Hallo zusammen,
ich lebe im Kreis Ahrweiler, in einem Nachbartal des Ahrtals.
GsD sind wir selber nicht unmittelbar betroffen, erwischt hat es jedoch meine 86jährige Mutter, die vor 3 Jahren nach dem Tod meines Vaters eine kleine Wohnung in der Altstadt Ahrweiler bezogen hat.
Ihre komplett neu eingerichtete Wohnung stand gut 60 cm unter Wasser, der Keller war natürlich komplett voll gelaufen. Ihr ist GsD nicht (körperliches) passiert. Als ich sie nachts um 2 Uhr aus der Wohnung holte, saß sie verängstigt auf ihrem Bett, welches von dem Schlammwasser umspült wurde.
Ihre gerade mal 3 Jahre alten Möbel, die neue Küche etc. ist alles hinüber, ob die Versicherung das reguliert, ist noch nicht geklärt.
Ihre wirtschaftliche Lage ist jedoch so, daß sie das Ganze finanziell verkraften kann - ein Problem wird es eher sein, eine neue seniorengerechte Wohnung zu finden.
Gestern waren wir den ganzen Tag mit Schaufel und anderem Gerät im Ahrtal vor Ort, um Schutt und Dreck zu räumen - es ist unglaublich, wie es dort in den kleinen Ortschaften aussieht. Ich bin Mitglied der FFW, des DRK Ahrweiler und des TUS Ahrweiler, wir haben für hiesige Hilfwillige schon einiges organisiert. Heute brauche ich eine Ruhepause, mit mittlerweile ü60 bin ich nicht mehr so fit wie früher ....
Für Externe, die helfen wollen gilt: Bitte nicht einfach hinfahren, das macht wenig Sinn, sondern z.b. über folgende Stellen gehen:
https://kreis-ahrweiler.de/zusammenstehen-zusammenhalten-hochwasserhilfe-im-kreis-ahrweiler/
Hier ein Spendenkonto der KSK Ahrweiler, die vor Ort z.T. selber betroffen ist und ihre Kunden bestens kennt:
https://kreis-ahrweiler.de/spendenkonto-fuer-vom-hochwasser-betroffene/
Und noch ein Nachsatz: Die dummen Sprüche einiger, dass es schon immer Hochwasser gab - die kommen im Moment ganz schlecht an, da kann man schon mal einen Schaufelstiel über den Scheitel gezogen bekommen.
Denn ja, es gab schon immer mal Hochwasser, aber nie in dieser Frequenz wie in den letzten Jahren und vor allem nicht in der Höhe. Das sieht man u.a. daran, dass Pegelmeßstationen irgendwann ab 5 - 6 m ausgesetzt haben, weil sie durch die Wassermassen beschädigt oder mitgerissen wurden oder eben nur Messungen bis 5 m ermöglichten.