Kannst Du bitte noch zum Ablauf sagen und auch erklären, was alles ablief?
Irgendwann im Sommer letzten Jahres rappelte mein Telefon, Matze war dran und erzählte mir dass er gerade einen Anruf von einer Produktionsfirma bekommen hat, die Teilnehmer für eine Kochsendung suchen. Ob ich Bock hätte, denn wenn dann überhaupt nur mit mir. Ich hab dann auch mit der Firma telefoniert und wir haben uns entschieden da mitzumachen, gerade weil es auch nicht im Privatfernsehen lief sondern öffentlich-rechtlich. Auf Formate wie "Das perfekte Dinner", wo hinter den Fußleisten noch gefilmt wird hatten wir beide keine Lust. Leider haben wir erst später mitbekommen dass die Produktionsfirma hauptsächlich fürs Privatfernsehen produziert (z.B. Mein Lokal, dein Lokal) und da war dann auch recht schnell klar wo die Reise hingeht.
Es folgte ein Screen-Test, wo wir Besuch von einem Kameramann hatten, der uns beim Kochen gefilmt hat und quasi ein Bewerbungsvideo für den Sender gedreht hat. Es gab Surf&Turf-Hotdog und offensichtlich hat die selbstgemachte Rindswurst mit Garnelen Eindruck gemacht, denn wir waren dabei.
Gedreht wurde dann an 4 Tagen. Kennenlernen der Aufgabe und Mitstreiter montags in einem Hotel in Saarlouis, Dienstags kam dann das Team als erstes zu uns, an den nächsten beiden Tagen haben wir auswärts gegessen. Den "Spitzenkoch" Simon Tress haben wir übrigens nicht kennengelernt, der wurde uns nur als Video zugespielt.
Drei Zutaten wurden vom Sender vorgegeben und gestellt, und da lag auch gleichzeitig das größte Problem: die Forellen waren winzig, wir haben uns alle einen abgebrochen beim filetieren. Die Rote Bete kam in zwei Größen: riesig und winzig, zum Glück hatte ich auf Verdacht morgens noch welche gekauft, ansonsten wäre es unmöglich gewesen die gleichzeitig gar zu bekommen.
Was bei so Dreharbeiten einfach tierisch nervt, ist die Tatsache dass die immer wissen wollen was du gerade machst ("Erzähl doch mal"). Ich war für die Forellen zuständig und das war echt übelster Schrott was die uns da mitgebracht hatten. 7 Forellen filetieren hat da nunmal ne Weile gedauert. Und ständig "Carsten, du musst mehr erzählen" - Ich bin dann irgendwann mal dezent explodiert und entsprechend laut geworden, dass ich normal für so ne Forelle 5 Minuten brauche und der Scheiss den sie hier angeschleppt haben mir den letzten Nerv raubt. Ab da wars für mich entspannter, nur falls ihr euch wundert warum man beim Kochen von mir nicht allzu viel sieht und hört.
Dann ging es ans Anrichten, wir haben die Teller vorgewärmt und echt Gas gegeben damit jeder was warmes zu Essen bekommt. Bis dann alle Einstellungen gefilmt waren war alles kalt. Warmes Essen gab es übrigens an allen drei Tagen nicht. "Spitzenkoch" Simon Tress monierte bei unserem Teller dass die Rote Bete ausläuft - das kann schonmal vorkommen wenn so ein Teller 3 Stunden da rumsteht.
Wir haben sehr nette Leute kennengelernt, aber wie gesagt, hinterher hat jeder gesagt dass er bei sowas nicht mehr mitmachen würde.