Leider läuft es an, wenn es mit säurehaltigen Lebensmitteln in Kontakt kommt. Also muss ich es regelmäßig wieder polieren.
Das ist normal und nicht gefährlich. Eigentlich möchte man eine gewisse Patina züchten, da diese auf der einen Seite etwas gegen Rost schützt und andererseits auch dafür sorgt, dass keine Lebensmittel mehr anlaufen.
...aber eigentlich, wenn man sich deine kleinen Herders anschaut, scheinst Du das doch zu wissen?
Das letzte Messer zeigt das Problem der Messer: trotz regelmäßiger Behandlung mit dem Herder-Pflegeset (Öl) sehen die Griffe nicht mehr wirklich "schön" aus. Das Messer meiner Mutter wird wohl länger im Spülwasser geschwommen sein. Das Holz ist aufgequollen und zwischen dem Griff und der Schneide rieselt es geraus...
Naja, Holz in Wasser einlegen ist natürlich irgendwo Mord. Aber so oder so sieht das Holz irgendwann nicht mehr so toll aus. Was hilft, ist, den Griff mit flüssigem Canuba-Wachs zu vakuumisieren. Hilft stark.
Die sind GöGa-kompatibel, weil nicht rostende Klinge und Kunststoffgriff.
Ich wundere mich immer über diese Herzdamen, die es offenbar nicht auf die Reihe kriegen, einfachste Maßnahmen zu berücksichtigen, um Dinge nicht kaputt zu machen. Ich habe noch den allermeisten Damen und Herren mit kurzen, freundlichen Worten den Umgang mit Carbonstahlmessern nahebringen können.
Es gibt welche, die wollen das nicht und sind auch nicht vom Gegenteil zu überzeugen, das ja. Die kriegen dann eben ihr eigenes Messer, das sie in die Spülmaschine tun können. Nach einem halben Jahr kann man dann mal kurz den Unterschied zwischen einem gepflegten und einem vergewaltigten Messer im Schneiderlebnis demonstrieren, dann geben auch davon die Allermeisten auf.
Gerade erfahrene Hausfrauen sind es gewohnt, dass man bestimmte Dinge zuverlässig pflegen muss, wenn sie nicht kaputt gehen sollen. Es gibt wirklich nur einen kleinen Anteil an Leuten, denen es genuin egal ist, ob sie Sachen zerstören. Mein Beileid an jeden, der mit so jemandem sein Leben verbringt.
Zum Thema:
Windmühlenmesser nehmen einen Sonderplatz unter den deutschen Messern ein. Über viele Jahre war der Schliff unangefochten das Beste, was man zumindest aus der Großserie kriegen konnte, außerdem sind sie bist heute der einzige Hersteller, der konsequent fast sein gesamtes Sortiment auch in Carbonstahl anbietet. Alleine für diese Eier muss man ihnen großen Respekt zollen. Die Qualität des Klingenfinishes hat leider seit Fehrekampfs Tod abgenommen, die Lehrlinge waren noch nicht fertig ausgebildet, der Ausschuss wurde offenbar höher und damit zogen auch die Preise an, zumindest von den großen, schwierigen Klingen. Das 1922 war mal ein absoluter Geheimtipp, inzwischen ist es fast zu teuer, bei schlechterer Endqualität. Dafür mausern sich das erwähnte Santoku und Nakiri zu den neuen Empfehlungen. Die Klingenformen sind absichtlich einfach zu machen, dafür aber sehr gut. Das Finish sieht tatsächlich (im Gegensatz zum 1922) blaugezogen aus. Die Griffe sind ebenfalls sehr einfach, was zusammen zu einem sehr interessanten Preis führt. Handwerklich begabte Menschen können da wunderbare schöne neue Griffe dranbauen, Rainer hat ja schon mal einen Anfang gezeigt.
Leider hatte Herder schon immer Probleme mit der Qualität der Griffe. Ich habe schlechtere und bessere gesehen, aber auch nach Duzenden Herder-Messern, die durch meine Hände gegangen sind, habe ich keinen perfekten gesehen.
Damit muss man sich abfinden. Ein guter Händler ist hier das A und O, Claudia vom Messerkontor zB schickt mir Messer mit Spalten gar nicht erst, eher bestellt sie eine neue Charge, und nimmt Problemfälle anstandslos zurück.
Fazit: Herder bietet mit handgemachten Messern mit konquenter Carbonstahloption eine einmalige Leistung in Deutschland, außerdem haben sie viele wunderschöne einzigartige Messerformen im Angebot.
Leider plagen diese Firma bei den Griffen Qualitätsprobleme und die Qualität des Finishs an den schwierigen Klingen ist nicht, was sie mal war.
Wenn man weiß, worauf man sich einlässt, sind die Herder-Messer ein Stern am deutschen Messerhimmel.