Teig auch einfach von Hand zusammen rühren. Bei der langen Teigführung und dem Dehnen und falten kannst du dir bei dem Rezept, meiner Meinung nach das Kneten sparen. Wichtig ist dann nur erst alles im Wasser gleichmäßig auflösen und erst dann das Mehl dazu.

zu 2
Wo bekommt man Lichtkornroggen ?
Nimm beim nächsten versuch einfach mal 50ml Wasser weniger. Schau wie dir das Brot gelingt. Taste dich langsam an die höhere Hydration heran.
Du kannst auch versuchen den Teigling nur mit einer Teigkarte auf der bemehlten Arbeitsplatte grob zu formen.
Ein Reines Roggenbrot lässt sich aber nie formen wie ein Weizenbrot. Es bekommt keine "Spannung". Das ist auch gar nicht notwendig.

Bei einem Reinen Roggenbrot brauchst du auch nicht "Kneten". Gut mit einem Holzlöffel verrühren und mit der Hand ganz kurz durchkneten reicht.

zu 3
-Das kann an deinem Sauerteig liegen, hätte ich früher abgestritten aber bei meinem Hefewasser-Versuchen und den daraus gezüchteten Sauerteigen habe ich genau das erlebt
- Das kann an deinem Timing liegen - Übergare
- das kann am Kneten liegen ( lass das mit dem Thermomix einfach erst mal für ein paar Brote bis du das ausschließen kannst)
- das kann an deinem Mehl liegen Enzymaktivität/ Wasserhaltevermögen/Eiweisgehalt
-das kann an der Temperatur deines Topfes liegen. War der lange genug vorgeheitzt ? Vielleicht hast du eine Möglichkeit die zu Messen. Zwischen 250 und 270°C beim Einschießen würde ich anpeilen um den Maximalen Ofentrieb raus zu hohlen.
 
Der TM erhitzt den Teig beim kneten, also am besten die Temperatur messen ggf . kälteres Wasser (Eis) zu starten nutzen.
Die Führung des ASG im Kühlschrank ist kein Problem, allerdings nicht unter 5°C.
Also am besten oben in der Kühlschranktür.
 
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