Ich immer 1x mehr als Du.
Gut, dass es noch Leute gibt, die sich sowohl in Inhalt, als auch in Form um Konstruktivität bemühen...
[quote='[Andreas]
Wenn man es nicht kann, stimme ich Dir da fast zu. Nur kann man aus einer dreieckigen Schneidphase keine ballige Schneide erzeugen. Dann müsste man nämlich an den Seiten Material auftragen

[/quote]
Ich bin scheiße im Malen... Naja, man kann et erkennen:
Auch das kann man sehen, das kann man nicht wegreden. Wir haben uns das auf einem Schleifertreffen an Rasiermessern unterm Auflichtmikroskop angeschaut, wie die Facette immer balliger wird, wenn man sie auf einem hängenden Pastenriemen bearbeitet.
Der Abzug an einem solchen Riemen passiert notwendigerweise an der oberen und unteren Spannkante, also Facettenschulter und Schneide.
[quote='[Andreas]
Zieht man das Messer mit wenigen Zügen mit ganz wenig Druck über ein Leder, das mit Diamantpaste oder "Stahlfix" behandelt ist, passiert genau das, das man vor hat: Der Grat wird entfernt, die Schneide wird nicht ballig.[/quote] Wenn man sehr wenige Züge nimmt, wird die Schneide nicht zu ballig, das stimmt. Auch würde ein überstehender Grat entfernt werden. Sollte er aber nicht, da in diesem Zustand kein Grat vorhanden sein sollte. Ist dem so, wurde der Vorschliff nicht richtig abgeschlossen.
Zu dem Rest: "Meine Methode" ist nicht die einzige, die funktioniert. Es ist nicht schwer, das zuzugeben, es ist viel mehr der Kern des Problems. "Meins funktioniert doch auch" ist der Versuch der Anwendung von "wer Erfolg hat, hat recht"; hier die Ungleichwertigkeit der Methoden darzulegen ist sehr schwierig. Wozu noch reden, wenn man doch Erfolg hat?.. Das ist auch, was hier passiert.
Ja, ein Pastenriemen kann zum Abziehen verwendet werden und es geht sogar recht schnell, da nicht die gesamte Breite der Facette, sondern nur die Ansatzkanten und damit auch die Schneide geschliffen werden. Aber nein, ideal ist es nicht und wenn jemand fragt, wie er etwas tun soll, dann gebe ich ihm die jenige Lösung des Problems, die am nahesten am Ideal ist (und wenn die Fragestellung es erfordert, eine akzeptable, kostengünstigere Variante).
Das Erfahrungsargument... Ich möchte dir wirklich nicht zu nahe treten, aber ich halte es da mit Tucholsky: "Erfahrung heißt nichts - man kann eine Sache auch zwanzig Jahre lang falsch machen". Erst letztens hatte ich eine hitzige Diskussion mit dem Großvater der Freundin eines guten Freundes, ein alter Bauer, der seit eh und je seine Küchenmesser mit seinem Sensenstein schleift. Carsten Bothe schleift Messer auf dem Bandschleifer und an der Schwabbelscheibe und empfiehlt das sogar in Büchern und auf kostenpflichtigen Seminaren. Schleifer, die den Job seit vierzig Jahren machen, ruinieren genauso Japanmesser am Bandschleifer. Lars Scheidler zieht seine Nesmuks nach dem Schliff auf dem Stein an einem blanken Leder ab. Immer kommt das selbe Dreikant: "Funktioniert doch", "haben wir immer so gemacht", "hat noch nie ein Problem gegeben"... Ich hoffe, mein Punkt kommt raus. Ich will dir nicht die selbe Ignoranz unterstellen, aber mit Menschen, die nur das Ergebnis an einem willkürlichen Standard prüfen, ohne über den Weg in der Tiefe bescheid zu wissen, lässt sich schwer diskutieren und das frustriert auf die Dauer.
Naja, lassen wir's ruhen... Am Ende muss eh jeder machen, wat er will.
